Draft, Take 2

Uuuund Action!
Nach dem leicht verbesserungswürdigen Deck der letzten Woche, wollte ich diesen Freitag das synergetische Deck mit starken Karten draften ;). Also bin ich motiviert zum Laden und hab kurze Zeit später am 5-Mann Tisch platz genommen. Ich bin schon mit sechs Leuten nicht klar gekommen, wie soll das dann erst enden?

Den ersten Pick hab ich mir ein wenig (zu) einfach gemacht, da ich unglaublich gern schnelle und aggressive Decks spiele. Da kam mir Tymaret, the Murder King sehr gelegen – und da ich gern engstirnig versuche meine Firstspicks spielbar zu machen, hab ich direkt nach roten und schwarzen Karten geschaut. In Schwarz lächelt mich Disciple of Phenax an und, mich positiver Erfahrungen erinnernd, nehme ich ihn. Genauso wie den im nächsten Booster. 🙂
Ab da sind im ersten Pack alle Karten in Rot und Schwarz so schlecht, dass selbst ich sie nicht möchte und mich in den anderen Farben umsehe. Ich picke bis Mitte zweiten Pack alles wild durcheinader, da ich noch nicht weiß, in welchen Farben ich bin. Auch die anderen Drafter scheinen häufiger ihre Farben zu ändern, denn die Farben öffnen und schließen sich fortwährend. Oder es kommt mir zumindest so vor.
Schwarzes Removal wie Pharika’s Cure hätte ich zeitweilig über alles genommen, aber nichts außer Lash of the Whip, den ich tapfer einsammle, schafft es zu mir. Inzwischen sehe selbst ich ein, dass Tymaret es wohl nicht mehr ins Deck schaffen wird.
Nach dem dritten Verdict, das mir geschoben wird, lege ich Weiß als Zweitfarbe fest. Fehlt nur noch eine Hauptfarbe, da ich in Schwarz noch nicht viele Karten habe. 😀
Ich öffne Fabled Hero, nehme ihn und sammle als nächstes zwei Gray Merchant of Asphodel und Sip of Hemlock auf. Damit hat Schwarz sich entgültig qualifiziert, ich hatte aber auch schon keine Wahl mehr. Fast als letzte Karte bekomme ich Mogis’s Marauder und freue mich wie blöde.

Der Deckbau ist relativ einfach, ich lege alle Karten, die mir spielbar erscheinen hin und komme auf 23. Kein gutes Zeichen. Da Schwarz gesetzt ist, versuche ich Weiß durch Grün zu ersetzen. Das macht meine Kurve aber noch schlechter und dezimiert mein Removal erheblich. 3 Divine Verdict stechen Pharika’s Mender aus und bringen mich dazu fogendes „Deck“ zu bauen:

2 Fleshmad Steed
Bronze Sable
2 Baleful Eidolon
Fabled Hero
Scholar of Athreos
Guardians of Meletis
Blood-Toll Harpy
Felhide Minotaur
Mogis’s Marauder
Returned Centaur
2 Disciple of Phenax
Keepsake Gorgon
2 Gray Merchant of Asphodel
Loathsome Catoblepas

3 Divine Verdict
Lash of the Whip
Sip of Hemlock
11 Swamp
6 Plains

Das Deck ist sehr langsam, ich schätze es aber stärker ein als das von letzter Woche. Verbaut habe ich es trotzdem, da ich aus irgendeinem Grund nicht in der Lage bin defensive Decks zu bauen. Die Karten dafür Aufsammeln klappt meistens gut… Merkwürdig. Besonders, da ich jedes Mal versuche ein schnelles und aggressives Deck zu draften :D.
Ich zeig euch mal mein Sideboard, dann wisst ihr, was ich mit verbaut meine:

Traveling Philosopher
Setessan Battle Priest
Leonin Snarecaster
Ray of Dissolution
Evangel of Heliod

Schwarze Karten gibt es nicht, ich hab tatsächlich einfach alle ins Deck gesteckt, ohne darüber nachzudenken, ob die weißen 2-Drops nicht vielleicht besser wären. Fleshmad Steed ist nicht die Karte, die besonders gut blockt, aber genau dass will ich ja am Anfang machen. Evangel of Heliod hab ich als nicht dominant genug abgetan, aber den Catoblepas gespielt… Zumindest blockt der nicht schlecht. Außerdem hätte ich in dem Deck auch über 18 Land nachdenken können, habe ich aber nicht.

Da ich am gemütlichen 5-Mann Tisch gedraften hatte, starte ich mit einem Freilos ins Tunier und bespitzel erstmal die Decks der Anderen. Da gibt es UG, UB, RW und UW zu bestaunen. Das mit dem Signale lesen muss ich noch üben, Grün war mal wieder offen, Weiß dafür auf beiden Seiten neben mir zu.

Als erstes darf ich gegen das blauschwarze Deck ran. Ich lege gut Kurve und mache viel Schaden. Dann zeigt mir mein Gegner, warum er blaue und schwarze Karten gedraftet hat: Ashiok, Nightmare Weaver. 2 Runden bevor ich ihn tot habe, spielt er ihn und mühlt meinen Gray Merchant of Asphodel, der ihm 6 Leben geben würde. Also muss ich Ashiok angreifen. Das verschafft meinem Gegener wieder Zeit, er zieht Spells und ich Länder. Kurz darauf bringt er meinen Fabled Hero ins Spiel. Im nächsten Zug versuche ich hinten zu bleiben und seine Angreifer zu blocken. Leider gibt er mir alle Blocker auf die Hand zurück und haut mich tot.
Dennoch glaube ich, ihn schlagen zu können, weil ich eine Karten besser finde. Nach einem Mulligan auf 6, zwei Plains als Länder sind unhaltbar, habe ich einen lamgsamen Start. Und noch schlimmer ist, dass ich lange kein 5. Land finde. Ashiok ist am Start und mühlt mir alle Länder weg. Mein Gegner hingegen hat zu viele Länder, der Disciple für 3 trifft 3 Länder. Danach übernimmt der Gegner meinen Keepsake Gorgon, tötet meinen Scholar of Athreos und ich muss ihn mit Divine Verdict loswerden. Ich sitze mit 2 Gray Merchant of Asphodel, Lash of the Whip und Sip of Hemlock da und denke mir, wenn ich ein Land finde bist du tot. Das Land kommt, ich spiele einen Merchant für 7 und hoffe, dass mein Gegner nicht auf die Idee kommt, sich meinen Disciple mit Ahsiok zu holen. Dann müsste ich den zweiten Merchant abwerfen, der meine einzige realistische Gewinnoption ist. Mit 4 Karten in der Bibliothek habe ich keine Zeit mehr.
Natürlich schnappt sich mein Gegener den Disciple, kann sich 5 Karten ansehen und lässt mich den Merchant abwerfen. Good game… 0:2 und ich fühl mich ein wenig veralbert. 🙁

Neue Runde, neues Glück. Vor RW hab ich Respekt und nachdem ich den Würfelwurf verloren habe, erscheinen mir meine Aussichten nicht rosiger. Ich nehm wieder den zwei Plains-Mulligan und werde mit einer Hand mit 2-Drop belohnt. Mein Gegner zieht viele Länder, ich viel Removal und Zug 6 satbilisiere ich auf 8 Leben. Zwei Züge und einen Gray Merchant of Asphodel später habe ich mein erstes Spiel gewonnen. 🙂
Im Zweiten hab ich erst ab Zug 3 einen Blocker, mein Gegner hat einen super Start und viele Combattricks. Trotzdem gelingt es mir auf einen Lebenspunkt zu stabilisieren und seine Lebenspunkte mit meiner Harpye zu dezimieren. Leider ziehe ich 4 Länder nach, mein Gegner nicht.
Spiel 3 fängt ähnlich an und wieder habe ich einen langsamen Draw. Mit meinem Disciple of Phenax kann ich meinen Gegner Rage of Purphoros oder Portent of Betrayal abwerfen zu lassen. Beides ist in dieser Situation sehr gut und ermöglicht es ihm meine Defensive zu umgehen. Ich entscheide mich ihn die Rage discarden zu lassen, da sie bis auf Guardians of Meletis alles töten würde und meine Kreaturen nicht die besten Angreifer sind. Ob das richtig war, weiß ich aber nicht. Danach rüsten wir beide unsere Armeen auf. Während er nicht mehr angreifen kann, nagt meine Blood-Toll Harpy beständig an seinen Lebenspunkten. Schließlich geht mein Gegner zum finalen Schlag über. Er übernimmt meinen Gorgonen und zwingt mich auf 1 Leben zu gehen. Vielleicht hat er sich da verrechnet, ich behalte 3 Kreaturen, er zwei. Wegen Leonin Snarecaster, von dem ich weiß, dass mindestens zwei weitere Kopien im Deck lauern, kann ich nicht mehr angreifen. Schließlich ziehe ich nach längerem Stellungskrieg Mogis’s Marauder und kann 12 unblockbare Schaden machen.

Nach diesem knappen Spiel hatte ich mir den Booster verdient und war mit meinem Deck versöhnt. Das BU Deck hat übrigens das Tunier gewonnen, entgegen aller Vermutungen. Ashiok hat auch hier deutlich zum Sieg beigetragen. 🙂

Zum Schluss hab ich noch Fragen an euch: Habt ihr Tipps für den 5-Mann Draft oder seid ihr in der Situation genauso überfordert wie ich? Oder bilde ich mir das alles nur ein und es gibt im Draft keinen Unterschied zwischen 5- und 8-Mann Tischen?

Cut, knuffel

PS: Kritik und Verbesserungsvorschläge sind willkommen, genauso wie Lob und Fragen! 😀

2 thoughts on “Draft, Take 2

  1. Zeromant

    Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen 8- & 6-Mann-Draft, und was einen 5-Manndraft anbetrifft… ganz ehrlich, ich würde mich vermutlich weigern, so etwas überhaupt zu spielen!

    Das Problem sind die insgesamt geringere Kartenauswahl, und die höhere Frequenz, mit der man Booster wiedersieht. Ersteres führt dazu, dass Decks spürbar weniger Synergien und Fokus besitzen, weil die dafür nötigen Karten einfach nicht DA sind. Letzteres erschwert Signalisieren und verringert die Optionen, seine Draftstrategie zu korrigieren, weil man zu früh Booster wiedersieht, aus denen man bereits eine Auswahl getroffen hat. Beides zusammen führt einmal dazu, dass Drafts öfter fehlschlagen, ohne dass man wirklich etwas dafür kann, und zum anderen allgemein zu schwächeren und langsameren Decks, so dass die Dynamiken solcher Draftumgebungen sich stärker denen von Sealed Deck angleichen.

    6er-Drafts sind wirklich die Unterkante dessen, was man sich noch antun sollte, und wenn dann noch die Freilos-Problematik dazu kommt… Wie kam es eigentlich zu einer solchen Aufteilung der Tische? Bei unter 12 Teilnehmern sollte man die Tische nicht aufteilen – 11er-Tische sind natürlich auch nicht toll, aber weitaus besser als 5er. Ab 12 Teilnehmern ergibt eine Teilung Sinn.

    Wart Ihr insgesamt nur 5 Leute? Da sollte man auf einen Draft vielleicht besser ganz verzichten.

    Zum Deck selbst: Ich denke gar nicht mal, dass Du es so sehr verbaut hast. Die Fleshmad Steed sind völlig prima mit Doppel-GMoA und Marauder, und in den wirklich frühen Runden, in denen es darauf ankommt, blocken sie auch. Catoblepas ist natütlich klobig, aber die durchschnittliche Qualität aller Decks ist halt niedriger, und er passt in Deine Strategie. Aggro hattest Du nun einmal einfach nicht auf Deinem Optionenteller.

    Fiolgende Dinge hätte ich geändert: Auf jeden Fall einen Swamp duch eine Plains ersetzen, um den Hero zuverlässiger ausspielen zu können. 10 Sümpfe sind immer noch genug, um Disciple zuverlässig in Runde 4 spielen zu können, und das ist der größte Anspruch, den Deine schwarzen Karten an Deine Manabasis stellen. Dann hätte ich die Guardians erst einmal im Sideboard gelassen (Du hast genügend Blocker, beonders die Eidolons) und Ray of Dissolution gespielt, der fast immer ein Ziel findet, Probleme löst, die Du sonst nicht lösen kannst, und oft als Instant einen Blowout erzeugen kann. Ein Kontrolldeck braucht so etwas. Schließlich denke ich, dass ein weiteres Land statt des Bronze Sable hier gerechtfertigt gewesen wäre. Du hast so viele Dinge, die etwas mehr Mana kosten, und der Sable hilft Deinem Deckplan nicht wirklich weiter. Ich hätte mich wohl aus Konstanzgründen für einen Swamp entschieden, aber eine achte Plains kann helfen, den Hero mal in Runde drei auszuspielen, was sehr stark ist.

    Eigentlich gefällt mir Dein Deck – unter Berücksichtigung der Umstände – ziemlich gut! Gegen Ashiok kann man halt mal verlieren.

    1. knuffel Beitragsautor

      Wir waren 11 Leute. Der Judge wollte einen 11er-Tisch machen, aber der Großteil der Spieler war für zwei Tische. Es wurde 7:4 abgestimmt. Ich würde nur sehr ungern wieder mit so wenig Spielern draften, wir haben uns alle gegenseitig die Karten weggenommen.

      Aggro hab ich sehr schnell verworfen, am Anfang hab ich hauptsächlich Removal gepickt. Das erschien mir am sichersten, zur Not hätte ich so noch eine Art 5-Colour-Control bauen können. Das wäre aber nicht gut geworden… 😀

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