Niemals aufgeben! Niemals kapitulieren!..?

104.3a A player can concede the game at any time. A player who concedes leaves the game immediately. He or she loses the game. - Magic: The Gathering Comprehensive Rules

In diesem Artikel möchte ich nicht über das Magic-Spielen selbst sprechen, sondern ganz im Gegenteil: Das Aufgeben. Ein kontroverses Thema scheint mir.

Die Meinungen gehen von „Man sollte jedes Spiel zuende spielen (von Notfällen abgesehen)“ bis zu oben genannter Regel; „Ich kann jederzeit aufhören, wenn mir danach ist – so sind die Spielregeln“.

Schön wäre doch, wenn es einen weit verbreiteten Konsens geben würde, wann das Aufgeben ein allgemein akzeptiertes Verhalten ist und in welchen Situationen man es tunlichst lassen soll. Habt Ihr eine Meinung dazu? – Lass es mich und die anderen wissen.

Hier ein paar Beispiele für mögliche Gründe, ein Spiel vorzeitig zu beenden:

  • Ein „Notfall“: Man muss anderen Dingen im Leben nachgehen, die keinen Aufschub dulden (Krankheit, Arbeit, Kinder, was auch immer). Der Punkt ist vermutlich allgemeiner Konsens und unkritisch.
  • Ich sehe keine Chance mehr, zu gewinnen.
  • Ich befinde mich in einer Turnier-Situation und bin in einem Spiel, das (vorauss.) noch lange dauern wird, ich aber vermute, dass ich es nicht mehr gewinnen kann. Daher möchte ich gerne das nächste Spiel sofort starten, um im nächsten Spiel noch eine Chance zu haben, die Runde zu gewinnen.
  • Die Spielweise des Gegners geht mir auf die Nerven. „Nein, ich möchte dir nicht noch 10 Minuten zusehen, wie du im Alleingang deine Combo zuende bastelst. Ich glaube dir schon, dass das funktioniert. Nächstes Spiel.“
  • Keiner mag mich. Alle anderen Spieler hacken die ganze Zeit auf mir rum und haben sich gegen mich verschworen. Die greifen sich nicht gegenseitig an sondern immer nur mich. So will ich nicht mehr mitspielen.“
  • Multiplayerspiel: „Wenn ich jetzt aufgebe, bevor der Angriff mit der Horde Lifelinker mir Schaden macht, schade ich dem Gegner der mich angreift am Meisten.“
  • Wenn der Thoughtseize durchkommt, erfährt der Gegner etwas über meine SuperSecretDeckTech, was ich durch Aufgeben vermeiden kann.

Ich selbst sehe mich eher am Ende der Skala, das eher zu früh als zu spät aufgibt. Allerdings stelle ich mir in letzter Zeit immer öfter die Frage, ob das gegenüber den Gegnern fair ist. Was denkt ihr?

 

3 Gedanken zu „Niemals aufgeben! Niemals kapitulieren!..?

  1. Mario Haßler

    Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang zwischen Turnier- und Freizeitspiel unterscheiden. Im Turnier kann es Randbedingungen geben, die die Entscheidung beeinflussen (z. B. ob man lieber noch ein Spiel spielt, für das man nach dem Sideboarden besser gerüstet ist), wohingegen es im Freizeitspiel doch mehr um das Spielen an sich geht und nicht darum, möglichst viele Spiele zu schaffen. Ich bin reiner Freizeitspieler und spreche deshalb im Folgenden auch nur davon.

    Grundsätzlich bin ich gegen das Aufgeben. Ich finde Aufgeben sogar dann blöd, wenn ich keine Gegenwehr aufbauen kann und sicher ist, dass mein Gegner mich in zwei, drei Angriffen bezwungen haben wird. Dann soll er den Erfolg auch auf diese Weise einfahren – auf die paar Runden kommt es ja nun wirklich nicht an. Das gilt für mich auch, wenn sein Deck so umständlich funktioniert, dass es absehbar sehr viele Runden werden bis zu seinem Sieg und ich bis dahin wenig bis gar nichts tun kann. Dann soll er sich mit mir dadurch quälen und dabei überlegen, ob ein solches Deck wirklich Spaß macht und Freizeitspieler-tauglich ist.

    Ich erinnere mich an eine Situation – und jeder kennt das vermutlich so oder ähnlich – wo das letzte Spiel des Abends (natürlich, es ist immer das letzte Spiel) elende lange dauerte und wir eigentlich schon Feierabend machen wollten. Als meine Bibliothek nur noch drei Karten enthielt, habe ich aufgegeben, um der Sache ein Ende zu bereiten, zumal ich auch glaubte, keine Chance zu haben und dann als Erster den Decktod zu sterben. Aber ich fand dann in den verbliebenen Karten doch noch eine Lösung. Das war schon etwas ärgerlich und hat mich nur darin bestätigt, generell nicht aufzugeben.

    Anders ist das in meinen Augen lediglich im Multiplayer, wobei es hier auch auf die gespielte Variante ankommt. Wenn beispielsweise in einem Spiel mit zwei Teams zu je drei Spielern von einem Team bereits zwei ausgeschieden sind, dann „darf“ der verbliebene dritte Spieler auch aufgeben, wenn er keine Aussicht mehr auf den Sieg sieht. So müssen die anderen nicht unnötig lange tatenlos zuschauen, und wir spielen lieber ein neues Spiel mit allen zusammen. Allerdings ist es genauso alle Ehren wert, wenn der letzte Spieler sich bemüht, das Spiel für sein Team doch noch in einen Sieg zu verwandeln. Und auch das hat es bei uns schon oft genug gegeben.

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    1. cheonice

      Ich sehe das ähnlich wie Mario: Im Freizeitspiel spiele ich die meisten Partien aus. Sowohl ich als auch mein Gegner haben ja in der Regel eine Menge Arbeit in die Decks gesteckt und wollen damit in erster Linie spielen. Und zu sehen, wie eine aufwendige Kombo oder Synergie funktioniert und alle Teile ineinandergreifen, macht für mich einen Teil des Spielreizes aus.
      Nervig finde ich auch die „Königsmacher“ in Mehrspielerspielen. Da gewinnt dann einer nicht auf Grund seines Decks oder seines Könnens oder Glücks sondern auf Grund der (willkürlichen?) Entscheidung eines anderen. Klar unterscheiden sollte man das von eventuellen Bündnissen, die sich in Mehrspielerpartien ja immer irgendwie herauskristallisieren.

      Im Turnierspiel (ich spiele nur auf FNM-Ebene) sieht das Ganze wieder etwas anders aus. Hier finde ich es völlig legitim, „in Reaktion“ auf das Thoughtseize aufzugeben. Wenn man denkt, dass einem das wirklich den Sieg im nächsten Spiel bringt, bitte schön. Das halte ich aber für sehr zweifelhaft, zumindest in den allermeisten Fällen.

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