Freakle’s Report zur deutschen Meisterschaft

Hallo zusammen,

 

die deutsche Meisterschaft ist für einen Teil von uns, unter dem ich mich auch befand, schon am Freitag Nachmittag gestartet. Relativ früh haben wir uns in den Daimler gezwängt (okay das ist etwas übertrieben) und Richtung Hanau aufgebrochen. Dabei wurde schnell klar, dass wir uns über 2 Dinge einig waren:

  • Standard ist in einem sehr guten Zustand, so dass selbst für uns Gelegenheitsspieler des Formats genug Decks zur Auswahl stehen
  • Das Limited Format hat sich sehr positiv entwickelt durch die neue Erweiterung, von einem der wohl schlechtesten aller Zeiten zu einem Format, dass es evtl. in die Klassiker des Draftformates schaffen könnte.
  • Travis Woo würde wohl nicht ins #TeamMagicBlogsDe aufgenommen werden.

Da wir uns auf kein „bestes“ Deck im Format einigen konnten, uns alle aber einige waren, dass Mono-Rot der Feind ist dem man sich auf keinen Fall anschließen sollte, viel die Deckwahl entweder ein Control-Deck oder auf ein Midrange-Deck. Am meisten gespielt war von unserer Seite aus Temur Energy, und U/B-Control das ich ins Feld geführt habe. Ich habe vorher auf MTGO einige Ligen getestet (war auch im Stream / auf YouTube zu sehen), unsere endgültigen Tests liefen dann äußerst konzentriert in unserer Unterkunft bei 3-4 Hefeweizen und einen der besten Schnitzeln der Welt ab. Hier die Liste, die ich für die Nationals ins Feld geführt habe:

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Die vollständige Liste findet Ihr auch in meinem letzten Standard-Stream. An sich bin ich zu fast der selben Liste gekommen wie die GP Turin Liste durch meine Tests auf MTGO, allerdings ist mein Sideboard etwas anders und ich spiele ein Never/Return im Maindeck statt dem 2. Flaying Tendrils. Zusätzlich habe ich eine Aether Hub Manabasis um den 3. Gearhulk durch einen Nicol Bolas zu ersetzen.

Standard verlief an Tag 1 sehr gut. Ich konnte 3:0 starten und mich gegen BG Constrictor,  Temur Energy und Mardu Vehicles durchsetzen. Es war zu spüren dass das U/B-Deck doch ein deutlich besseres Matchup hat wenn es „on the Play“ ist. Das ist nichts neues, allerdings wurde mir das vor allem gegen meinen Temur Gegner erneut bewusst, den ich mit einigen Zensieren als Controldeck auskurven konnte. Nicol Bolas war immer der Finisher der Wahl.

Anschließend war Draft an der Reihe. Meine letzte Berührung mit dem Limited Format in Metz war alles anderes als erfolgreich, zumal ich bisher immer noch keine der folgenden Karten im Format geöffnet habe:

Götter

Planeswalker

Glorybringer

Dieser Umstand erschwert die ganze Sache doch sehr. Ich will nicht zu sehr auf diesem Fakt rumreiten, aber das Format ist meiner Meinung nach sehr bombenlastig. Gerade mein 2. Draftdeck war der Beweis dafür. Ich startete in Draftpod 4 und konnte folgendes Deck zusammenbasteln:

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Ein nettes Schwarz-blaues Draft-Deck mit 2 sehr starken Friedhof-Finishern. Ich ging 2:1 in meinem Draft-Pod, meine erste Niederlage im Turnier erhielt ich durch ein sehr gutes Boros Aggro-Deck, das in allen 3 Spielen sehr gut ausgekurvt hatte, jeweils mit einem Turn 2 Adorned Pouncer, gefolgt von einer Kartusche. Da war mein Deck einfach zu langsam.

5:1 bisher, damit bin ich in den letzten Draft und die letzte Runde von Tag 1 gestartet. In einem sehr merkwürdigen Draft bekam ich Pick 2 Razaketh, Pick 3 Torment of Hailfire und Pick 4 God-Pharao’s Gift geschoben. Dadurch war für mich die Sache relativ klar, trotz einer Hour of Devastation als Firstpick:

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Sultai-Bomben.dec. Genau mein Drafthaufen! Ich konnte die erste Runde damit auch direkt gewinnen und habe den Tag 6:1 beendet. Leider waren wir etwas zu spät in der Zeit, so dass wir kulinarisch statt die lokalen Spezialitäten zu erkunden doch beim Amerikaner gelandet sind. Ein relativ ernüchternder Abschluss für einen ansonsten sehr angenehmen Turniertag.

Tag 2 startete sehr früh, mit einem Playermeeting um wohl unnötige Drops zu eliminieren und damit die WotC-Software zu entlasten. Dies sollte später am Tag noch zu einer größeren Wartezeit führen, mehr dazu hier. Respekt an die gesamte Judge-Crew, dass das Turnier trotz dieser Schwierigkeiten so reibungslos verlaufen konnte. Schön auch, dass wir direkt informiert wurden und bescheid wissen woran diese Probleme lagen. Gerne jedesmal so!

Im Draft konnte ich die 2. Runde dieses Pots ebenfalls gewinnen, stand damit 7:1. Vor Runde 9/12 sah das ganze also so aus:

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Punktgleich auf Platz 16 mit meinem Teamkollegen und nun Deutschen Meister Philipp Krieger und unserem Pro-Punkte-Leader Marc Tobiasch. Leider hatte dieser mich vor der Runde aufgeklärt, dass der Traum noch möglich sei….. 7:5!

Dementsprechend habe ich auf den Guten natürlich gehört und umgehend in 3 Spielen gegen meinen Draft-Nebensitzer verloren. Sein aggressives Go-wide grün-weiße Deck war letztendlich in Spiel 3 zuviel für meinen Flood. Ich konnte zwar stabilisieren, bin dann aber über mehrere Runden mit einem 2-Power-Attacker in der Luft getötet worden.

Standard ging danach ebenfalls im selben trott weiter. Ich spielte noch 2 weitere Runden, gegen New Perspectives und Temur Energy. Beide Spiele wären gewinnbar gewesen, allerdings habe ich zu gierig gespielt, mich hat wohl der Loss in der Runde davor mehr getiltet als ich mir eingestehen wollte. Dementsprechend viel ich auf 7:4 und bin mit dem ersten Ulmer Auto relativ ernüchtert vor Runde 12 nach Hause gefahren. Letztendlich habe ich trotz meiner no-Show in der letzten Runde es noch in die Top 100 geschafft.

 

Allgemeines zum Turnier:

Zuerst nochmal das offensichtliche!

Ich freue mich natürlich riesig für Philipp das er es geschafft hat und bei den Worlds dabei ist. Das kann ja nur in einer Top Platzierung für das deutsche Team enden. Captain Ormus hatte ebenfalls noch einen starken Sonntag und es bis in die Top 4 in Modern geschafft, sehr tolle Sache! Gerade Ormus, der vom Glück im Spiel nicht gerade verfolgt wird gönne ich das natürlich von Herzen.

Ich möchte auch nochmal ein dickes Lob an die Judge-Crew aussprechen. Das Turnier verlief meiner Meinung nach für die Größe sehr reibungslos. Der Informationsfluss war da, etwas das mir ja beim letzten MKM-Event mehr als gefehlt hat.

Die Side-Events als „Meisterschaften“ in jeweils Legacy und Modern aus zuschreiben fand ich persönlich klasse, so konnte man auch neben dem Mainevent in einem relevanten Turnier teilnehmen. Gleichzeitig war Sonntag auch noch ein PPTQ. Wer nicht genug von Limited hatte konnte zusätzlich auch sich zu 8-Mann-Drafts zusammen schließen. Als Artist war RK Post da, bei dem ich auch direkt zugeschlagen habe und einige Prints nun mein Eigen nennen kann. Damit ist die Palette analog zu einem GP abgedeckt, für mich eine sehr runde Sache, ich hoffe JK-Entertainment kann die Events auf diesem Level halten.

 

Freakle

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