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Drafting Double-Splash on Double-Feature Friday

Hedron Sketch by Mark Tedin

Hi Leute und herzlich willkommen zu einem weiteren Blog-Eintrag über meine neuesten Netdeck Limited-Erfahrungen!

Da am Freitag Feiertag war, hat Bertil, der Besitzer der Magic-Höhle meines Vertrauens (Blog und Facebook), im Vorfeld angeboten, ein Double-Feature mit Draft- und Standard-Turnier zu veranstalten – wenn sich denn genug Interessenten anmelden. Die Anmeldungen prasselten nur so herein, sodass Freitagmittag gegen 14:00 Uhr ganze 16 20 Spieler in zwei Draft Pods ihren ersten Pick auswählten. Über diesen Draft will ich heute berichten. Ich habe währenddessen jedoch keine Notizen gemacht und bitte kleinere Ungereimtheiten zu entschuldigen.

Nun werden manche von euch vielleicht sagen „Aber NetdeckNico, du wirst deinem Namen doch nicht gerecht!“. Das ist wahr, jedoch eignet sich mein eher mittelmäßiges 2-2 Ergebnis im Standard Format nicht ganz so gut für einen Blog-Eintrag, wie der 4-0 Draft. Mit meinem Standard Deck war ich insgesamt zufrieden, was hier noch in der nahen Zukunft ein Thema sein wird. Es scheint jedoch, als hätte das „Draft-Bootcamp“ mit ein paar Freunden über die letzten Monate seine Wirkung entfaltet.

Der Draft

Ich mache den ersten Booster auf, scrolle gierig zur Rare und finde… ein Polluted Delta. Da wir nach Vollendung des Drafts einen Rare-Pick veranstalten, anstatt die Karten zu behalten, die man draftet, ist mir bereits klar, über was sich die ersten Plätze freuen werden. Mein zweiter Khans Draft und mein zweites Fetchland im ersten Booster. Wenn ich abergläubisch wäre, müsste mir beim nächsten Spaziergang rein rechnerisch ein Billardtisch auf den Kopf fallen.

Im Draft ist ein Delta jedoch nur Fixing (noch dazu eher schlechtes Fixing neben Tri-Lands und Refuges), daher schnappe ich mir ein Suspension Field. Die Draft-Hilfestellung „B.R.E.A.D.“ (1) hat zwar längst ausgedient, jedoch kann eine Karte, die außer verdeckten Morphs so ziemlich jede nervige Kreatur entfernt, nicht schaden. So sind wir außerdem noch sehr offen für die nächsten Picks. Die (von mir) gefürchtete Entscheidung zwischen einer dreifarbige Bombe und einer soliden einfarbigen Karte im ersten Booster bleibt mir also erspart. Die nächsten paar Karten sind weiterhin überwiegend weiß. Ich bekomme zwei Abzan Falconer und einen Kill Shot geschoben und fange an, meinen Nebenmann Phil zu fürchten. Was könnte er wohl jeweils gewählt haben? Die Schwemme der einfarbigen Karten nimmt ab dem zweiten Booster ein Ende und ich bin eine Zeit lang unentschlossen, was meine Farben angeht. Nachdem ich einen Jeskai Charm aufgable, folgen ein paar gute, grüne Karten.

Die Entscheidung fällt endgültig, nachdem ich einen Sagu Mauler im Booster erblicke. Eine überaus lächerliche Bombe, die im gesamten Set nur von zwei Removal getroffen wird (die auch noch Rare sind: Crackling Doom und End Hostilities). Es scheint, als sollte ich die Farbkombination Bant wieder aufleben lassen. Als ich kurz darauf einen Rattleclaw Mystic finde, fange ich an zu sabbern. Genug Ramp, Fixing UND ausreichend Morphs, um den Sagu Mauler zu unterstützen? Yes, please! Die letzten paar Picks bestehen hauptsächlich aus schwarzen Fillern und soliden Sultai-Karten. Mit fünf Refuges konstruiere ich schließlich ein GW-lastiges Deck mit einem UB-Splash:

Das Deck

Die Matches

Runde 1: Thomas mit WUG Loch Ness 2-1
Das standhafte Duo Abzan Falconer und Ainok Bond-Kin machen im ersten Spiel relativ kurzen Prozess mit meinem Gegner. Im zweiten Spiel geht es jedoch hin und her. Wir haben beide unter 10 Leben und ich starte einen Angriff, der mir die Runde darauf den Sieg verschaffen soll. Die offenen acht oder neun Mana hätten mich stutzig machen sollen. Ein spontaner Pearl-Lake Ancient vermiest mir den Tag. Ich habe kein Out mehr und schiebe zusammen. An das dritte Spiel kann ich mich ehrlich gesagt nicht genau erinnern. Es war relativ grindy, jedoch konnte ich die Oberhand behalten und ihn irgendwie auf 0 bringen.

Runde 2: Tobias mit Mardu Aggro 2-0
Tobias hat sich ein passables Aggro-Deck zusammengedraftet, das aber leider in zwei Spielen einen Tick zu langsam ist. Es gibt ein paar spannende Kampfphasen, meine Abzan Airforce in Verbindung mit dem ein oder anderen Combat Trick ist aber schlussendlich zu stark.

Runde 3: Anton mit Abzan Warriors 2-0
Dieses Deck mit starken Synergien habe ich in den Runden zuvor bereits in voller Aktion gesehen und mische daher mit Ehrfurcht meine Karten. Mehrere Warrior Lords, zwei Warrior-Pumpspells und der Token-generierende Instant könnten mich jeden Moment überrennen. Im zweiten Zug des ersten Spiels muss ich mir außerdem den Kopf über einen gegnerischen Rakshasa Deathdealer zerbrechen. Ich spiele ein bisschen um seine Fähigkeiten herum, führe Gegenangriffe mit einem erstschlagenden Ainok Bond Kin und kann genügend Chump-Blocker in Form von drei Krieger-Tokens aufbringen, um das erste Spiel doch noch zu gewinnen. Im zweiten Spiel führt ein Spielfehler seinerseits dazu, dass ich die bessere Boardpräsenz habe. Seine Draws lieferten aber auch keine Krieger-Armee wie in den Spielen, die ich zuvor beobachten konnte. Ein paar Combat Tricks und Beatdown später stehe ich 3-0.

Runde 4: Phil mit 4-Colour Bombs 2-1
Nachdem wir beide 3-0 standen, war dieses Match unvermeidlich. Ich konnte im Voraus bereits seinen Pool bestaunen (teilweise, weil ich ihm einiges davon geschoben habe): Zurgo Helmsmasher, Butcher of the Horde, Duneblast, Armament Corps, Siege Rhino und ein Necropolis Fiend. Heilige. Scheiße. Das ganze in eine Fixing-shell, u.a. mit Seek the Horizon gepackt und fertig ist der Spoiler-Haufen. Wer braucht schon Blau?? Im ersten Spiel nehme ich Mulligan auf 5. Ich verfüge zwar über genug frühe Drops, um noch ein Magic-Spiel daraus zu machen, jedoch geht mir irgendwann die Luft aus und schiebe gegen einen Butcher zusammen. Das zweite Spiel beginnt mit wenig Aktionen, bis Phil den Necropolis Fiend mit Hilfe von Delve spielen kann. Gut, dass ich einen dazu passenden Sultai Charm in der Hand halte. Ein wenig colourscrew seitens Phil und Abzan Falconer-Beatdown später und ich habe das Match ausgeglichen. Die Standhaftigkeit meiner Kreaturen macht sich auch im dritten Spiel bezahlt. Ich lege Ainok Bond-Kin und Abzan Falconer und mache mich an die Arbeit. Ein Siege Rhino wird durch Suppression Field beantwortet. Phil legt einen Zurgo, den ich eine Weile chump-blocken kann. Ich beschwöre einen Sagu Mauler, mit dessen Hilfe ich in der nächsten Kampfphase zwei gegnerische Kreaturen gegen einen Combat-Trick tauschen kann. Meine Boardpräsenz ist zu stark und ich gehe als Sieger hervor!

Fazit:

  • Outlast ist absurd. Drei starke Mini-Lords in der Farbe Weiß sorgen für aggressive Decks. Erstschlag wird generell unterschätzt, gewinnt aber Spiele. Zusammen mit Evasion in Form von Falconer und dem Lifelink des Abzan Battle Priest hat man eine mehr als schlagkräftige Armee. Ganz abgesehen von dem schwarzen Deathtouch- und dem grünen Trampel-Lord.
  • KTK Draft ist bunt. Ach ne? Gebt mir eine Sekunde: Es ist so bunt, dass man spätestens ab dem zweiten Booster bombige Karten weitergeben muss, um bei 3 oder 4 Farben zu bleiben. Klar, 5colour ist möglich, aber Fixing soll man schließlich auch noch picken.
  • KTK Draft ist schnelllangsam … die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Während es genug grindy Midrange Decks gibt, die in Runde 3 einen Morph legen und zu dem Zeitpunkt 22 Leben haben, gibt es auch aggressive Decks, die davon profitieren können.
  • KTK hat Banner. Oh, really? Ich habe in nun 17 KTK Limited Matches bisher ein Banner auf der gegenüberliegenden Seite liegen sehen. Ich denke, sie sind im Sealed ein wenig besser und selbst dort müssen sie das Deck auf die richtige Art unerstützen, um spielbar zu sein. Das Format ist zwar langsam, aber es existieren soviele mehrfarbige Länder, dass ein Morph in Runde 3 meist besser ist. Vor allem on the draw vier Runden nichts zu machen, scheint mehr als suboptimal zu sein.
  • KTK macht fun! Genug Doppelländer für regenbogenfarbige Decks, Aggrohaufen können trotz Lifegain-Lands bestehen und das altbekannte Morph-Ratespiel. Insgesamt eine sehr spaßige Limited-Umgebung!

 

Fußnote(n):

(1) B.R.E.A.D. (Bombs, Removal, Evasion/Efficient Spells, Aggro, Dreg) gibt dem Anwender eine gewisse Draft-Reihenfolge vor: Bomben, Removal, Zeug mit Evasion oder Value-Spells, aggressive Kreaturen, Filler. Aus mehreren Gründen, hauptsächlich aber wegen der New World Order von WotC (die uns unter anderem „schwächeres“ Removal im Common-Slot beschert), ist BREAD inzwischen nicht mehr empfehlenswert. Removal ist generell teurer als früher, Kreaturen sind effizienter. Zerstörungszauber höher zu picken, ist also inzwischen oft nicht mehr richtig. Außerdem spielen sich Draft-Umgebungen in jedem Block anders.

5 Gedanken zu „Drafting Double-Splash on Double-Feature Friday

  1. Spielwiese

    waren sogar 20 spieler beim draft, 16 beim darauffolgenden standard 😉
    hey, lob für deine schreibe, liest sich sehr schön, interessant und abwechslungsreich aber locker und bereitet auch keine der sonst im netzt allenthalben üblichen dass/das- oder grammatik-schmerzen 😀
    weiter so und danke für die erwähnung/verlinkung

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    1. Netdeck-Nico Beitragsautor

      Oh, hab gewusst, ich bring irgendwas durcheinander ! 😀 Danke für das Lob und Bitte fürs Verlinken=)

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  2. Mario Haßler

    Draften ist zwar nicht mein Ding, aber gut geschriebene und nachvollziehbare Berichte lese ich trotzdem gerne — es würde Menschen wie mir allerdings helfen, wenn die Karten auch im Text durchgängiger verlinkt wären.

    Bei der Aufzählung, wie man einen „Sagu Mauler“ weg bekommt, fehlt aber mindestens „Duneblast“ als dritte Karte, oder?

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    1. Netdeck-Nico Beitragsautor

      Hi Mario, danke für dein Feedback! Hast mit beidem Recht. Was das Verlinken angeht, habe ich tatsächlich noch keine richtige Balance zwischen „Kam in der Deckliste schon vor“ und „Ist X Absätze her, sollte noch einmal verlinkt werden“ gefunden. Hier muss ich mir eventuell eine persönliche Richtlinie einfallen lassen, um die Artikel auch für Leute zugänglich zu machen, die sich im jeweiligen Format nicht zu 110% auskennen. (gilt ja für Artikel jedes Formats)

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  3. Pingback: It’s Evolution | Seventyfive Slots

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