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I like big butts! – Gastbeitrag by Vormi

Willkommen zu meinem ersten Gastbeitrag auf Nicos Blog 🙂

Wer mich nicht kennt: Ich bin der Vormi, Student in Ulm und Magicspieler seit M13.

Was mich von den meisten Spieler unterscheidet: WĂ€hrend alle im Internet nach den Top-Decks der verschiedenen Turniere suchen und diese dann zum nĂ€chsten FNM bringen, gehöre ich zu den sogenannten Brewern, also Spielern, welche sich die Decks selbst ĂŒberlegen. Dabei versuche ich KreativitĂ€t und KompetitivitĂ€t unter einen Hut zu bringen.

Als dann im Dragons of Tarkis Spoiler plötzlich die Karte Assault Formation zu sehen war, wusste ich direkt: Du wirst meine neue Deck-Idee!

Assault Formation verlangt nach Kreaturen mit viel Toughness. Also ist unser Gameplan fĂŒr den Anfang erstmal zu stallen, bis wir selbst genĂŒgend Board-PrĂ€senz aufgebaut haben. Die besten Kreaturen dafĂŒr bieten in meinen Augen Blau und Weiß, allerdings wollte ich auch Instant-Removal reinpacken, um vor allem im Early-Game die Bomben des Gegners auszuschalten, weshalb ich mich gegen Weiß und fĂŒr Schwarz entschieden habe. Von den Manaanforderungen der Formation wurde ich natĂŒrlich direkt Richtung GrĂŒn gedrĂŒckt, weshalb schnell Sultai als Clanfarben festgelegt waren.

Die besten Kreaturen fĂŒr unser Deck in GrĂŒn sind natĂŒrlich Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix. Diese beiden Karten helfen uns einerseits frĂŒh das Board zu stallen und auf der anderen Seite sind sie unerlĂ€sslich, um zuverlĂ€ssig das passende Mana zu erhalten. Denn das Deck will in Turn 3 sowohl Doppel-GrĂŒn, Doppel-Schwarz als auch Doppel-Blau produzieren können.

In der Farbe Blau habe ich mich fĂŒr Dragon’s Eye Savants und die Wall of Frost entschieden. Mit einer aktiven Assault Formation auf dem Board kann Dragon’s Eye Savants in Turn 3 direkt fĂŒr 6 Schaden angreifen, wĂ€hrend wir ohne Assault Formation einen 2/2 Morph auf dem Board haben (vor allem gegen Control ein guter Early-Beater) und zusĂ€tzlich durch das aufmorphen die Hand des Gegners auf Countern oder Removal untersuchen können. Die Wall of Frost dient uns als Stabilisation gegen die ganzen aggressiven Decks mit Beatern wie Siege Rhino oder Goblin Rabblemaster. Der Profaner of the Dead dient uns zusĂ€tzlich als Blauer One-Off, welcher uns zuverlĂ€sslich das ganze Board des Gegners rĂ€umen kann. Das ist vor allem gegen Token-Strategien, welche den bereits erwĂ€hnten Goblin Rabblemaster spielen, sehr effektiv.

Auch Schwarz bietet uns starke Kreaturen fĂŒr unsere Deckidee. Disowned Ancestor ist in unserem Deck der beste One-Drop und kann mit einer Assault Formation in Turn 2 direkt als pseudo 4/4er angreifen. Da unser Deck sehr abhĂ€ngig von unseren Win-Conditions ist, spiele ich zudem Sidisi, Undead Vizier als Tutor. Dadurch haben wir jede unserer Win-Conditions zwei mal mehr im Deck.

Die letzte Kreatur im Mainboard ist Phenax, God of Deception. Dank seiner Möglichkeit, allen unserer Kreaturen die FĂ€higkeit „Tappe diese Kreatur. Ein Spieler deiner Wahl legt die obersten X Karten seine Bibliothek auf seinen Friedhof, wobei X die Widerstandskraft dieser Kreatur ist.“ zu geben, hat er sich prima als weitere Win-Condition angeboten.

Assault Formation ist aber der eigentliche Star des Decks. Durch sie werden unsere 0/6, 0/4 oder 0/7 Kreaturen zu 6/6, 4/4 bzw 7/7 Monstern, fĂŒr die wir absurd wenig Mana bezahlen mĂŒssen. ZusĂ€tzlich können wir durch das Bezahlen von einem grĂŒnen Mana einfach das Keyword „Defender“ auf Karten wie der Wall of Frost ignorieren. FĂŒr drei Mana können wir außerdem die Widerstandskraft unserer Kreaturen erhöhen, was sich ja dank Assault Formation auch direkt auf deren Angriffskraft auswirkt.

Um die Assault Formation zuverlĂ€sslich zu finden, spiele ich Commune with the Gods. Damit haben wir auch die Möglichkeit besser auf unsere speziellen Manaanforderungen einzugehen. Da das Commune with the Gods ziemlich zuverlĂ€ssig unseren Friedhof fĂŒllt, bietet sich Dig Through Time als Drawspell an. Das können wir in unserem Deck direkt schon im vierten Zug spielen und sind dabei dem Gegner einiges an Kartenvorteil vorraus.

Als Removal spiele ich eine Suite aus Hero’s Downfall und Sultai Charm. Hero’s Downfall ist das beste Removal im aktuellen Standard-Format, da es sowohl Kreaturen als auch Planeswalker trifft. Das Sultai Charm hingegen bietet uns durch die Wahl eines der drei Modi die Möglichkeit, immer direkt auf das aktuelle Board zu reagieren. Damit schalten wir sowohl einen Goblin Rabblemaster oder Courser of Kruphix aus, können aber auch am Ende des gegnerischen Zuges looten, falls uns die Handkarten ausgehen.

Thoughtseize ist einer der stĂ€rksten Disruption Spells. Können wir dank einer aufgemorphten Dragon’s Eye Savants eine gefĂ€hrliche Karte auf der Hand des Gegners sehen, lassen wir ihn diese dank des Thoughtseize einfach abwerfen. Auch ein Thoughtseize im ersten Zug kann uns den entscheidenden Vorteil des Spiels bringen.

Der letzte Spell im Deck ist ein One-Off Triton Tactics. Dieses hilft uns vor allem mit einem liegenden Phenax, God of Deception den Gegner bis zu 20 Karten mehr millen zu lassen. Aber auch als Combat-Trick ist das Triton Tactics nicht zu unterschĂ€tzen, da es mit einer Assault Formation fĂŒr ein Mana einfach „Zwei deiner Kreaturen erhalten +3/+3 und Vigilance“ ermöglicht…..viel zu broken.

Kommen wir zum Sideboard:
Negate kommt direkt gegen jedes Deck, welches ĂŒbermĂ€ĂŸig viele Spells spielt. Das sind im aktuellen Meta vor allem die Control-Decks.

Disdainful Stroke wird sowohl gegen Control, als auch gegen Midrange geboarded um zum Beispiel einen Gegnerischen Dragonlord Ojutai oder ein Siege Rhino zu Countern.

Vor allem gegen Control ist das Matchup eher ein Kampf um Ressourcen. Um das zu gewinnen, boarde ich gerne Tasigur, the Golden Fang, da dieser uns einen ennormen Spellvorteil bietet, indem wir uns fĂŒr vier Mana einfach wieder Karten aus dem Friedhof zurĂŒck holen.

Gegen jede Liste mit vielen Kreaturen boarden wir Murderous Cut und Hero’s Downfall. Das Hero’s Downfall ist zusĂ€tzlich gegen Control und Planeswalker unschlagbar.

Drown in Sorrow wird gegen Aggro geboarded. In Game 1 rennen die ganzen Aggrokreaturen sowieso gegen unsere Mauern an und ab Game 2 können wir sie zusÀtzlich entfernen.

Die letzte Sideboardkarte Monastery Flock boarde ich gegen jede Liste, welche ĂŒbermĂ€ĂŸig viele Flieger spielt, also auch Esper Dragons.

Letzten Endes sieht das fertige Deck dann so aus:

Nachdem ich Euch nun das Deck erklÀrt habe, komme ich zu zwei Beispiel Match-Ups (ich habe das Deck in dieser Version leider nur Online gespielt):

vs. Red Deck Wins
Game 1:
WĂ€hrend ich Turn 1-3 damit verbringe Disowned Ancestor, Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix aufs Feld zu bekommen, spielt mein Gegner Monastery Swiftspear, Dragon Fodder und einen Goblin Rabblemaster. Die Token kann ich lange genug aufhalten und der Courser bringt mir ein paar Leben, bis ich Turn 4 ein Removal fĂŒr seinen Rabblemaster finde und Turn 7 einen Phenax, God of Deception. Im Gegenzug wird mein Courser dank Stoke the Flames abgestellt, ich kann aber mit einer Wall of Frost stabiliseren. Mittlerweile greift mein Gegner nicht mehr an, sondern wartet nur noch darauf, mir seine Burnspells direkt ins Gesicht zu werfen. Am Ende seines achten Zuges kann ich ihn direkt fĂŒr 14 millen und ziehe in meinem Zug eine Sidisi, Undead Vizier. FĂŒr Sidisi exploite ich meine Caryatid und suche mir das Triton Tactics. Das reicht letzten Endes aus um die nötige Devotion fĂŒr Phenax durch Sidisi zu bekommen und direkt fĂŒr 24 zu millen. Mein Gegner hat nun keine Chance mehr und Spiel 1 geht an mich.

Game 2:
Ich halte eine ziemlich gute Hand mit Assault Formation, Disowned Ancestor und Drown in Sorrow und gehe in Turn 2 direkt in die Offensive. Turn 3 ziehe ich einen Courser of Kruphix nach und kann in Turn 4 mit dem Drown in Sorrow das gegnerische Board abrĂ€umen. Zwei ZĂŒge spĂ€ter ist mein Gegner tot.

vs. Esper Dragons:
Game 1:
Im ersten Spiel erwische ich wieder einen aggressiven Start und bin zu schnell fĂŒr meinen Gegner, der sein Massremoval nicht ziehen kann.

Game 2:
Im zweiten Spiel bekomme ich keine anstĂ€ndige Hand zusammen und verbinge die ersten 4 ZĂŒge damit nach einer Assault Formation zu suchen, welche aber im 5. Zug gecountert wird. Ab dem Zeitpunkt ist das Match verloren, da ich nichtmehr rein komme und mein Gegner anfĂ€ngt seine Drachen zu legen und seitlich zu drehen.

Game 3:
Ich habe mich entschieden mehr Removal zu boarden und selbst etwas Control-lastiger zu spielen, erwische aber wieder einen relativ guten Start und mach in Turn 3 und 4 jeweils 6 Schaden. Allerdings zieht mein Gegner nun ein Crux of Fate und stellt meine Assault Formation ab, wĂ€hrend ich mein ganzes Removal ziehe. Da sich der Gegner sicher wiegt, tappt er sich fĂŒr seinen Ojutai aus, welchen ich aber in seinem nĂ€chsten Angriff mit einem Hero‘s Downfall abstelle. Das passiert noch vier mal, da der Gegner seine Haven of the Spirit Dragon fĂŒr den Drachen opfert. Ich bringe wĂ€hrenddessen selbst Kreaturen aufs Board und kann als Reaktion auf ein Dig Through Time vom Gegner mein eigenes wirken. Als Köder spiele ich in meinem Zug eine Assault Formation welche gecountert wird, kann aber direkt darauf einen Phenax, God of Deception wirken, welcher drei Runden lang meine Kreaturen millen lĂ€sst, da ich das Mass-Removal des Gegners countern kann.

Nun bin ich auch schon am Ende dieses kleinen Gastbeitrags angekommen. Ich hoffe, ich konnte Euch auch mal die kreative Seite von Magic etwas nĂ€her bringen (Editor’s note: Seitenhieb angekommen 😉 ) und euch dazu anregen, selbst mal ein Deck um eine Karte zu bauen. Ich hoffe, dass euch der Beitrag gefallen hat und wĂŒrde mich freuen, wenn ihr ein paar Kommentare da lasst. Bei genĂŒgend positiver Resonanz werde ich euch mal von meinem Modern-Deck erzĂ€hlen (Mono-White-Troll) 🙂

Viele liebe GrĂŒĂŸe
Vormi

Assault Formation MtG Art by Kieran Yanner

2 Gedanken zu „I like big butts! – Gastbeitrag by Vormi

  1. Lord Sonntag

    Mir hat der Beitrag sehr gut gefallen! Freut mich, wenn ein weiterer Autor hier in Magicblogs was schreibt.
    Ich hab auch schon so ein Deck bei mir daheim rumlaufen sehen, es war nur viel Controllastiger und hat mit Silumgar, the drifting death gespielt. War wirklich gut!

    Antworten
  2. Flash96

    Ich kann mich Lord Sonntag nur anschließen. Ein weiterer Auto belebt die Magiccommunity und die Deckidee finde ich auch gut. Ich mag es auch, wenn man nicht nur „Mainstream-Decks“ spielt.

    WĂŒrde mich freuen, wenn Du noch mal einen Nachtrag machst, wie Du Dich mit dem Deck so schlĂ€gst und das dann offline 😉

    Weiter so!

    Antworten

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