Kaldheim Draft Primer

Hallo zusammen,

das neue Set ist in den Startlöchern. Wir waren aktiv im Pre-Release Streamer Event und haben einige Drafts gegrindet. Daher hier, wie schon schöne Tradition, mein Draft-Archetypen Primer zu Kaldheim:

Kaldheim

Vorwort

Wie immer werde ich keine Kartenevaluation vornehmen, dafür gibt es genügend Outlets in der Magicwelt. Am besten schaut Ihr euch den Set Review Stream unseres guten Freundes Denny aka Ekszit an! Zusätzlich glaube ich, dass Draft Picklisten eine der schnellsten Fallen in Limited sind. Zwar geben diese einen ersten Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht. Außerhalb des Pack 1 Pick 1 wird jeder weitere Pick durch die Synergien der Archetypen beeinflusst, von den Signalen die man bekommt und von den Kartentypen, die man schon gepickt hat. Daher versuche ich, über diese Primer Serie euch einen generellen Überblick zu verschaffen, welche Farbkombinationen durch bestimmte Synergien stärker werden und welche Karten in diesen Kombination höher zu picken wären als außerhalb dieser Archetypen. Selbstverständlich solltet Ihr gutes Removal und Rare- und Mythic-Bomben hoch picken. Daran wird sich in keinem Set etwas ändern, daher werde ich in diesem Primer nicht über diese klaren Picks sprechen, sondern mehr über die Commons und Uncommons, die Ihr für die jeweiligen Archetypen einsammeln wollt.

Tokens 

Selesnya

Selesnya startet mit einem altbekannten Thema in Kaldheim: Tokens! Allerdings sind wir wieder einmal nicht gerade gesegnet mit vielen Token produzierenden Karten. Wir werden normalerweise eher ein aggressives Deck basteln und zusätzlich die Synergien der Token hier nutzen. Das bedeutet, dass Ihr gute Boast Kreaturen in weiß höher picken solltet, da auch Boros und Orzhov diese benutzen können und benötigen. Goldmaw Champion und natürlich Usher of the Fallen sind daher wichtige Karten für das Deck.

Zusätzliche Token Produzenten außerhalb der Rares sind neben Usher Elderleaf Mentor und Clarion Spirit. Selbstverständlich ist die Goldkarte, Maja, eine der stärksten Picks für diesen Archetyp, da Sie sowohl Payoff als auch Enabler ist. Sehr starke Karte! Die anderen gut zu erreichenden Payoff-Karten neben Maja sind Warhorn Blast und Battershield Warrior.

Flyers , Foretell 

Azorius

Eines der langsameren Decks im Format. Vega, the Watcher ist mit eine der wichtigsten Goldkarten um diesen Archetyp zu enablen. Der Gameplan ist zu überleben und die frühen Züge zu nutzen, um einen explosiven Turn 4 oder 5 vorzubereiten durch die neue Foretell Mechanik. Behold the Multiverse, Iron Verdict und Depart the Realm sind sehr gute Roleplayer für dieses Deck.

In eurem explosiven Turn nutzt ihr dann Karten wie Niko Defies Destiny und Doomskar Oracle um euer Leben zu polstern und andere Spells die Ihr castet, um eure Gegner dann im Tempo zu überholen. Wichtig ist hier, nicht zu verspielt zu werden, allerdings helfen euch defensive Karten wie Karfell Harbinger und ein Turn 4 über Foretell gespielter Gods‘ Hall Guardian oft, eure Gegner deutlich zu verlangsamen.

Azorious hat (in einem Set, dass viele gute Möglichkeiten bietet, den Boden zu stallen) effiziente Flieger in seinen Farben, so dass diese eure Finisher sein sollten. Vega ist dies glücklicherweise auch noch!

Zombies, Snow, Selfmill

Dimir

Dimir sieht in diesem Set wieder nach einem Control-Archetyp aus, der ebenfalls Power aus der Snow Mechanik (dazu nachher bei Simic mehr, SPOILER!) und aus Zombie-Synergien ziehen kann. Trotz allem findet Ihr guten Carddraw in Behold the Multiverse und gute Removalspells wie Feed the Serpent oder Saw it Coming in diesen Farben.

Narfi, Betrayer King ist eine der brutalsten uncommon Bomben, die wir in langer Zeit für das Lategame gesehen haben, da Ihr nicht nur euer Board pumpen könnt, sondern diese Karte mit genügend Snow-Mana auch immer wieder zurück aufs Spielfeld bringen könnt. Zusätzlich habt ihr Zugriff auf Schnee-Karten wie Frost Augur, Priest of the Haunted Edge und natürlich den MVP Avalanche Caller!

Alles in allem ist dieser Archetyp eher langsam, eher auf der Control-Seite – Ihr solltet gutes Removal sehr früh picken und dann die einzelnen. kleineren Synergien nutzen, um im Lategame davon zu ziehen. Viel Power in diesen Farben, allerdings bieten andere Archetypen noch mehr Synergien.

Berserker, Opfern

Rakdos

Ich gönne Rakdos genau so viel Zeit und Liebe in diesem Primer. wie WotC in ihrem Design Prozess.

Baut ein Aggrodeck mit gutem Removal, wahrscheinlich seid Ihr in diesen Farben, weil Ihr Tibalt, Cosmic Impostor oder Immersturm Predator Pack1Pick1 gepickt habt. Richtig gemacht, das sind zwei unschlagbare Bomben und für mich in diesem Set der einzige Grund in diesem Autounfall einer Farbkombination zu landen.

Zwerge, Equipment

Boros

Boros ist das go-to Aggro Deck im Format. Dieses mal gibt es aber tatsächlich einige Entscheidungen zu treffen, so dass der Archetyp eventuell weniger hirnbefreit sein sollte als in den letzten 27 Jahre. Zwar ist das klassische Boros Kurvendeck die einfachste und wohl am meisten gedraftete Variante, es besteht auch die Möglichkeit des Auren und Equipment-Thema aufzugreifen und so über hohes Risiko das Deck noch zu verstärken. Leider hält sich das sehr gute Equipment in diesem Set in Grenzen. So könnt Ihr die Token-Karten aus weiß (in Selesnya schon besprochen) und Tormentor’s Helm kombinieren oder durch Valor of the Worthy euer Board weiter ausbauen. Letztendlich hängt diese Variante allerdings davon ab, wie viele Koll, the Forgemaster Ihr im Deck habt.

Trotz allem findet Ihr in Rot und Weiß gutes Removal und starke effiziente Karten wie Immersturm Raider, Codespell Cleric und Run Amok. Für endlose Boros Drafts empfiehlt es sich auf jeden Fall, Montag und Donnerstag bei Ormus im Stream vorbei zu schauen.

Giants, Spells Matter 

Izzet

Izzet hat ein sehr interessantes Sub-Thema neben dem generellen „Spells matter“,  dass wir schon kennen und lieben gelernt haben: Riesen!

Blau und Rot bringen euch weiterhin sehr gutes Removal in Rot und einige Counterspells in Blau, zusätzlich könnt Ihr allerdings über Invasion of the Giants und Aegarm the Freezing Flame Kartenvorteil und extra Mana für eure Riesen generieren. Glimpse of the Cosmos ist ebenfalls eine sehr starke Karte, die euch im Lategame erlaubt, davon zu ziehen, wenn ihr ausreichend Riesen habt.

Basalt Ravager lässt euch einen Flametongue Kavu bauen (solltet Ihr genug Support haben), dafür könnt ihr auch die Changeling – Karten aus Blau (eigentlich für Simic gedacht) nutzen, zum Beispiel Mistwalker. Giant’s Amulet ist nicht nur eine gute Karte, sondern erzeugt auch einen Giant Spielstein!

Zusätzliche Payoffs sind Squash, Frostpyre Arcanist und Crush the Weak.

Alles in allem eines der besseren Archetypen im Set. Izzet Control wäre schon ein spielbarer Archetyp im Set, mit generischen Kreaturen als Finisher. Allerdings bringen die Riesen nochmal extra Synergie und Power mit, für mich eine der Top Farbkombinationen in denen man landen will (obwohl Rot dabei ist!)

Monster Trolle 

Gruul

Gruul bleibt sich treu und bietet einen der langweiligsten und simpelsten Pläne im Limited: Ein aggressives Midrange Deck mit guten, großen Kreaturen und gutem Removal.

Arni Slays the Troll sowie Struggle for Skemfar haben hier ihr liebstes Zuhause. Provoke the Trolls kann in diesem Deck dank der größeren Bodies der Kreaturen nicht nur Removal-Spell sein, sondern auch als sehr guter Finisher genutzt werden. Und letztendlich bieten Beater wie Sarulf’s Packmate (absolut verrückte Karte), Hagi Mob und Ravenous Lindwurm euch die Kreaturen, die eure Gegner in Angst und Schrecken versetzen können.

Gruul bietet auch noch die Möglichkeit in die Snow-Mechanik zu gehen, allerdings glaube ich, dass wie weiter unten geschrieben Simic mit Splash die richtige Farbkombination für dieses Deck ist. Nichtsdestotrotz solltet Ihr diese Synergien nicht außer Acht lassen und zuschlagen, solltet Ihr mit Gruul Schneepermanents bombadiert werden im Draft.

 

Snow, Changeling, Sultai/Temur

Simic

Simic bringt meinen liebsten Archetyp aus Modern Horizons 1 zurück: Snow Matters!

Diese Farbkombination benötigt so viele Snow-Basic Länderkarten wie möglich, also auch die neuen common Dual Länder wie Woodland Chasm und Rimewood Falls. Ihr werdet in dieser Farbkombination auch Offcolor-Länder spielen, um genug Schneemana erzeugen zu können. Falls Ihr uns schon länger lest, dann könnt Ihr euch bestimmt an meinen Modern Horizons 1 Primer zum Thema: „Mathe, Schnee und dein Gesicht“ erinnern! Falls nicht, hier die Erkenntnisse, die wir seiner Zeit aus dem Schneedeck gezogen hatten:

Wichtig ist, dass die Basic-Lands in diesem Draft-Set ALLE Snow-covered Basic-Lands sind und während des Drafts im Booster bleiben! Ihr müsst also während des Drafts diese Länder ebenfalls picken und für diesen Decktyp auch relativ hoch priorisieren. Zusätzlich werdet Ihr auch 2-4 Offcolor-Snow-Länder spielen, um die Synergien zu aktivieren. Diese können entweder einzelne Karten splashen, oder dienen eben als „farblose“ Manaquellen für euer Simic Deck. Für die meisten der Karten ist es ratsam, 10+ Snow-Typ Karten im Deck zu haben, um diese konstant zu pushen! Denkt also daran, dass Ihr bei Off-color-Ländern im Deck eher Simic-Karten bevorzugt, die keine schweren Mana-Anforderungen aufweisen. Payoff-Karten für den Archetyp sind einige vorhanden:

Dies ist auch in Kaldheim genau so der Fall. Sculptor of Winter ist einer der wichtigsten 2 Drops für dieses Deck, Flittering Frost ramped und erlaubt euch, zusätzlich mehrere Farben zu splashen.

Icebind Pillar, Frost Augur, Avalanche Caller, Berg Strider, Icehide Troll, Spirit of the Aldergard, Boreal Outrider, die Payoffkarten für dieses Deck sind wie in Modern Horizons 1 ebenfalls absurd und sehr zahlreich. Ganz zu schweigen von den Rares, die Ihr zusätzlich öffnen könnt und die diesem Deck noch mehr Schlagkraft durch zusätzliche Synergie verleihen.

Da Ihr sowieso alle Dual-Länder wollt und grün euch Fixing bietet werdet Ihr in diesem Archetyp oft Temur oder Sultai spielen um die starken Schnee-Karten aus diesen Farben (zum Beispiel Narfi, Betrayer King und Svella, Ice Shaper) zu splashen. Ganz zu schweigen von absurden Rares wie Blood on the Snow.

Die offensichtliche Power dieses Archetyps wird darin gebalanced, dass Ihr im Draft auch eure Manabasis nach Möglichkeit zum Großteil mit draften müsst. Ihr „verschwendet“ daher einige Picks an Basic-Länder, die eure Gegner in Removal und gute Kreaturen investieren können. Dieser Archetyp wird stark davon abhängig sein, wie viele Leute versuchen, Schnee-Synergien im Draft zu erreichen – oder ob Ihr mit oder ohne Freakle im Draftpod sitzt.

Elfen 

Golgari

Meiner Meinung nach, auf den ersten Blick zumindest, der stärkste Draft Archetyp im Set. Die Elfen-Synergien helfen euch über ein größeres Board immer weiter davon zu ziehen. Payoff Karten gibt es zu Hauf, Harald, King of Skemfar, Raise the Draugr und Bleedline Pretender sind nur einige davon. Return Upon the Tide, Elderleaf Mentor und Skemfar Shadowsage sind jeweils sehr gute Karten, die entweder zusätzliche Synergie bringen oder das Deck helfen zu enabeln.

Weiterhin ist das Removal in Schwarz sehr gut, mit Feed the Serpent, Binding of the Old Gods und Weigh Down als Beispiele. Golgari bietet meiner Meinung nach auch mit die besten Rares für den Draft Archetyp, so dass ich diese gerne Pack1Pick1 nehme und versuche, das Deck etwas zu forcen. Vergesst nicht, die Synergien der Changelinge aus Grün zu nutzen!

Engel, Second Spell Matters

Orzhov

Orzhov ist, wie auch Rakdos, eine Farbkombination mit unterschiedlichen Mini-Synergien, die Ihr allerdings, je nachdem was offen ist, zu eurem Vorteil im Draft nutzen könnt. Generell findet Ihr hier ein Midrange Deck mit jeder Menge Lifegain, guten Fliegern in Engeln, sowie der „2nd spell matters“ Mechanik und Graveyard-Reanimation.

Die beiden Goldkarten Ascent of the Worthy und Firja, Judge of Valor zeigen wie gegensätzlich diese beiden Archetypen eigentlich sind, dennoch bringen euch beide Mechaniken im Midgame voran und helfen euch, nachdem Ihr das Board stabilisiert habt, Kartenvorteil gegenüber eurem Gegner zu erzeugen. Wichtige Karten für euch sind hier neben Firja, Clarion Spirit und Bloodsky Berserker, sowie Doomskar Oracle, Infernal Pet und Codespell Cleric.

Da Ihr sehr viele dieser Payoffs haben könnt, solltet Ihr nach Möglichkeit die etwas weniger vorhandenen Enabler nach Bedarf höher picken, Beispiele sind hier Scorn Effigy und Stalwart Valkyrie.

Profitipp: Verliert gegen absurde Topdecks.


Das wars von mir, nach langer Zeit endlich mal wieder ein Primer und ein Set das ich auch spielen werde. Sagt „Hallo“ wenn Ihr mich trefft, lasst Kommentare und Meinungen hier und ansonsten: Frohes Draften!

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

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