The Coon rises – Modern goes Kulisse 5

Fabian Huf sichert sich ungeschlagen den Turniersieg; der Teilnehmerrekord der Turnierserie wurde gebrochen.

Rhinos, Schatten, Goyfen, Affen, Eldrazis, Elementare, Drachen und weitere magische Geschöpfe fanden sich mit ihren 31 Besitzern am Sonntag, 08.08.21, in der Ulmer Kulisse ein, um den Tagessieg beim 5. Modernturnier des Coons auszuspielen. Die Duellanten aus Stuttgart, Tübingen, Bopfingen, Augsburg und Ulm nahmen dafür teilweise einen Anfahrtsweg von über einer Stunde auf sich.

Netdecking vs. Homebrew – das Metagame

Hinsichtlich der Deckauswahl tendierten die Teilnehmer einerseits dazu, beliebten und aktuellen Listen aus dem Online-Metagame zu vertrauen; andererseits gab es auch zahlreiche Spieler, die ihren bewährten Decks und Farben treu blieben oder sogar auf kreative, eigene Deckideen setzten. Wer also nicht immer gegen dieselben Decks der örtlichen Community antreten wollte, hatte durch das mannigfaltige Meta die Chance, seine Fähigkeiten auch in ungewohnten Matchups unter Beweis zu stellen:

3 x Rakdos Aggro 1 x Esper Reanimator
3 x Jund 1 x BG Food
2 x UR Aggro 1 x UB Delver Murktide
2 x UB Mill 1 x Death and Taxes
1 x Grixis Shadow 1 x Yawgmoth Combo
1 x E-Tron 1 x Jeskai Control
1 x Humans 1 x Arclight Phönix Red
1 x Temur Rhinos 1 x Blue Carddraw
1 x 4c Elementals 1 x Zombies
1 x 4c Shadow 1 x Infect
1 x UB Control 1 x Auerochsen
1 x Grixis Control

 

Mit 24 verschiedenen Decktypen bei 31 Spielern war das Feld zwar einerseits sehr heterogen, andererseits ließen sich dennoch gewisse Trends erkennen: Vier klassische Controllisten standen 25 eher aggressiven Decks gegenüber; 2 Milldecks führten eine alternative Gewinnstrategie ins Feld. Deutlich erkennbar war der massive Einfluss des kürzlich erschienenen Modern Horizons 2 Sets, der sich in den Decklisten widerspiegelte. Dragon’s Rage Channeler, Murktide Regent und Ragavan, Nimble Pilferer waren die mit Abstand meistgespielten Karten. Das ist angesichts des Powerlevels auch nicht verwunderlich, denn wer will schon nicht gerne seinen Friedhof im Handumdrehen füllen, um damit bestenfalls einen 8/8 Flieger in Runde 3 oder 4 zu casten? Durchaus diabolisch kann es auch sein, die Karten des Gegners nicht nur direkt ins Exil zu senden, sondern diese auch gleich noch mit den zum Nulltarif erworbenen Schätzen zu casten. Kurzum: Zeit für Spaß – auch wenn das der Gegner mitunter nicht ebenso sieht. Nach 5 Runden mit spannenden Duellen und zwischenzeitlicher Mittagspause, in der das benachbarte Gerberhaus mit wohlschmeckenden Mahlzeiten zu begeistern wusste, standen die Top 10 – und damit die Preisträger – fest:

Name Deck Preise
1. Fabian Huf 4c Elementals 15 MH2-Booster
2. Tim Paplewski Grixis Shadow 11 MH2-Booster
3. Moritz Vogelsang 4c Shadow 8 MH2-Booster
4. Robert Kalla Sultai Rhinos 7 MH2-Booster
5. Yves Michel RB Aggro 6 MH2-Booster
6. Tobias Seifert Eldrazi-Tron 5 MH2-Booster
7. Florian Enge RB Aggro 4 MH2-Booster
8. Robin A. Humans 3 MH2-Booster
9. Oliver Klose Temur Rhinos 2 MH2-Booster
10. Mark Ostmann UR Tempo 1 MH2-Booster

 

Fabian Huf sicherte sich mit seinem 4c Elementals Deck ungeschlagen den ersten Platz. Die beiden Shadow-Varianten von Tim Paplewski und Moritz Vogelsang komplettierten das Treppchen. Insgesamt platzierten sich ganze 4 Decks mit einem RB-Aggro-Kern in den Top 10. Die Farben sind gerade definitiv eine Hausnummer, denn die oben genannten Kreaturen in Verbindung mit guter Handdisruption bzw. Zerstörungszaubern machen mit dem Gegner oft kurzen Prozess, bevor dieser richtig ins Spiel kommen kann. UR Tempo, online das mit am häufigsten gespielte Deck, sicherte sich ebenso einen Platz in den Top Ten wie Humans und Eldrazi-Tron, zwei Listen, die im aktuellen Online-Meta nicht so häufig vertreten sind, aber mit denen dennoch immer zu rechnen ist. Zwei Rhino-Decks komplettierten schließlich die Preisränge.

Siegerdeck im Spotlight – 4c Elementals

Die in Modern Horizons 2 erschienenen Elementare Solitude, Endurance, Fury, Subtlety und Grief haben allesamt einen mächtigen Effekt, wenn sie das Spielfeld betreten. Damit verhalfen sie dem Elementaldeck auch im kompetitiven Bereich zum Durchbruch. Das Deck schlägt sich auf MTGO exzellent und heimst zahlreiche gute Platzierungen ein. Dabei variieren die Decklisten, aber die Kernidee ist dieselbe: Das Risen Reef sorgt mit jedem Trigger entweder für Kartenvorteil oder für mehr Länder im Spiel. Omnath, Locus of Creation, kann mit mehreren Landfalltriggern pro Zug ebenfalls schnell eskalieren, indem er Leben generiert, Mana produziert oder sogar Schaden verschießt, wenn das 3. Land im selben Zug ins Spiel kommt. Oben auf der Bibliothek liegt vielleicht gerade nicht die gewünschte Kreatur? Kein Problem: Flamekin Harbinger organisiert das für euch. Solitude und Fury kümmern sich um die gegnerischen Kreaturen und Endurance leert den gerade erst mühsam gefüllten Friedhof des Gegners – oder in langen Spielen sogar den eigenen, um das Deck wieder aufzufüllen. Good game, liebe Millspieler 😉.

Die besondere Stärke der eben genannten Elementare liegt aber in ihrer Möglichkeit, sie mit den Evokekosten zu spielen. Zwar kostet das eine Handkarte und die Kreatur wandert in den Friedhof, nachdem sie das Spielfeld betreten hat, aber die Effekte beim Betreten des Spielfeldes gehen natürlich auf den Stack. In dieser Deckvariante sind 4 Utopia Sprawls zu finden, die für einen explosiven Start sorgen sollen, aber die auch später noch hilfreich sind, falls der Gegner beispielsweise einen Blood Moon ins Spiel bringt – Achtung: Verliert ein Nichtstandardland dadurch seinen Landtyp Wald, dann fällt auch die Verzauberung ab! Daher ist es am sichersten, seine Standardwälder zu verzaubern. Prismatic Ending ist ein wunderbar flexibler Problemlöser und die Planeswalker sorgen entweder für einen stetigen Nachschub an Ländern oder dafür, dass die eigenen Zauber nicht gecountert werden können. Ebenso verhindert Teferi, Time Raveler, auch das Casten von Zaubern, die normalerweise mit dem Cascadetrigger kostenlos gespielt werden können. Das gilt zudem für Ziele von Bring to Light bzw. Suspendsprüchen. Drei Cavern of Souls schützen die Kreaturen zusätzlich vor Countern.

Im Sideboard ist im Wesentlichen der für das aktuelle Metagame nötige Enchantment- und Artefakthate enthalten. Kaheera gibt als Compagnion noch allen Elementaren einen Vigilance- und +1/+1-Boost. Interessant ist die Wahl von Fabian, 4 Chalice of the Void in der Reserve zu haben. Sie sind für Decks mit vielen One- und Zerodrops (auch Karten in die reincascaded wird) absolut tödlich – und die aktuellen Decks sind meist voll davon.

Wer also gerne neue Decks ausprobiert und die Karten zufällig daheim herumliegen hat, wird mit diesem Powerhouse garantiert seine Freude haben.

Regelfragen des Tages

Neue Karten erzeugen auch immer wieder neue Interaktionen. Im Turnier ereigneten sich zwei spannende Situationen, die kurz beleuchtet werden sollen:

1. Die Chalice of the Void liegt mit einer Marke da. Prima, dann caste ich doch meinen Ragavan, Nimble Pilferer, einfach mit Dash und umgehe das lästige Problem; oder etwa nicht?

Nein, leider nicht. Die Chalice of the Void countert den Spruch entsprechend seiner umgewandelten Manakosten. Diese stehen immer in Form von farbigen oder farblosen Manasymbolen bzw. mit einer farblosen Nummer (generische Mana) oben rechts auf der Karte. Zahlen und Symoble werden dann zusammengezählt. Da Ragavan nur R oben rechts als Manakosten hat, wird er gecountert. Anders ist es bei einem Terminus. Er kostet 4WW, also zusammengerechnet 6 Mana. Er kann für W gespielt werden, wenn er die 1. Karte ist, die dieser Spieler für den Zug zieht. Da Miracle aber – ebenso wie Dash – eine Keyword-Fähigkeit ist, werden nicht diese Kosten gezählt, sondern die umgewandelten Manakosten rechts oben auf der Karte. Prismatic Ending kann mit seinen X in den Manakosten allerdings um eine Chalice of the Void herumspielen, denn weil das X auch oben in den Manakosten steht, wird die Anzahl der dafür ausgegeben Mana zu den Spruchkosten hinzugezählt. Gebe ich also W + 1 für X aus, hat der Spruch umgewandelte Manakosten in Höhe von 2 und umgeht zum Beispiel eine Chalice auf 1. Sobald aber eine bleibende Karte wie die Walking Ballista als Permanent auf dem Feld liegt, werden ihre umgewandelten Manakosten für ihre Castingkosten für X X wieder null, egal, wieviel Mana man zuvor für X ausgegeben hat.

2. Urza’s Saga liegt mit einer Marke im Spiel. Mein Gegner castet einen Alpine Moon und benennt Urza’s Saga. Wird die Karte dann geopfert, oder bleibt sie da, weil sie eine Marke hat?

Die Frage ist besonders knifflig, weil Urza’s Saga das erste Land ist, das zudem eine Sage ist. Der Alpine Moon bewirkt also Folgendes: Lands your opponents control with the chosen name lose all land types and abilities, and they gain „Tap: Add one mana of any color.“ Die Saga verliert damit alle ihre Chapter-Abilities, aber nicht ihren Enchantment-Type oder ihren Saga-Subtype. Wenn eine Sage dann aber keine Chapter mehr besitzt, ist die finale Chapternummer null. Wenn die Nummer der Lore-Counter auf einer Sage höher oder gleich ihrem finalen Chapter ist, und diese nicht die Quelle einer Chapter-Ability ist, die noch Trigger auf dem Stack hat und die noch nicht resolved sind, dann opfert derjenige, der die Sage kontrolliert, die Sage. Diese state-based Aktion geht nicht über den Stack. Der Alpine Moon killt also Urza’s Saga.

Rekordtag

„Wir möchten für Euch ein schönes Erlebnis schaffen!“, so Philipp Krieger, Ausrichter und Mitinhaber des Coons, eurem Karten- und Zubehörgroßhandel in Ulm. Dass 31 Magicspieler dem Turnieraufruf folgten und somit für den bisherigen Rekord hinsichtlich der Teilnehmerzahl sorgten, ist also kein Zufall, sondern das Ergebnis von kontinuierlich angebotenen und gut organisierten Turnieren. „Schön, mal wieder ordentlich live spielen zu können!“, so ein Teilnehmer. Das nächste Turnier findet schon am Sonntag, 22.08.2021, im Format Legacy statt. Weitere Details sind in der Einladung unter folgendem Link zu finden: https://www.facebook.com/events/170609785063368?ref=newsfeed.

Das Team wünscht allen gute Gesundheit und freut sich, Euch bald wieder vor Ort begrüßen zu dürfen.

Oliver Klose

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1 Antwort

  1. Robert sagt:

    In der Aufzählung der Decks ganz am Anfang fehlen 2, sind nur 29 ^^
    Hat Spaß gemacht. Es war ein bisschen ungewohnt, draußen zu spielen, aber das Wetter hat ja auch gepasst.
    4. Platz nach der knappen letzten Runde war natürlich auch ein tolles Gefühl.
    Gruß
    Robert

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