Archiv für den Monat: September 2014

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Two-Colour Madness in Week One

WotC Wallpaper – Bear Punching

Hi Leute und herzlich willkommen zu meinem Blog „Seventy-five Slots“!

Wie ihr an der gähnenden Leere hier feststellen könnt, handelt es sich um den ersten Eintrag. Erlaubt mir daher, mich kurz vorzustellen.
Hinter meinem Nick „Netdeck Nico“ verbirgt sich der Name Nicolas. Ersten Kontakt mit Magic: The Gathering hatte ich bereits im Jahr 2003, als ich noch die Schulbank drückte. Um es etwas genauer auszudrücken, meine ersten Karten stammten aus der Hand eines Freundes, danach aus einem Starterset des Hauptsets 8. Edition. Kurz darauf folgte die Erweiterung Mirrodin, die sich übermäßig stark mit den bis dahin mono-braunen Artefakten beschäftigte. Dem Begriff „Mono-braun“ trauerte ich übrigens nie nach, da ich den Wandel nicht bewusst miterlebt habe 😉
Man kann sich vorstellen, dass ich vor rund 11 Jahren ausschließlich Küchentisch-Magic gezockt habe. Friday Night Magic stellte zwar eine aufregende Option dar. So richtig erfolgreich war ich mit meinem rotweißen „Deck“ jedoch auch nicht. Die Vielzahl an Elfen aus dem Aufmarsch Block waren sowieso ein viel spaßigerer Decktyp für Spiele unter Freunden. Spulen wir also vor ins Jahr 2011. Innistrad steht mit seiner schaurig-schönen Fratze vor der Tür und aus irgendeinem Grund beende ich meine beinahe militante Magic-Pause, die seit dem Set Zeitspirale (Ende 2006) anhält. Es folgen drei aufregende, Constructed-lastige Jahre voller Red Deck Wins, Naya Pod, Junk Aristocrats, RG Monsters und Mono Black Devotion (okok, und weniger kompetitive Werwolf Decks zu Anfang, ich geb’s zu). FNM-Events im Standard Format und Prerelease-Veranstaltungen sind (bis heute) meine Favoriten. In den letzten Wochen und Monaten nahm ich aber auch regelmäßig an einer privaten Draft-Runde teil, was mich einige Lektionen über das Draften, die Beurteilung von Karten in einem gewissen Kontext und Limited-Gameplay gelehrt hat und sicher auch noch lehren wird.
Nichtsdestotrotz lege ich meinen Fokus nach wie vor auf Constructed Formate. Über das letzte Jahr lieb gewonnen habe ich die allseits beliebten Stars Modern und Commander. Letzteres sei hier vernachlässigt, der Blog heißt schließlich „Seventyfive Slots“ und nicht „Shuffle99“.

Obwohl ich aufgrund zwei Pro Tour Qualifiers (für Pro Tour Khans of Tarkir) und eines Grand Prix Trials einiges über das Format Modern sagen möchte, soll es heute um Standard gehen. Das erste Friday Night Magic-Turnier im brandneuen Format steht im Magic-Laden meines Vertrauens an und ich habe im Vorfeld einige Decklisten getestet. Am Wochenende fanden außerdem zwei Turniere des Veranstalters Starcity Games in den USA statt, bei denen viele neue Kreationen bestaunt werden konnten. Das soll unsere eigenen Schöpfungen aber nicht stören! Während alle die neuen, dreifarbigen Karten besabbern, will ich mich auf stabile Manabasen konzentrieren, die aus höchstens zwei Farben bestehen.
Es handelt sich übrigens nur um mögliche Ansätze, also nehmt, was ihr brauchen könnt, und ändert es nach Belieben ab. Falls vorhanden, sind die Sideboards natürlich ebenso experimentell. Was euch im jeweiligen Meta erwartet, ist vor allem jetzt schwer zu sagen.

Bw Aggro

Schwarz bietet mit Thoughtseize und Hero’s Downfall auch nach der Rotation zwei der stärksten Karten im Format. Dank des neuen Bloodsoaked Champion aus Khane von Tarkir müssen wir uns auch keine Gedanken mehr machen, ob acht One-drops in einem Aggro-Deck reichen. Wie das Wochenende gezeigt hat, wird Sorin 3.0 ebenfalls hoch gehandelt. Was liegt also näher, als einer profanen Mono Black Aggro-Liste einen Weiß-Splash zu verpassen?

Zusammen mit Thoughtseize verfügen wir über 14 Turn one plays. Gefolgt vom Neuzugang Mardu Skullhunter üben wir den nötigen Druck auf den Gegner aus. Spiteful Returned und der Herald of Torment sind flexible Karten, die auf zwei unterschiedlichen Punkten der Kurve gespielt werden können. Pain Seer soll uns Karten ziehen, wenn uns die Luft ausgeht. Aufgrund der relativ hohen Kurve wird er in diesem Deck jedoch etwas weniger glänzen. Der neue Sorin dient als Mädchen für alles. Wollt ihr ein Race gewinnen, pumpt er euer Team und euren Lebenspunktestand (bis zu eurem nächsten Zug, wohlgemerkt!). Braucht ihr noch eine Kreatur, um die letzten paar Schaden durchzudrücken, schenkt er euch einen Vampir.
Der Weiß-Splash kann sicherlich noch mehr ausgenutzt werden. Die Manabasis ausschließlich für zwei Kopien von Sorin derart zu verändern, macht natürlich wenig Sinn. Sideboard-Optionen hat die Farbe Weiß erfahrungsgemäß aber mehr als genug!

BR Control: „Dragons!“

Vor vielen Monden gab es auf der Pro Tour Theros mit dem „Demons and Dragons“ Deck einen interessanten Ansatz zwischen all dem Devotion-Gedöns. Dank dem neuen Stormbreath Dragon Sarkhan können wir den Verlust von Desecration Demon ausgleichen.

Was diesem Deck fehlt, ist leider das Premium-Removal für zwei Mana.Doom Blade und Dreadbore sind Geschichte, an die Bile Blight nicht rankommt. Wir müssen uns also anders behelfen. Voll auskosten können wir Anger of the Gods, da wir selber nur über vier Kreaturen verfügen, die den Anger auch noch überleben würden. Insgesamt handelt es sich bei diesem Deck um eine Zusammenstellung aus Removal, Card Draw, Disruption und Finishern. Die neuen Delve-Karten setze ich bewusst mit Vorsicht ein, da sie für ihre normalen Kosten eindeutig zu ineffizient sind. Fetchlands eilen hier allerdings etwas zur Hilfe. Die richtige Balance zwischen Thoughtseize und Despise muss je nach Meta gefunden werden. Ich bin allerdings der Ansicht, dass es sich um ein Kreaturen- und Planeswalkerlastiges Format handelt, in dem man für die Verwendung von Despise belohnt wird (mit zwei Leben pro Discard). Noch dazu müssen keine lästigen Sphinx’s Revelation aus der Hand des Gegners entfernt werden, sofern Control in den ersten Wochen überhaupt präsent ist.

BG Midrange: „The Rock“

Vermisst noch jemand Scavenging Ooze? Auch dieses Deck könnte ein bis zwei Doom Blades vertragen, jedoch wollte ich versuchen, drei der besten Standard-legalen Karten zu verkuppeln: Thoughtseize, Hero’s Downfall und Courser of Kruphix.

Reaper of the Wilds war schon immer eine mehr als solide Karte, hatte im 4-er Slot jedoch stets zuviel Konkurrenz. Ähnlich wie das RB Midrange Deck versucht The Rock den Gegner mit Disruption und Removal zum Stolpern zu bringen. Courser of Kruphix hilft beim Blocken, Überleben und der Card Selection. Wenn der Weg frei ist, machen Nissa, Worldwaker und Reaper of the Wilds kurzen Prozess. Rakshasa Deathdealer ist eine effiziente Karte aus der neuen Edition, jedoch bin ich nicht sicher, ob wir das Mana kontinuierlich für ihn übrig haben. Was in diesem Deck leider fehlt, ist die Synergie zwischen Courser und Fetchländern. Aufgrund der vielen Aggro Decks in den ersten Wochen eines neuen Standard Formats will ich allerdings keine Off-Colour Fetchies hinzufügen. Murderous Cut sollte zum richtigen Zeitpunkt auch ohne spielbar sein.

GR Monsters: Eine Renaissance

Im Sinne der stabilen Manabasen geht es weiter mit einem alten Bekannten. Nach der Evolution von GR über Jund bis zu (wenig gespielten) RGu-Varianten, kann dank des opulenten Mana-Fixings in Standard immer noch jede beliebige Variante gespielt werden. Ich habe mich mit der am wenigstens bunten Version auseinandergesetzt:

Bezüglich Fetchland-Courser-Synergie können wir hier aus dem Vollen schöpfen. Sechs Fetchländer bedeuten aber auch, dass wir zwischen Courser und Scry-Effekten ohne großen (Zeit)Aufwand die richtige Sequenzierung finden müssen. Neben der starken Manabasis bietet dieses Deck auch den gewohnten Ramp von einem auf drei oder von zwei auf vier Mana. In beiden Fällen solltet ihr im vierten Zug einen 5-Drop legen können.
Da Elvish Mystic als Beschleuniger recht anfällig ist, habe ich mich im zweier-Slot für Sylvan Caryatid über Rattleclaw Mystic entschieden. Zusammen mit Courser sind wir damit weniger anfällig gegen Rabblemaster-Decks. Boon Satyr war in dieser Liste einmal Fanatic of Xenagos. Auch wenn dessen Tribut-Modi relativ nah beieinander liegen (was eine Opponent’s Choice-Karte spielbarer macht), konnte er dennoch nicht ganz überzeugen. Ashcloud Phoenix ist mit seiner Evasion, dem built-in Überlebensmodus und dem Schadenseffekt beim Aufdecken sehr geeignet, gegnerische Elspeth, Sun’s Champions zu verkloppen. Jedoch sollte man gegen die weiße Planeswalkerin nicht alle fetten Monster aufs Feld legen. Stormbreath Dragon, Nissas Elementare und Polukranos (Polukrani? Polukranossi?) sterben gegen eine Elspeth immer noch denselben Tod.
Ich habe auch überlegt, Goblin Rabblemaster mit ins Deck aufzunehmen. Dieser braucht jedoch Unterstützung in Form eines Schwarms an kleinen Kreaturen oder stinknormales Removal, um Schaden durchzudrücken. Beides bringen wir in diesem Deck nicht auf. Die ersten ein bis drei Züge werden quasi immer dafür verwendet, ins Midgame zu kommen, anstatt anzugreifen. Sobald ein Polukranos o.ä. liegt, verfügt auch die Premium-Heiße Glut Crater’s Claws über mehr Power. Es dient als Antwort gegen Siege Rhino, gegnerische Drachen, oder auch als Finisher bei einem niedrigen Lebenspunktestand des Gegners.
Das Sideboard liefert Antworten gegen Götter (Unravel the Aether) , Control (Chandra, Pyromaster, Hammer of Purphoros), gegnerische Midrange-Decks (Nessian Wild Ravager, Bow of Nylea) und Aggro-decks (Magma Spray, Anger of the Gods).

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug in die Welt der gilden-farbigen Decks gefallen und freue mich über Kommentare und Anregungen! Viel Spaß im neuen Format und scheut euch nicht, zu Anfang ein paar verschiedene Decks auszuprobieren! :)