Endlich stand es vor der Tür. Das Großevent des Jahres für Legacy Spieler in Europa. Schon Monate im Voraus waren die Zugtickets von Düsseldorf nach Amsterdam (44€ für Hin und Rückweg pro Person) und das Hotel in der Nähe der Location (60€ für 2 Übernachtungen, in Amsterdam echt günstig) gebucht worden.

Am Tag vorher machte ich mich dann mit Martin auf den Weg zum Oberhausener Bahnhof. Dort angekommen genehmigten wir uns ein Stück Kuchen im Cafe und zockten die ersten Magic Runden des Tages. Sein Reanimator gegen mein Spiral Tide. Ziemlich behindertes Matchup, eine Iona auf Blau ist mega unfair. Nur kommt die eben nicht immer und manchmal hat man auch die Zeit, den Wish auf Ravenous Trap zu spielen, wenn der Gegner so freundlich ist, 3 Karten in den Friedhof zu schmeißen. Fetchland plus Entomb oder ganz simpel Careful Study reicht da ja schon. Nichts desto trotz möchte man das Matchup wohl eher umschiffen. Aber da ich das Deck eh nur zum Testen dabei hatte, war es für mich relativ schnuppe.

Etwas später kam dann auch David dazu und Dirk, der in Düsseldorf einsteigen wollte, benachrichtigte mich über die Verspätung unseres ICE. 50 Minuten. Wie toll, dass man erst ab 1h Verspätung sein Geld zurückbekommt. Das machen die doch absichtlich!

Irgendwann kam der Zug dann doch an, aber trotz Reservierung war erst einmal nicht daran zu denken, sich hin zu setzen. Irgendeine höchst intelligente Frau war doch der Überzeugung, dass es vollkommen ok wäre, ihre drei Kinderwagen in den Gang zu stellen. Bis diese aus dem Weg geräumt werden konnten, vergingen einige Minuten, in der man die Gelegenheit bekam, die wahre Natur einiger Individuen kennen zu lernen. Da wäre zum Beispiel die erhabene Dame hinter mir, die mich ununterbrochen anrempelte und meinte, ich solle sie durchlassen. Dass vor mir alles voll war und ich selbst keinen Millimeter vorwärts konnte, war ihr natürlich unmöglich zu erkennen. Egal, ich bin ja ein höflicher Mensch und habe versucht es ihr verständlich zu machen. Woraufhin die Alte zickig wurde und das Argument der Woche an den Start brachte: „Ich habe doch reserviert!“ Ich konnte es mir dann natürlich nicht verkneifen ein wenig schnippisch zu antworten. „Klar, wenn das so ist, hebe ich sie natürlich auf meine Schultern und helfe ihnen beim Crowdsurfen bis zu ihrem Sitzplatz.“  Woraufhin die gute Frau dann meinte, ich solle nicht frech werden und ob ich selbst etwa einen Sitzplatz reserviert hätte. Als ich ihr dann erklärte, dass ich ebenfalls feste Plätze hätte und nur zum Spass hinter einer Meute anderer Menschen im Gang stehen würde, war die Tussi kurz vor dem Kollaps. Zum Glück waren in der Zwischenzeit die Kinderwagen in die Toilette verfrachtet worden und wir endlich in der Lage vorwärts zu gehen, bevor es weiter eskalieren konnte.

Am 4er Tisch mit Dirk wurden dann die Decks ausgepackt und ich spielte mit meinem Maverick gegen sein Snapcaster-Stoneblade. Interessantes Matchup. Am Ende kamen wir auf 6:0 für Maverick Preboard und 5:0 für Stoneblade Postboard. 4 Path to Exile mehr scheinen zusammen mit Snapcaster Mage auszureichen, um für richtig Ärger zu sorgen. Aber dass es vor und nach dem Boarden doch zu so krassen Ergebnissen gekommen ist, fand ich ein wenig verwunderlich, auch wenn die geringe Stichprobe natürlich nicht extrem Aussagekräftig ist. Was sagen denn die Leute von euch, die das Matchup schon erlebt haben?

Nun gut, endlich in Amsterdam standen wir vor der Entscheidung, ein Taxi zum Hotel zu nehmen oder lieber die Metro zu benutzen. Als wir das nette Angebot sahen, für 11€ 48h lang beliebig viel Metro zu fahren, nahmen wir dieses direkt an. Wieso gibt es sowas nicht im Ruhrgebiet? Da es dank der Zugverspätung bereits kurz vor 7 war, würde das Ticket genau bis Sonntag Abend reichen. Nach einigen Missverständnissen mit den Plänen der Metro wurde dann auch der Weg zum Hotel gefunden, das von der Metro Haltestelle wirklich einfach zu erreichen war und dank Google Maps auch ohne Probleme gefunden wurde. Nach kurzem Check In ging es dann auch direkt zur Side um sich für das Main Event anzumelden und lustiger Weise trafen wir auf dem Weg draußen auch direkt die ersten Bekannten, die Bottroper Fraktion. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten Magic Spieler, die man trifft, direkt gute Bekannte sind? Lange blieben wir allerdings nicht, da wir uns noch mit Essen und Trinken eindecken wollten.

In der Nähe unseres Hotels machten wir dann auch direkt Bekanntschaft mit der „Dorfjugend“, die sich vor einer Dönerbude den Spass machte Passanten anzupöbeln. Mich persönlich interessierte das weniger, aber beim anschließenden Besuch im chinesischen Restaurant war Dies und unsere vergangenen Erfahrungen mit pöbelnden Mitmenschen das Hauptgesprächsthema. Mal abgesehen von den horrenden Preisen und dem fehlendem Nachschlag beim Reis (ist das in Amsterdam etwa nicht üblich, eine leere Reisschüssel wieder aufzufüllen?) war das Essen (bestehend aus Curry Rind, Süß-Sauer Hühnchen,  Schwein und pikanten Krabben) aber sehr lecker. Aber wirklich verarscht wurde ich bei den Getränken. Als einziger Anwesender, der kein Bier trinken wollte (ich trinke lieber leckere Sachen, Cocktails zum Beispiel), bestellte ich eine Cola (jaja ich weiß…). Ich bekam dann eine 0,2 Liter Fläschen und ein Glas, in das die Hälfte dieser Flasche gefüllt werden konnte. WTF? Alle anderen bekamen natürlich die 0,5 Liter Bierhumpen. Irgendwie fühlte ich mich anschließend genötigt, den Inhalt meines Glases auf Ex leer zu trinken. Keine Ahnung wieso.

Nachdem wir unsere knapp 100 Ocken Rechnung bezahlt hatten, ging es zurück ins Hotel um bis 2 Uhr Nachts unsere Decks zu testen. Zum Beispiel Davids Merfolk gegen Dirks Snapcasterblade. Die Ergebnisse wirkten wie eine Wiederholung der Zugfahrtspiele. Als ich anschließend auch noch mit Spiral Tide gegen Dirks Deck antrat, schien klar zu sein, dass Dirk einfach grundsätzlich nur Postboard gewinnen würde. Der Plan für sein erstes Spiel würde also sein, Mulligan auf 0 zu machen, dann zu schauen was der Gegner spielt und ihn 2:1 zu besiegen. Oder so ähnlich. Naja gut, man kann ja wenigstens versuchen das erste Spiel zu gewinnen.

Als es endlich daran ging, schlafen zu gehen, stellt mich das vor erhebliche Probleme. Da war zum einen Martins Schlafmaschine, die seinen Atem überwacht, damit er nachts keine Aussetzer hat. Die netten Darth Vader Geräusche führten zu einer tollen Geräuschkulisse, die zusammen mit Dirks regelmäßigem Husten beinahe wie Musik wirkte. David packte sich also direkt mal sein Kissen auf die Ohren, nur um als Erster einzuschlafen und ein nettes Sägegeräusch hinzuzufügen. Abschließend kamen dann noch die Türgeräusche aus dem Gang dazu, da bei jedem Durchgang eben jener Tür ein lautes Knallen zu vernehmen war. Tja, Schlaf wird ja eh überbewertet. Irgendwann war es dann auch schon kurz vor Sieben und gequält machte ich mich auf unter die Dusche. Immerhin bin ich dank EverymanTraining und als lebenslanger lucider Träumer in der Lage auch ohne Schlaf lange genug konzentriert zu spielen.

Anschließend wurde das Hotel abgezogen, nachdem sie versuchten mich abzuziehen. 13€ für Frühstück? Hallo? Immerhin sagten sie, ich darf so viel nehmen wie ich möchte. Also mit ein paar belegten Broten, Rührei und Speck aufs Zimmer verschwunden und alle anderen versorgt. Als ich dann wieder runter ging, kam auch direkt die nette Frau vom Personal und meinte, ich dürfe nur im Restaurant essen, mitnehmen aufs Zimmer wäre verboten. Naja egal, die Anderen hatten ihr Essen schon und dann musste ich eben noch alleine Nahrung zu mir nehmen.

Und dann war es endlich so weit. Legacy Grand Prix. Yeah. Zum Schluss hatte ich noch eine kleine Änderung am Sideboard vorgenommen und Engineered Explosives addiert, da mir Christians Anmerkung in den Kommentaren zu meiner Deckwahl bezüglich des Dredge Matchups durch den Kopf ging und ich gerne eine Antwort auf Tokens haben wollte, falls sie doch mal liegen sollten. Dass ich dank meiner quasi fünf-farbigen Manabasis die EE auch in MU benutzen könnte, in denen ich keine Tokens wegmachen wollen würde, war ein netter Bonus.

Mein Deck sah also wie folgt aus:

4 Windswept Heath
2 Wooded Foothills
4 Savanne
1 Bayou
1 Plateau
2 Forest
1 Plains
1 Karakas
3 Wasteland
1 Maze of Ith
1 Dryad Arbor
1 Birds of Paradise
3 Noble Hierarch
3 Mother of Runes
1 Scavenging Ooze
1 Scryb Ranger
4 Stoneforge Mystic
2 Qasali-Pridemage
1 Gaddock Teeg
4 Aven Mindcensor
4 Knight of the Reliquary
1 Eternal Witness
1 Thrun, the Last Troll
4 Swords to Plowshares
2 Oblivion Ring
3 Green Sun’s Zenith
1 Umezawa’s Jitte
1 Sword of Light and Shadow
1 Batterskull
1 Garruk, Primal Hunter

Sideboard:

2 Enlightened Tutor
1 Relic of Progenitus
1 Tormod’s Crypt
1 Bojuka Bob
1 Ethersworn Canonist
1 Null Rod
1 Aura Shards
1 Circle of Protection: Red
3 Orim’s Chant
2 Path to Exile
1 Engineered Explosives

Relativ pünktlich ging es dann auch los und da ich keine Byes hatte, durfte ich sofort im grünen Bracket anfangen. Einige Spieler haben ja vor Random Decks Angst, da viele typische Legacy Decks gegen Random schlecht aussehen, da sie gegen die DTB gepimpt sind. Maverick gehört zu den Decks, die Random ziemlich einfach besiegen und daher machte ich mir keine großen Sorgen.

1 Runde: Drew Rosen aus Amerika mit UGB  inkl Snapcaster aka das neue Team Amerika

Drew scheint ein sympathischer Gegner zu sein, da wir uns vor Start noch ein wenig unterhalten und über Enchantress lästern. Ich gewinne den Würfelwurf und beginne mit Zenith auf Arbor, woraufhin mein Gegner meint „Oh, this will be interesting.“ Er legt nur Polluted Delta und sagt go. Ich lege Savanne und sage auch Go, da ich keine Lust habe ins Spellsnare zu rennen und mein Mindcensor offen ist. Drew legt daraufhin ein Underground Sea und möchte Fetchen. Mein Vogel wird von einem Daze erwischt, also kann er sich das Bayou suchen und mit dem geflooteten schwarzen Mana kommt eine Hymn to Tourach auf mich. Die Erwischt aber nichts wirklich Wichtiges und in meinem Zug kann ich dann eine Mother of Runes und den Stoneforge resolven, der mir den Batterskull sucht. Mein Gegner steht unter Zugzwang und tötet meinen Stoneforge mit Smother. Ich resolve anschließend einen Knight und mein Gegner einen Tarmogoyf, der mir einfach total egal ist. Mit meinem großen Knight beginne ich ihn zu schlagen und spiele einen Pridemage, der eine Spell Snare abbekommt. Mein Gegner ist dennoch in einer schlechten Situation und spielt Doom Blade auf Mother, nachdem ich ihr Schutz gebe spielt er ein weiteres Doomblade auf den Knight. (Meiner Meinung ein falsches Play, umgekehrt wäre es richtig gewesen, wieso, siehe gleich) Ich habe also nur noch eine Mutter und gebe meinen Zug ab. Er greift mit Goyf an, ich deklariere Mutter als Blockerin und möchte ihr Schutz vor Grün geben. Mein Gegner macht Snapcaster auf Doomblade, woraufhin ich Scryb Ranger flashe und die Mutter enttappe und Schutz vor Schwarz gebe. In meinem Zug habe ich Swords für seinen Goyf und einen Zug später einen Zenith auf Knight. Kurz darauf ist er tot.

Das zweite Spiel läuft ähnlich. Er spielt Hymne und Removal und dank Snapcaster noch mehr Removal, aber ich hab einfach zu viele Tiere und renne ihn platt. Anschließend fragt er mich, was ich denn für ein Deck spiele, weil er das noch nie gesehen habe. Typisch Ami, keine Ahnung von Maverick, dem Deck das seines einfach kaputt macht.

1:0 / 2:0

2 Runde: Florian Dietze aus Deutschland mit GW Maverick

Yeah, Mirror Match. Damit habe ich eigentlich extrem gute Erfahrungen gemacht in letzter Zeit und da ich mich selbst nun nicht als den schlechtesten Spieler sehe, gehe ich eigentlich zuversichtlich ins Spiel. Wie immer entwickelt sich eine Materialschlacht, die letztlich dadurch entschieden wird, dass ich nicht einen einzigen Knight oder ein Wasteland finde um des Gegners Tower of the Magistrate loszuwerden und auch keinen einzigen Pridemage oder Zenith auf eben jenen, um des Gegners Sword of Feast and Famine loszuwerden. Nach 30 Minuten und Lebenspunkteständen die ständig zwischen 10 und 30 hin und herschwankten, auf beiden Seiten, gehe ich dann doch down.

Im zweiten Spiel sieht es super für mich aus. Mit meinem Mindcensor störe ich des Gegners Zenithe, Fetchländer und Stoneforge, aber ich kann wenig Druck aufbauen, da er mal wieder den Random Tower von oben zieht und ich kein Wasteland. Er legt dann fröhlich 2 Mother of Runes, Scryb Ranger und Knight of Reliquary und beginnt mich zu hauen. Eine ziemlich miese Situation für mich und ich brauche dringend eine Lösung. Da er sich für einen Zenith, der nichts gefunden hatte, ausgetappt hatte, mit Ausnahme des Towers, roch ich meine Chance und gab meinem Mindcensor mit meiner Mutter Schutz vor Grün, equippe eine Jitte und greife an. Er enttappt Knight durch Ranger, opfert ein Land und findet natürlich ein Land um den Tower zu aktivieren und meine Jitte nutzlos zu machen. Schade, hätte er nichts gefunden, wäre das mein Spiel gewesen. So werde ich kurz darauf vom Knight gekillt.

Nach dem Spiel erklärt mir mein Gegner, dass er die Mindcensor rausgeboardet hat und er überrascht ist, wie gut die im Mirror sind. Gnaarrrrrrrrgh. Und dagegen verliere ich. Super. (Florian, wenn du das hier liest, nichts für Ungut) Aber so ist halt das Mirror, wer besser zieht, gewinnt, da hilft leider häufig auch keine Erfahrung oder Skill.

1:1 / 2:2

Runde 3: Gijs de Goeijen aus Holland mit UWr Stoneblade

Hier gibt es nicht viel zu erzählen. Die Spiele laufen ähnlich wie in Runde 1, nur dass das Removal Swords heißt und nicht Doomblade oder Smother. In beiden Spielen gewinnt letzlich ein Zenith auf Thrun und ich gewinne jeweils mit über 20 Lebenspunkten.

2:1 / 4:2

Runde 4: Elmar van Eeghen aus Holland mit Elfball

Der Name kommt mir irgendwie bekannt vor, ich weiß aber nicht woher. Als ich sehe, was mein Gegner spielt, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Es gibt glaub ich kein schlimmeres Matchup für Maverick als Comboelfen. Da spiel ich tausend mal lieber gegen Doomsday. Turn 2 kann ich mir zwar eine Jitte suchen, aber ich bin tot bevor ich wieder enttappen kann. Mein Gegner geht mir aber gehörig auf die Nerven, weil er zwischenzeitlich 4 Minuten lang 2 Länder tappt, entappt, tappt, entappt, 1 Land tappt, entappt, 2 Länder tappt… So schwer kann es doch echt nicht sein. Keine Ahnung ob er stallen wollte oder einfach dämlich war. Ersteres erscheint mir irgendwie sinnlos, wenn man Comboelfen spielt, aber was weiß ich. Als er mir dann die Combo mit Mirror Entity erklären will, erkläre ich ihm kurz, dass dies nicht notwendig ist, da ich das Deck selbst dabei habe und seit Jahren spiele.

Meine Hand für Game 2 sieht dann aus wie der blanke Hohn. Orim’s Chant, Ethersworn Canonist, Swords to Plowshares, Swords to Plowshares, Engineered Explosives, Forest, Wasteland. Also Mulligan. Die nächste Hand hat erneut einen Chant und Explosives, aber sonst nichts Großartiges. Ich finde auch kein drittes Land und muss irgendwann die Explosives auf 1 Zünden, weil ich sonst durch Mirror Entity Combo gekillt werde. Chant stoppt seine Glimpse of Nature aber dann kommt ein neuer Wirewood Symbiote und ich werde für 5 Millionen angegriffen. Schön, dass ich nach 4 Runden gegen meine beiden Petdecks spielen musste und natürlich auf den Sack kriege. Karma warum hasst du mich?

2:2 / 4:4

5 Runde: Vincent Brenner aus keine Ahnung mit mono U Merfolk.

Auf in den Elimination Modus. Mulligan auf 5 ist da keine große Hilfe, aber da ich gegen Merfolk spiele nicht wirklich schlimm. Mother kommt durch, Stoneforge bekommt eine Force ab und mein Zenith auf Scryb Ranger leistet mir fortan gute Dienste. Irgendwann hau ich ihn dann tot weil er gegen Mother plus Ranger einfach nicht durchkommt.

Im zweiten Spiel gibt es erneut Mulligan auf 5 und diesmal startet mein Gegner mit einer druckvolleren Hand. Mutavault und Aether Vial. Turn 2 Silvergill Adept. Turn 3 Lord of Atlantis und Kira, Great Glass-Spinner. Auf meiner Hand habe ich Oblivion Ring, Sword to Plowshares und einen weiteren Oblivion Ring. Leider nur 1 weißes Mana. Bei ihm kommt dann noch der Coralhelm Commander im Doppelpack und ich bin tot weil ich die Flieger nicht weg bekomme.

Im dritten Spiel läuft alles wie üblich, dicke Männer, Equipemt und Removal sind größer als Fische.

3:2  / 6:5

Runde 6: Rob Verheyen aus den Niederlanden mit TES

Auch dieser Name kommt mir bekannt vor, bin mir aber nicht sicher ob das was bedeuten soll. Ich meine, wenn ich gegen einen Chinesen namens Lee Chang spielen würde, hätte das wohl auch keine große Aussagekraft. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob sein Deck nun TES war oder eine Abwandlung, letztlich sehe ich weder Doomsday noch Past in Flames, dafür Burning Wish und rote Riten. Ich gewinne den Würfelwurf, was super ist und lege Turn 2 einen Mindcensor. Da mein Gegner vorher mit der Gitaxian Probe gesehen hat, was kommt, hat er gar nicht erst versucht abzugehen. Ich spiele anschließend Zenith auf Gaddock und gehe ein wenig schlagen. Mein Gegner versucht mit Fetchländern mana zu finden, fizzelt aber dank dem Mindcensor (und wir beide kriegen ein Warning, weil er in dem Moment seine Bib durchsacht hat, als ich auf die Uhr geschaut habe und daher zu spät eingeschritten bin). Kurz bevor er tot ist, versucht er dann abzugehen, spielt rote Riten und Lion’s Eye Diamond, sucht sich mit Burning Wish den Grapeshot und killt Gaddock und Aven Mindcensor. Dann castet er Infernal Tutor, woraufhin ich meinen nächsten Vogel spiele und er stirbt. 4 Vögel Maindeck hat doch seine Vorteile.

Im zweiten Game killt er mich in seinem zweiten Zug, bevor in meinem zweiten wieder der Vogel gekommen wäre. Dafür hab ich im dritten Spiel den Chant auf der Hand, den ich auch schön offen halte, statt etwas auszuspielen, was mein Gegner wohl nicht so toll findet, als er ihn mit der Probe sieht. Er macht dann Turn 2 Burning Wish auf Duress und nimmt mir Turn 3 den Chant, aber da ich ja angefangen habe, liegen bei mir bereits 3 Mana und damit kommt der Mindcensor (den er auch durch die Probe gesehen hat). Ich beginne auf ihm herum zu schlagen, er hat aber keine passende Antwort und wird vom Vogel totgeprügelt. Anschließend erklärt er mir, er hätte nur einen weiteren Wish gebraucht, weil er genug Storm zusammen bekommen hätte um über Wish auf Tendrils of Agony zu killen. Aber er musste ja seinen Wish auf Duress benutzen um mein Chant loszuwerden, weil er Maindeck keine Antwort auf den Chant hatte, da er damit nicht gerechnet hatte. Fazit? Ja, ich spiele lieber gegen solche Combo Decks als gegen Elfen.

4:2 / 8:6

Runde 7: Rafael Traver aus Spanien mit Zoo

Beide spiele sind schnell erzählt. Ich hab Equipments und Postboard Explosives auf 1 (4-1 Tausch yeah) und Circle of Protection: Red. Ich gewinne das erste Spiel auf 22 Leben, ohne je unter 10 gefallen zu sein. Das zweite gewinne ich auf 41 und war nur zwischenzeitlich bei 9. Also stehe ich nun 5:2 und auf einmal kommt der Glaube zurück, dass ich doch Tag 2 schaffen könnte, wenn ich etwas Glück habe. (Und da ist der Fehler… ich hab niemals Glück)

5:2 / 10:6

Runde 8:  Dirk Wiesner aus Deutschland mit mono R Goblins

Faires Matchup, bei dem es extrem darauf ankommt die ersten 3 Züge nicht ins Hintertreffen zu geraten. Da ich nicht weiß wogegen ich spiele, halte ich eine super Hand … gegen alles bis auf Goblins. Denn er gewinnt den Würfelwurf und macht gleich Druck und ich hab keinerlei Removal auf der Hand. Mit 2 Dismember haut er sich den Weg frei und ich bin im Arsch.

Im zweiten Spiel läuft es, wie es sollte. Ich hab Removal und einen Stoneforge, der mir eine Jitte sucht. Dieser wird abgeschossen aber dann kommt Thrun, der mit equipter Jitter das Spiel nach Hause fährt.

Im dritten zeigen meine 7 Karten folgendes: Wasteland, Fetchland, Maze of Ith, Batterskull, Swords to Plowshares, Zenith, Wasteland. Kann man das halten? Nachdem mein Gegner lange überlegt ob er halten kann und sich dafür entscheidet nicht nach Paris zu fahren, halte ich ebenfalls. Er legt los mit Wasteland und Aether Vial. Was ist an dieser Stelle das richtige Play? Ich entscheide mich sein Wasteland zu wasten. Er hat kein zweites Land und gibt ab. Ich lege Fetchland und sage go. Er bringt noch den Goblin Lackey rein, der im Angriff von meinem Swords gefressen wird. Er legt ein Wasteland. In meinem Zug Waste ich erneut sein Wasteland, er bringt eoT den Warren Instigator rein… ja super. Der haut mich natürlich und bringt ihm schön Kreaturen rein. Er gibt ab. Ich lege Maze of Ith und gebe ab. Er zieht von oben Wasteland Nummer 3, killt meine Maze und bringt erneut Kreaturen rein. Ich bin tot.

Ich hab mich lange gefragt, ob ich hätte anders spielen können/sollen oder ein Mulligan richtig gewesen wäre, aber so schlecht fand ich meine Hand eigentlich nicht, er hatte nur einfach immer die passende Antwort.

5:3 /  10:8

Tja, damit war ich raus und meine Lust auf eine letzte Runde war auch verflogen. Die meisten Bekannten von mir waren zu dem Zeitpunkt auch schon raus, Byes hin oder her. Meine Zimmerkumpel waren ebenfalls ausgeschieden, auch wenn David die letzte Runde noch spielen wollte und mit seinem Merfolk Deck gegen Zoo gewann und daraus einen tollen Abschluss zog. Ich schaute mir noch ein wenig Feature Matches an und wie unheimlich schlecht einige Leute doch spielen können, es aber trotzdem durchs Turnier schaffen. Letztlich, wenn man keine Byes hat, ist eine gehörige Portion Glück wohl notwendig um Tag 2 zu machen. Mit Byes scheint es aber durchaus machbar zu sein und ich persönlich hätte mit 3 Byes bei gleichem Verlauf ja auch zu 2 gespielt. Aber gut, dann wäre eh alles anders gekommen. Für den nächsten Legacy Grand Prix sind auf jeden Fall Trials angesagt. Trotz des unerfreulichen Ergebnisses kann ich mir kaum Vorwürfe machen, da ich keinen echten Spielfehler auf meiner Seite sehe und nur die letzte Mulligan Entscheidung für Fragwürdig halte. Und so oder so, ich hatte eine Menge Spass und deshalb war ich ja da. Erfolg wäre natürlich super gewesen, aber in erster Linie bin ich ja nicht deswegen hingefahren, auch wenn das Viele natürlich anders handhaben.

Am Ende des Tages gingen wir schließlich in eine völlig überforderte Pizzeria und  durften locker eine halbe Stunde warten, bevor wir überhaupt bedient wurden. Die Pizza war auch nicht so pralle und ich durfte erneut mit einem Spirituosenglas gefüllt mit Cola anstoßen. Eine Cocktailbar wäre mir lieber gewesen, aber man kann ja nicht alles haben. Irgendwann musste ich dann dem fehlendem Schlaf Tribut zollen und so fiel ich zurück im Hotel beinahe sofort in den erholsamen Traumzustand.

Am nächsten Tag wurden zum Frühstück die am Vortag gekauften Brötchen samt Aufschnitt verspeist und das Zimmer pünktlich geräumt. Die Frau an der Rezeption wirkte extrem verpeilt und wollte beim auschecken weder Zimmerschlüssel haben noch Rechnung rausgeben. Bevor man aber irgendwelche Strafen zahlen muss, lieber darauf bestehen und so kamen wir dann durch die Rechnung auch zu der Erkenntnis, dass zu den Hotelkosten noch Steuern zu zahlen sind, die noch nicht inbegriffen waren. Irgendwie eine Sauerei. Aber gut, die 3€ mehr pro Person sind nun wirklich nicht das Problem gewesen, sondern eher das Prinzip.

Am Veranstaltungsort wollten David und Martin ein Two Headed Draft Side Event spielen, Dirk konnte ich leider nicht überreden und so spielten wir Legacy. Er mit meinem Maverick und ich mit meinen Elfen. Zuerst erschien für mich kein Gegner, also besorgte der Judge schnell einen Freiwilligen, der den Platz übernehmen sollte. Der Herr war Finne und hieß Hannu Vallin. Er erklärte mir anschließend, dass er von Grand Prix zu Grand Prix reist und so viele Side Events mitspielt wie nur möglich, um sich über Planeswalker Punkte für die Pro Tour Honolulu zu qualifizieren. Er wäre auch für die Worlds qualifiziert, wird aber dort wohl auf das Hauptevent verzichten und lieber Side Events spielen, weil das mehr Punkte gibt. Herzlichen Glückwunsch Wizards, ich hatte ja gehofft, dass es niemand Vernunftbegabten geben würde, der sich auf so einen Scheiß einlässt, aber auf den Worlds auf die Weltmeisterschaft zu verzichten um Side Events zu spielen? Wie Mongo ist das denn? Ich könnte mich an dieser Stelle sehr lange über Planeswalker Punkte auslassen, aber das verschiebe ich mal.

Naja, ich habe dann schon Schlimmes geahnt und gewitzelt, dass er bestimmt mit Manaless Dredge die Side Events grindet. Er verneinte nur und macht dann Turn 1 Gemstone Mine in Putrid Imp. Knapp daneben… Gegen die langsamere Manaless Variante habe ich mit Elfen eine gute Chance, so werde ich einfach zerpflückt, weil er Turn 2 noch das Cephalid Coliseum legt und dann einfach für 24 dredgt. Im zweiten Spiel hab ich den Turn 3 Kill auf der Hand, aber er 2 Cabal Therapy in Turn 2 und Firestorm. Tja, dann halt nicht.

Ich schaue dem Dirk noch zu, wie er mit meinem Maverick Deck ein Kuldotha Red auseinander nimmt, dabei einige Entscheidungen trifft die nicht so gut sind, aber letztlich durch den Lifegain und Removal und im zweiten Spiel durch Circle of Protection: Red und Explosives nie wirklich in Gefahr gerät. Während Dirk also weiter spielt, unterhalte ich mich mit seinem Gegner und spiele ein wenig Elfen vs Kuldotha.

Ich fange an mit „just Llanowar Elves“ und mach dann den Turn 2 Kill. Was dazu führt, dass mein Gegner in den nächsten Spielen jeweils das gleiche Play an den Start bringt. „Just a Lightning Bolt for your Llanowar Elve“. Im Endeffekt bin ich aber überrascht, dass das Kuldotha Deck doch relativ gut mitspielen kann und in den Games, in denen es anfängt und einen Bolt für mein erstes Play halt, auch gewinnt. Wir wechseln anschließend und ich spiele mit seinem Deck und er mit meinem. Dabei stellt sich heraus, der gute Mann ist Franzose, der in Schottland lebt und auch gerne Deutsch lernen würde. WTF? Ich spreche ihn dann darauf an, dass dies doch eher untypisch ist, woraufhin er sich über seine Landsleute auslässt, weil diese keine Fremdsprachen können und er froh seie, dass die neue Generation durch Globalisierung und insbesondere durch die Entwicklung des Internets endlich anfängt Englisch zu lernen. Insgesamt unterhalten wir uns ungefähr 2h über dies und das und zocken dabei. Natürlich stellt der Herr eine Ausnahme für den typischen Franzosen dar, aber trotzdem hat sich mein Bild was die Franzosen angeht doch ein wenig gewandelt.

Letztlich hab ich so meine Chance auf ein weiteres Side Event verquatscht, aber das war nicht weiter tragisch. Noch schnell ein Display gekauft und mit Martin und David einen Winchester Draft hingelegt und hinterher im Burgerking am Bahnhof bzw im ICE auf dem Rückweg zu viert gedraftet. Kurz nach Mitternacht, also Montag morgens war ich dann wieder zu Hause.

Der Trip war auf jeden Fall super und ich hoffe, dass nächstes Jahr wieder ein Legacy Grand Prix in Europa stattfindet. Am besten direkt mit ein paar Tagen Urlaub verbinden und ab geht die Post.

Pros:
+ Legacy ist einfach ein diverses und spassiges Format
+ viele verschiedene Leute aus verschiedenen Ländern kennen gelernt und fast durchweg sympathisch, besonders hervorzuheben der Franzose aus Schottland
+ Unsere Vierer Reisegruppe und der typische Trashtalk
+ Problemlose Anreise und perfekte Anbindung vom Hotel zum Veranstaltungsort

Cons:
– Tag 2 verpasst
– musste natürlich ausgerechnet gegen meine eigenen Petdecks spielen und verlieren
– von den Deutschen, die ich persönlich gut kenne, hat es leider niemand in Tag 2 geschafft.
– Die Öffnungszeiten und Preise in Amsterdam
– Die Cola Gläser
– Die Betten im Hotel

Tja, für mich persönlich heißt es nach einem halben Jahr erst einmal Abschied nehmen von GW Maverick (mal sehen wie lange ich das durchhalte, immerhin macht das Deck einfach extrem viel Bock) und auf die Suche nach dem nächsten Deck, dass ich spielen möchte. Evtl zurück zu Elfen? Immerhin ist meine Liste aus der Pre Zenith Zeit und eine Überarbeitung wäre mal dringend nötig, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob die Flexibilität des Zenithen nicht gleichzeitig erheblich auf die Geschwindigkeit des Decks einschlägt und damit eher eine Verschlimmbesserung wäre. Definitiv etwas, dass ich noch herausfinden muss. Andererseits habe ich extrem Bock mal wieder blaue Kontrolle in die Hand zu nehmen, allerdings keine Lust mir den Snapcaster zu besorgen. Und überraschender Weise haben mir die Testspiele mit Spiral Tide sogar Spass gemacht, sodass ich das vlt auch mal auf einem Turnier spielen werde, wenn ich die Timespiral raus und dafür die Past in Flames hinzugefügt habe. Time will tell.

Der Schizzo ist auf jeden Fall weiterhin dem Legacy verfallen und wir lesen uns spätestens nach dem 11. November wieder, denn da findet das nächste Turnier in Dinslaken statt. Wir sehen uns hoffentlich vor Ort.

  • Netter Roadtrip hat Spaß gemacht zu lesen.

  • Als wir das nette Angebot sahen, für 11€ 48h lang beliebig viel Metro zu fahren, nahmen wir dieses direkt an. Wieso gibt es sowas nicht im Ruhrgebiet

    Weil sie es können. Dieselbe Frage stellte ich mir, als wir aus München zurückkamen. Dort gibt es ein ähnliches Angebot. Nur der VRR darf es sich eben erlauben. Es fahren ohnehin genügend Leute mit. Schokoticket ist die Oberrevolution.

    @Frau mit Platzreservierung: ist mir aber original so mit einem Rentner in München auch so gegangen. Als ich ihn dann durch die Menge gewunken habe „dann bitte nach ihnen“ meinte er auch so was von frech werden. Solche Leute muss es glaube ich geben. Warum, keine Ahnung, aber sonst würden wir ja nichts zu erzählen haben… :)

  • Was ich noch fragen wollte, ist das wirklich so das Sideevents auf der World insgesamt mehr Plainswalkerpunkte geben als das Mainevent?

  • Lim_Dul:

    Da das Main-Event auf den Worls 0 Competitiv Punkte gibt – ja.

  • Nimis:

    Der interessanteste Beitrag den ich seit langem gelesen habe.

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