2010-07-11 19:55:14
Leverkusen 26.06 Metagame

Vor ein paar Tage ergab sich eine Diskussion, ob das Leverkusener Metagame wirklich so „random“ ist und voller Haufen, wie ich es gerne behaupte. Einige sind der Meinung, es wäre eher ein typisches Abbild der Legacyszene. Um das zu testen werde ich nun versuchen regelmäßig einen Metagame-Breakdown zu veröffentlichen, sowohl für die einzelnen Turniere, als auch dann in gewissen Abständen als Zusammenfassung.
Insbesondere möchte ich dabei ein Augenmerk auf die „Haufen“ legen. Anfangen werde ich mit dem Turnier vom 26.06.2010.

Fangen wir doch einfach mal an mit dem Ergebnis an:

  • 5:0
    Mono U Merfolk (Aggro)
  • 4:1
    UW Countertop Merfolk (Aggro-Control)
    Next Level Storm (Combo)
    Mono U Merfolk (Aggro)
    ProBant (Aggro-Control)
  • 3:1:1
    PainterFish (Aggro-Control)
  • 3:2
    Planeswalker Control (Control)
    URg Dreadstill (Control)
    Dredge (Aggro-Combo)
    Trix (Control-Combo)
    Goblins (Aggro)
    UR Control (Control)
    Dredge (Aggro-Combo)
  • 2:1:2
    4c Landstill (Control)
  • 2:2:1
    UW Fish (Aggro-Control)
  • 2:3
    Mono U Merfolk (Aggro)
    Mono B Control (Control)
    AggroGeddon Staxx (Prison)
    MBC Dark Depths (Control)
    Goblins (Aggro)
    Aggro Loam (Aggro-Control)
    Mono U Merfolk (Aggro)
    Spanish Threshold (Aggro-Control)
  • 1:3:1
    Mill (Mill)
    Landstill (Control)
  • 1:4
    Mono U Merfolk (Aggro)
    Survival Elves (Aggro)
    Hypergenesis (Combo)
    BGu Control Dark Depths (Control)
  • 0:3:2
    GW Turbofog (Mill)
  • Wie man sehen kann, habe ich die Listen direkt in Kategorien eingeteilt. Bei einigen kann man sich sicherlich streiten. Zum Beispiel die PainterFish Liste, die durch die Painter Combo zu Combo gezählt werden kann, durch Vial plus Creaturen zu Aggro und durch Counter und Removal zu Control. Wie will man sowas nun einordnen? Oder die Dark Depths Listen. Es gibt sicherlich Dark Depths Decks, die darauf aus sind möglichst schnell in die Combo zu gehen. Wenn die Combo nun aber in eine Control Schiene gesteckt wird, dann ist sie eben nur eine Wincondition und folglich ist das Deck eher bei Control einzuordnen. Wenn ihr hier Verbesserungsvorschläge habt, bin ich euch sehr dankbar.

    Bildet man die Listen in einem Diagramm ab, kommt man auf folgendes Schaubild:

    Die 30 Teilnehmer haben insgesamt 75 Spiele gegeneinander gespielt, dabei gab es 4 Unentschieden. Schaut man sich nun an, wie oft welcher Typ gewonnen hat, kommt man auf folgendes Schaubild:

    Erkennbar ist, dass Mill wohl keine gute Wahl darstellt. Aber das ist keine große Überraschung. Ansonsten ist Control der einzige „Verlierer“, der vergleichsweise weniger gewonnene Spiele vorzuweisen hat. Allerdings ist die Winratio im Vergleich zu der Teilnahme sehr ähnlich, sodass man daraus nicht viel lesen kann. Kein Archetyp ist laut diesem Turnier besonders stark oder schwach.

    Schaut man sich dagegen nur die Top8 an, bekommt man Folgendes:

    Klar ersichtlich ist der Anstieg an Aggro-Control Decks und Combo Decks gegenüber dem Rest des Feldes. Natürlich ist die Stichprobe sehr gering, sodass man die Zahlen nicht überbewerten sollte. Im Laufe der Zeit, wenn sich einige Turniere angesammelt haben, sollte dann eine Statistik herauskommen, die wesentlich mehr Aussagekraft besitzt.

    Kommen wir nun zum zweiten Teil. Wie haben sich die „Haufen“ geschlagen. Auch hier ergab sich wieder die Problematik, welche Decks man nun als Haufen bezeichnet und welche nicht.
    Gerade im Legacy-Turnier-Bereich gibt es einige Decks, die immer wieder auftauchen, aber keine große Rolle beim Deckbau spielen. MBC zum Beispiel. Auch gibt es häufig Spieler, die einfach ihr Standard oder Extended Deck mitnehmen. Um auf einen vernünftigen Konsens zu kommen habe ich mich dazu entschieden, dass ich 2 Kategorien benutze.
    Da wären zum einen die typischen Legacy Decks, die man dutzendfach im Deckcheck sehen kann und bei denen man sagen kann, dass bis auf einzelne Cardchoices das Deck das Gleiche ist. Diese Decks zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie regelmäßig gute Plazierungen abliefern, natürlich auch dadurch „geschuldet“, dass sie häufig gespielt werden. Typische Legacy Tier 1+2 Decks, an die man immer denken muss, wenn man sich ein Deck baut.
    Zum anderen wären dann die „Haufen“, zu denen ich alles Andere zähle. Eigenkreationen, Deck-Portierungen aus anderen Formaten und der Umbau eines Decks, sodass etwas untypisches entsteht. Außerdem zähle ich hier auch die Decks zu, die man zwar häufiger auf Legacy Turnieren sieht, aber meist keine guten Plazierungen abliefern.

    Hier mal die gleichen 3 Diagramme, aufgeteilt auf diese 2 Kategorien:



    Wie man sehen kann, ist die Anzahl an Haufen relativ groß, 43% ist definitiv eine Ansage. Sie gewinnen im Vergleich zu den typischen Legacy Decks zwar weniger Spiele und sind in der Top8 weniger stark vertreten, spielen aber auch da eine ganz gute Rolle.

    Was bleibt sonst noch zu sagen? Ja, in Leverkusen rennen viele Merfolk Decks herum. Mehr werden wir dann in den nächsten Wochen sehen, wenn ich weitere Turniere aufbereiten kann. Vielen Dank an dieser Stelle an Arno, der mir die Daten zur Verfügung stellt und Norbert, durch den das Turnier überhaupt zu Stande kommt.

    Wenn ihr Vorschläge zur Aufbereitung habt, immer heraus damit. Ansonsten freue ich mich auf eure Meinungen und bin gespannt, ob das nur für Leverkusener Spieler interessant ist, oder ob auch andere Wissen daraus ziehen können.

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