You are here: Home / Constructed, Modern / Modifying Modern

Modifying Modern

Hallo liebe Leser und willkommen zu meinem ersten Eintrag, der sich nur um Modern dreht!

Nachdem ich letzte Woche  mit vier verschiedenen Homebrews und einem Limited Turnierbericht meinem Nicknamen nicht gerade gerecht geworden bin, folgt am heutigen Tag eine relativ generische Modern-Liste. Die Idee für diesen Artikel besteht bereits seit gut einem Monat, da ich im August mein Glück auf dem Pro Tour Qualifier/World Magic Cup Qualifier-Wochenende in Hanau versucht habe und kurz darauf in Bertil’s Spielwiese auch noch ein Grand Prix Trial im Format Modern veranstaltet wurde. Das hier soll aber kein Turnierbericht werden, sondern eine Vorstellung des Decks, das ich nun seit über einem Jahr spiele, wann immer ein Modern Turnier in erreichbarer Nähe ist. Gegen Ende schaue ich mir außerdem ein paar Karten aus Khans of Tarkir und ihre Spielbarkeit in Modern an. Los gehts 🙂

Was ich in Magic besonders genieße, sind Midrange Decks und Kreaturen mit zusätzlichem Value. Da diese beiden Aspekte auch in Kombination noch kein Top Tier im non-rotating Format unserer Wahl ausmachen, wie wäre es mit ein bisschen Combo-Backup? 😉

Das Deck

Wie ihr seht, handelt es sich um die gute, alte Melira Pod Liste, die sich nicht mit der Archangel of Thune/Spike Feeder Combo aufhält, sondern ihre ursprüngliche Endlos-Kombo verfolgt. Neben dem logischen Austausch von Misty Rainforest für Windswept Heath sollte ich die Auswahl einiger einzelnen Karten vermutlich etwas näher erklären. Das Main-Deck habe ich unverändert (bis auf die Windswept Heath) bei dem PTQ in Hanau vor nun fast zwei Monaten pilotiert. Für den GPT ein paar Wochenenden später habe ich kleinere Änderungen am Sideboard  vorgenommen, hauptsächlich, weil ich mit viel Burn/Red Deck Wins gerechnet habe. Nach meinem niederschmetternden 1-7-1 Ergebnis auf dem PTQ (ja, ich habs bis zum Ende durchgezogen!), sind die nachfolgenden Erklärungen eher vor dem Hintergrund des GPTs zu sehen. Ergebnis war in diesem Fall 2-2. Gewonnen habe ich das Mirror Match und gegen Amulet Combo, unterlegen bin ich im Spiel gegen WG Hatebears und das besagte Burn.

Die Card Choices

  • Sin Collector im Main Deck: erst kürzlich hinzugefügt, wofür Linvala, Keeper of Silence ins Sideboard weichen musste. In meinem Modern-Meta spielt im Moment niemand Jund oder Splinter Twin, wofür sich die Linvala unter anderem lohnen würde. Dass dann aber außer mir noch zwei andere Melira Pod Decks antanzten, war natürlich etwas unpassend (für mich). Sin Collector findet gegen viele Decks ein Ziel und lässt sich auch leicht via Birthing Pod (durch Opferung einer Voice of Resurgence oder Wall of Roots) oder Chord of Calling finden. Sünden können eingesammelt werden von Burn, Control, BGx Decks, Storm, Living End, Ad Nauseam, UR Delver,… you get the idea.
  • Phyrexian Metamorph im Main Deck: Wird in vielen Listen rausgenommen für Linvala oder Restoration Angel, überzeugt mich aber immer wieder. Er ist nicht mehr so stark wie vor Änderung der Legendenregel, jedoch ist er oft die beste Kreatur auf dem Feld, beziehungsweise zusätzlicher Value durch Kopieren eines „Kommt ins Spiel“-Effektes. Außerdem gibt es eine „versteckte Kombo“ mit Reveillark, einer Opfer-Engine und der „Stärke 2 oder weniger“-Kreatur eurer Wahl: liegt der 4/3 Vogel auf dem Feld, kopiert ihr ihn mit Metamorph. Nun solltet ihr einen Viscera Seer und Sin Collector/Eternal Witness/Murderous Redcap/Orzhov Pontiff/Voice of Resurgence auf dem Feld haben. Opfert die gewünschte Kreatur (wir nehmen die Murderous Redcap) für den Viscera Seer, bis sie endgültig im Friedhof landet. Opfert nun den Lerchen-Metamorph und ihr dürft zwei Kreaturen mit Stärke 2 oder weniger aus dem Friedhof ins Spiel zurück bringen. Wir wählen die Murderous Redcap und den Metamorph selber. Die Redcap tut ihre Pflicht und schießt dem Gegner zwei Schaden, der Metamorph kopiert die Wecklerche. Repeat ad infinitum. This kills the opponent.
  • Restoration Angel im Main Deck: Vor langer Zeit einmal von Sam Pardee in Betracht gezogen, aber wegen Überfüllung des 4er Slots und allgemeinen Mangels an Überzeugung des Mehrwerts mehrmals zurückgewiesen. Vielleicht etwas redundant, wenn man an Metamorph denkt, aber Restoration Angel ist oft ein zweiter „Kommt ins Spiel“-Effekt einer Kreatur auf eurer Seite. Zugegebenermaßen sollte man nie Karten übermäßig preisen, deren Stärke von anderen Karten abhängig ist. Restoration Angel hat seine Qualität jedoch schon mehrere Jahre unter Beweis gestellt und ist außerdem eine fliegende Bedrohung für den Gegner, der ihn weder mit Abrupt Decay noch Lightning Bolt abstellen kann. Fein. Ein Mangel an Value-Kreaturen auf eurem Feld sollte übrigens kaum auftreten. Wenn doch, ist Resto auch gerne mal ein Überraschungs-Blocker und danach eine respektable Clock. Tick Tack.
  • Kor Firewalker im Sideboard: Hab mit Burn Decks gerechnet. Bin von Burn Deck verprügelt worden, ohne die Karte zu ziehen. 10/10 would sideboard in again.

Blick in die Zukunft

http://media.wizards.com/images/magic/daily/arcana/953_futuresight.jpg

Art by Dan Scott

Die passenden Fetchlands haben wir bereits im Maindeck bestaunen können, aber was bringt uns Khans of Tarkir an frischen, nicht-Land Karten? Und müssen wir irgendetwas fürchten, was seinen Weg von KTK ins Modern Format schafft? Da ein Großteil der Magic-Community im Moment das neue, bunte Standard Format feiert und ich bei meinen Recherchen auch nicht allzu viele Anregungen gefunden habe, sind meine Gedanken zu den neuen Karten im Folgenden natürlich mit Vorsicht zu genießen.
KTK kann die goldenen Karten aufgrund der Manakosten ziemlich pushen. Passenderweise gibt es einen Klan mit denselben Farben wie Melira Pod, jedoch ist meiner Meinung nach nur eine Karte dabei, die sofort in den 75 Slots des Melira Decks eine Heimat finden könnte:

Anafenza, the Foremost
Ah, Frischfleisch! Eine 3-Mana 4/4 Kreatur, die unsere Persist-Viecher zurücksetzt und gegnerische Pod-Decks hatet? Bittedanke! Fürs Main Deck find ich die Fähigkeiten insgesamt zu engstirnig, jedoch will ich sie im Sideboard auf jeden Fall ausprobieren.

Es gibt noch zwei weitere Abzan-Karten, die es dank ihres Powerlevels verdienen, im Kontext von Melira Pod zumindest einmal erwähnt und diskutiert zu werden:

Abzan Ascendancy
Kümmert sich um +1/+1 Marken? Check. Kümmert sich um sterbende Kreaturen? Check. Sofortiger Einfluss aufs Board? Check. Würde ich diese Karte im Maindeck spielen? Nein. Warum nicht!? Das schlagkräftigste Argument sind wohl die Manakosten: drei Mana muss man für die Verzauberung blechen. Ascendancy ist keineswegs überteuert, will aber so früh wie möglich gespielt werden. An diesem Punkt der Kurve wollen wir aber den Namensgeber des Decks, Birthing Pod, legen. Doof. Wie wäre es also mit der Verzauberung im Midgame, wenn wir eventuell schon ein bis zwei Persist-Kreaturen liegen haben? Wäre möglich, der Einfluss der Marken hält sich jedoch in Grenzen. Gavony Township macht den Job dann doch besser.
Insgesamt ist Abzan Ascendancy vielleicht einen Versuch Wert, wenn es gegen langsamere Decks mit viel Removal geht. Jund lässt grüßen. Bedenkt aber, dass ihr gerade einen ganzen Zug verschwendet habt, eine Verzauberung zu legen, deren Wert in jedem Spiel aufs neue ein unbekannter Faktor ist.

Abzan Charm
Hier tue ich mir mit der Einschätzung der Karte etwas leichter. Während alle drei Modi dieses Charms solide sind, sind sie im Deck nicht nötig:

  • Das Removal: alle wichtigen Kreaturen trifft auch Abrupt Decay für ein Mana weniger. Die „Exile“-Clause macht das leider auch nicht wett. Im Zweifelsfall hätten wir auch Anafenza aus dem Sideboard.
  • Der Card Draw: Echten Card-Draw haben wir zwar nicht im Deck. Die Fähigkeit, mit einer Kreatur und einem Pod mehrere, verschiedenartige Kreaturen aus der Bibliothek zu suchen, reicht uns aber völlig.
  • Der Combat Trick: Richtig angewendet, sicherlich Spiel-verändernd. Um Persist-Kreaturen zurückzusetzen, haben wir bereits Restoration Angel, Phyrexian Metamorph und Gavony Township.

Was bietet KTK sonst noch für Modern?

Jeskai Ascendancy
Einige von euch kennen die Karte und das dazugehörige Combo-Deck bereits. Allen anderen sei an diesem Punkt ein Artikel von Sam Pardee ans Herz gelegt, da ich den Aufbau und die Funktionsweise des Decks hier nicht diskutieren will. Fakt ist, dass dieses Deck (im Idealfall) in Standard im dritten und in Modern bereits im zweiten Zug gewinnen kann. Sam Pardee stand letzte Woche laut seinem Twitter-Account mit Jeskai Ascendency in Modern Daily Events 16-0. In Worten: Sechtzehn zu Null. Ob alle Gegner aus Verwirrung oder Frust angesichts der eher langwierigen Combo aufgegeben haben, ist nicht bekannt. Was wir wissen, ist, dass Wizards of the Coast (im Weiteren „WotC“) in der Vergangenheit das Modern-Format auf eine bestimmte Weise definiert hat. Dazu gehört auch die Eingrenzung oder zumindest scharfe Beobachtung von Combos, die vor dem vierten Zug gewinnen können. Zugegebenermaßen existiert bereits ein Deck, das dank Combo vor dem vierten Zug gewinnen kann (liebevoll „Griselcannon“ genannt); dieses ist aber nicht gerade stabil und die Chancen auf die perfekte Starthand sind auch eher gering. Sollte sich Ascendancy Combo als stabil genug erweisen, wird WotC auf jeden Fall ein Auge darauf werfen. Es beruht jedoch auf größtenteils fragilen Manakreaturen und einer Verzauberung, die von Abrupt Decay getroffen wird. Es könnte sein, dass wir im Moment nur dem Überraschungsfaktor verfallen und das Deck ganz schnell auf dem absteigenden Ast ist, wenn sich die Leute darauf vorbereiten. Andererseits gleichen 5-10 Minunten andauernde Combo-Züge mehr dem Spiel Solitaire als Magic: The Gathering. Demselben Umstand ist vor einiger Zeit auch das Eggs-Deck zum Opfer gefallen. Der nächste Grand Prix im Modern Format findet vom 14.-16. November in Madrid statt. Ich bin gespannt, ob wir davor oder danach einen Notfall-Ban seitens WotC sehen werden.

Treasure Cruise
In Legacy vor einer Woche der Durchbruch in UR Delver. Wird dem Format vermutlich auch nicht wieder den Rücken kehren. Neben Fetchlands und den gewohnt billigen Spells kann ganz Legacy den Friedhof schnell genug füllen, um aus dem Cruise ein Ancestral Recall zu machen. Übrige Cruises können auch bequem mit Brainstorm und Fetch weggemischt werden. UR Delver ist in Modern nicht ganz so stark. Gut möglich, dass sich das jetzt ändert. Als 2-3of könnte sich der Value Spell nicht nur in UR Delver wieder finden: Control (UWR, mit den Khanslaught-Fetchlands womöglich auch Esper) zieht gerne Karten und Combo (Scapeshift, Splinter Twin, Storm) sucht eifrig nach seinen Puzzleteilen.

Dig Through Time

Eine Alternative für die Control- und Combo Decks von Modern ist Dig Through Time. Den beiden Decks ist die Kartenselektion meist lieber als drei zufällige Karten von oben zu ziehen. In Standard haben einige Control Decks die außergewöhnliche Karte schon eingebaut. Das zweite blaue Mana sollte aufzubringen sein.

Monastery Swiftspear
Ebenfalls eine hoch gehandelte Karte und ebenfalls im vorhin genannten Legacy Delver gespielt worden. In diesem Deck oder auch in einfarbigem Burn kommt der Swiftspear am nähesten an Goblin Guide heran. Es ist ein bisschen harte Arbeit nötig, um die effiziente Karte zum Laufen zu bringen. Burn spielt außerdem eher im gegnerischen Endstep, daher halte ich den Hype für überzogen.

Sarkhan, the Dragonspeaker
Removal, wiederholter Schaden mit Evasion und… eine schwierig zu bewertende Ulti. Zwei von drei garantiert verwertbaren Fähigkeiten könnten schon reichen, um in UWR Control einen Cameo-Auftritt hinzulegen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Sarkhan im Schatten von Keranos, God of Storms bleiben wird (Flavor Judge Ruling: Macht Sinn, Keranos ist viel größer). Der im Preis leicht (hust) gestiegene Gott bietet die nötige Unvermeidlichkeit im Lategame. Removal und Counter hat das Deck auch schon genug.

Utter End
Pseudo-Vindicate zeigt uns, was WotC inzwischen von bedingunslosem Removal hält. Für ein Mana mehr bekommen wir den Instant-Speed und dürfen keine Länder mehr killen. Ist es das wert? Keine Ahnung. Im Moment fallen mir an Decks mit den Farben Schwarz und Weiß nur Melira Pod, Esper Control und Junk ein. Für Junk und Melira Pod ist Utter End vermutlich zu teuer und wie Esper im Meta platziert ist, weiß keiner so genau. UWR ist mit seinen Lightning Bolts, Electrolyzes und Anger of the Gods schlussendlich im Vakuum die bessere Wahl.

Fazit:
Es sieht so aus, als ob Modern ein ganzes Stück blauer geworden ist! UWR war lange Zeit das einzige Tier1 Deck, das eine kontrollige Strategie anwendet. Mit den Khanslaught Fetchlands und zwei gewissen Draw-Spells wird sich das nun ändern. Als Fan von Kreaturen-Decks hoffe ich, dass die neuen Karten „nur“ frischen Wind bringen und nicht etwa das ganze Format von Innen und Außen in Blau anstreichen.

Das war’s für heute auch schon wieder. Ich hoffe ihr konntet einiges mitnehmen und wir sehen lesen uns bald wieder!

3 Gedanken zu „Modifying Modern

  1. SDF

    schöner überblick! an jeskai ascendancy scheiden sich ja zurzeit die Geister. Wenn man sich so das hate anschaut führt dieses Deck aber vermutlich dazu, dass Decks wie Affinity und pod wieder mehr Spielraum erhalten, weil das sideboard geändert werden wird – vermutlich… Beim swiftspear muss ich sagen, dass er zwar nicht so stabil wie der guide ist. Er ist aber bei „all-ins“ deutlich schneller. Wenn man also die Nacht vor dem Turnier feiern war, dann ist er besser 😉

    Antworten
  2. b-age

    hör mir auf mit jeskai ascendency, ich halte den notfallbann für absolut notwendig, sonst gibt es bald nur noch jeskasc mirror und…. UWR als jeskasc-hate. das UWR ist das einzige deck das in jetziger form die frühen manadorks früh genug abstellen kann, alle anderen werden ihr komplettes SB drauf auslegen müssen oder nicht mehr mitspielen. die decks die abrupt decay spielen werden noch mitkämpfen, sind aber schon auf gute draws angewiesen

    Antworten
  3. SDF

    ja, wenn das electolyze so ziemlich die letzten hoffnungen des asc.-spielers in der dritten runde nach den billigen countern zuvor wegfräßt, dann weiß man, man sollte ein neues deck nur nehmen, wenn es das deck to beat auch schlägt … die diskussion ist berechtigt, die aufregung aber überzogen. erinnert mich an ironworks und belcher …

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.