Archiv für den Monat: Juni 2015

"Clone" from Onslaught, Illus. Carl Critchlow, (c) Wizards of the Coast

Highlander-Begrifflichkeiten oder „Wenn es doch nur einen gäbe!“

"Clone" from Onslaught, Illus. Carl Critchlow, (c) Wizards of the Coast

„Clone“ from Onslaught, Illus. Carl Critchlow, (c) Wizards of the Coast

Früher war alles besser. Früher, als noch alles aus Holz war. 1994 oder so. Damals haben wir schon viel und gerne mit sog. „Highlander“-Decks gespielt. Das bedeutete: Jede Karte nur einmal, außer Ländern. Länder sind natürlich auch Doppelländer, von denen es damals nur eine Sorte gab (Tundra) und Urza-Länder. Die dann vier mal. Wie groß die Decks damals waren, kann ich nicht mehr genau sagen. Vielleicht waren es 100 Karten, vielleicht auch keine bestimmte Anzahl. Über Formate haben wir damals nicht gesprochen. Warum sollte man auch nicht mit Karten spielen dürfen, die man besitzt? Ich sage ja: Schöne Zeit damals. Heute ist alles etwas komplizierter geworden.

Warum ist das für mich heute noch ein Thema? Hauptsächlich weil meine Sammlung immer noch so aufgebaut ist, dass sie zwar viele verschiedene Karten enthält, aber wenige mehr als einmal. Das finde ich auch ganz gut so. So spiele ich lieber mit stärkeren Karten, davon dann aber nur mit einer, statt neueren Karten in vierfacher Ausführung. Finde ich abwechslungsreicher. Wenn das Kind ja nur einen Namen hätte.

Obwohl ich eine einigermaßen klare Vorstellung habe, welche Formate es gibt und was „die Leute“ darunter verstehen, sehe ich trotzdem noch Unklarheiten.

So gibt es z.B. die Meinung, dass EDH (Elder Dragon Highlander) = Highlander = Commander sei. Das halte ich für falsch. Vermutlich ist EDH und Commander das gleiche. Aber gibt es heutzutage noch Highlander-Spieler?

Dass es kein „Nur beliebige Länder mehrfach“-Singleton-Format zu geben scheint, damit muss ich mich wohl abfinden – oder einen eigenen Namen erfinden (Projekt: „Schnabbeldiwauwau-Singleton“). Gibt es zufällig noch jemand anders auf der Welt, der sich daran erinnern kann, dass man das früher gespielt hat? Und während es für 100-Karten-Decks zumindest noch durch EDH einigermaßen Akzeptanz gibt – wer kann sich schon mit Singleton-Formaten mit z.B. 60 Karten anfreunden (ausser mir)? „Highlander“ scheint mir immer „100 Karten“ zu bedeuten.

Aber selbst bei den „offiziellen“ (offizielleren?) Formaten finde ich Dinge verwirrend. So gehen z.B. die Regeln für Commander von genau 100 Karten aus. Warum eigentlich? Canadian Highlander tut das nicht und vergibt die Punkte pro 100 Karten im Deck. Ja, ein 100-Karten-Deck mag effizienter sein als eines mit mehr Karten, aber können die Regeln das nicht dem Deckbauer überlassen? Gerade bei einem Format, wo der Spaß im Vordergrund steht und nicht die Effizienz?

"Dueling Grounds" from Invastion, Illus. Pete Venters, (c) Wizards of the Coast

„Dueling Grounds“ from Invastion, Illus. Pete Venters, (c) Wizards of the Coast

Oh, und dann gibt es auch noch Duel Commander (i.e. „French Commander“) für Spieler, die weniger Politik und weniger Multiplayer wollen. Auch ein Schritt in meine Richtung, irgendwie. Zumindest, was den Wunsch angeht, mit 100-Karten-Decks eins gegen eins zu spielen. Allerdings nicht, was die Tendenz zu „ernsthafterem“ Spielen angeht – ich will ja nicht unbedingt gewinnen.

Und dann gibt es natürlich noch Tiny Leaders, was ja eigentlich auch ein Highlander-Format ist, aber nicht so genannt wird. Oder doch?

Liebe Leser, danke dafür, es bis hierhin durchgehalten zu haben! Zusammengefasst habe ich folgende Fragen, für die ich um eine Antwort in den Kommentaren bitte:

  • Gibt es einen Namen für ein Highlanderformat, bei dem alle Länder 4x vorkommen dürfen?
  • Gibt es ein Highlanderformat, das 60 Karten nutzt?
"Baleful Strix" from Planechase 2012, Illus. Nils Hamm, (c) Wizards of the Coast

Im Spotlight: Baleful Strix

"Baleful Strix" from Planechase 2012, Illus. Nils Hamm, (c) Wizards of the Coast

„Baleful Strix“ from Planechase 2012, Illus. Nils Hamm, (c) Wizards of the Coast

In dieser Rubrik möchte ich Karten erwähnen, die mir aus irgendeinem Grund besonders ins Auge gefallen sind.

In diesem Fall fällt es vermutlich schon etwas unter „stating the obvious“, aber trotzdem.

Die Karte „Baleful Strix“ habe ich beim ersten Sehen unterschätzt, ich musste aber feststellen, dass sie mir gerade in Commander-Partien sehr gute Dienste leistet. Das ist nicht weiter verwunderlich – sie wurde ja auch in einem Commander-Deck reprinted.

Auf der Habenseite ist zu verbuchen:

  • kann fast alles blocken (flying)
  • tötet dabei fast jeden Angreifer (deatchtouch)
  • ersetzt sich selbst durch eine andere Karte, wenn sie ausgespielt wird, ist also auch später im Spiel kein schrecklicher draw (gibt es dafür ein deutsches Wort?)
  • ist eine Motivation für den Gegner, nicht oder jemand anders anzugreifen
  • passt in jedes (?) kontrolligere Deck, dass blau und schwarz spielt
  • ist ein Artefakt (wenn man davon was hat) und ein Bird (wovon man vermutlich nicht wirklich was hat)

Weniger ideale Aspekte der Karte:

  • Nur eingeschränkt offensiv zu gebrauchen
  • ist ein Artefakt (was der Gegner ausnutzen kann)

Fazit: Ich würde sie spielen :-)

dice

Magic: Unnötige Würfelorgien oder „Wer fängt an?“

Womit könnte ich das Blog besser anfangen, als etwas zum Anfang eines Magic-Spiels zu schreiben? Besonders, da mir das Thema schon seit einiger Zeit am Herzen liegt und ich dabei fast missionarisch tätig werde. Es geht darum, wer ein Spiel anfängt. Und nein, es geht mir hier nicht um marginale Unterschiede in den Gewinnwahrscheinlichkeiten „on the draw“ und „on the play“, sondern etwas viel Banaleres: Wie entscheidet man, wer anfängt?ein paar Würfel

Dass man überhaupt darüber reden muss, wird auch daran liegen, dass die Regeln bewusst schwammig gehalten sind. Die Comprules verraten uns dazu:

103.2. After the decks have been shuffled, the players determine which one of them will choose who takes the first turn. In the first game of a match (including a single-game match), the players may use any mutually agreeable method (flipping a coin, rolling dice, etc.) to do so.
„Die!“ – englisch für „Würfel!“

Ich weiß nicht, warum da „dice“ steht, wenn ein einzelner Würfel reichen würde. Und so muss ich öfter mit Schrecken Szenen wie diese verfolgen:

  • Zwei Spieler würfeln mit je einem Würfel, wer höher wirft, fängt an. Wenn man das gleiche Ergebnis hat, wiederholt man den Vorgang (notwendige Würfe: 2+).
  • Zwei Spieler würfeln mit jeweils zwei Würfeln (sonst ist die Wahrscheinlichkeit so hoch, dass man die gleiche Zahl wirft), sonst ebenso (notwendige Würfe: 4+).
  • Spieler decken eine zufällige Karte Ihres Decks auf, der mit der höheren CMC (converted mana cost) fängt an (und das ist immer der mit dem Eldrazi-Deck).
  • Bei Runden mit mehr Spielern multipliziert sich das Problem entsprechend.
Dabei wäre alles so einfach. Ich empfehle daher Folgendes:
  • Man nehme: Einen sechs- und einen zwangzigseitigen Würfel (D6 und D20). Die sollte man ja sowieso meinst zur Hand haben.
  • Bei zwei Spielern würfelt einer und fragt „gerade oder ungerade“.
  • Bei drei Spielern sagt man an, dass man selbst bei „1 und 2“, die anderen Spieler im Uhrzeigersinn „3 und 4“ und „5 und 6“ sind.
  • Bei vier oder fünf Spielern nimmt man den D20 und weist ebenso „1-5“ bzw. „1-4“ sich selbst zu. und die weiteren, gleich großen Blöcke den weiteren Spielern.
  • Bei sechs Spielern kommt wieder der D6 zum Einsatz.
  • Bei mehr Spielern setzt man das Prinzip entsprechend und kreativ fort. Wenn es keine Zahl ist, zu der es einen sinnvollen Würfel gibt, kann man immer noch eine möglichst kleine Restmenge übrig haben, bei der man dann nochmal würfelt. Es spart dann aber immer noch massig Zeit.

Nachdem man das ein paar mal gemacht hat, weiß man auch, wer welche Zahlen hat, solange man ansagt, wer die „1“ ist. Dann entfällt auch noch das Aussprechen dessen.

Wie man sieht ist der Vorteil, dass ein einziger Würfelwurf jedes Mal ein gerechtes Ergebnis erbringt. Und die meisten Spieler, denen man diese Vorteile aufzeigt, sehen das auch recht schnell ein.

Ungehalten werde ich aber, wenn die Leute dann Ausreden erfinden, warum ihr traditionelles Verfahren besser sein soll.

  • „So habe ich selbst Einfluss darauf, weil ich ja dann selbst hoch würfeln kann. Und wenn ich niedrig würfele, bin ich selbst schuld“. – Ich weiß nicht, welchen Teil von „würfeln“ diese Personen nicht verstehen. Oder:
  • Der Klassiker: „Ich würfele gerne!“ – Ja, klar. Wer würde nicht lieber „Wer schafft es, höher zu würfeln“ spielen, wenn er statt dessen Magic spielen kann….

Und darum soll es mir ja nur gehen – weniger würfeln, mehr Magic.

PS: Auch nicht gutheißen, aber denoch Stylepunkte anerkennen, kann ich für das Bereitlegen der „Schere-Stein-Papier“-Karten aus Unglued. Da muss dann jeder eine ziehen. Das dauert natürlich auch wieder lange und funktioniert nur für zwei Personen. Ich muss es deshalb aus den o.a. Gründen ablehnen ;). „Experten“, die das Ganze mit „Brunnen“ spielen wollen können die Fountain of Youth mit einbauen 😉

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Rock Paper Scissors

Willkommen zur „Library of M“

Hallo zusammen,

heute erblickt mein neues Blog auf magicblogs.de das Licht der Welt. Vielen Dank an Christian „Ormus“ Lobenstein für dessen Einrichtung!

Kurz zu mir: Ich bin Markus Beschoner, 35 Jahre alt und spiele seit 1994 Magic, allerdings mit einer längeren Pause nach der Schulzeit. Schwerpunkte habe ich dabei weniger bei Turnier- und mehr bei Küchentisch-Formaten. Das liegt vermutlich auch daran, dass meine Kartensammlung zwar nicht klein ist, aber ich kaum Karten mehr als einmal besitze(n möchte). Dadurch sind dann auch fast alle Decks „Highlander“ und enthalten sehr neue, aber auch sehr alte Karten. Ausserdem drafte sonst auch mal ganz gerne oder gehe zu einem Prerelease.

Sonst noch ein paar Steckbriefeinträge…

  • Lieblingskarte: Library of Alexandria
  • Lieblingsfarbe: Weiß
  • Lieblingsshard: Bant
  • Lieblingsset/Block: Legends/Ravnica
  • Lieblingsdraftset: Innistrad
  • Lieblingsdeckgröße: 100 Karten
  • Lieblings-Magic-Sprache: Englisch (ich tippe mal auf 99,9% meiner Sammlung)

Warum schreibe ich hier und für wen? Das wird sich noch zeigen. Aber selbst wenn das hier niemand liest, schreibe ich es trotzdem gerne. :-) Ich werde zwar nicht wahnsinnig oft, aber immer mal wieder was posten – ein paar Ideen habe ich schon.

— Markus @mollib Beschoner