FNM #1 – Bertils Spielwiese Dillingen

Das ist er also, Stopp Nummer 1 auf meiner FNM Liste. Und eigentlich ist es auch eher ein Heimspiel, denn hier spiele ich jedes Prerelease/Release Event und oft die FNM (falls es meine Zeit zulässt). Auch wenn es immer etwas mehr Fahraufwand bedeutet – es geht doch nichts über gut organisierte Turniere in einem angenehmen Umfeld.

In Dillingen wechselt wöchentlich das Format der FNM Turniere, es findet immer abwechselnd ein Booster Draft und ein Standard Turnier statt (was ich als gute Lösung betrachte). Fangen wir mir ein paar „technischen“ Details und Links an:

Der Start vom FNM ist immer um 18 Uhr, voranmelden muss man sich bei Bertil nicht, aber bei einem Booster Draft hat eine definitve Voranmeldung den Vorteil, dass euch das FNM einen Euro weniger kostet. Am Ende gibt es Rare Picks und Preisbooster. Generell gilt, dass ihr euch vor einem erstmaligen FNM Besuch in einem Store informiert und idealerweise auch den Store kontaktiert. So kann man schonmal einige Fragen klären und erspart sich unschöne Überraschungen.

Aber kommen wir zum eigentlichen Turnier. Wir (das meint Junior und mich) waren schon etwas vor dem Startschuss um 18 Uhr vor Ort und an den Tischen wurde schon ausgiebig in verschiedenen Formaten gespielt – primär Standard und Highlander/Commander. Dieses FNM ist auch direkt noch mehr, es ist zusätzlich das Release/Launch Event für Gildensturm. Am Start sind dann entsprechend stolze 14 Spieler, welche zwar auf zwei Drafttische verteilt werden, später in einem gemeinsamen Turnier spielen. Der Mix der Spieler reicht dabei von langjährigen Dauerspielern über Gelegenheitsdrafter bis hin zu Neulingen.

Ich bekomme zwar den kompletten Draftverlauf nicht mehr zustande, im ersten Booster starte ich als ersten Pick mit Vizkopa Guildmage und bekomme viele Orzhov Karten gereicht. Nebenbei wundere mich doch sehr über einen Krabbhai als vorletzten Pick. Später wird sich herausstellen, dass niemand am Tisch Simic gepickt hat und man diverse Playsets Power-Commons dieser Gilde hätte draften können. Leider scheint mein rechter Nebensitzer auch in Farben in den Orzhov Farben zu sein, denn im zweiten Durchlauf muss ich mit durchschnittlichen, soliden Karten Vorlieb nehmen. Ich werde später gegen ihn spielen und er hat ein BW nicht-Orzhov Deck. Immerhin kann ich als ersten Pick im dritten Booster den High Priest of Penance nehmen, später gesellt sich noch der Ogre Slumlord dazu. Im dritten Booster verbessert sich mein Deck nochmals, unter anderem mit einem Crypt Ghast und mehr Abnötigen. Ich achte generell beim Draften darauf, möglichst geringe Manaanforderungen zu haben um später optimal abnötigen zu können.

Am Ende sieht mein Deck so aus:

2 Tausend Hiebe
1 Basilikakreischer
3 Bewohnerin der Hofstraße
1 Wagemutiger Luftjek
1 Zarichi-Tiger
1 Pflichtbewusster Thrull
2 Niederschmettern
1 Vizkopa-Gildenmagierin
1 Schoßtier des Hintermanns
1 Bewohnerin der Schattenallee
1 Ritter der Pflicht
1 Messerspitzenpeitsche
1 Syndicus der Zehntabgaben
1 Entsetzliches Spektakel
2 Gossenschleicher
1 Erscheinung herbeiwinken
1 Crypt Ghast
1 High Priest of Penance
1 Ogre Slumlord
8 Sumpf
8 Ebene

Ich bin recht zufrieden damit, kann aber mangels Erfahrung noch nicht einschätzen wie es sich schlagen wird.

Runde 1 gegen Florian (Gruul Aggro)

Das geht ja gut los, ich habe einen recht langsamen Start und mein Gegner greift Runde 3 für 5 ungeblockte Schaden und dann Runde 4 für 10 ungeblockte Schaden an. Ich habe zwar einen Blocker liegen, der darf aber nicht mitspielen gegen die Kurve Apostelin der alten Zeiten, Hirnverbrannte Fähigkeiten, Blutrausch vom Zhur-Taa-Schwein. Glücklicherweise kann ich seine Turn 5 Attacke spontan mit Grisly Spectacle jäh beenden und dann zeigt mein Deck seine Stärke. Es gelingt mir tatsächlich mit Abnötigen zu stabilisieren, den Gegner zu kontrollieren und das Spiel noch zu gewinnen.

Spiel 2 wird wieder etwas enger, aber mein Mix aus Abnötigen und Removal reicht in der Tat erneut aus um das Spiel zu gewinnen, der Sieg fällt wie so oft bei Orzhov in die Kategorie „langsam, aber sicher“. Das Match geht also mit 2-0 an mich.

2-0

Runde 2 gegen Christopher (BW non-Orzhov)

Vorhin im Draft saß er noch rechts neben mir, jetzt mir gegenüber. Ich werde das ganze Spiel über nicht die Karte sehen, welche ihn in W gedrängt hat – Angelic Skirmisher. Er spielt einen recht interessanten Mix aus evasive Kreaturen und Token. Die Spiele ziehen sich erneut in die Länge, das ist für Orzhov Spieler generell ein gutes Zeichen. Es ist ein hartes Stück Arbeit, aber sehr knapp gewinne ich 2-1. Es zeigt sich, dass Orzhov mit einem Mix aus letzter All-in Attacke und Abnötigen oft genau eine Runde vor dem Gegner gewinnt. In den langen spielen gefällt mir zudem auch der Zarichi-Tiger sehr gut.

2-0

Runde 3 gegen Andreas (multicolor Mill)

Von dem Deck habe ich schon an den anderen Tischen gehört. Ein megastarkes Deck mit vielen Milloptionen – darunter doppelt Gedanken radieren. Das gefällt mir gar nicht, da es meinen Plan zu einem großen Teil negiert. Mein Start in Spiel 1 ist leider nicht sonderlich agressiv, aber ich habe ein Removal für seinen Turn 3 Basilikawachen und ein Removal für seinen Turn 4 Basilika. Das ist zu viel für sein Deck (und seine Manaprobleme helfen ihm auch nicht wirklich), ich gewinne das Spiel ohne für eine einzige Karte gemillt worden zu sein. Ich sideboarde meine beiden Smite aus da ich wohl eh nie einen Block bekomme und bringe dafür zwei Schattenschnitz rein. Auch in Spiel 2 zeigt seine Manabasis ihr hässliches Gesicht, er zieht kein schwarzes Mana und meine Karten drücken genug Schaden durch – auch dank eines Schattenschnitz für 6 Schaden. 2-0, Glück gehabt.

3-0

Runde 4 gegen Tom (Gruul)

Hier kommt eine Hausregel zum Einsatz, die Spielerschaft hat sich darauf geeinigt, die letzte Runde nicht mehr zu drawen. Ich frage Tom trotzdem – er lehnt aber ab 😉

Mein Lebensprotokoll sieht so aus:

Spiel 1 werde ich eingestampft,  Spiel 2 bekommt er kein stabiles Board zusammen. Spiel 3 ist dann SEHR lang. Obwohl er dank Macht des Alphatiers einen Hexproof Kronenceratops hat, der nur von einer Kreatur geblockt werden kann (und damit für mich fast nicht totblockbar ist) und damit auch sehr oft angreift gelingt es mir mich mit Abnötigen und dem Zarichi-Tiger SEHR lange am Leben zu halten. Er zieht keine Blutrausch Karte, quasi jede davon wäre mein Ende gewesen. Seine All-In Attacke kommt dann etwas zu früh aus seiner Sicht, ich kann (knapp) überleben und im Gegenschlag gewinnen.

4-0

Das war doch mal ein erfolgreicher Start in die Serie. Ich hatte etwas Glück, bin aber auch zufrieden mit meinem Deck. Ich habe leider nie den Rattenlord im Spiel (dabei spiele ich ja sogar zwei weitere Ratten), sehr angetan bin ich von Messerspitzenpeitsche. Dank günstigen Manakosten und Abnötigen kommt das im Orzhov Deck gerne mit 3-4 Schaden direkt ins Spiel und verbessert die Clock zu günstigen Konditionen weiter.

Alles in allem ein sehr angenehmes FNM (unabhängig von meinem Erfolg) mit einem guten, lockeren Umgang miteinander. Bertil hat die Organisation sehr gut im Griff und da er selbst auch schon lange spielt kann er mit Erfahrungen helfen und judgen.

4 thoughts on “FNM #1 – Bertils Spielwiese Dillingen

  1. Tom

    Schöner Bericht und auch das mein All-IN zu früh kam stimmt.
    Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg war aber aus meiner Sicht dein 1/1 Regenerierer 🙂

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