Archiv für den Monat: Oktober 2014

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Limited Lullaby: KTK Booster #1

Willkommen zurück, liebe Leser!

Wie ihr schon messerscharf aus der Überschrift geschlossen habt, geht es heute um 40-Karten Formate! Offensichtlich möchte NetdeckNico ein bisschen Abwechslung in seinen Blog bringen, da sind ein paar rumliegende, ungeöffnete Khans of Tarkir Booster nämlich wie dafür gemacht =) Um hier nicht nur über Constructed zu palavern, führe ich diese (erstmal regelmäßige) Serie ein, in der ich alles mögliche, was mit Limited zu tun hat, diskutieren kann. Die Posts werde ich auch eher knapp halten, so dass man sie auch mal schnell zwischendurch lesen und sich hinterher selbst Gedanken machen kann. Heute geht es direkt los mit einer Booster-Diskussion. Ich hoffe, ich kann ein paar Gedanken an euch herantragen, die einen Draft vielleicht von einer etwas anderen Seite betrachten. Ich war so frei und habe beim nachfolgenden Bild Spielstein/Werbe-Karte und Standardland weggelassen. Die Booster an sich sind allerdings unverändert und in keiner Weise von mir konstruiert oder manipuliert. Viel Spaß!

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Klick! Für größer=)

Schaut euch das Bild an und denkt ein bisschen nach, was ihr nehmen würdet, wenn dies der erste Pick vom ersten Booster in einem Draft wäre. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch durchlesen, was ich mir in diesem Fall für Optionen überlegt habe. Klar, in der Realität hat man nicht annähernd soviel Zeit, um einen Booster derartig zu analysieren, jedoch ist es gerade deswegen interessant, das Thema einmal ohne Zeitdruck anzugehen. Denkt daran, dass ich Constructed-Fan bin, meiner Meinung zu Limited-Fragen ist also nicht 100%-ig zu trauen! Kommentiert also eifrig und diskutiert mit mir! Die Reihenfolge der verschiedenen Möglichkeiten ist übrigens vollkommen willkürlich und stellt keine Hierarchie dar.

Vorgeplänkel…

Die Rare sieht schonmal ziemlich janky aus. Der Jeskai Charm ist aufgrund seiner farbenfrohen Natur auch kein First Pick. Auffallend sind zwei Themen im Booster: Delve (Hooting Mandrills, Bitter Revelation, Treasure Cruise) und Control (Set Adrift, Treasure Cruise, Briber’s Purse, Bitter Revelation).

Option 1) SelectShow

 

Option 2) SelectShow

 

Option 3) SelectShow

 

Option 4) SelectShow

 

Meine Pick-Reihenfolge SelectShow

 

Das wars auch schon wieder! Was würdet ihr picken? Wo stimmt ihr mir zu? Was seht ihr anders? Kommentiert schön und wir lesen uns bald wieder =)

Savage-Knuckleblade-MtG-Artwork

It’s Evolution

Hello again, liebe Constructed-Freunde!

Vor rund zwei Wochen fand das FNM Double Feature statt, von dem ich bereits teilweise berichtet habe. Heute folgt ein Resümee zu meinem Standard Deck und ich erkläre, wie ich es im Angesicht des aktuellen Metagames entwickelt habe. Standard ist und bleibt mein Lieblingsformat, weshalb ich auch froh bin, dass ich an den letzten beiden FNMs und dem Game Day Khans of Tarkir teilnehmen konnte. Etwas detaillierter kann ich nur über die Matches am Game Day berichten, da ich mir keine Notizen gemacht habe und die Erinnerung an den Game Day noch am frischesten ist. Daher werde ich zu den zwei FNMs davor eher auf die gespielten Match-Ups eingehen. Falls ich bei den Match-Berichten irgendwelche Tatsachen verdrehe, bitte melden!

Das Standard-Turnier des Double Features am 3.10.2014

Ich habe ja im Vorfeld schon einige Brews vorgestellt und mich dann ziemlich eindeutig für GR Monsters entschieden. Das hatte mehrere Gründe:

  • DRACHEN!! okok, ich meinte natürlich ernsthafte Gründe:
  • Stabile Manabasis: Da GR Monsters im Gegensatz zu vielen aktuellen Kreationen nur zwei Farben beinhaltet, und wir in Wooded Foothills sogar ein on-colour Fetchland nutzen können, wäre eine noch bessere Manabasis nur in einfarbigen Decks möglich.
  • Solides early game: Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix helfen uns, gegen Aggro zu stabilisieren. Außerdem dienen Elvish Mystic und Caryatid zum Beschleunigen von 1 auf 3 bzw. von 2 auf 4 Mana.
  • Hohe Dichte an Bedrohungen: Lässt man die Mana-Beschleuniger außer Acht, hält man mit GR Monsters ein Deck in den Händen, bei dem jeder nicht-Land Top-Deck unser Gegenüber weiter in Bedrängung bringt. Zwischen verschiedensten Planeswalkern und hastigen Drachen greifen wir den Gegner darüber hinaus aus unterschiedlichen Richtungen an.

Das Deck:

Ich war fast zufrieden mit der Liste, die ich vor ein paar Wochen vorgestellt habe. Boon Satyr hat mich jedoch nicht beeindruckt. Was gefehlt hat, war eine Kreatur, die weniger als 3 Mana kostet und den Gegner unter Druck setzt, falls ich mal keine Mana-Beschleuniger parat habe, oder diese vom Gegner beseitigt werden. Heir of the Wilds war Rettung in letzter Sekunde! Er kann sorglos durch Caryatide und Courser preschen und macht sogar einen Schaden mehr, wenn wir einen Fattie liegen haben. Inzwischen gibt es Heir sogar als Promo! Perfekt! Das Sideboard ist bis auf eine Karte recht selbst erklärend. Barrage of Boulders ist meine Antwort auf Hornet Queen und ein Mittel, um gegen andere Midrange Decks einen Board-Stall zu lösen.

Die Match-Ups:

Runde 1: Adrian mit Esper Control 1-2
Monsters gegen Control. Ein Match-Up, das ich schon sehr oft genießen durfte. (ich weiß nicht einmal mehr, ob ich „genießen“ hier ironisch meine) Gegen Control gibt es eine Grundregel zu befolgen: nicht zuviel auf’s Board schmeißen. Spiele wie gegen Esper sind für mich ein Drahtseilakt zwischen genügend Druck ausüben und nicht in den Wrath reinspielen. Control ist zwar durch den Verlust von Sphinx’s Revelation und Supreme Verdict ziemlich abgeklatscht worden. Die Kombination aus Thoughtseize, Spot Removal, Countern und Wraths in Form von End Hostilities funktioniert aber noch immer. Gegen Midrange wirkt außerdem Ashiok, Nightmare Weaver wahre Wunder. Da ich weder Hero’s Downfall, noch Thoughtseize zur Hand habe, muss ich auf Ashiok einprügeln, um zu verhindern, dass dieser mir meine eigenen Courser of Kruphix oder Polukranos, World Eater in den Weg stellt. Das gibt dem Control-Spieler Zeit, mit meinen Bedrohungen fertig zu werden und über Dig Through Time die Kontrolle zu erlangen. Der Schlüssel zum Erfolg ist also, über möglichst eine einzelne Bedrohung früh Druck aufzubauen, diese(n) Kreatur/Planeswalker zu beschützen oder – bei plötzlichem Ableben meiner Bedrohung – sofort etwas nachzulegen.

Runde 2: Phil mit Gb Devotion 2-1
Für Midrange-Liebhaber wie mich ist Gx Devotion inzwischen ein bescheidenes Match-Up. Wenn der Devotion-Spieler den richtigen Mix aus Ramp und Fatties zieht, kann er schneller, größere Kreaturen als ich legen. Der kürzlich angezogene Hornet Queen – Hype tötet dann auch die letzte Hoffnung in mir, meinem Gegner jemals direkten Schaden zuzufügen. Polukranossi und Stormbreath Dagons sterben alle jämmerlich an einem Bienenstich. Sämtliche Devotion-Decks haben jedoch mit dem „wrong half of the deck“-Syndrom zu kämpfen. Ziehen Sie nichts außer ihrer 12 Beschleunigungs-Kreaturen, lache ich mir ins Fäustchen!

Runde 3: Franziska mit GB Midrange 2-0
Keine Devotion-Liste und auch sonst kein typisches Deck, jedoch muss ich mich auch hier beeilen, die gegnerischen Lebenspunkte zu reduzieren, bevor Garruk, Apex Predator oder Nissa, Worldwaker die Party sprengen.

Runde 4: Raimund mit Sultai Delve/Sidisi Whip 0-2
Ähnlich wie Gx Devotion ein kleines Angst-Match-Up für mich. Noch dazu beherrscht Raimund das Deck mit tödlicher Präzision. Die Mechanik Bestow lässt mich via Herald of Torment und Nighthowler alt aussehen. Die schlimmste Karte ist in diesem Deck für mich aber Whip of Erebos. Den Lifegain kann ich meist nicht racen während mich die wiederholbare Reanimation gepflegt aus-grindet. Kombiniert mit Brain Maggot für frühe Hand-Disruption und oft auch Hornet Queen für späteres Kopfzerbrechen, ist dieses Deck eine starke Wahl für ein Metagame voller Midrange Decks.

Zwischenstopp

Dieses FNM besaß leider zu wenig Aussagekraft, um bahnbrechende Veränderungen an meinem Deck vorzunehmen. Andererseits stand zwei Wochen darauf ein Standard-FNM UND ein Game Day an. Erfahrungsgemäß ist jeder scharf auf die Spielmatte des Game Days (Spoiler: ich bin wieder knapp vorbei geschrammt), weswegen ich mit einer höheren Dichte an Top-Decks und fein-säuberlich gebastelten Eigenkreationen rechne. Was sind also die „Decks to Beat“ nach der Pro Tour? Obwohl die Top 8 der Pro Tour Hawaii mit einem Control Deck, zwei Midrange Decks, drei Aggro Decks und einem Combo Deck (!) so divers wie noch nie war, gibt es Decks, auf die man auf jeden Fall vorbereitet sein muss:

  • Jeskai Fireworks: Ein Deck, das mit Seeker of the Way into Goblin Rabblemaster zuweilen sehr aggressiv ist, aber auch mal drei Runden lang mit Scry-Lands rum-durdeln kann. Um zu überleben, brauchen wir Antworten auf die frühen Kreaturen und einen Plan gegen den Burn im späteren Spielverlauf.
  • Abzan Midrange aka „Removal und Rhinos“: Thoughtseize kann man im aktuellen Format schlecht beantworten (außer durch Redundanz im eigenen Deck), für die ganzen Siege Rhinos und Planeswalker sollte man allerdings einen Plan haben.
  • UWx-Control, nein… UBx..? UB? Control hat sich nun – wie bei jeder Rotation – mental wieder gesammelt und taucht auf als… Blau-Schwarze Version! Klar, via Perilous Vault, Pearl Lake Ancient und Jace’s Ingenuity bzw. Dig Through Time im Endstep des Gegners zu spielen macht Spaß, aber ich halte dieses Deck aufgrund der fragwürdigen Balance von Spot Removal und Sweepern und aufgrund der Qualität seiner Sweeper (Vault und Aetherspouts) für eine Metagame-Choice für die Pro Tour. Kann aber auch sein, dass ich mich täusche und dieses Deck in Honolulu nicht nur over-performed hat.
  • Jeskai Ascendancy Combo: Was soll man dazu sagen? Nach langer, langer Zeit existiert ein Combo-Deck in Standard und platziert auch noch einen Spieler in die Pro Tour Top 8. Aufgrund der vielen Karten, die man während der Combo zieht, sollte es niemanden überraschen, dass auch Luis Scott-Vargas Ascendency gezockt hat. Hat der Gegner eine Möglichkeit, die Mana-Kreaturen abzustellen, scheint dieses Deck aber zu fizzeln. Dem Combo-Spieler Flood oder Screw für ihn und drei nachfolgende Generationen zu wünschen, funktioniert zwischendurch aber auch. (Just kidding)
    By the way: Top 8-Mitstreiter Lee Shi Tian versuchte mit einem originellen Decknamen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf gewisse, ernste Ereignisse zu ziehen, hier in aller Ausführlichkeit nachzulesen.
  • Goblin Rabblemaster im Allgemeinen: kein Deck, aber dennoch… Ob in Mono-Rot Sligh, Mardu Midrange, Temur Aggro oder Jeskai Fireworks, der hibbelige Goblin lauert im Moment überall, weshalb man generell darauf eingestellt sein sollte – billiges Removal oder effiziente Kreaturen, gepaart mit etwas Lifegain sind nur zwei der Möglichkeiten.

Pro Tour vorbei, T2 und Game Day stehen an, was tun!?

Eine gewisse Zeit lang dachte ich, ich müsste vernünftig sein und ein zweifarbiges Deck spielen… aber wisst ihr was? Drauf geschissen!

Savage Knuckleblade - MtG Artwork

Statt langweilige Änderungen an meiner GR-Liste durchzuführen, fing ich an, Savage Knuckleblade zu testen. Bei den Star City Games Turnieren am Anfang der Saison und den TCG Player Turnieren danach waren bereits einige Temur-Listen am Start. Allgemein anerkannte starke Karten, die aber bisher nicht ausreichend Feature-Match-Licht genießen konnten, sind besagter Yeti/Oger (?), Temur Charm und Stubborn Denial. Die Shell habe ich bereits zur Hand, wie könnte also ein Temur Deck aussehen? Grundsätzlich sehe ich zwei Möglichkeiten: ein Midrange-Ansatz à la GR Monsters oder ein Tempo-Ansatz à la Jeff Hoogland. Aufgrund von Hooglands soliden Brews und den regelmäßigen Satire-Artikeln war ich von The Meadery in letzter Zeit übrigens sehr begeistert. Temur-Tempo war mir dann aber für einen Deckwechsel kurz vor knapp doch etwas zu risky. Dabei stößt mir vor allem die Mana-Base sauer auf. 10 Pain lands und 4 Fetch Lands stellen ein Risiko dar, das man auf sich nehmen wollen muss. Für das FNM am 17.10.2014 packe ich daher folgende 75 Karten ein:

Das Standard FNM am 17.10.2014

Runde 1: Bertil mit Rabble Red 0-2
Zwei recht lineare Spiele, bei denen ich immer hinten dran bin und Rabble nicht abstellen kann. Um gegen Aggro gut da zu stehen, brauche ich für gewöhnlich Turn 1 Elvish Mystic und Turn 2 einen Blocker, wie z.B. Sylvan Caryatid oder Courser of Kruphix. Ist aber der Sligh-Spieler on the play und legt im zweiten Zug auch noch zwei One-Drops, bringt er mich schwer in Bedrängnis.
Tournament Record 0-1

Runde 2: Dominik mit WB Aggro 2-0
Hierbei handelte es sich um eine WB Aggro Heroic Liste mit Ordeal of Erebos,  um dem Gegner die Luft zu nehmen. Dank Schnappatmung kann ich jedoch zweimal überleben und mit meinen Hydren und Drachen zurückschlagen. Generell gilt auch hier, früh die Defensive aufzubauen. Zusätzlich sollte ich tunlichst mein Mana nutzen, möglichst viele Karten auszuspielen, um sie vor dem Discard zu retten.
Tournament Record 1-1

Runde 3: Henry mit Jeskai Fireworks 2-1
Im ersten Spiel werde ich klassich ausgebrannt, in den anderen beiden Games kann ich aber zuviele Threats legen und hole mir das 2-1. Mantis Rider ist ein riesiger Mittelfinger für alle Midrange Decks ohne Arbor Colossus. Daher muss Stormbreath Dragon ab und an auch mal Zuhause bleiben, wenn ich ihn gegen Jeskai ausspiele. Auch wenn Jeskai ein aggressives Deck ist, muss man hier jedes Zeitfenster nutzen, die gegnerischen Lebenspunkte zu reduzieren. Alternativ zieht der Gegner keine Draw-spells wie Dig Through Time und man muss „nur“ noch eine Materialschlacht gewinnen, bei dem nur einer der beiden Spieler über Brennzauber verfügt. Mit Stubborn Denial im Maindeck kann man als Monster-Beschwörer aber beruhigt ein oder zwei Threats legen und darauf warten, dass der Gegner zuerst zuckt und z.B. für Sarkhan, the Dragonspeaker austappt. Als jemand, dessen liebste Phase des Zugs die Kampfphase ist, weiß auch ich nun endlich Counterspells zu schätzen!

Runde 4: Andreas mit Jeskai Ensoul 0-2
Es endet, wie es begonnen hat. In zwei schnellen Games habe ich Mantis Rider und einige Goblin Rabblemaster vor der Nase, die ich erneut nicht abstellen kann. Es gilt dasselbe, wie vorhin schon über Rabblemaster verkündet: beantworten oder es tötet euch.
Tournament Record 2-2.

Der Game Day

Nach dem erneut mittelmäßigen 2-2 Ergebnis fällt mir auf, was ich beim Deckbau falsch gemacht habe. Die Manakurve der Kreaturen ist passend, jedoch fehlt mir bei den Spells die frühe Interaktion, um gegnerische Rabblemaster oder Mantis Rider zu töten. In Anbetracht der Tatsache, dass ich gerade gegen vier Aggro-Decks antreten musste, eine angebrachte Erkenntnis. Ein paar Anpassungen später bin ich mit folgendem Deck so zufrieden, wie lange nicht mehr:

Nochmal zwei Worte zum Deck… ok, drei…

Meine Temur Monsters-Kreation spielt sich zum Teil wie GR Monsters mit Splash für Savage Knuckleblade und Stubborn Denial (plus einige Karten aus dem Sideboard). Man kann entweder Threat nach Threat legen und den Gegner einfach überrennen (falls man kein End Hostilities fürchten muss), ODER einen einzelnen Threat legen, diesen beschützen und zum Sieg reiten. Der Klan-Charm musste leider für die billigeren Lightning Strikes weichen, die auch dann etwas ausrichten können, wenn ich zeitweise keine Kreaturen rumliegen habe.

Die Game-Day Matches

Runde 1: Raimund mit Sultai Delve / Sidisi Whip 2-1
Ein bekanntes Gesicht! Glücklicherweise ist mein Match-Up mit Temur gegen das Friedhofs-Deck besser als mit GR Monsters. Knuckleblade sorgt für noch mehr Druck und Stubborn Denial kann lästige Karten wie die Whip of Erebos, Removal (Murderous Cut und Sultai Charm) oder auch die Enabler Commune with the Gods oder Kruphix’s Insight countern.
Das erste Spiel geht hin und her, bis ich schließlich das bessere Board habe und die letzten paar Schadenspunkte durchdrücken kann. Im zweiten Spiel habe ich zunächst die Oberhand, jedoch kann eine mit Herald of Torment verzauberte Sidisi, Brood Tyrant und ein Vanilla 6/6 Nighthowler das Spiel für meinen Gegner entscheiden. Im dritten Spiel kann ich mich voll ausleben, da die gefährlichste gegnerische Karte nur eine Brain Maggot ist. Diese hat einen Stormbreath Dragon geklaut, den ich aber später aufgrund erschlagender Boardpräsenz wieder bekomme. Mit der Hand voller Fatties ist das Spiel kurz danach vorbei.
Tournament Record 1-0.

Runde 2: Manuel mit Rabble Red (inkl. Howl of the Horde!) 2-0
Und wieder ein Aggro-Deck! Darauf bin ich vorbereitet, yay! In Spiel 1 bin ich unter 10 Leben, als ich mich fangen kann, gegnerische Kreaturen erledige und zurückschlage. Im zweiten Spiel verfüge ich über zwei Courser of Kruphix, was zugegebenermaßen gegen ein rotes Deck, wie in diesem Fall, etwas eklig ist. Schlechte Draws seinerseits helfen da nicht weiter. Ich töte seinen einsamen Monastery Swiftspear und er zeigt mir einen Trumpet Blast und ein Howl of the Horde auf seiner Hand, die mir zum Glück nicht das Gesicht einschlagen konnten.
Tournament Record 2-0

Runde 3: Adrian mit Esper Control 0-2
Am Anfang des Turniers habe ich noch überlegt, in welcher Runde ich denn oft das erste Mal verliere. Offensichtlich ist es die dritte. Game 1 muss ich Mulligan auf 4 nehmen. Ein bis zwei meiner Kreaturen stehen schließlich Ashiok und Elspeth gegenüber und ich schiebe zusammen, wohl wissend, dass ich noch zwei Runden innerhalb des Zeitlimits gewinnen muss. Im zweiten Spiel bringe ich Adrian auf 4 Lebenspunkte… bin dabei aber zu gierig. Ich pumpe Savage Knuckleblade anstatt das Mana für den lebensrettenden Bounce offen zu halten. In Anbetracht der Tatsache, dass meine Hand zu diesem Zeitpunkt aus Ländern und Mana-Kreaturen bestand, eine bescheuerte Entscheidung. Das Hero’s Downfall folgt im Zug darauf. Ein klassischer Spielfehler, der mich das gesamte Match kostet. Danach ziehe ich einige Runden lang nur Länder nach.
Tournament Record 2-1

Runde 4: Andi mit UB Control 2-0
Das erste Spiel gleicht einem Ressourcen-Austausch, wie er im Buche steht (nur in welchen Büchern?). Ich lege Kreatur nach Kreatur, die er zunächst einzeln töten kann. Durch meinen Ramp, meine soliden Top-Decks und gezielte Stubborn Denials behalte ich aber die Oberhand. Als ich in einer Runde einen Polukranos lege (den er neutralisiert) und einen Stormbreath Dragon hinterher schmeiße, hat er keine Antworten mehr und ich bringe es zu Ende. Im zweiten Spiel erlangt er nach einiger Zeit die Kontrolle und ich muss von gewöhnlichen Top Decks leben. Währenddessen kann ich dafür ein Jace’s Ingenuity und ein Dig Through Time countern. Als ich endlich ein Knuckleblade auf dem Feld habe und noch einen Drachen hinterherspielen kann, wird es spannend. Der Angriff wäre tödlich, er will daher eine Kreatur mit Hero’s Downfall erledigen. Ich kontere mit Denial. Mit seinen letzten zwei offenen Ländern spielt er ein Negate. Das zweite Denial auf meiner Hand gewinnt das Spiel und das Match!
Tournament Record 3-1

Runde 5: Thomas mit WB Aggro 2-1
Ein geübter Spieler, es handelt sich jedoch um sein erstes Standard Deck… und was für eins! Eine weiß-schwarze aggro-Hülle mit Soldier of the Pantheon, Thoughtseize, Athreos, God of Passage , Herald of Torment, einigen Kriegern und Brimaz, King of Oreskos. An das erste Spiel kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern, außer, dass es danach 1-0 für mich stand. Im zweiten Spiel baut Thomas ein riesiges Board auf, das aus knapp 10 Kreaturen, darunter auch ein aktiver Athreos und ein Brimaz, der mit einem Herald of Torment verzaubert ist. Den Brimaz kann ich zwar ein paar Runden lang mit einem Stormbreath Dragon aufhalten, jedoch bin ich schon auf nur 6 Leben und es reichen ein paar Angriffe mit dem gesamten Team für den Ausgleich. Das dritte Spiel war eher eindeutig. Im dritten Zug setze ich seinen drei One-Drops einen Polukranos vor’s Gesicht. Er kann ihn nicht abstellen, woraufhin ich Polukranos monströs werden lasse, zwei seiner Kreaturen töte und für 7 angreife. Eine Runde darauf folgt ein Sarkhan, the Dragonspeaker. Beide verlassen das Board nicht mehr und das Tag-Team fährt mir schließlich das 4-1 und nach den Tie Breakern den dritten Platz ein. Glückwunsch an Phil für seinen 5-0 Sieg und die verdiente Spielmatte!

An dieser Stelle auch ein Dankeschön an Bertil’s Spielwiese für einen wiederholt reibungslosen Ablauf des Game Days (und für den Cappuccino)!

Fin

Wie der Grand Prix Las Vegas am Wochenende gezeigt hat, bin ich nicht das einzige Temur Klan-Mitglied. Brian Kibler machte Top 16 mit dieser Liste. Diese gleicht aber eher einem Tempo-Ansatz á la Hoogland. Viele Länder, die ungetappt ins Spiel kommen und die Synergie aus Boon Satyr und Temur Charm (Mana offen lassen, gegnerische Sprüche neutralisieren oder Satyr legen -> Value) bestätigen, dass Kibler dem Midrange-Ansatz nicht so verfallen ist, wie ich. Bei nur vier Kreaturen mit der Fähigkeit Aufblitzen halte ich diese Spielweise aber für fragwürdig. Eine schnelle Suche ergibt, dass Satyr wohl leider auch die beste Karte für diesen Slot ist. Ich bleibe erst mal bei meinem „Homebrew“.

Puh, geschafft. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle noch ein oder zwei Decklisten diskutieren, die Standard eventuell noch aufmischen könnten. Nach dieser Wall of Text spare ich mir aber in diesem Fall die Worte und den kompetitiven Vorsprung noch auf 😉 Danke für’s Lesen und bis zum nächsten Mal!

953_futuresight

Modifying Modern

Hallo liebe Leser und willkommen zu meinem ersten Eintrag, der sich nur um Modern dreht!

Nachdem ich letzte Woche  mit vier verschiedenen Homebrews und einem Limited Turnierbericht meinem Nicknamen nicht gerade gerecht geworden bin, folgt am heutigen Tag eine relativ generische Modern-Liste. Die Idee für diesen Artikel besteht bereits seit gut einem Monat, da ich im August mein Glück auf dem Pro Tour Qualifier/World Magic Cup Qualifier-Wochenende in Hanau versucht habe und kurz darauf in Bertil’s Spielwiese auch noch ein Grand Prix Trial im Format Modern veranstaltet wurde. Das hier soll aber kein Turnierbericht werden, sondern eine Vorstellung des Decks, das ich nun seit über einem Jahr spiele, wann immer ein Modern Turnier in erreichbarer Nähe ist. Gegen Ende schaue ich mir außerdem ein paar Karten aus Khans of Tarkir und ihre Spielbarkeit in Modern an. Los gehts :)

Was ich in Magic besonders genieße, sind Midrange Decks und Kreaturen mit zusätzlichem Value. Da diese beiden Aspekte auch in Kombination noch kein Top Tier im non-rotating Format unserer Wahl ausmachen, wie wäre es mit ein bisschen Combo-Backup? 😉

Das Deck

Wie ihr seht, handelt es sich um die gute, alte Melira Pod Liste, die sich nicht mit der Archangel of Thune/Spike Feeder Combo aufhält, sondern ihre ursprüngliche Endlos-Kombo verfolgt. Neben dem logischen Austausch von Misty Rainforest für Windswept Heath sollte ich die Auswahl einiger einzelnen Karten vermutlich etwas näher erklären. Das Main-Deck habe ich unverändert (bis auf die Windswept Heath) bei dem PTQ in Hanau vor nun fast zwei Monaten pilotiert. Für den GPT ein paar Wochenenden später habe ich kleinere Änderungen am Sideboard  vorgenommen, hauptsächlich, weil ich mit viel Burn/Red Deck Wins gerechnet habe. Nach meinem niederschmetternden 1-7-1 Ergebnis auf dem PTQ (ja, ich habs bis zum Ende durchgezogen!), sind die nachfolgenden Erklärungen eher vor dem Hintergrund des GPTs zu sehen. Ergebnis war in diesem Fall 2-2. Gewonnen habe ich das Mirror Match und gegen Amulet Combo, unterlegen bin ich im Spiel gegen WG Hatebears und das besagte Burn.

Die Card Choices

  • Sin Collector im Main Deck: erst kürzlich hinzugefügt, wofür Linvala, Keeper of Silence ins Sideboard weichen musste. In meinem Modern-Meta spielt im Moment niemand Jund oder Splinter Twin, wofür sich die Linvala unter anderem lohnen würde. Dass dann aber außer mir noch zwei andere Melira Pod Decks antanzten, war natürlich etwas unpassend (für mich). Sin Collector findet gegen viele Decks ein Ziel und lässt sich auch leicht via Birthing Pod (durch Opferung einer Voice of Resurgence oder Wall of Roots) oder Chord of Calling finden. Sünden können eingesammelt werden von Burn, Control, BGx Decks, Storm, Living End, Ad Nauseam, UR Delver,… you get the idea.
  • Phyrexian Metamorph im Main Deck: Wird in vielen Listen rausgenommen für Linvala oder Restoration Angel, überzeugt mich aber immer wieder. Er ist nicht mehr so stark wie vor Änderung der Legendenregel, jedoch ist er oft die beste Kreatur auf dem Feld, beziehungsweise zusätzlicher Value durch Kopieren eines „Kommt ins Spiel“-Effektes. Außerdem gibt es eine „versteckte Kombo“ mit Reveillark, einer Opfer-Engine und der „Stärke 2 oder weniger“-Kreatur eurer Wahl: liegt der 4/3 Vogel auf dem Feld, kopiert ihr ihn mit Metamorph. Nun solltet ihr einen Viscera Seer und Sin Collector/Eternal Witness/Murderous Redcap/Orzhov Pontiff/Voice of Resurgence auf dem Feld haben. Opfert die gewünschte Kreatur (wir nehmen die Murderous Redcap) für den Viscera Seer, bis sie endgültig im Friedhof landet. Opfert nun den Lerchen-Metamorph und ihr dürft zwei Kreaturen mit Stärke 2 oder weniger aus dem Friedhof ins Spiel zurück bringen. Wir wählen die Murderous Redcap und den Metamorph selber. Die Redcap tut ihre Pflicht und schießt dem Gegner zwei Schaden, der Metamorph kopiert die Wecklerche. Repeat ad infinitum. This kills the opponent.
  • Restoration Angel im Main Deck: Vor langer Zeit einmal von Sam Pardee in Betracht gezogen, aber wegen Überfüllung des 4er Slots und allgemeinen Mangels an Überzeugung des Mehrwerts mehrmals zurückgewiesen. Vielleicht etwas redundant, wenn man an Metamorph denkt, aber Restoration Angel ist oft ein zweiter „Kommt ins Spiel“-Effekt einer Kreatur auf eurer Seite. Zugegebenermaßen sollte man nie Karten übermäßig preisen, deren Stärke von anderen Karten abhängig ist. Restoration Angel hat seine Qualität jedoch schon mehrere Jahre unter Beweis gestellt und ist außerdem eine fliegende Bedrohung für den Gegner, der ihn weder mit Abrupt Decay noch Lightning Bolt abstellen kann. Fein. Ein Mangel an Value-Kreaturen auf eurem Feld sollte übrigens kaum auftreten. Wenn doch, ist Resto auch gerne mal ein Überraschungs-Blocker und danach eine respektable Clock. Tick Tack.
  • Kor Firewalker im Sideboard: Hab mit Burn Decks gerechnet. Bin von Burn Deck verprügelt worden, ohne die Karte zu ziehen. 10/10 would sideboard in again.

Blick in die Zukunft

http://media.wizards.com/images/magic/daily/arcana/953_futuresight.jpg

Art by Dan Scott

Die passenden Fetchlands haben wir bereits im Maindeck bestaunen können, aber was bringt uns Khans of Tarkir an frischen, nicht-Land Karten? Und müssen wir irgendetwas fürchten, was seinen Weg von KTK ins Modern Format schafft? Da ein Großteil der Magic-Community im Moment das neue, bunte Standard Format feiert und ich bei meinen Recherchen auch nicht allzu viele Anregungen gefunden habe, sind meine Gedanken zu den neuen Karten im Folgenden natürlich mit Vorsicht zu genießen.
KTK kann die goldenen Karten aufgrund der Manakosten ziemlich pushen. Passenderweise gibt es einen Klan mit denselben Farben wie Melira Pod, jedoch ist meiner Meinung nach nur eine Karte dabei, die sofort in den 75 Slots des Melira Decks eine Heimat finden könnte:

Anafenza, the Foremost
Ah, Frischfleisch! Eine 3-Mana 4/4 Kreatur, die unsere Persist-Viecher zurücksetzt und gegnerische Pod-Decks hatet? Bittedanke! Fürs Main Deck find ich die Fähigkeiten insgesamt zu engstirnig, jedoch will ich sie im Sideboard auf jeden Fall ausprobieren.

Es gibt noch zwei weitere Abzan-Karten, die es dank ihres Powerlevels verdienen, im Kontext von Melira Pod zumindest einmal erwähnt und diskutiert zu werden:

Abzan Ascendancy
Kümmert sich um +1/+1 Marken? Check. Kümmert sich um sterbende Kreaturen? Check. Sofortiger Einfluss aufs Board? Check. Würde ich diese Karte im Maindeck spielen? Nein. Warum nicht!? Das schlagkräftigste Argument sind wohl die Manakosten: drei Mana muss man für die Verzauberung blechen. Ascendancy ist keineswegs überteuert, will aber so früh wie möglich gespielt werden. An diesem Punkt der Kurve wollen wir aber den Namensgeber des Decks, Birthing Pod, legen. Doof. Wie wäre es also mit der Verzauberung im Midgame, wenn wir eventuell schon ein bis zwei Persist-Kreaturen liegen haben? Wäre möglich, der Einfluss der Marken hält sich jedoch in Grenzen. Gavony Township macht den Job dann doch besser.
Insgesamt ist Abzan Ascendancy vielleicht einen Versuch Wert, wenn es gegen langsamere Decks mit viel Removal geht. Jund lässt grüßen. Bedenkt aber, dass ihr gerade einen ganzen Zug verschwendet habt, eine Verzauberung zu legen, deren Wert in jedem Spiel aufs neue ein unbekannter Faktor ist.

Abzan Charm
Hier tue ich mir mit der Einschätzung der Karte etwas leichter. Während alle drei Modi dieses Charms solide sind, sind sie im Deck nicht nötig:

  • Das Removal: alle wichtigen Kreaturen trifft auch Abrupt Decay für ein Mana weniger. Die „Exile“-Clause macht das leider auch nicht wett. Im Zweifelsfall hätten wir auch Anafenza aus dem Sideboard.
  • Der Card Draw: Echten Card-Draw haben wir zwar nicht im Deck. Die Fähigkeit, mit einer Kreatur und einem Pod mehrere, verschiedenartige Kreaturen aus der Bibliothek zu suchen, reicht uns aber völlig.
  • Der Combat Trick: Richtig angewendet, sicherlich Spiel-verändernd. Um Persist-Kreaturen zurückzusetzen, haben wir bereits Restoration Angel, Phyrexian Metamorph und Gavony Township.

Was bietet KTK sonst noch für Modern?

Jeskai Ascendancy
Einige von euch kennen die Karte und das dazugehörige Combo-Deck bereits. Allen anderen sei an diesem Punkt ein Artikel von Sam Pardee ans Herz gelegt, da ich den Aufbau und die Funktionsweise des Decks hier nicht diskutieren will. Fakt ist, dass dieses Deck (im Idealfall) in Standard im dritten und in Modern bereits im zweiten Zug gewinnen kann. Sam Pardee stand letzte Woche laut seinem Twitter-Account mit Jeskai Ascendency in Modern Daily Events 16-0. In Worten: Sechtzehn zu Null. Ob alle Gegner aus Verwirrung oder Frust angesichts der eher langwierigen Combo aufgegeben haben, ist nicht bekannt. Was wir wissen, ist, dass Wizards of the Coast (im Weiteren „WotC“) in der Vergangenheit das Modern-Format auf eine bestimmte Weise definiert hat. Dazu gehört auch die Eingrenzung oder zumindest scharfe Beobachtung von Combos, die vor dem vierten Zug gewinnen können. Zugegebenermaßen existiert bereits ein Deck, das dank Combo vor dem vierten Zug gewinnen kann (liebevoll „Griselcannon“ genannt); dieses ist aber nicht gerade stabil und die Chancen auf die perfekte Starthand sind auch eher gering. Sollte sich Ascendancy Combo als stabil genug erweisen, wird WotC auf jeden Fall ein Auge darauf werfen. Es beruht jedoch auf größtenteils fragilen Manakreaturen und einer Verzauberung, die von Abrupt Decay getroffen wird. Es könnte sein, dass wir im Moment nur dem Überraschungsfaktor verfallen und das Deck ganz schnell auf dem absteigenden Ast ist, wenn sich die Leute darauf vorbereiten. Andererseits gleichen 5-10 Minunten andauernde Combo-Züge mehr dem Spiel Solitaire als Magic: The Gathering. Demselben Umstand ist vor einiger Zeit auch das Eggs-Deck zum Opfer gefallen. Der nächste Grand Prix im Modern Format findet vom 14.-16. November in Madrid statt. Ich bin gespannt, ob wir davor oder danach einen Notfall-Ban seitens WotC sehen werden.

Treasure Cruise
In Legacy vor einer Woche der Durchbruch in UR Delver. Wird dem Format vermutlich auch nicht wieder den Rücken kehren. Neben Fetchlands und den gewohnt billigen Spells kann ganz Legacy den Friedhof schnell genug füllen, um aus dem Cruise ein Ancestral Recall zu machen. Übrige Cruises können auch bequem mit Brainstorm und Fetch weggemischt werden. UR Delver ist in Modern nicht ganz so stark. Gut möglich, dass sich das jetzt ändert. Als 2-3of könnte sich der Value Spell nicht nur in UR Delver wieder finden: Control (UWR, mit den Khanslaught-Fetchlands womöglich auch Esper) zieht gerne Karten und Combo (Scapeshift, Splinter Twin, Storm) sucht eifrig nach seinen Puzzleteilen.

Dig Through Time

Eine Alternative für die Control- und Combo Decks von Modern ist Dig Through Time. Den beiden Decks ist die Kartenselektion meist lieber als drei zufällige Karten von oben zu ziehen. In Standard haben einige Control Decks die außergewöhnliche Karte schon eingebaut. Das zweite blaue Mana sollte aufzubringen sein.

Monastery Swiftspear
Ebenfalls eine hoch gehandelte Karte und ebenfalls im vorhin genannten Legacy Delver gespielt worden. In diesem Deck oder auch in einfarbigem Burn kommt der Swiftspear am nähesten an Goblin Guide heran. Es ist ein bisschen harte Arbeit nötig, um die effiziente Karte zum Laufen zu bringen. Burn spielt außerdem eher im gegnerischen Endstep, daher halte ich den Hype für überzogen.

Sarkhan, the Dragonspeaker
Removal, wiederholter Schaden mit Evasion und… eine schwierig zu bewertende Ulti. Zwei von drei garantiert verwertbaren Fähigkeiten könnten schon reichen, um in UWR Control einen Cameo-Auftritt hinzulegen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Sarkhan im Schatten von Keranos, God of Storms bleiben wird (Flavor Judge Ruling: Macht Sinn, Keranos ist viel größer). Der im Preis leicht (hust) gestiegene Gott bietet die nötige Unvermeidlichkeit im Lategame. Removal und Counter hat das Deck auch schon genug.

Utter End
Pseudo-Vindicate zeigt uns, was WotC inzwischen von bedingunslosem Removal hält. Für ein Mana mehr bekommen wir den Instant-Speed und dürfen keine Länder mehr killen. Ist es das wert? Keine Ahnung. Im Moment fallen mir an Decks mit den Farben Schwarz und Weiß nur Melira Pod, Esper Control und Junk ein. Für Junk und Melira Pod ist Utter End vermutlich zu teuer und wie Esper im Meta platziert ist, weiß keiner so genau. UWR ist mit seinen Lightning Bolts, Electrolyzes und Anger of the Gods schlussendlich im Vakuum die bessere Wahl.

Fazit:
Es sieht so aus, als ob Modern ein ganzes Stück blauer geworden ist! UWR war lange Zeit das einzige Tier1 Deck, das eine kontrollige Strategie anwendet. Mit den Khanslaught Fetchlands und zwei gewissen Draw-Spells wird sich das nun ändern. Als Fan von Kreaturen-Decks hoffe ich, dass die neuen Karten „nur“ frischen Wind bringen und nicht etwa das ganze Format von Innen und Außen in Blau anstreichen.

Das war’s für heute auch schon wieder. Ich hoffe ihr konntet einiges mitnehmen und wir sehen lesen uns bald wieder!

Deschamps Hedron Sketch

Drafting Double-Splash on Double-Feature Friday

Hedron Sketch by Mark Tedin

Hi Leute und herzlich willkommen zu einem weiteren Blog-Eintrag über meine neuesten Netdeck Limited-Erfahrungen!

Da am Freitag Feiertag war, hat Bertil, der Besitzer der Magic-Höhle meines Vertrauens (Blog und Facebook), im Vorfeld angeboten, ein Double-Feature mit Draft- und Standard-Turnier zu veranstalten – wenn sich denn genug Interessenten anmelden. Die Anmeldungen prasselten nur so herein, sodass Freitagmittag gegen 14:00 Uhr ganze 16 20 Spieler in zwei Draft Pods ihren ersten Pick auswählten. Über diesen Draft will ich heute berichten. Ich habe währenddessen jedoch keine Notizen gemacht und bitte kleinere Ungereimtheiten zu entschuldigen.

Nun werden manche von euch vielleicht sagen „Aber NetdeckNico, du wirst deinem Namen doch nicht gerecht!“. Das ist wahr, jedoch eignet sich mein eher mittelmäßiges 2-2 Ergebnis im Standard Format nicht ganz so gut für einen Blog-Eintrag, wie der 4-0 Draft. Mit meinem Standard Deck war ich insgesamt zufrieden, was hier noch in der nahen Zukunft ein Thema sein wird. Es scheint jedoch, als hätte das „Draft-Bootcamp“ mit ein paar Freunden über die letzten Monate seine Wirkung entfaltet.

Der Draft

Ich mache den ersten Booster auf, scrolle gierig zur Rare und finde… ein Polluted Delta. Da wir nach Vollendung des Drafts einen Rare-Pick veranstalten, anstatt die Karten zu behalten, die man draftet, ist mir bereits klar, über was sich die ersten Plätze freuen werden. Mein zweiter Khans Draft und mein zweites Fetchland im ersten Booster. Wenn ich abergläubisch wäre, müsste mir beim nächsten Spaziergang rein rechnerisch ein Billardtisch auf den Kopf fallen.

Im Draft ist ein Delta jedoch nur Fixing (noch dazu eher schlechtes Fixing neben Tri-Lands und Refuges), daher schnappe ich mir ein Suspension Field. Die Draft-Hilfestellung „B.R.E.A.D.“ (1) hat zwar längst ausgedient, jedoch kann eine Karte, die außer verdeckten Morphs so ziemlich jede nervige Kreatur entfernt, nicht schaden. So sind wir außerdem noch sehr offen für die nächsten Picks. Die (von mir) gefürchtete Entscheidung zwischen einer dreifarbige Bombe und einer soliden einfarbigen Karte im ersten Booster bleibt mir also erspart. Die nächsten paar Karten sind weiterhin überwiegend weiß. Ich bekomme zwei Abzan Falconer und einen Kill Shot geschoben und fange an, meinen Nebenmann Phil zu fürchten. Was könnte er wohl jeweils gewählt haben? Die Schwemme der einfarbigen Karten nimmt ab dem zweiten Booster ein Ende und ich bin eine Zeit lang unentschlossen, was meine Farben angeht. Nachdem ich einen Jeskai Charm aufgable, folgen ein paar gute, grüne Karten.

Die Entscheidung fällt endgültig, nachdem ich einen Sagu Mauler im Booster erblicke. Eine überaus lächerliche Bombe, die im gesamten Set nur von zwei Removal getroffen wird (die auch noch Rare sind: Crackling Doom und End Hostilities). Es scheint, als sollte ich die Farbkombination Bant wieder aufleben lassen. Als ich kurz darauf einen Rattleclaw Mystic finde, fange ich an zu sabbern. Genug Ramp, Fixing UND ausreichend Morphs, um den Sagu Mauler zu unterstützen? Yes, please! Die letzten paar Picks bestehen hauptsächlich aus schwarzen Fillern und soliden Sultai-Karten. Mit fünf Refuges konstruiere ich schließlich ein GW-lastiges Deck mit einem UB-Splash:

Das Deck

Die Matches

Runde 1: Thomas mit WUG Loch Ness 2-1
Das standhafte Duo Abzan Falconer und Ainok Bond-Kin machen im ersten Spiel relativ kurzen Prozess mit meinem Gegner. Im zweiten Spiel geht es jedoch hin und her. Wir haben beide unter 10 Leben und ich starte einen Angriff, der mir die Runde darauf den Sieg verschaffen soll. Die offenen acht oder neun Mana hätten mich stutzig machen sollen. Ein spontaner Pearl-Lake Ancient vermiest mir den Tag. Ich habe kein Out mehr und schiebe zusammen. An das dritte Spiel kann ich mich ehrlich gesagt nicht genau erinnern. Es war relativ grindy, jedoch konnte ich die Oberhand behalten und ihn irgendwie auf 0 bringen.

Runde 2: Tobias mit Mardu Aggro 2-0
Tobias hat sich ein passables Aggro-Deck zusammengedraftet, das aber leider in zwei Spielen einen Tick zu langsam ist. Es gibt ein paar spannende Kampfphasen, meine Abzan Airforce in Verbindung mit dem ein oder anderen Combat Trick ist aber schlussendlich zu stark.

Runde 3: Anton mit Abzan Warriors 2-0
Dieses Deck mit starken Synergien habe ich in den Runden zuvor bereits in voller Aktion gesehen und mische daher mit Ehrfurcht meine Karten. Mehrere Warrior Lords, zwei Warrior-Pumpspells und der Token-generierende Instant könnten mich jeden Moment überrennen. Im zweiten Zug des ersten Spiels muss ich mir außerdem den Kopf über einen gegnerischen Rakshasa Deathdealer zerbrechen. Ich spiele ein bisschen um seine Fähigkeiten herum, führe Gegenangriffe mit einem erstschlagenden Ainok Bond Kin und kann genügend Chump-Blocker in Form von drei Krieger-Tokens aufbringen, um das erste Spiel doch noch zu gewinnen. Im zweiten Spiel führt ein Spielfehler seinerseits dazu, dass ich die bessere Boardpräsenz habe. Seine Draws lieferten aber auch keine Krieger-Armee wie in den Spielen, die ich zuvor beobachten konnte. Ein paar Combat Tricks und Beatdown später stehe ich 3-0.

Runde 4: Phil mit 4-Colour Bombs 2-1
Nachdem wir beide 3-0 standen, war dieses Match unvermeidlich. Ich konnte im Voraus bereits seinen Pool bestaunen (teilweise, weil ich ihm einiges davon geschoben habe): Zurgo Helmsmasher, Butcher of the Horde, Duneblast, Armament Corps, Siege Rhino und ein Necropolis Fiend. Heilige. Scheiße. Das ganze in eine Fixing-shell, u.a. mit Seek the Horizon gepackt und fertig ist der Spoiler-Haufen. Wer braucht schon Blau?? Im ersten Spiel nehme ich Mulligan auf 5. Ich verfüge zwar über genug frühe Drops, um noch ein Magic-Spiel daraus zu machen, jedoch geht mir irgendwann die Luft aus und schiebe gegen einen Butcher zusammen. Das zweite Spiel beginnt mit wenig Aktionen, bis Phil den Necropolis Fiend mit Hilfe von Delve spielen kann. Gut, dass ich einen dazu passenden Sultai Charm in der Hand halte. Ein wenig colourscrew seitens Phil und Abzan Falconer-Beatdown später und ich habe das Match ausgeglichen. Die Standhaftigkeit meiner Kreaturen macht sich auch im dritten Spiel bezahlt. Ich lege Ainok Bond-Kin und Abzan Falconer und mache mich an die Arbeit. Ein Siege Rhino wird durch Suppression Field beantwortet. Phil legt einen Zurgo, den ich eine Weile chump-blocken kann. Ich beschwöre einen Sagu Mauler, mit dessen Hilfe ich in der nächsten Kampfphase zwei gegnerische Kreaturen gegen einen Combat-Trick tauschen kann. Meine Boardpräsenz ist zu stark und ich gehe als Sieger hervor!

Fazit:

  • Outlast ist absurd. Drei starke Mini-Lords in der Farbe Weiß sorgen für aggressive Decks. Erstschlag wird generell unterschätzt, gewinnt aber Spiele. Zusammen mit Evasion in Form von Falconer und dem Lifelink des Abzan Battle Priest hat man eine mehr als schlagkräftige Armee. Ganz abgesehen von dem schwarzen Deathtouch- und dem grünen Trampel-Lord.
  • KTK Draft ist bunt. Ach ne? Gebt mir eine Sekunde: Es ist so bunt, dass man spätestens ab dem zweiten Booster bombige Karten weitergeben muss, um bei 3 oder 4 Farben zu bleiben. Klar, 5colour ist möglich, aber Fixing soll man schließlich auch noch picken.
  • KTK Draft ist schnelllangsam … die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Während es genug grindy Midrange Decks gibt, die in Runde 3 einen Morph legen und zu dem Zeitpunkt 22 Leben haben, gibt es auch aggressive Decks, die davon profitieren können.
  • KTK hat Banner. Oh, really? Ich habe in nun 17 KTK Limited Matches bisher ein Banner auf der gegenüberliegenden Seite liegen sehen. Ich denke, sie sind im Sealed ein wenig besser und selbst dort müssen sie das Deck auf die richtige Art unerstützen, um spielbar zu sein. Das Format ist zwar langsam, aber es existieren soviele mehrfarbige Länder, dass ein Morph in Runde 3 meist besser ist. Vor allem on the draw vier Runden nichts zu machen, scheint mehr als suboptimal zu sein.
  • KTK macht fun! Genug Doppelländer für regenbogenfarbige Decks, Aggrohaufen können trotz Lifegain-Lands bestehen und das altbekannte Morph-Ratespiel. Insgesamt eine sehr spaßige Limited-Umgebung!

 

Fußnote(n):

(1) B.R.E.A.D. (Bombs, Removal, Evasion/Efficient Spells, Aggro, Dreg) gibt dem Anwender eine gewisse Draft-Reihenfolge vor: Bomben, Removal, Zeug mit Evasion oder Value-Spells, aggressive Kreaturen, Filler. Aus mehreren Gründen, hauptsächlich aber wegen der New World Order von WotC (die uns unter anderem „schwächeres“ Removal im Common-Slot beschert), ist BREAD inzwischen nicht mehr empfehlenswert. Removal ist generell teurer als früher, Kreaturen sind effizienter. Zerstörungszauber höher zu picken, ist also inzwischen oft nicht mehr richtig. Außerdem spielen sich Draft-Umgebungen in jedem Block anders.