10 Jahre MagicBlogsDe – Freakle’s Top 10 Competitive Decks der letzten 10 Jahre

Hallo zusammen,

Glückwunsch MagicBlogsDe! Seit 10 Jahren haben wir nun schon die deutsche Community-Laterne von germagic übernommen und weitergeführt (hier geht es zum Gewinnspiel!).

Meine Leidenschaft in diesen 10 Jahren war zumeist das Competitive Play, d.h. die Reisen rund um die Welt um an Magic-Turnieren teilzunehmen. Zwar hat sich das nun Covid-bedingt geändert, dennoch möchte ich mit euch zusammen zurück schauen in die letzte Dekade und meine Top Decks des jeweiligen Jahres nochmals vorstellen. Nach einigem kramen in alten Turnieraufzeichnung muss ich doch eingestehen, dass sich ein gewisser Trend in meiner Deckwahl abzeichnet … Los gehts!

Danke! Unsere Jubiläumswoche „10 Jahre MagicBlogs.de“ wird unterstützt von:
Wizards of the Coast Red Bull
Ultimate Guard
mtgdiscount.de The Coon Rises

2010 – Extended

Frisch nach meiner Magic-Pause bin ich direkt in ein für mich komplett neues Format gestartet: Extended!

Das Format gefiel mir sehr gut, das Folgeformat in Modern sogar noch viel besser. Der Neueinstieg nach meiner Pause mit diesem sehr einzigartigen Deck hat letztendlich wieder dazu geführt, dass ich mich von unserem gemeinsamen Hobby Magic: The Gathering erneut fesseln lies.

Faeries ist für mich bis heute das einzige Aggro-Control-Deck das ich je über längere Zeit gespielt habe und tatsächlich gefallen daran fand. Ein relativ schwer zu spielendes Deck, bei dem Ihr wirklich jede einzelne Ressource gezielt einsetzen müsst um Erfolg zu haben. Sehr oft wurden Faeries-Spiele auf einem Leben und ohne Handkarten beendet, während der Gegner exakt auf 0 Leben gelandet ist. Spielfehler hatten direkten Einfluss auf den Ausgang der Runde und gut antizipierte Spielzüge des Gegners, die wir mit einem gut gesetzen Mana Leak verhindern konnten haben das Spiel gewonnen. Im Vergleich zu anderen Aggro-Control/Tempo Decks müssen wir bei Faeries nicht zwischen Threats und Antworten unterscheiden, unsere geflügelten Kämpfer sind Finisher und Antwort zugleich! Zwar sind die Karten einzeln oft relativ schwach im Powerlevel, so kann ein gut sequenzierter Boardstate unglaublich viel Druck aufbauen und den Gegner immer im unklaren lassen, welch nächster Zug des Faerie-Spielers auf ihn lauert. Für mich bis heute eines der spaßigsten Decks die ich je gespielt habe.

2011 – Standard

Im Jahr 2011 dominierte eines der stärksten Standard-Decks aller Zeiten die Turnierlandschaft. Zum ersten mal seit über einem Jahrzehnt wurden wieder Karten im Standardformat gebannt. Das Deck von dem ich spreche, Ihr ahnt es, ist Caw-Blade.

Eines der meist gehassten Decks aller Zeiten ist gleichzeitig eines meiner liebsten Decks jemals. Selbst der Name, der aus einem dummen Wortspiel von All-Time-Great Brian Kibler entstanden ist („Caw-Go“ anstatt „Draw-Go“, da vorher noch ein Squadron Hawk gespielt wurde) ist so außergewöhnlich für ein Standard-Deck wie das Deck selbst. Power-Karten wie Jace, the Mind Sculptor und ein Stoneforge-Paket mit Schwertern und Batterskull, Synergien zwischen dem Brainstorm-Effekt und Squadron Hawks, Power aus der Manabasis durch Celestial Colonnade, Mortarpods um auch Maindeck kleine Kreaturen aus dem Weg zu räumen und jede Menge Removal. Egal was der Gegner einem entgegen gebracht hatte, das Deck enthielt alle Antworten und unglaublich viele Mittel diese zu finden. Ich liebe dieses Deck bis heute, auch weil selbst Mirror-Matches (die doch sehr häufig vorkamen) immer sehr skillintensive Schlagabtausche waren und nicht durch einzelne Topdecks entschieden wurden.

2012 – Modern

Dieses Jahr markiert einen rießen Schritt für mich in der Magic-Geschichte. in 2012 wurde mein liebstes Format eingeführt und auf kompetitives Niveau gehoben. Extended wurde abgeschafft, wir erhielten dafür ein neues Format: Modern!

Ich fand ein Midrange-Archetype in diesem Format, dem ich bis heute treu geblieben bin, auch wenn sich die Farben und die einzelnen Karten immer wieder ändern, so bleibt doch der Plan des Decks bis heute der selbe!

Vollgepackt mit vielen meiner liebsten Karten wie Deathrite Shaman, Dark Confidant, Liliana of the Veil und Tarmogoyf konnten wir zu Beginn des Formats noch mit Bloodbraid Elf spielen, ehe dieser ein Jahr später auf der Banned-List gelandet ist. Auch mein geliebter Deathrite Shaman musste irgendwann gehen, bis letztendlich der Jund / Rock-Archetyp immer weiter im Powerlevel gesunken ist und heute ein solides Tier 2/3 im Format darstellt. Spielern, die ausschließlich auf Magic Arena spielen, bleibt dieser Schmerz, ein Deck über die Jahre an Stellenwert verlieren zu sehen, erspart. Und zwar indem man vorsorglich keine Eternal Formate wie Modern oder Legacy eingeführt hat um die neuen Spieler dieser Gefahr nicht auszusetzen. 2012 hingegen war der Gameplan solange Karte für Karte zu tauschen um mit den eingebauten zwei-für-eins Karten wie Bloodbraid Elf, Dark Confidant und Liliana of the Veil nach vielen Runden davon zu ziehen, oder dank des hohen Powerlevels jeder Karte im Deck einfach den besseren Topdeck zu erzielen. Modern Jund / Modern BGx lieferte sich über die Jahre hitzige Duelle mit den beiden anderen Top-Decks im Format, Birthing Pod und Splinter Twin. Für mich sind bis heute die ersten vier Jahre des Modern Formats die beste Zeit im Constructed Magic.

2013 – Standard

Das Jahr 2013 brachte uns eine Zeit, die über die kommenden Jahre nicht nur spannende Modern- und Legacy-Matches ermöglichte, sondern ebenfalls sehr gute Standardformate! Mein Top-Deck aus 2013 kennt Ihr aus dem heute ebenfalls releasten Magic-Talks Youtube-Video über unsere Vorschaukarten!

Matej „Big-Z“ Zatlkaj konnte sich mit diesem Deck eine Pro Tour Top 8 sichern und schenkte uns ein Control-Deck, das bis heute dem Zahn der Zeit stand hält. Sphinx’s Revelation als Refill-Carddraw hat mehrere Pro-Touren gewonnen, gemeinsam mit seinem Boardwipe-Freund Supreme Verdict. Gleichzeitig spielte das Deck einen der besten Control-Finisher aller Zeiten: Aetherling. Ein Control-Deck das ohne Probleme bis Turn 30 spielen konnte, aber auch bei Bedarf mit Aetherling und/oder Blood Baron of Vizkopa das Spiel schnell beenden konnte bleibt als das „neue Caw-Blade“ ebenfalls sehr hoch auf meiner Liste der besten Decks der letzten Dekade.

2014 – Standard

Der Khane-Block stand ins Haus und damit eines der besten Draft-Formate aller Zeiten. Gleichzeitig kamen einige Karten ins Standard-Format, die die nächsten Jahre das Format prägen sollten. Standard sah unglaublich viele neue Spieler in dieser Zeit und rießige Paper-Turniere. Auch die Umorganisation der Pro-Tour Qualifikation in das PPTQ/RPTQ-Format spülte viele neue Spieler in die Turnierszene vor Ort.

Für mich das spaßigste Standard-Deck aller Zeiten. Whip of Erebos, gemeinsam mit Sidisi, Brood Tyrant bringen eine der interessantesten Value-Engines die je im Standard-Format waren. Das Deck hatte gutes Removal, tolle Midrange-Kreaturen und Lifegain um gegen die roten Decks dieser Zeit Bestand zu haben. Ich konnte mit diesem Deck meinen ersten PPTQ gewinnen, einiges an Geld auf dem ersten RPTQ absahnen, Neunter beim WMCQ werden und am anderen Ende der Welt den Gameday in Honolulu, HAWAII gewinnen! Was will man mehr von einem Standard Deck. Leider ist dieses Deck im Jahr 2020 auch in Formaten wie Pioneer nicht spielbar und bleibt daher auf ewig ein sehr cooles Deck, das in das damalige Meta sehr gut gepasst hat.

2015 – Standard

Standard war weiterhin interessant, verfiel allerdings eher in absurde Deck-Archetypen. Keiner war wohl absurder, als eines der merkwürdigsten Decks, die ich je auf Turnieren gespielt hab:

Rhinos treten immer im Rudel auf! Siege Rhino, das gemeinsam mit Bring to Light virtuell sogar acht mal im Deck ist (und in manchen Versionen als „12 Rhino“ sogar noch kopiert wurde) zeichnete eines der größten Midrange-Feste in der Geschichte des Formats aus. Selbst als schneller und erfahrener Midrange- und Control-Spieler war es fast unmöglich nicht jede Runde in die Zeitbegrenzung zu spielen. Einen PPTQ bin ich sogar unbesiegt im Mittelfeld des Turniers gelandet. 3 Siege, 0 Niederlagen, 4 Unentschieden. 8 Rhino war ebenfalls ein Deck-Typ der einigen Spieler sauer aufgestoßen ist, wahrscheinlich hätte er zur heutigen Zeit nicht ohne einen Ban überlebt.

2016 – Standard

Auch dieses Jahr hatte ein Standard-Format, das zu Beginn noch vom Khans-Block stark beeinflusst wurde. Gleichzeitig konnte auch wieder eine unserer Preview-Karten auf Pro-Tour-Level scheinen!

Esper Dragons brachte in Silumgar’s Scorn quasi den Counterspell zurück ins Standard! Gleichzeitig konnte man einseitige Boardwipes spielen, sowie mit ziemlich cool designten Drachen angreifen.

Dragonlord Ojutai brachte diesem Deck einiges an Power und gleichzeitig auch den Grund es zu spielen. Was könnte besser sein als mit einem rießigen Flyer mehr Karten zu ziehen und seinen Counterspell zu aktivieren?!

2017 – Standard

Dieses Jahr war ein sehr spannendes für unser Team, sowie für unseren erfolgreichsten Spieler Philipp Krieger! Daher kann die Deckwahl auch auf kein anderes Deck fallen als einen Seiner Mardu-Haufen von 2017:

Philipp wurde damit nicht nur deutscher Meister, sondern konnte mit einer ähnlichen Vehicles-Liste auch bei den Worlds Top-Performen und Deutschland zu seinem bisher besten Abschneiden bei diesem Turnier verholfen! Bonuspunkte gibt es natürlich dafür Reid Duke innerhalb eines Kameraschwenks umzufahren.

Ein Deck, das eine unglaublich wacklige Manabasis hat, aber sollte diese funktionieren brutal explosiv mit sehr hohem Powerlevel agiert. Für mich war dieses Deck immer unspielbar, allerdings habe ich mehr als einmal dagegen verloren als es in den Händen des Meisters ins Turnier geführt wurde. Zur Meisterschaft könnt Ihr hier im Artikel auch noch einiges nachlesen, sowohl von mir als auch von Ormus!

2018 – Modern

Wir beginnen unseren schnellen Abstieg aus spielbaren Standardformaten und landen daher für das Jahr 2018 wieder im Modern-Format. Auch weil eine bestimmte Karte nach Jahren der Abstinenz endlich wieder entbannt wurde.

Jace, the Mind Sculptor war zurück im Format und fand auch direkt sein Zuhause in Sultai Rock. Durch Karten wie Fatal Push, Liliana, the last Hope und Search for Azcanta bekam das Deck immer mehr Tools im Format. Ein Trend der sich natürlich fortsetzt in den letzten Jahren, auch wenn leider Dank zu hohem Powerlevel immer wieder Bans das Deck zerlegen. Nichts desto trotz waren die Unbannings von JtmS und Bloodbraid Elf einer der Höhepunkte des Formats in 2018 und haben zu einer wahren Achterbahnfahrt an Brews und weit offenem Meta geführt. 2018 gab es wohl so viele spielbare Modern-Archetypen wie sonst nie im Format, definitiv eine der besseren Zeiten des Formats!

2019 – Legacy

Ab diesem Jahr sahen wir schon deutlich die neue F.I.R.E. Politik im Design der Karten. Das Jahr war nicht nur geprägt von deutlich gestiegenem Powerlevel, sondern auch von einer Vielzahl an Bannings, so dass es schwierig ist eines meiner Lieblingsdecks dieses Jahres vorzustellen… meist waren die noch im selben Jahr gebannt.

Ein Beispiel hierfür ist meine 4-Color-Control-Liste aus meiner MKM Legacy Top 8 in Barcelona. Einer der interessanteren vierfarbigen Controlhaufen die ich in Legacy gespielt habe und sowohl in Papier als auch Online für mich finanziell recht erfolgreich. Allerdings konnte auch dieses Deck das Jahr nicht überdauern. Weitere Hits sind selbstverständlich Pioneerlisten die wir getestet haben, sowie Urza und Oko Decks in Modern.

2020 – Pioneer

Damit sind wir in unserem Jubiläumsjahr angekommen und mit ihm leider auch das vorzeitige Ende von kompetitivem Papiermagic. Da auch die rein auf Standard fokussierte Weiterführung auf Arena alles andere als eine Glanzzeit durchlebt, habe ich mich dazu entschlossen eines der letzten Decks die noch in Papier gespielt wurden im Jahre 2020 auszuwählen!

Unsere MagicBlogs.de Deathrite Pioneer-Liste, die ihr auch auf Youtube findet!

Paul verpasste damit um eine Runde die Last-Minute Pro Tour Qualifikation, Philipp konnte damit eine der letzten Top 8 der MKM Serie einfahren, während ich schön in Thailand in der Sonne MTGO-Trophäen einsammeln durfte. Pioneer ist nun nach längerer Findungsphase an einem Punkt angekommen, indem es als Format durchstarten könnte. Allerdings fehlt gerade der Support, auch der Hype hinter diesem Format ist, verglichen mit dem Start unserer Liste als Modern eingeführt wurde, nicht annähernd derselbe. Mir macht das Format allerdings von Zeit zu Zeit Spaß und ich hoffe, dass es sich in den nächsten Jahren weiterentwickelt!

Damit sind wir durch mit meinen 10 Decks aus den 10 Jahren Magicblogs.de. Ich hoffe Ihr konntet das ein oder andere fast vergessene Deck finden, schreibt mir doch gerne in den Kommentare welche Decks ich eurer Meinung nach vergessen habe oder welche Decks eure Highlights der letzten Jahre waren!

 

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

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3 Antworten

  1. Maddin sagt:

    Danke für diesen tollen und Interessanten Einblick. Da ich selber seit ca. 15 Jahren (bis auf Pre-Release) keine Turniere mehr spiele, finde ich es echt toll mal zu sehen was so die letzten Jahre los war.

  2. Ed_Nauseam sagt:

    Kein Jeskai Black dabei 🙁 hab das deck so geliebt, war auch das einzige mal wo ich Standard etwas länger gespielt habe.

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