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Tiny Leaders – Chandra, Fire of Kaladesh

Das Tiny Leader Format orientiert sich zum Großteil am Commander Format bis auf folgende kleine Regeln:

  • CMC der Karten dürfen maximal 3 betragen.
  • Die Decks beinhalten 50 Karten (inklusive Commander).
  • Man startet mit 25 Lebenspunkten
  • Ein Sideboard von 10 Karten ist erlaubt.
  • Es gibt keinen CMDR-Schaden.

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Als wir gehört haben, dass in Magic Origins Flipkarten vorkommen und vor allem Planeswalker, welche auf der Vorderseite eine Legendäre Kreatur sind und eventuell auch die CMC <  3 ( eine der Regeln für Tiny Leaders ) einhalten, haben wir uns in unserer Magic Runde dazu entschlossen, mit jedem Planeswalker der in Magic Origins erscheint, ein Tiny Leaders Deck zu bauen um später damit gegeneinander anzutreten.

Dabei fiel uns ein, dass wir diesen Deckbau auch in Form eines Blogs festhalten und veröffentlichen können. Jedoch wollten wir nicht nur das Deck vorstellen, sondern auch unseren ersten Eindrücke nach den ersten Testspielen bei der Beurteilung des Decks und der einzelnen Karten berücksichtigen. Zukünftige Änderungen im Deck  bzgl. Kartenaustausch und testen von neu erschienen Karten sollte auch Berücksichtigung finden.

Ich habe mich bewusst für Chandra, Fire of Kaladesh // Chandra, Roaring Flame entschieden, da man verschiedene Möglichkeiten hat, ein Deck um diese Karte zu bauen. Beim Deckbau habe ich mich an den Turnierformate Standard und Modern orientiert und dabei gemerkt, dass die sogenannten Mono Red Aggro Decks nicht nur auf reine Burnspells setzen, sondern auch eine gewisse Anzahl an Kreaturen nötig ist, um dem Gegner kontinuierlich Schaden zuzufügen, da es leider ist nicht jederzeit möglich ist, all seine Burnspells direkt auf dem Gegner zu verballern. Ab und an muss man auch die gegnerischen Kreaturen vom Feld räumen.

Um Chandra, Fire of Kaladesh  zu flippen, musste ich beim Deckbau beachten, dass  die kostengünstigsten  1 CMC Burnspells zur Genüge vorhanden sind. Wenn Sie denn erst mal zum Flippen gebracht worden ist, ist es möglich dem Gegner innerhalb eines Zuges mindestens  5 Schaden mit Chandra, Fire of Kaladesh zu schießen (hinzu kommt Schaden, der durch die Spells verursacht wird). Die Entscheidung zu treffen, in welchen Turn man Chandra, Fire of Kaladesh spielt, ist nicht einfach, da man zunächst einmal beachten muss, gegen was für ein Deck man spielt ( also in Abhängigkeit davon, ob der Gegner ein Deck spielt, welches viele Spotremovals spielt oder eher mehr ein Controlldeck). Die ersten Spiele haben gezeigt, dass es besser ist, Chandra erst dann zu spielen, wenn man sich zu 99,0% sicher ist, dass der Gegner keine Antwort auf sie hat. Man muss sie nicht unbedingt im dritten Turn liegen haben. Es gibt natürlich auch Situationen, in denen man sie in Turn drei ausspielt und im vierten Turn direkt flippt.

Kreaturen

Bei den Kreaturen habe ich folgende Unterteilung berücksichtigt: zunächst einmal die Kreaturen, die durch die Spells profitieren wie zum Beispiel :

Monastery Swiftspear  Egal ob Turn 1,2,3 … etc., diese Kreatur wird ist immer gefährlich, sobald man Spells zum ausspielen hat.
Chandra’s Phoenix Damals schon im Standard im Mono rotem Aggro Deck ein Muss.
Dualcaster Mage Wie auch im Commander eine sehr beliebte Karte, um einen günstigen Burnspell zu kopieren und dann den Sack zu zu machen. Man kann mit dieser Karte auch die gegnerischen Spells kopieren und neue Ziele mit dieser Kopie wählen.
Young Pyromancer er funktioniert im Modern und in anderen Formaten – wieso dann auch nicht in solch einem Deck
Ire Shaman Dieser hatte zu Beginn des Deckbaus den Weg ins Deck gefunden. Erst im Nachhinein habe ich den Abbot of Keral Keep entdeckt. Leider habe ich ihn noch nicht dafür ausgetauscht. Der Ire Shaman hingegen hatte mich eigentlich in manchen Spielen echt überzeugt, da er durch Megamorph zu einer soliden 3/2 Kreatur wird, welche nur von zwei oder mehr Kreaturen geblockt werden kann.

Nun folgen die Kreaturen, die ich wegen der nötigen Aggressivität ausgewählt habe.

Kargan Dragonlord Diese Karte hat mich schon immer gereizt in ein Deck einzubauen. Diese Karte passt zu 99,0% in dieses Deck. Sie kann im Lategame ein richtiger Finisher sein, da die Level Up – Fähigkeit ihn schnell zu einer tödlichen Waffe werden lässt!

Vexing Devil One Drop für eine 4/3 Kreatur. Die Entscheidung liegt beim Gegner: 4 Schaden direkt oder eine Kreatur mit solidem Body auf dem Bord.
Aether Membrane Diese Karte fand ich auf Anhieb genial. Gegen kreaturenlastige Decks wie  Kytheon, Hero of Akros kann man mit dieser Kreatur effektiv blocken, um den Gegner in Schach zu halten und die entsprechenden Kreaturen zu bouncen.
Keldon Marauders Eine solide Kreatur  mit ETB/LTB-Trigger !
Dragon Whisperer Eine Ähnliche Kreatur wie  der Kargan Dragonlord,mit dem Unterschied, dass man ihm mit 1 Mana direkt Flugfähigkeit geben kann. Die zusätzliche Angriffskraft ist durch das bezahlen 1R möglich, aber wird selten von mir aktiviert. Diese Kreatur ist ein möglicher Streichkandidat.

Nachdem wir nun die Kreaturen besprochen haben, widmen wir uns nun den Spells im Deck.

Repercussion Eine sehr wichtige Karte in diesem Deck. Diese ermöglicht es mir meine Burnspells auch auf die Kreaturen des Gegner zu spielen und der Schaden, der der Kreatur zugefügt wird, wird ebenfalls dem Beherrscher zugefügt. Ich kann also gegen kreaturenlastigen Decks meine Burnspells auch als Removal nutzen. Zwar sind meine Kreaturen auch von diesem Effekt betroffen, jedoch kann ich die wenigen Kreaturen so konzentriert ausspielen, dass ich kaum bis gar keinen Schaden nehmen muss. ( Es kommt natürlich auf die Situation an gegen was für eine Art von Deck man spielt)
Shrine of Burning Rage Damals im Standard schon eine sehr starke Karte in den Mono roten Aggro Decks.  Aus den ersten Testspielen kann man schon den Schluss ziehen, dass diese Karte sehr wichtig ist und sehr stark sein kann sobald er in Turn 3 gelegt worden ist.
Ensnaring Bridge Diese Karte ist eigentlich sehr unfair, dennoch fand sie in der Planung des Decks erst mal einen Platz in der ersten Liste. Beim Testspielen gegen kreaturenlastige Decks ist uns direkt aufgefallen, dass der Spielspaß darunter leidet( Bspw. ein monoschwarzes Deck hat fast keine Möglichkeit, auf diese Karte zu antworten). Daher haben wir uns gemeinsam entschieden diese Karte gegen Elixir of Immortality auszutauschen.
Browbeat Ein wenig Karten ziehen schadet nie. ( Der Gegner kann sich halt für zwei aus unserer Sicht nette Optionen entscheiden: „mehr Karten für den Gegner oder 5 Schaden für ihn“)

CMC = 1 

( Anhand der Formate Standard, Modern und Legacy wurden diese Spells ausgewählt)

Shard Volley
Wild Slash
Rift Bolt
Lightning Bolt
Forked Bolt
Shock
Burst Lightning

CMC = 2
Roast Meiner Meinung nach ein ganz wichtiger Spell in dem Deck, da die meisten der gespielten Burn Spells nur  3 oder wenig Schaden schießen. Räumt in diesem Format so gut wie alles vom board.
Searing Spear
Magma Jet Scry 2 bietet eine gute Möglichkeit, um schnell akut benötigte Spells zu finden.
Searing Blood Effektives Removal gegen alle Kreaturen */2
Lightning Strike

CMC = 3
Brimstone Volley Eine sehr gute Karte aufgrund der Morbid Fähigkeit. Außerdem kann man den Schaden auf den Spieler oder auch auf eine Kreatur schießen. Bspw wäre: Brimaz, King of Oreskos ein ideales Ziel
Char Zwar bekommt man selber zwei Schaden durch die Karte, jedoch ist diese Karte sehr stark, da sie ein Spontanzauber ist und auch einem die Wahl lässt, auf einen Spieler oder eine Kreatur zu schießen.
Staggershock Die Rebound Fähigkeit macht diese Karte um einiges besser als zuvor angenommen. Durch diese Fähigkeit ist möglich schnell und günstig auch unseren Commander  Chandra, Fire of Kaladesh zuChandra, Roaring Flame umzuflippen. Man benötigt meistens dann in dem Turn in dem der Spell durch Rebound aus dem Exil gespielt wird nur noch einen Spell aus der CMC = 1 um Chandra zu flippen.
Anger of the Gods Gegen aggressive Kreaturendecks benötige ich natürlich auch ein Removal gegen die Masse. ( Zwar spiele ich auch selber viele Kreaturen,aber ich denke, man kann selbst entscheiden, wann man diese Karte am besten zu seinem eigenen Vorteil einsetzt. Sobald ich Repercussion gespielt habe, kann Anger of the Gods auch als eine Art Wincondition fungieren, da der Gegner somit für jede seiner Kreaturen drei Schadenspunkte bekommt.

Sideboard

Pyroclasm,Sudden Demise und Volcanic Fallout  Gegen White Weenie Decks ein paar zusätzliche Karten, um gegen die Masse an Kreaturen zu bestehen.
Smash To Smithereens  Ein Artefakt zu zerstören & dem jeweiligen Besitzer ebenfalls drei Schadenspunkte zuzufügen, ist echt nicht schlecht.
Vandalblast Gegen Ausrüstungs-Decks die Karte schlechthin.
Ratchet Bomb  Kann gegen nervige Entchantments oder auch Token Kreaturen eingesetzt werden..
Hammer of Purphoros Um noch mehr auf Tempo zu gehen, hat man durch das Opfern seiner Länder noch die Möglichkeit, weitere Kreaturen auf das Board zu bekommen.
Price of Progress Diese Karte hat bislang zwar noch keinen Einsatz in irgendeinem Spiel gefunden, jedoch denke ich, dass wenn man gegen dreifarbige Deck effektiv Schaden schießen möchte, diese Karte genau die Richtige ist.
Red Elemental Blast Ein sehr solider Spell gegen jedes blaue Deck, da er nicht nur einen blauen Spell countern-, sondern sogar blaue Permanents zerstören kann. Auch nervige  Planeswalker können somit schnell abgeräumt werden.
Elixir of Immortality Wie weiter oben beschrieben, haben wir diese Karte ins Mainboard anstatt der Ensnaring Bridge getan. Nachdem wir genügend Länder ausgespielt haben, ermöglicht das Elixir durch ein Einmischen des Friedhofs uns erneut Zugriff auf bereits gespielte Burnspells.

Zusammengefasst hier nochmal die Karten, die ausgetauscht worden sind bzw. eventuell noch ausgetauscht werden:

Ensnaring Bridge wurde aus dem Mainboard ins Sideboard verfrachtet. Dafür wurde Elixir of Immortality in das Mainboard getan.

Der Ire Shaman  wurde gegen den  Abbot of Keral Keep ausgetauscht, da er direkt eine Karte in das Exil schickt und das Tempo dadurch viel höher ist als beim Ire Shaman.

Dragon Whisperer eventuell werde ich gegen einen weiteren Burnspell austauschen wie zum Beispiel Exquisite Firecraft.

Nachdem wir nun die Grundidee des Decks und die Cardchoices besprochen haben, folgt nun ein kleiner Ausblick auf Karten, die ich gerne testen möchte.

Magmatic Insight Als ich diese Karte im Spoiler gesehen habe dachte ich mir, dass ich diese irgendwie in dieses Deck einbauen möchte. Ich bin mir zwar noch nicht ganz sicher ob ich sie ins Mainboard oder ins Sideboard packen soll. In erster Linie ist die Karte dazugedacht sogenannte „Landhände“ spielbarer zu machen ( Eine Hand mit 4-5 Ländern und 2-3 Spell sodass man als Spieler einen Mulligan nehmen muss). Zwei Karten nachziehen in einem aggressiven Deck, welches auf die Strategie des Burn Deck baut, ist meiner Meinung nach nicht schlecht. Wenn ich diese Karte ins Mainboard verfrachten würde, müsste ich auch wieder einen Spell oder eine Kreatur raus nehmen. Mögliche Kandidaten wären Shard Volley ( ein Land zu opfern hat mir in manchen Spielen leider schon das Spiel verloren)bzw. Staggershock(Zwar habe ich weiter oben schon geschrieben das diese Karte eigentlich ein sehr gute Karte ist,  um Chandra, Fire of Kaladesh zu flippen, CMC 3 macht sie jedoch leider relativ teuer ist.) Würden wir nun davon ausgehen, dass wir Magmatic Insight in das Sideboard integrieren und diese Karte gegen Controlldeck boarden, um einen kleinen Kartenvorteil zu gewinnen, wäre meine erste Wahl die (relativ) unfaire Ensnaring Bridge.

Eine weitere interessante Karte aus Magic Origins ist Ravaging Blaze. Zwar sind ihre Kosten durch xRR schon etwas höher, aber durch den Spell mastery Effekt kann dieser Spell zu einer Finisher Karte im Lategame werden, da der Schaden zusätzlich auf den Beherrscher der Kreatur geschossen wird sobald sich zwei Instants und/oder Sorcery in meinem Friedhof befinden. Da man sehr viel Mana benötigt, um den Spell zu spielen, kann man diese Karte für das Lategame lange genug auf der Hand behalten. Ein paar Testrunden können wahrscheinlich nur zu einem eindeutigen Ergebnis führen, ob diese Karte gespielt werden muss oder eher doch wieder ganz schnell aus dem Deck verschwindet. Um die Karte zu testen würde ich sogar den guten  Dualcaster Mage für ein paar Testrunden rausnehmen (damit die Kurve von den Manakosten sich nicht so stark erhöht).

Alle guten Dinge sind drei, kommen wir zu der dritten Karte aus Origins: Fiery Impulse. Bei dieser Karte denke ich immer an einen weiteren Shock oder an einen Lightning Bolt der nur auf Kreaturen gezielt werden kann. Erster Eindruck wäre eine „schlechte Karte“. Wenn man aber genauer hinsieht, liegt der Vorteil des spells darin, dass er für ein rotes Mana zu Beginn eines Spiele jegliche x/2 Kreaturen vom Feld räumt und im weiteren Spielverlauf durch Spell mastery jede Kreatur mit x/3. Gegen kreaturenlastige Decks ist die Karte auf jeden Fall eine spielbare. Im Lategame kann die Karte durch das Enchantment Repercussion immerhin auch drei Schadenspunkte für den Gegner bedeuten. Alle anderen ein Mana Spells, die im Deck gespielt werden können entweder auf Kreaturen oder Spieler gezielt werden. Daher würde ich diese Karte erst einmal zurückstellen für spätere Tests.

Neben diesen neu erschienen Spells gibt es auch noch ein paar nennenswerte Kreaturen, die ich gerne in diesem Deck testen möchte ( dabei habe mich auch wieder an den Formaten Modern und Standard orientiert). Ausschlaggebend für die Auswahl der jeweiligen Kreatur war, dass es die gewählte Kreatur das Tempo im Deck  erhöht bzw. dem Gegner Schaden zufügt.

Zurgo Bellstriker für ein rotes Mana und einem 2/2 Body kann man echt nicht meckern. Im ersten Zug gelegt, kann man dem Gegner schon in den ersten paar Zügen viel Schaden machen. Was mir besonders gefällt ist, dass man ihn auch per Dash ausspielen kann. Gerade nachdem man das Feld durch Anger of the Gods oder ähnlichen geräumt hat, ist diese Fähigkeit Gold wert und deswegen wird er auch im Standard gespielt. Das Tempo, das er mit sich bringt, ist enorm hoch. Im Vergleich zum Zurgo Bellstriker gibt es im Modern-Format noch den Goblin Guide. Er ist ebenfalls für ein rotes Mana spielbar und besitzt ebenfalls einen 2/2er Body. Des Weiteren kann er direkt angreifen sobald er gespielt worden ist (Haste sei dank). Leider ist der Effekt, der beim Angriff ausgelöst wird, ein möglicher Nachteil für uns. Dieser ermöglicht unserem Gegner, schneller und effektiver Länder/weitere Spells nachzuziehen. Das ist ein enormer Vorteil, da der Kartenvorteil übermäßig vorhanden ist. Der Gegner könnte unser Tempo drosseln bzw. besser auf unsere Spielweise reagieren als zuvor ohne  Goblin Guide. Ich denke, man sollte mal beide Kreaturen testen. Innerhalb des Decks würde ich Kreaturen rausnehmen, die nicht aggressiv genug sind bzw. das Tempo verlangsamen. Mögliche Kandidaten wären folgende Karten : Aether Membrane und Dualcaster Mage. Die durchschnittlichen Manakosten im Decken würden somit ebenfalls sinken.

Eine weitere sehr starke Kreatur könnte auch das Eidolon of the Great Revel sein. Da jeder Spell im Tiny Leaders CMC 3 oder weniger besitzt, könnte diese Kreatur das richtige Tempo mitbringen, um den Gegner schnell Lebenspunkte abzuziehen. Leider zählt der Effekt auch für die eigenen Spells (nicht weiter tragisch, da wir durch die Burnspells deutlich mehr  Schaden machen und der Gegner konstant gezwungen wird, zu reagieren). Bei mir steht diese Kreatur ganz oben auf der Liste.

Bei den nächsten Testspielen werde ich die zuletzt genannten Karten testen und euch im nächsten Blogeintrag darüber berichten, ob diese Karten spielbar sind bzw. ob sie andere Spells aus der Deckliste verdrängen konnten.

Kleines Fazit zum aktuellen Deck:

Bei den ersten Spielen hat man schon gemerkt, dass dieses Deck schnell den Sack zu machen kann. Jedoch gibt es immer wieder auch ein paar Dinge die Schwierigkeiten bereiten. Kreaturen mit Lifelink sind für uns insofern problematisch, dass ein paar Lebenspunkte mehr auf dem Konto des Gegners i.d.R. genügen, um gegen solch ein aggressives Deck zu überstehen. Daher sollte man gezielt die Kreaturen abräumen, die dem Gegner zu weiteren Lebenspunkten verhelfen. Andere aggressive Decks können wir durch unser Sideboard in Schach halten ohne unsere eigene Deckstrategie großartig verändern zu müssen. Gegen Kontroll-Decks ist es manchmal auch schwierig zu spielen, da Counterspells es uns schlichtweg nicht ermöglichen, Schaden zu schießen. Man sollte gegen Controll Decks auch immer die Spells dosiert ausspielen,sodass man diese zu einem Zeitpunkt spielt in dem der Gegner sich ausgetappt hat.

Generell macht es Spaß, dieses Deck zu spielen, damit immer wieder mit der Frage konfrontiert wird in welchem Turn es Sinn macht, den eigenen Planeswalker zu legen um ihn im darauffolgenden Turn zum Flippen zu bringen. Natürlich denkt man am Anfang, dass dieses Deck sich genau wie jedes andere Mono Rote Deck spielen lässt. Meiner Meinung nach ist das jedoch nicht der Fall, da man alle Karten als one-off im Deck hat und, ähnlich wie im Commander, das Deck darauf ausgerichtet ist, Chandra, Fire of Kaladesh// Chandra, Roaring Flame zu pushen.

Sobald ein Teil der genannten Karten getestet wurde ist, werden wir einen Erfahrungsbericht verfassen, der sich mit der Spielbarkeit der genannten Karten befasst.

Ich hoffe, dass euch dieser Bericht zum Tiny Leader Chandra, Fire of Kaladesh  gefallen hat. Lob, Kritik und Änderungsvorschläge ( bzgl. Textlänge,Formatierung etc ) sind gerne willkommen :).

Komplette Deckliste:

 

Ausblick:

Spoiler Inside SelectShow

Autor : Denkowski

Wilde Jagd – MTG Kurzgeschichte

Da die Geschichte im Idealfall wohl für sich selbst sprechen kann, werde ich die Einleitung entsprechend kurz halten.

Die Idee eines Freundes, die folgendem Text zugrunde liegt, war schlichtweg, dass Flavor-Texte eigentlich eine recht nette Inspirationsquelle für Kurzgeschichten bieten.

Um nicht zu viel Spannung vorweg zu nehmen, werde ich die entsprechende Karte erst am Ende des Textes verlinken. Zu erraten welche es ist, dürfte jedoch vermutlich nicht allzu schwer werden.

 viel Spaß beim Lesen!

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Vallash pirschte sich langsam durchs Unterholz des kleinen Waldes nahe des Gebirgsflusses, er achtete dabei intuitiv darauf keine trockenen Äste oder Zweige zu zerbrechen. Genau wie sein Vater es ihm als kleinen Jungen beigebracht hatte. Er hatte seine Plattenrüstung und sein Krummschwert im Lager gelassen, denn er musste sich schnell und lautlos bewegen können. Ihm war zum ersten Mal bei einer Jagd die Ehre zu Teil gekommen als Späher die Beute aufzuspüren. Sein Speer reichte ihm völlig aus, da er ihn werfen aber auch zur Not im Nahkampf einsetzen konnte. Sein roter Stoffwams war schon an einigen Stellen geflickt worden, doch war er für diese Jahreszeit trotzdem zu warm und der Schweiß rann ihm den Rücken hinab. Er lehnte sich gegen einen hohen Baum und wollte sich eine kurze Pause im Schatten gönnen als er auf der Lichtung direkt vor ihm ein Schnauben vernahm.

Vallash spähte vorsichtig am Stamm vorbei und erblickte ein Blutschwein, das gerade aus einem kleinen fast vertrockneten Tümpel braunes Wasser sof. „Was für ein Zufall!“ dachte er. Denn ein Blutschwein traf man nur selten alleine an. Jeder Mardu kannte das Sprichwort: „Wir Mardu sind wie Blutschweine. Wir sind wild, jagen in Rudeln und säubern unsere Klingen nur selten vom Blut.“ Seine Gefährten – der Ork Roghar und die Menschenfrau Asha – mussten auch ganz in der Nähe sein. Doch wollte er nicht auf sie warten. Er wollte alleine den Ruhm für sich beanspruchen, dass er ein Blutschwein ohne fremde Hilfe erlegt hatte. Wenn er dies geschafft hätte könnte er endlich Asha fragen, ob sie sein Frau werden würde. Dann hätte er den anderen Krieger seiner Horde gezeigt, dass er ein wahrer Mardu war. Ihr Lachen würde ihnen dann schon vergehen. Sein Griff um den Speerschafft wurde fester, sodass die Knöchel seiner Hände weiß hervor traten. Er atmete einmal tief durch, bevor er sich langsam auf die Lichtung zu bewegte.

Das Schwein hatte ihn noch nicht bemerkt, da es weiterhin schlabbernd aus der Wassergrube trank. Blutschweine sind zwar genauso brutal und blutrünstig wie Mardu-Krieger doch sind sie nicht besonders intelligent. Darum hatte Vallash auch nie das Sprichwort ganz nachvollziehen können. Er war natürlich wie jeder Mardu ein brutaler Krieger und lebte für den Kampf, aber er wollte trotzdem nicht mit einem dummen Schwein verglichen werden.

Als er sich dem trinkenden Schwein langsam näherte kam ihm ein widerlicher Gestank von altem Blut und Kot entgegen. Blutschweinmännchen hatten die Angewohnheit sich in ihren eigenen Fäkalien zu suhlen. Dies taten sie um anziehender für die Weibchen zu werden. Doch Vallash bezweifelte das diese Masche auch wirklich funktionierte und nicht viel eher abstoßend wirkte. Vielleicht gab es deshalb in den letzten Jahren immer weniger von ihnen.

Jetzt war er nahe genug. Er holte mit einer weiten Bewegung aus und wollte den Speer in den ungeschützten Hals des Tieres rammen. Als das Schwein ihn im letzten Augenblick bemerkte und sich zu ihm hindrehte, verfehlte sein Stoß das Ziel und traf nur den Oberschenkel des linken Vorderbeins. Vom plötzlichen Schmerz rasend trat das Schwein mit solche einer Kraft aus, dass die Speerspitze abbrach und Vallash nur noch mit dem Holzschaft in der Hand durch die Luft geschleudert wurde. Er prallte mit so einer Wucht auf den ausgetrockneten Waldboden, dass all seine Knochen im Körper knackten. Das Schwein rammte in wilder Raserei einen seiner riesigen messerscharfen Hauer nur knapp an Vallashs Arm vorbei in die Erde. Hätte er sich nicht in letzter Sekunde zur Seite gedreht hätte es seine Brust getroffen und der Kampf wäre verloren gewesen. Doch so konnte er sich wieder auf die Bein hieven. Der Speer war ohne Spitze fast nutzlos. Er musste sich eine neue Strategie ausdenken. Das Schwein hatte nach dem Aufprall auf dem harten Boden kurz die Orientierung verloren. Doch jetzt stand es mit den Hufen scharrend und mit hasserfüllten Augen wenige Meter vor Vallash.

Es stürzte mit einem lauten, grunzenden Gebrüll auf ihn. Der Mardu-Krieger rammte mit einem reflexartigen Ausfallschritt den zerbrochenen Speer in das Maul des Blutschweins, welches auf ihn zu sprang. Doch von der Wucht wurde er zu Boden gedrückt und unter dem schweren Tier begraben. Der Speer war in tausend Einzelteile zersplittert und nicht mehr zu gebrauchen. Vallash versuchte sich mit enormer körperlicher Anstrengung von dem blutenden, stinkenden Körper zu befreien der auf ihm lag. Die Adern seines Bizeps traten bei dem Versuch stark hervor, aber er war zu geschwächt von dem Kampf, sodass das Schwein mit seinem gesamten Gewicht wieder auf seine Brust sackte und ihm die Luft aus der Lunge presste. Da fiel ihm ein, dass er noch sein Messer in der Scheide in seinem Stiefel stecken hatte. Damit könnte er versuchen sich zu befreien. Doch gerade als er sich tastend dem Griff des Messers näherte wachte das Blutschwein auf und bäumte sich über ihm auf. Er hatte keine Chance zu entkommen, als er plötzlich eine tiefe, kehlige Stimme brüllen hörte: „Runter!!!“ Vallash riss seine Arme hoch um sich sein Gesicht zu schützen. Ein gut gezielter Pfeil traf das Schwein in die Seite, es ließ von Vallash ab und preschte in die Richtung aus der es den Schützen vermutete. Ein zweiter, schwarzgefiederter Pfeil ließ den rechten Augapfel platzen und drang mit einem schmatzenden Geräusch in das Gehirn des wild gewordenen Ebers ein, sodass er in vollem Lauf gegen einen Baumstumpf prallte. Er war sofort tot.

Roghar sog die Luft durch seine breiten Naseflügel ein. Er witterte den unverkennbaren Geruch der Blutschweine. Sie konnten nicht weit weg sein. „Doch warum hat Vallash uns noch nicht informiert?“ fragte er sich. Er hatte ihm vor der Jagd die unterschiedlichen Pfeiftöne beigebracht, welche dem Rest der Jäger symbolisieren sollten welcher Beute der Späher auf der Fährte war. Normalerweise wäre er es gewesen, der die Jagd anführte, dafür war er als Ork mit seinem Geruchssinn prädestiniert gewesen. Doch er hatte Vallash diesmal den Vorzug gelassen. Auch wenn er sich das nicht eingestehen wollte hatte Roghar sich verpflichtet gefühlt für Vallash zu Sorgen nachdem sein Vater gestorben war.

Ein lautes Grunzen gefolgt von einem Schrei rissen ihn aus seinen Gedanken. „Verdammt ich habe nicht aufgepasst“ tadelte er sich selbst. Er gab Asha, die direkt hinter ihm war, ein Zeichen und rief ihr zu: „Es kam von dort, los!“ Dabei deutete er in die Richtung aus der die Kampfgeräusche zu hören waren. Im Laufen nahm er seinen riesigen, geschwungenen Hornbogen von der Schulter und zog einen Pfeil aus dem Köcher. Es konnte nicht weit weg sein. Er kam auf eine kleine Lichtung gesprungen und sah einen riesigen Keiler über seinem Freund Vallash aufragen. Gedanken schnell rief er: „Runter!“ spannte den Bogen und ließ einen Pfeil von der Sehne schnellen, er traf das Schwein in die Seite. Jetzt wurde das Blutschwein auf ihn aufmerksam und rannte rasend vor Schmerz auf Roghar zu. Genau dies hatte er beabsichtigt, denn so konnte sich Vallash in Sicherheit bringen. Er zog mit einer von vielen Jahren harter Übung reflexartigen Handbewegung einen weiteren Pfeil aus dem Köcher auf seinem Rücken, hielt den Atem an, schloss sein linkes Auge, nahm genau Maß und ließ den Pfeil los. Der Schädel des Blutschweins wurde durch die Augenhöhle durchstoßen. Der Eber rammte mit der Wucht des Ansturms in eine Baumwurzel. Ein splitterndes Geräusch von brechendem Holz und brechenden Knochen war zu hören. Aber Roghar wusste, dass sein Opfer bereits vor dem Aufprall tot war.

Asha rannte hinter dem massigen Ork her. Doch ihre, im Vergleich zum Ork, kurzen Beine trugen sie nicht so schnell. Sie fiel mit jedem Schritt etwas weiter zurück. Asha zog ihre elegant geschwungene Klinge, denn das Getöse, was vor ihr zu hören war ließ auf einen Kampf um Leben und Tod schließen. Als sie an einem Baum vorbei auf eine Lichtung trat sah sie ein Blutschwein mit einem Pfeil in der Seite und vor Wut schäumendem Maul auf den seelenruhig da stehenden Roghar zustürmen. Dieser spannte den Bogen erneut und tötete den heraneilenden Eber mit einem gut gezielten Schuss, wie sie es nur von Roghar erwartet hätte. Er war wahrhaftig der beste Schütze der Horde. Dafür beneideten viele andere Mardu den alten Ork-Krieger.

Doch dann erblickte sie Vallash, der blutverschmiert neben einem Tümpel lag. Sie rannte sofort zu ihm hin um zu schauen wie es ihm ging. Er war noch am Leben. Mit sich überschlagenden Worten fragte sie ihn: „Wie geht es dir, bist du verletzt?“ Er stammelte von den Anstrengungen des Kampfes noch ganz erschöpft: „Mir geht es gut. Ich habe nichts.“ Sie nahm ihn in den Arm und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Dann half sie ihm hoch.

Roghar war in der Zwischenzeit mit seinem übergroßen Messer am Blutschwein zu Gange. Ihm gebührte die Ehre das kostbarste Stück der Beute für sich zu beanspruchen, da er derjenige war, der den tödlichen Schuss abgegeben hatte. Er riss mit der linken den ohnehin gebrochenen Oberkiefer nach oben und hackte mit einem einzigen Hieb die Zunge des Schweins ab und steckte sie sich in den vor Appetit wässrigen Mund. Das weiche Muskelgewebe galt für einen Mardu als Delikatesse. Erst nachdem er sich seinen verdienten Lohn genommen hatte drehte er sich zu Vallash und Asha um. Er brüllte den Menschen mit vor Zorn, aber auch Enttäuschung, bebender Stimme an: „Warum hast du uns nicht gerufen? Ich habe dir doch vor der Jagd noch einmal die Erkennungszeichen beigebracht!“ Vallash ließ seinen Kopf sinken. Im Nachhinein wurde ihm klar, wie dumm er gehandelt hatte. Als er gerade zu einer Antwort ansetzen wollte, unterbrach ihn der Ork: „Ruhig!“ er legte seinen Kopf in den Nacken und begann zu schnüffeln „Wir müssen hier weg. Es sind noch mehr Blutschweine in der Nähe.“ rief er in dem er sich umschaute um auszumachen, wo die Blutschweine waren. Die Frage beantwortete sich von selbst, als vier ausgewachsene Blutschwein durch das Unterholz auf die Lichtung geprescht kamen. „Wir Mardu sind wie Blutschweine. Wir sind wild, jagen in Rudeln…“

Asha und Roghar hechteten zur Seite, wobei Asha sich formvollendet abrollte und sofort wieder zum Stehen kam. Roghar hingegen landete mit dem Bauch im Staub. Vom Kampf noch völlig erschöpft hatte Vallash nicht so viel Glück. Er wurde von einem dunkelbraunen, zotteligen Blutschwein auf seine Stoßzähne gespießt, sie bohrten sich durch seinen Bauch und traten am Rücken wieder aus. Ein höllischer Schmerz durchfuhr ihn. Seine Sinne begannen zu schwinden. Mit einer letzten Anstrengung hob er sein rechtes Bein, sodass er sein Messer ziehen konnte. Diesmal gelang es ihm auf Anhieb. Ihm wurde schwarz vor Auge, doch stach er blind auf den Schädel des Keilers ein. Vallash konnte wie aus weiter Ferne seinen Namen vernehmen. Es musste Asha gewesen sein. Er wurde vom Blutschwein Meter weit mit geschleppt und es kam ihm wie eine halbe Ewigkeit vor. Auf einmal wurde es hell um ihn und er hatte das Gefühl als würde er fallen. Ganz tief fallen. Das letzte was Vallash empfand war Reue. Reue dafür, dass er seine Freunde in Gefahr gebracht hatte, nur weil er Ruhm erlangen wollte.

Autor: Kenji

Zwei Seiten einer Münze

Da die Geschichte im Idealfall wohl für sich selbst sprechen kann, werde ich die Einleitung entsprechend kurz halten.

 Die Idee eines Freundes, die folgendem Text zugrunde liegt, war schlichtweg, dass Flavor-Texte eigentlich eine recht nette Inspirationsquelle für Kurzgeschichten bieten.

 Um nicht zu viel Spannung vorweg zu nehmen, werde ich die entsprechende Karte erst am Ende des Textes verlinken. Zu erraten welche es ist, dürfte jedoch vermutlich nicht allzu schwer werden.

 Als kleiner Tip: die Geschichte spielt auf Innistrad

 (Hoffentlich) viel Spaß beim Lesen!

Zwei Seiten einer Münze

Die Flamme verzehrt mich. Der Zyklus endet. Meine Folter beginnt.

Was vor Momenten noch strahlend hell leuchtete, verliert mit rasender Geschwindigkeit seinen Schein. Die Geräusche des Waldes… ich kann sie nicht mehr hören. Meine Glieder sind  schwer, so unglaublich schwer. Es dauert nicht lange, bis mein Gefängnis aus Fleisch mich erneut umschließt.

Obwohl das Tier mir auch in diesem Zustand eine Schnelligkeit und Stärke verleiht, die mich allen, die mein Schicksal nicht teilen, überlegen macht, fühle ich mich zerbrechlich und schwach.

Ich trage die Gewissheit in mir, dass ich so nur ein Schatten dessen bin, was ich sein kann… ein Schatten dessen, was ich bin! Der „Fluch des Lykaners“, wie sie ihn nennen, ist meine Erlösung und der Schmerz der Verwandlung läutert mich von dem Schmutz der Gasse, die ich mein Zuhause nenne.

Am Tage streifen mich die Blicke der Dorfbewohner. Sie sehen mich, doch sie erkennen mich nicht. Mein menschliches Gesicht ist die Maske, die es ihnen verwehrt, mein wahres Wesen zu erblicken. Für sie bin ich den Schmutz nicht wert, in dem ich zu schlafen scheine. Doch sie irren sich. Der kleine Bruder des Todes besucht mich schon lange nicht mehr. Ich bin wachsam und ich habe gelernt, dass es sich lohnt, auf die Dunkelheit zu warten.

Die Kälte der Nacht sorgt dafür, dass das warme Blut, welches auch Minuten nach dem Gemetzel noch aus den Kadavern rinnt, sich als feine Dampfschwaden mit dem Nebel des anbrechenden Tages vermischt. Tolar Dreifinger wird sein Messer nie mehr an meine Kehle pressen und auch Jekall sieht ohne Kopf deutlich weniger furchterregend und groß aus, als es noch vor wenigen Augenblicken der Fall war. Der Blick, den Sekar, das Auge, in das Dunkel der Nacht wirft, wirkt auch starr und zerbrochen noch immer so, als hoffe er auf eine Antwort auf die Frage, was es war, das ihn getroffen- und in Stücke gerissen hat. Seine Sinne waren nicht in der Lage, den herannahenden Tod zu begreifen.

Sie alle waren gekommen um von mir zu nehmen und ich habe ihnen mehr gegeben, als sie ertragen konnten.

Die leuchtende Scheibe des Mondes lässt die mit Blut beschmierte Klinge, die noch vor wenigen Augenblicken in mir steckte, silbern glänzen. Welch Ironie, die Illusion des einzigen Metalls, das mich noch töten kann, auf einer Klinge aus wertlosem Damast zu sehen.

Das sehnsuchtsvoll erwartete Licht des neuen Tages wird sich für die Bewohner des Dorfes auch an diesem Morgen in blutrot gefärbtem Tau brechen. Der Anblick zerfrisst ihre Seelen. In aller Deutlichkeit wird ihnen Nacht für Nacht vor Augen geführt, dass sie weder fliehen- noch bleiben können. Es gibt keine Flucht vor dem Rudel. Ihre Klingen konnten sich noch nie mit unseren Klauen messen. Wir sind eins mit der Nacht und die Perfektion der Jagd.

Wie der Sand einer Uhr, die eine Schale verlässt um eine andere Schale zu füllen, lichten sich ihre Reihen. Sie werden schwächer und wir werden stärker. Das ist der neue, unaufhaltsame Lauf der Dinge. Und sollten, wie das Flüstern des Windes verkündet, die Clans sich tatsächlich vereinen, hält ihr Gott wahrlich keine Gnade für sie bereit!

Bis die Zeit gekommen ist, werde ich auch weiterhin meine Maske tragen, mich unter sie mischen und in Geduld üben. Wartend auf eine Freiheit, zu der mir nur die Bestie, die in mir schlummert, verhelfen vermag.

Die Tage sind lang. Doch die Nächte sind länger.

 

Tormented Pariah & Rampaging Werewolf

Nachtwache – MTG Kurzgeschichte

Da die Geschichte im Idealfall wohl für sich selbst sprechen kann, werde ich die Einleitung entsprechend kurz halten.

Die Idee eines Freundes, die folgendem Text zugrunde liegt, war schlichtweg, dass Flavor-Texte eigentlich eine recht nette Inspirationsquelle für Kurzgeschichten bieten.

Um nicht zu viel Spannung vorweg zu nehmen, werde ich die entsprechende Karte erst am Ende des Textes verlinken. Zu erraten welche es ist, dürfte jedoch vermutlich nicht allzu schwer werden.

 Als kleiner Tip: die Geschichte spielt auf Innistrad

 (Hoffentlich) viel Spaß beim Lesen!

 

Nachtwache

Ich bin der Beschützer und wache über die Seelen des Dorfes. Meine Augen versuchen die Dunkelheit zu durchdringen und Bewegungen in dem auslaufenden Dickicht des Waldes zu erkennen. Viele Wölfe sind den silbernen Spitzen meiner Pfeile und der Schneide meiner Schwerter bereits zum Opfer gefallen und auch in dieser Nacht werde ich meinen Posten nicht verlassen.

Meine Klingen sind scharf und mein Wille ist eisern.
Und doch ist diese Nacht besonders. Die Schatten und die Irrlichter, welche mich schon in so vielen Nächten geängstigt– und in die Irre geführt haben, vermögen meine Augen nicht mehr zu täuschen. Sie rufen nach mir. Die Bilder in meinem Geiste, die ich dem Fieberwahn zugeschrieben hatte, sind nicht mit ihm verschwunden. Ich… erinnere mich. Was ich vor meinem inneren Auge sehe, können jedoch unmöglich die Erinnerungen meines eigenen Fleisches sein. Sie fühlen sich alt an. Uralt. Fremd. Kalt. Nein, keine die Glieder lähmende Kälte, sondern eher… gefühlskalt. Erbarmungslos. Bar jeglichen menschlichen Gefühls. Was geschieht mit mir? Eine nie gekannte und ungezügelte Wildheit erfüllt mich und das Blut meiner Adern droht meinen Schädel zu zersprengen!

Ich werde meinen Posten nicht verlassen!
Der klägliche Rest der ehemals 200 Seelen, die das Dorf noch vor wenigen Wochen beherbergt hat, ist nun jede Nacht hinter verschlossenen Türen verbarrikadiert. Alle, die bisher von den Bestien verschont wurden, warten nun, zusammengepfercht wie Schafe, auf die Morgendämmerung und das erlösende Signal der Wächter.

„Eine weitere Nacht überstehen und einen weiteren Tag leben“, ist alles, was die Dorfbewohner sich noch zu wünschen im Stande sind. Träume von Reichtum und fernen Ländern sind im Angesicht der nächtlichen Schrecken verblasst und ein süßer Duft von Angst liegt wie ein Dunstschleier über dem Tal. In mir reift die Erkenntnis, dass, ganz entgegen der Lehren des Lunarchen Mikaeus, sehr wohl Schatten existieren, die kein Licht der Sonne je zu durchdringen vermag.

Ich werde meinen Posten nicht verlassen!
Mein Empfinden der Zeit verändert sich. Alles wird… langsamer. Meine Sinne werden schärfer. Die Nähte meiner Kleidung scheuern unerträglich auf meiner Haut. Ich höre den Hirsch auf der Lichtung, die auf der anderen Seite des Dorfes liegt, grasen. Die Geräusche des Waldes… ich erkenne sie alle. Kleine Herzen und große… sie alle pumpen dasselbe süße Blut. Das angstvolle Bellen der Hunde ist einem kläglichen Winseln gewichen. Hunde, Schafe, Dorfbewohner. Wo liegt der Unterschied? Beute.

Ein erwartungsvoller Geschmack von Eisen erfüllt meinen Mund. Obwohl ich mit aller Macht versuche, mich an das zu klammern, was mir von meinem Bewusstsein noch geblieben ist, bahnt sich ein uraltes Vermächtnis unbarmherzig einen Weg durch meinen Körper und droht, mein Innerstes mit sich zu reißen. Auch wenn ich meinen Posten nun verlassen muss, so hoffe ich doch, dass zumindest ein kleiner Teil von mir es vermag, der Bestie, die aus mir hervorbricht, zu folgen.

Der Fetzen des Bewusstseins, welcher der Kreatur geblieben ist, braucht lange um zu verstehen, dass die Quelle der unmenschlichen Schreie, die ihre empfindlichen Ohren malträtieren ihr eigener, von der Transformation geschundener Körper ist. Das Feuer, das einen Körper dahinschmelzen lässt, um einen anderen, widerstandsfähigeren zu formen, brennt lichterloh. Die Schmerzen, die es dabei verursacht, sind nur ein kleiner- und sehr vernachlässigbarer Teil dessen, was es wirklich fordert. Eine erschaffende Flamme will genährt werden und Hunger ist der eigentliche Preis, den sie verlangt. Unendlicher, unstillbarer Hunger.
Und so findet die Jagd, die ewig scheint und niemals endet, in dieser Nacht erneut einen Anfang.

Hanweir Watchkeep & Bane of Hanweir