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Retreat-to-Hagra-Battle-for-Zendikar-MtG-Art

Sommerpause !?

Moment! Bevor jetzt eine/r sagt „Ja spinnst? Das war ne Frühlings-, Sommer- und Herbstpause!“… ihr habt ja Recht :( Wer meinen Twitter verfolgt, der hat zumindest ein bisschen was von mir mitbekommen. Hier ein Draft, da ein PPTQ, aber allgemein war es sehr ruhig. Seit Vormis Gastbeitrag im Mai ist auf meinem Blog nichts mehr passiert. Aber warum? Wie man an den letzten Blog-Einträgen vor dem Nirvana feststellen konnte, habe ich mich im Frühjahr auf den Grand Prix Kopenhagen im Format Modern vorbereitet. Erst groß angekündigt, dann nie wieder etwas davon gehört… da bin ich euch wohl eine Erklärung schuldig!

MTG GP Copenhagen

Das Event mit zwei meiner Freunde war an sich ein echt cooles Erlebnis, allerdings lief es in den Turnieren bei mir eher mittelmäßig – hier die Kurzfassung:

Main Event: ein überschaubar gutes 5-4 Ergebnis (davon eine gegnerische Aufgabe) bereitet mir den ersten Frust.
Side Event Modern: 0-4 Drop bedeutet kein Modern mehr für dieses Wochenende!
Super Sunday Series Sealed: 0-3 Drop gibt mir den Rest.

Nach dieser Performance hatte ich leider wenig Lust, das Ganze zu analysieren, auch wenn das eigentlich die logische Konsequenz gewesen wäre. Offenbar war es mal eine Zeit lang nötig, es mit Magic etwas langsamer angehen zu lassen. ABER! Man soll sich ja auf die positiven Dinge konzentrieren. Einerseits schaffte es einer meiner Freunde in Kopenhagen nach fünf Runden ungeschlagen in der Feature Match Area mit Infect Marken um sich zu werfen und andererseits hatten wir das ganze Wochenende über viel Spaß, was mitunter auch an der dänischen Sprache lag 😀

5 Jahre Magicblogs.de

Was ist sonst so passiert während meiner medialen Abwesenheit? Magicblogs.de feiert den fünften Geburtstag! Habt ihr beim Gewinnspiel mitgemacht? Battle for Zendikar Produkt wird aufgerissen wie blöd und senkt die Rare-Preise. Apropos Preise… aufgrund gewisser Einzelkarten-Preise *hust*jace*hust*hangarback*hust* werde ich in Standard vorübergehend nicht mehr netdecken. Stattdessen habe ich in letzter Zeit öfter mal etwas andere Decks in Modern ausprobiert, die bisher nicht so meinem Stil entsprachen, aber dazu später etwas mehr.
Vor ein paar Wochen war jedenfalls Game Day Battle for Zendikar und auch, wenn ich mit meinem 2-3 Ergebnis nicht zufrieden war, möchte ich euch mein Deck vorstellen, dass ich so oder so ähnlich in der letzten Zeit gespielt habe, wenn ich denn mal für ein Standard Event Zeit gefunden hab:

Vor der Rotation hat das Deck natürlich mehr Goblin Rabblemaster und Stoke the Flames gespielt. Da ich Seeker of the Way, Soulfire Grandmaster und Crackling Doom alle richtig stark finde, spiele ich das Deck ziemlich gern. Auf einem Grand Prix Trial für Oakland vor zwei Wochen bin ich damit auch angetreten, was allerdings in 0-2 Drop endete. Aktuell würde ich am liebsten Jeskai Black spielen, allerdings ist mir Jace dann doch etwas zu teuer und die Decks aufgrund der bunten Mana Bases zu… willkürlich. Soviel zu Standard.

Was Modern anbelangt, habe ich ein Deck für mich neu entdeckt. Frei nach dem Motto „come to the blue side, we have counters“ spiele ich im Moment Grixis Twin. Auch wenn ich in meiner Modern-Laufbahn schon einige Twin-Decks in Aktion gesehen oder dagegen gespielt habe, handelt es sich um eine Strategie, bei denen die meisten Magic Spieler noch etwas lernen können, wenn sie es selbst pilotieren. Die Tempo-plays, das Umschalten von verschiedenen Strategien zum richtigen Zeitpunkt, das Sideboarden und zu wissen, wie man mit der Angst des Gegners vor der Combo spielen kann sind nur einige Beispiele. Kurzum: würde ein Deck namens „Brainless Junk“ (Junk ohne Lilianas) existieren, so wäre es auf einer Komplexitäts-Skala auf der einen Seite und Twin auf der anderen. Twin ist außerdem DIE Definition eines Modern Decks. Es beherrscht den berühmt-berüchtigten Turn-4-Kill, es ist komplex und es wird vermutlich nie verschwinden, solange Modern existiert. Die ganze Schwärmerei soll jetzt allerdings nicht heißen, dass ich nie wieder was anderes spiele, sondern dass ich die Abwechslung genieße :)

Apropos Abwechslung!

Da das Feedback zu meinen Boosterdiskussionen oft positiv, aber dennoch sehr divers ausgefallen ist, bin ich nicht sicher, ob diese jemals zurückkommen werden. Zu sehr fühlt es sich so an, als ob der Pick jedes Mal klar wäre, nur weil diese eine Rare oder Uncommon im Booster ist. Es kommt noch hinzu, dass wir mit dem Pack 1 Pick 1 nur 1/42 des Drafts betrachten und nie in irgendeiner Form evaluieren und reflektieren können, ob wir am Ende des Drafts das Richtige getan haben. Ich bin für Ideen offen!

Über was könnte ich noch schreiben? Zuletzt war ich auf einem Commander 2015 Release Event und habe mich für das – wer hätte es gedacht – Grün-Schwarze Deck entschieden. Beliebt waren bei der Auswahl eigentlich alle Decks außer dem rot-weißen Aggro-Haufen. Da hat vermutlich schon jeder mitbekommen, dass man in Mehrspieler Partien der Arsch ist, wenn man die Initiative ergreift (natürlich im Gegensatz zum echten Leben, Kinder!). Die Golgari Liste fühlt sich jedenfalls aufgrund der zermürbenden Unumgänglichkeit und der Rekursion, bei der jede Kuh mit ihren Mägen einpacken kann, im Gegensatz zu den restlichen Decks etwas unfair an. Über dieses neue oder zwei andere meiner Lieblings-Decks könnte ich zum Beispiel einen Blog-Eintrag schreiben, wahlweise mit definierter Deckliste oder auch nur Tipps, Gedankengänge, Anregungen, sofern sich hier auch Fans der 100-Karten Formate finden?

Beim Durchschauen des neuen Decks kam mir heute noch eine andere Idee. Skullclamp ist schon eine abgefuckte Karte. Ich bin zwar generell nicht in der Lage, das Zeitgeschehen zurückzudrehen und alles besser zu machen, aber was wäre, wenn wir in einer kleinen Blog-Serie die Fehler von Magic’s Vergangenheit diskutieren würden? Die Einordnung einer Karte in die damalige Magic-Historie, die Auswirkungen auf uns Spieler und wie müsste die jeweilige Karte aussehen, um nicht als „Fehler“ der Macher zu gelten? Karten wie Tolarian Academy sind dabei natürlich außer Frage. Es würden eher Karten sein, die ich z.b. selbst miterlebt habe und die eventuell nur grenzwertig als „zu gut“ gesehen werden können. Nun habt ihr vermutlich den „broken 2-drop cycle“ (der kein cycle ist) vor Augen. Na, wär das was?

Retreat to Hagra MtG Art by Kieran Yanner

Warleaders-Helix-Art-by-Wesley-Burt1

Lilly and friends – Nahe dran in Nürnberg

Drei Karten, die ich in einem Modern PPTQ am vorletzten Samstag eher nicht erwartet hätte?

Stubborn Denial.

Thunderbreak Regent.

Noxious Revival.

Zugegeben, ich bin ein großer Fan von Denial (pun intended) und Noxious Revival schreit nur so nach verrückter Combo… aber Thunderbreak Regent fand ich dann doch etwas zweifelhaft, sorry 😉 An alle besorgten Leser: es handelte sich natürlich um drei verschiedene Decks!

Heute lest ihr die Geschichte, wie ich mich fast für einen Regional PTQ qualifizierte. Wer meinem Twitter folgt, weiß schon wie es ausgeht, für alle anderen ist hier der Spoiler zum selbst entscheiden:

 

Tell me! SelectShow

 

Nach einer kurzen Nacht war mir Samstagmorgen schnell klar: das kann nichts werden. Welche masochistische Veranlagung muss man haben, um an einem Wochenende früh aufzustehen, um ca. 1,5h in einem Auto in eine andere Stadt zu fahren, um dort wiederum stundenlang schlechte Luft zu atmen? Winning is fun. Gegen die Augenringe hilft nicht einmal der sündhaft teure (aber fabelhafte) Cappucino vom McCafé und ich befürchte, dass ich spätestens, wenn ich gegen Bloom Titan spielen muss, schnarchend auf dem Tisch zusammensacke. Für alle, die jetzt sagen: „Junk spielt sich doch eh von selbst, du N00b!“… Darauf habe ich keine Antwort :(

Hier mein Deck in der (vor einer Woche) aktuellen Ausführung:

Runde 1: 2-1 vs Affinity
Das erste Spiel gegen Affinity war… sonderbar. Anfangs habe ich die Oberhand, da er nach seinem Hand-Romme erstmal keinen Stoff nachzieht. Ich stabilisiere mit einer Liliana of the Veil und einem Tarmogoyf. Dann finde ich aber kein Removal oder sonst irgendetwas relevantes mehr und verliere das erste Spiel gleichmal auf eine frustrierende Art und Weise. Im zweiten Spiel kann ich mich mit etwas mehr Abrupt Decay, einem Tarmogoyf und zwei Siege Rhinos fangen und gehe in den Beatdown. Das sichert mir zumindest mal die Chance auf den Match Win in einem dritten Spiel. Sein Hand-Romme on the play ist nach wie vor furchteinflößend. Als ich im dritten Zug allerdings das Creeping Corrosion von oben ziehe, ist das Spiel mehr oder weniger vorbei. Blöderweise hat er sich vor meinem vierten Zug für ein Cranial Plating ausgetappt, anstatt das Stubborn Denial (das ich übrigens bis dahin nicht gesehen hatte und kein Ferocious genoß, ich wäre also voll reingelaufen), für mein potentielles Corrosion offen zu halten.

Runde 2: 2-0 vs UWR Geist
Nächste mini-Geschichte in der Geschichte! Ist das hier How I met your mother, oder was? Das UWR Geist Deck, das mein Gegner spielte, kam mir ziemlich nach Retorte aus… bis er sich in seinem vierten Zug für einen Thunderbreak Regent austappt und mich verstohlen grinsend ansieht. Ich kann seine Gedanken lesen: „Hättest nicht gedacht, was?“. Ein UWR Deck, dass sich austappt? Jap, das ist mir neu. Gut, dass ich zwei Lilianas ziehe, die nicht nur ohne Probleme seine Drachen beseitigen, sondern auch etwas seinee Handkartenzahl stutzen. Siege Rhino und Tarmogoyf räumen auf. Im zweiten Spiel tauschen wir hin und her, diesmal muss ich auch ziemlich viel Schaden einstecken, da ich zwei seiner Regents mit Path to Exile entsorge. Schließlich seufzt er jedes Mal, wenn ich mit Thrun, the last Troll in die Kampfphase gehe. Darauf schien er wohl so überhaupt keine Antwort zu haben.

Runde 3: 2-1 vs Melira Company
Melira. Company. Gibt es dafür schon einen besseren Namen? Hier eine Beispiel-Liste. Im Wesentlichen ist das Deck ein Birthing Pod – Deck ohne Birthing Pod, dafür mit Collected Company und der berühmt-berüchtigten Melira, Sylvok Outcast. Die Liste des dailydeck-Links spielt keine Murderous Redcap, das ist schlicht und einfach falsch. Mein Gegner hatte natürlich eine drin. Zusammen mit Kitchen Finks bereitet er mir ganz schöne Kopfschmerzen. Ein paar Lingering Souls tokens können dem ganzen aber ein Ende setzen. Im zweiten Spiel tötet er mich leider mit der Combo. Naja, nicht ganz. Er baut sich die Unendlich-Leben Kombo aus Anafenza, Kin-Tree Spirit, Viscera Seer und Kitchen Finks zusammen. Dagegen kann ich in einem vernünftigen Zeitrahmen nichts mehr unternehmen, also gebe ich auf. Vorsicht! Gegen viele Decks, wie z.B. Tron, Splinter Twin, oder im Mirror reicht diese Kombo immer noch nicht. Offensichtlich kann er sich aber Murderous Redcap nach oben scryen, um mich im nächsten Zug zu töten, falls ich seine Kombo nicht durchbrechen kann. Fast alles beim alten also, bis auf die Tatsache, dass das Deck durch den Verlust von Pod weniger konsistent ist, dafür aber mit Collected Company gerne mal am Ende des gegnerischen Zugs zwei Kreaturen mit „kommt ins Spiel“-Effekten findet. Das dritte Spiel ist wieder ein bisschen grindy, bis ich eine Elspeth, Knight-Errant wirken kann und zweimal in der Luft für 6 oder 7 Schaden zuhaue. Ich habe mich noch nicht so ganz entschieden, wie ich das Deck finde, aber es sieht nicht schlecht aus.

Runde 4: 2-0 vs Jund
Junk em out! Über dieses Match gibt es leider nicht allzu viel zu sagen, da mein Gegner vom Flood in den Screw stolperte und ich für seinen Thundermaw Hellkite im späteren Spielverlauf noch einen Path to Exile übrig hatte. Wie immer fliegen in diesen quasi-Mirror-Matches auf beiden Seiten die Thoughtseize und Inquisition of Kozilek raus. Wenn ihr zwei Spieler in einem Affenzahn 7-8 Karten boarden seht, handelt es sich vermutlich um BGx Decks.

Runde 5: 2-1 vs Noxious Storm
Und wieder einmal zahlt es sich aus, dass ich meine Decklisten und Decks immer zwei bis dreimal kontrolliere. Gegen Deck-checks habe ich bisher noch kein einziges Match verloren! 😉 Mein Gegner war ähnlich gut vorbereitet, also spielen wir nach knapp zehn Minuten entspanntem Gequatsche unser Match mit Verlängerung, als wäre nichts passiert. Da ich in der vorigen Runde neben meinem jetzigen Gegner gesessen habe, wusste ich, dass er in eine Art Storm Mirror verwickelt war. „In eine Art Mirror..?“ fragt ihr euch jetzt. Nur Geduld. Wer das Deck kennt, kann sich vielleicht schon vorstellen was passiert ist. Aufgrund seiner Pyromancer Ascension nehme ich an, dass er UR Storm spielt. Als er zwei Runden später in die Kombo geht, da ich ihn leider noch nicht töten konnte, frage ich, naiv, wie ich bin: „Wie wärs mit einem Würfel für den Storm Count? Wir sind schon bei drei…“. Sein Gegner vom vorigen Match neben uns lächelt süffisant, während mein Gegner bedeutungsschwanger verkündet „Oh, den brauche ich nicht, danke“. Ein paar Zaubersprüche später präsentiert er mir den Loop. Eine aktive Pyromancer Ascension erzeugt zusammen mit Manamorphose und Noxious Revival unendlich Mana. Nachdem er mir pro Forma eine Zahl nennt, die ungleich Unendlich ist, ersetzt er Manamorphose in der Kombo durch Thought Scour und millt mich aus. Ja ok. An das zweite Spiel kann ich mich leider nicht erinnern, bis auf die Tatsache, dass ich es zu einem dritten Spiel schaffe. Inzwischen sind nahezu alle anderen Pairings fertig und wir bekommen mehr und mehr Zuschauer. Mein Gegner wird immer unachtsamer. Entweder lag es an der Zuschauermenge oder daran, dass er riesen Kohldampf hatte. Jedenfalls vergisst er mehrere Trigger von Young Pyromancer und ich kann mit zwei Siege Rhinos das Spiel beenden.

Runde 6: Intentional Draw vs 4c Gifts
Ich habe keine Ahnung, wie mein Matchup gegen 4c Gifts Ungiven ist. Da wir beide 5-0 stehen, wollen wir es auch nicht ausprobieren und drawen lieber. Sein Deck kenne ich übrigens nur, weil ich mich zwischen den Runden immer etwas umsehe. Systematic scouting? Nicht ganz.

Erstaunlicherweise (oder auch nicht) sind wir mit 16 Punkten auch nach der letzten Runde erster und zweiter Platz. Die Preise in Form von Modern-relevanten Karten gibt es wie gewohnt nach Swiss Standings. Vom Wert her sind die ersten paar Picks deutlich: ein bling-bling Karn Liberated, ein Playset Polluted Delta und ein Noble Hierarch. Zwei der Drei Preise muss man allerdings vor Modern Masters 2 noch loswerden, daher bin ich mit meinen Deltas doppelt zufrieden. Eine Preisverleihung und etwas Frischluft schnappen später finde ich mich in der Top8 wieder. Dank guter Standings darf ich in jedem Match entscheiden wer beginnt. „Ich fange an?“ fragt mein Gegner verschmitzt. „Äh, neiiiiinnnnn….. !?“

Polluted-Delta-MtG-Art

Viertelfinale: 2-0 vs UWR Kiki Twin
Ein weniger spannendes Match. Zunächst habe ich dank Thoughtseize perfekte Information und nebenbei noch alles Removal für seine Deceiver Exarchs und Restoration Angels. Sein Plan B in Form von Celestial Colonnade wird von meinem Tectonic Edge vereitelt. Im zweiten Spiel sieht er viel zu spät das dritte Land und ich bin im Halbinfale!

Halbfinale: 2-1 vs RW Burn
Eine Zitterpartie, wie sie im Buche steht! Dank meiner zahlreichen Abwurf-Optionen landet er vor mir im Topdeck-Modus… allerdings mit nur fünf Lebenspunkten. Irgendwie schaffe ich es aber, ihn tot zu hauen, bevor er noch zwei Brennzauber findet. Im zweiten Spiel hat er den Nutdraw. Innerhalb kürzester Zeit sehe ich mich drei Goblin Guides gegenüber. Ein paar seiner Sprüche machen kurzen Prozess mit meinen restlichen Lebenspunkten. Das dritte Spiel ist wieder etwas ausgeglichener. Fairerweise kann ich ihm mit einem Thoughtseize im ersten Zug einen Torpor Orb abwerfen. Nicht unbedingt die Karte, die ich einem Burn-Spieler von der Hand nehmen will. Da ich aber fünf Karten spiele, die mich mit ihren ETB-Effekten potentiell retten, habe ich keine andere Wahl. Als ich auf sieben Leben bin, muss ich eine Timely Reinforcements in eine unbekannte Hand spielen. Zu meinem Glück hat er weder dafür, noch für das später folgende Siege Rhino einen Skullcrack-Effekt. Finale!

Finale: 0-2 vs Pyromancer Storm
Mein Matchup gegen dieses Deck halte ich eigentlich für solide. Pre-board habe ich Abrupt Decay für seine Pyromancer Ascension und einen Haufen anderer Removal gegen seine Goblin Electromancer. Post-board habe ich etwas mehr Discard gegen seine zweite Wincon in Form von Empty the Warrens. Im ersten Spiel bringe ich ihn nur auf neun Leben, woraufhin er in die Combo geht und mich tötet. Im zweiten Spiel muss ich meinen Golgari Charm dafür verwenden, eine Pyromancer Ascension auszuschalten. Er spielt ein Empty the Warrens für acht. Ich dafür ein Tarmogoyf und ein Siege Rhino. Nach einem Angriff bleibt mir nur noch der Goyf und er legt einen Blood Moon und noch ein Empty the Warrens für trölf. Vermutlich war ich danach zu inkonsequent. Ich wollte nicht mit Tarmogoyf angreifen, da er in Verbindung mit dem Worship, das auf meiner Hand versauerte, die einzige Chance auf einen Sieg darstellte. Die gesuchte Ebene habe ich leider nie gefunden :( Falls er wirklich angefangen hätte, meinen Goyf einzeln zu chumpen, hätte ich eventuell noch eine Chance gehabt. Da er aber mit seinen Tokens die bessere Boardpräsenz hatte und ich nur mit viel Glück ein zweites Basic hätte finden müssen, bevor ich überhaupt irgendetwas spielen kann, war es vermutlich schon egal und einfach nur blöd gelaufen.

Alles in allem war es dennoch ein erfolgreicher Tag. Ein besonderer Dank gebührt auch meinem Fahrer Alex, der nicht nur drei Runden lang auf mich gewartet, sonder mich auch motiviert hat!

Da ich diesen Blog-Eintrag mit einer Woche Verspätung verfasst habe, kann ich auch gleich noch kurz vom gestrigen Turnier berichten:

Am Sonntag fand in Bertil’s Spielwiese ein bananiger Grand Prix Trial zum GP Kopenhagen im Format Sealed statt. Mit meinem regenbogenfarbigen Pool konnte ich ein halbwegs solides Grixis Deck zusammenbauen (Link), das im Gegensatz zu meinen anderen Optionen sogar ein oder zwei starke Karten und das nötige Fixing aufweisen konnte. Nach einem schlechten Start reichte es leider nur für ein 3-2, das heißt, ich muss mir in Kopenhagen die ersten beiden Siege also doch erst noch verdienen 😉
Da ich aber zu den Decks, die auch in den beiden ersten Runden gegen etwaige Tier2/Tier3/random-Haufen ein gutes Matchup haben, nunmal Twin, Junk und Affinity zähle, nehme ich es einfach mal als Herausforderung. Während Twin und Affinity das erste Spiel gegen alles mögliche gewinnen sollten und damit schonmal einiges an Boden gut machen, ist Junk durch seine Kombination aus Threats, Removal und Disruption an Konsistenz und Anpassungsfähigkeit kaum zu übertreffen. Interessanterweise habe beim Turnierplaner für Nürnberg keinen GPT für Kopenhagen mehr erspähen können, aber wer mich eines besseren belehren kann, möge das bitte tun!

Das wars auch schon wieder für heute! Mögen eure draws saftig und eure plays feinsinnig sein!

Warleader’s Helix Artwork by Wesley Burt, Copyright by WotC
Polluted Delta Artwork by Vincenct Procee, Copyright by WotC

Dromokas-Command

Stein, Papier, Schere, Echse, Spock

Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse,… na, ihr wisst schon.

Während Kyoto dieses Wochenende mit dem Legacy Grand Prix offenbar nicht eine andere Timeline, sondern die Vergangenheit besucht, gibt es für mich immer noch zwei ganz andere Formate, die mich in Atem halten. Schere-Stein-Papier-Standard und Free-for-all Modern. Nach meinem lächerlichen Sealed Pool am Prerelease Dragons of Tarkir war es glücklicherweise Zeit für ein bisschen Grind in den Constructed Formaten. Wer meinen Twitter verfolgt, hat vermutlich schon das eine oder andere davon mitbekommen. Im heutigen Post werde ich die letzten paar Turniere etwas komprimierter als sonst zusammenfassen und meine Gedanken ansonsten einfach schweifen lassen. Viel Spaß!

Modern

Unsere Reise zu Grand Prix Kopenhagen rückt immer näher und es liegt nahe, bis dahin jedes Modern Turnier mitzunehmen, das auch nur irgendwie im Umkreis stattfindet. Gut, dass ich dabei nicht alleine bin und die Magic-Hochburg Nürnberg nicht allzu weit von uns entfernt ist. Am Samstag, den 4. April nahm ich also in Nürnberg an einem Grand Prix Trial für Utrecht im Format Modern teil. Dabei gibt es im Funtainment auch noch Format-relevante Karten zu gewinnen, was zusätzlich für Motivation sorgt. Mein Deck war wieder Junk Rock, an dem ich im Vergleich zum letzten GPT bis auf zwei Karten nichts geändert habe. Hier trotzdem nochmal die Liste:

Der zweite Scavenging Ooze musste weichen für Elspeth, Knight-Errant. Während Scooze zwar eine mächtige Karte sein kann, hat er inzwischen einiges an Relevanz verloren. Aktuell gibt es wenig populäre Decks, die den Friedhof nutzen und die, die es tun, machen dies so exzessiv (Snapcaster Mage Decks) oder so schnell (Delve Decks), dass Scooze oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt. Schade. In der Theorie erfüllt Elspeth für mich zwei wichtige Rollen: bin ich das aggressive Deck, beendet sie das Spiel. Bin ich im Hintertreffen, baut sie Kreaturen und kauft mir Zeit. In der Praxis konnte ich sie leider noch nicht ausgiebig testen…

Im Sideboard ist das zweite Creeping Corrosion für ein Worship ausgetauscht worden. Ob es fachlich richtig ist, nur eine Corrosion zu haben, ist zweifelhaft, aber Worship ist gegen eine breitere Masse an Decks gut: Burn, alle Arten von Kreatur-basierten Aggro Decks (mit Einschränkungen gegen Affinity aufgrund von Inkmoth Nexus) oder auch Midrange Decks ohne alternative Wincon.

Junk Rock ist und bleibt ein Deck, das ich nur zu gerne spiele. Ein paar der mächtigsten und coolsten Sprüche im Format wirken zu können, hat einfach was für sich. Dadurch, dass sich kein Deck auf einen Haufen synergieloser, aber guter Karten richtig vorbereiten kann, hat man außerdem eine Menge 50/50 Matchups. Die Farbe Weiß bietet darüber hinaus ein paar interessante und starke Sideboard-Optionen.

GPT Utrecht – die Matches

Runde 1: 2-0 vs Little Kid Junk. Eigentlich mein Nemesis, der Hass seines Decks wollte sich allerdings nicht so recht entfalten. Lob an Zealous Persecution, die für mich einen 3-for-1 erzeugte.

Runde 2: 1-2 vs Affinity. Das Thoughtseize nahm mir im dritten Spiel das Creeping Corrosion… damn.

Runde 3: 0-2 vs Living End. Offenbar ein weniger gutes Match-Up für mich. Zuviel Cycling um die Kontrolle über seine Hand zu erlangen.

Runde 4: 2-0 vs Griselcannon. Gut dass ich schon vorher wusste, was er spielt. Abrupt Decay mit target Pentad Prism bricht ihm das Genick. Oder eigentlich waren es seine schlechten Draws im zweiten Spiel. Komisches Through the Breach Deck halt 😀

Runde 5: 2-1 vs Grixis Delver. Cooles Deck. Blood Moon macht aber leider nicht soviel, wenn man sich darauf einstellen kann.

Runde 6: 2-0 vs UR Twin. I love me some Discard!

4-2 mit mittelmäßigem Opponent Score reicht für den 10. Platz und ein Windswept Heath. Why not!

Die Woche nach dem GPT fand in meinem LGS Bertils Spielwiese ein PPTQ für Milwaukee statt. Jetzt lest den Satz nochmal und stellt euch vor, ihr würdet die ganzen Abkürzungen nicht kennen. Zurück zum GPT… Coolerweise auch im Format Modern, was nicht nur die regionalen Spieler, sondern auch viele von außerhalb angezogen hat, hier der Kurzbericht.

PPTQ Modern – die Matches

Runde 1: 2-1 vs UWRb Control. Lingering Souls im Maindeck, um Rock Decks wie meines zu bekämpfen – okay. Myth Realized aus dem Sideboard, wenn ich meine Abrupt Decays rausboarde – not okay.

Runde 2: 2-0 vs UWR Geist. Der spätere Finalist hat wohl in unserem Match fast seine gesamten Bad Draws aufgebraucht. Ein paar Mulligans und bad draws waren tödlich.

Runde 3: 0-2 vs Grixis Twin. Eine Vendilion Clique abstellen zu müssen, nur um dann an Splinter Twin zu sterben, kann echt ein bisschen frustrierend sein :/

Runde 4: 2-0 vs Boros Burn. Möglicherweise das lustigste Match in letzter Zeit. Zugegeben – nur für mich. Nach einem Mulligan auf fünf ziehe ich meine einzigen Kitchen Finks und er nichts als Länder. In weiser Voraussicht ziele ich mit Liliana of the Veil’s -2 mich selbst an und opfere die Finks. Damit bin ich zwar nur auf 3 Leben, habe aber wieder einen Blocker für seinen Goblin Guide, den er tatsächlich topdeckt. Im zweiten Spiel nehme ich ihm den Skullcrack mit Inquisition of Kozilek und klatsche ihm ein Siege Rhino vor die Nase. Armer Gegner :(

Runde 5: Intentional Draw vs Naya Burn, was mir meine zweite Top8 einbringt. Diesmal spiele ich sie auch wirklich!

Top8 Viertelfinale: 1-2 vs Naya Burn. In zwei Games hatte er leider alle Skullcracks und Atarka’s Commands der Welt. Es hat nicht sollen sein :(

3-1-1 reicht also am Ende für den 7. Platz und drei Trost-Booster. Breaking news: leider immer noch kein foil Fetch aufgemacht 😀

Standard

Nachdem mit Dragons of Tarkir ein ganzer Haufen neuer, interessanter, starker, mächtiger und DRACHENIGER Karten das Standard Format betreten haben, ich aber die ganze Zeit mit Modern beschäftigt war, befand ich mich in einer Existenzkrise. Das Temur Aggro, das ich über die letzten Monate zu soliden Ergebnissen gespielt habe, kam mir auf einmal obsolet vor. Das RW Aggro, das ich ausprobierte, fühlte sich allerdings in Relation zu schwach an. Da suche ich noch nach der richtigen Konstellation. Ein paar Spiele habe ich mit Ben Starks Liste ausprobiert:

Ich finde das Deck ultracool und es hat in Soulfire Grand Master und Outpost Siege echt starke Karten am Start. Leider fühlt es sich oft so an, als dass die Defizite, die es hat, äußerst schwer wiegen. Chained to the Rocks braucht nicht nur ein bisschen Set-Up, sondern ist auch noch leicht mal pre-blocks vom Gegner zerstört. Nicht nur von engstirnigen Sideboard Karten, sondern inzwischen leider auch von Mainboard Dromoka’s Command. Außerdem kommt es vor, dass man den ersten Spruch im dritten Zug spielt, was gegen viele Decks einfach nur erbärmlich ist. Eventuell kann ich es noch nicht richtig spielen, oder ich muss noch an den Zahlen feilen… Ich gebe das Deck jedenfalls noch nicht auf.

Zurück zur ausstehenden Deckwahl. Game Days sind erfahrungsgemäß von roten, aggressiven Decks bevölkert, die sich durch unbarmherzige Starts gegen langsamere Gegner, die eventuell auch noch dabei stolpern, ihren eigenen Plan auszuführen, gute Chancen auf den Sieg ausrechnen. Aggro schlägt Control. Control schlägt Midrange. Midrange schlägt Aggro. So die reduzierte Theorie mit nur drei verschiedenen Archetypen, wie sie vielleicht einmal vor 20 Jahren gestimmt hat. Blöderweise ist das „Metagame“ in meinem Store, bis auf ein paar Control-Spieler sehr variabel. Was tun?

Was kurz vor diesem Wochenende, mit seinem Standard FNM und Game Day dann meine Aufmerksamkeit gewann war Devotion. Plötzlich verspüre ich den Drang, mindestens drei Dromoka’s Command maindeck zu spielen. Der passt natürlich ganz gut in ein grün-weißes Midrange Deck. Und weil das zu langweilig wäre, splashe ich rot. Offenbar ist Grün meine Lieblingsfarbe, kommt sie doch, bis auf einen Ausrutscher in Form von Mono Black Devotion, in nahezu allen meiner Constructed Decks in den letzten paar Jahren vor.

Das Deck macht nicht nur richtig Spaß zu spielen, es fühlt sich auch noch super an, wenn man einen Wald, eine Ebene und ein Gebirge liegen hat. Ich habe schon so lange kein Shard-Deck mehr gespielt, dass das richtig erfrischend ist! Die Tatsache, dass man 8 Fetchlands spielen kann, ist zwar einerseits in Hinblick auf Aggro-Decks etwas zweifelhaft, andererseits aber auch top Manafixing. Das „wrong half of the deck syndrom“ musste ich hingegen garnicht so oft spüren, wie erwartet. Ein paar Mana Dorks will man sowieso früh haben, denn ein Whisperwood Elemental in Zug 3 oder eine Hornet Queen in Zug 5 on the play ist einfach nur eklig.

Crater’s Claws hat genau das gemacht, was ich erwartet habe. Es hat ein oder zwei kleinere Kreaturen in den ersten paar Zügen abgestellt und es hat gegen Control in einem Spiel die letzten paar Schaden durchgedrückt. Whisperwood Elemental dagegen ist einfach zu stark gegen viele Decks. Control und Aggro stehen nicht so auf diesen Schnellfeuer-Manifestierer. Zu schade, dass das Elementar an z.B. einem einzelnen Stoke the Flames stirbt.

Standard FNM

Runde 1: 2-1 vs Mono Red Impact Tremors. Die Verzauberung in Kombination mit Token Makers, wie Dragon Fodder und Hordeling Outburst kann ganz schön wehtun.

Runde 2: 2-0 vs Temur Midrange. Die gewohnte Kombination aus dicken Kreaturen und Neutralisierungszaubern fühlt sich auf der anderen Seite des Tisches nicht so toll an.

Runde 3: 1-1 vs Esper Control. Ein Crater’s Claws gewinnt mir das erste Spiel. Im zweiten finde ich keine Antwort auf Silumgar, the Drifting Death. Das dritte Spiel wäre seins gewesen, wären wir nicht ins Timeout gegangen.

Runde 4: 0-2 vs Abzan Control. Dank Removal und einem Misplay kann ich nie Fuß fassen, fieses Matchup.

Mit 2-1-1 lande ich auf dem dritten Platz. Nicht schlecht für ein Deck, das ich am Tag zuvor gebaut genetdeckt habe.

Game Day

Runde 1: 2-1 vs Mono Red Sligh. Und schon geht es los mit den Aggro-Decks. Courser of Kruphix rettet mir das Leben.

Runde 2: 2-0 vs Sultai Delve. Ein interessanter homebrew, der allerdings einmal an Mana Screw eingeht.

Runde 3: 2-0 vs Temur Aggro. Temur scheint immernoch gut zu sein. Eventuell sollte ich meine Liste einfach nochmal überarbeiten.

Runde 4: 1-2 vs Atarka Aggro, Pro Tour Winning Liste. Zu schnell. Zu viel Schaden. Zu schade.

Runde 5: 1-2 vs GW Aggro. Eigentlich kein übles Matchup, Heir of the Wilds ist aber quasi unblockbar für mich.

Nach einem perfekten Start verlässt mich leider das Glück und ich lande mit 3-2 auf dem 5. Platz. Das hat mir zwar ein paar Booster für weitere Blog-Einträge eingebracht. Die Picks scheinen jedoch, ähnlich wie in Fate Reforged, oft etwas uninteressant zu sein. Aber lassen wir uns überraschen!

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Zeitraffer der letzten Wochen gefallen! Kommenden Samstag steht nochmal ein Modern PPTQ an, danach ein Sealed GPT. Es bleibt also spannend!

Dromoka’s Command Art by James Ryman, Copyright by WotC

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Modifying Modern

Hallo liebe Leser und willkommen zu meinem ersten Eintrag, der sich nur um Modern dreht!

Nachdem ich letzte Woche  mit vier verschiedenen Homebrews und einem Limited Turnierbericht meinem Nicknamen nicht gerade gerecht geworden bin, folgt am heutigen Tag eine relativ generische Modern-Liste. Die Idee für diesen Artikel besteht bereits seit gut einem Monat, da ich im August mein Glück auf dem Pro Tour Qualifier/World Magic Cup Qualifier-Wochenende in Hanau versucht habe und kurz darauf in Bertil’s Spielwiese auch noch ein Grand Prix Trial im Format Modern veranstaltet wurde. Das hier soll aber kein Turnierbericht werden, sondern eine Vorstellung des Decks, das ich nun seit über einem Jahr spiele, wann immer ein Modern Turnier in erreichbarer Nähe ist. Gegen Ende schaue ich mir außerdem ein paar Karten aus Khans of Tarkir und ihre Spielbarkeit in Modern an. Los gehts :)

Was ich in Magic besonders genieße, sind Midrange Decks und Kreaturen mit zusätzlichem Value. Da diese beiden Aspekte auch in Kombination noch kein Top Tier im non-rotating Format unserer Wahl ausmachen, wie wäre es mit ein bisschen Combo-Backup? 😉

Das Deck

Wie ihr seht, handelt es sich um die gute, alte Melira Pod Liste, die sich nicht mit der Archangel of Thune/Spike Feeder Combo aufhält, sondern ihre ursprüngliche Endlos-Kombo verfolgt. Neben dem logischen Austausch von Misty Rainforest für Windswept Heath sollte ich die Auswahl einiger einzelnen Karten vermutlich etwas näher erklären. Das Main-Deck habe ich unverändert (bis auf die Windswept Heath) bei dem PTQ in Hanau vor nun fast zwei Monaten pilotiert. Für den GPT ein paar Wochenenden später habe ich kleinere Änderungen am Sideboard  vorgenommen, hauptsächlich, weil ich mit viel Burn/Red Deck Wins gerechnet habe. Nach meinem niederschmetternden 1-7-1 Ergebnis auf dem PTQ (ja, ich habs bis zum Ende durchgezogen!), sind die nachfolgenden Erklärungen eher vor dem Hintergrund des GPTs zu sehen. Ergebnis war in diesem Fall 2-2. Gewonnen habe ich das Mirror Match und gegen Amulet Combo, unterlegen bin ich im Spiel gegen WG Hatebears und das besagte Burn.

Die Card Choices

  • Sin Collector im Main Deck: erst kürzlich hinzugefügt, wofür Linvala, Keeper of Silence ins Sideboard weichen musste. In meinem Modern-Meta spielt im Moment niemand Jund oder Splinter Twin, wofür sich die Linvala unter anderem lohnen würde. Dass dann aber außer mir noch zwei andere Melira Pod Decks antanzten, war natürlich etwas unpassend (für mich). Sin Collector findet gegen viele Decks ein Ziel und lässt sich auch leicht via Birthing Pod (durch Opferung einer Voice of Resurgence oder Wall of Roots) oder Chord of Calling finden. Sünden können eingesammelt werden von Burn, Control, BGx Decks, Storm, Living End, Ad Nauseam, UR Delver,… you get the idea.
  • Phyrexian Metamorph im Main Deck: Wird in vielen Listen rausgenommen für Linvala oder Restoration Angel, überzeugt mich aber immer wieder. Er ist nicht mehr so stark wie vor Änderung der Legendenregel, jedoch ist er oft die beste Kreatur auf dem Feld, beziehungsweise zusätzlicher Value durch Kopieren eines „Kommt ins Spiel“-Effektes. Außerdem gibt es eine „versteckte Kombo“ mit Reveillark, einer Opfer-Engine und der „Stärke 2 oder weniger“-Kreatur eurer Wahl: liegt der 4/3 Vogel auf dem Feld, kopiert ihr ihn mit Metamorph. Nun solltet ihr einen Viscera Seer und Sin Collector/Eternal Witness/Murderous Redcap/Orzhov Pontiff/Voice of Resurgence auf dem Feld haben. Opfert die gewünschte Kreatur (wir nehmen die Murderous Redcap) für den Viscera Seer, bis sie endgültig im Friedhof landet. Opfert nun den Lerchen-Metamorph und ihr dürft zwei Kreaturen mit Stärke 2 oder weniger aus dem Friedhof ins Spiel zurück bringen. Wir wählen die Murderous Redcap und den Metamorph selber. Die Redcap tut ihre Pflicht und schießt dem Gegner zwei Schaden, der Metamorph kopiert die Wecklerche. Repeat ad infinitum. This kills the opponent.
  • Restoration Angel im Main Deck: Vor langer Zeit einmal von Sam Pardee in Betracht gezogen, aber wegen Überfüllung des 4er Slots und allgemeinen Mangels an Überzeugung des Mehrwerts mehrmals zurückgewiesen. Vielleicht etwas redundant, wenn man an Metamorph denkt, aber Restoration Angel ist oft ein zweiter „Kommt ins Spiel“-Effekt einer Kreatur auf eurer Seite. Zugegebenermaßen sollte man nie Karten übermäßig preisen, deren Stärke von anderen Karten abhängig ist. Restoration Angel hat seine Qualität jedoch schon mehrere Jahre unter Beweis gestellt und ist außerdem eine fliegende Bedrohung für den Gegner, der ihn weder mit Abrupt Decay noch Lightning Bolt abstellen kann. Fein. Ein Mangel an Value-Kreaturen auf eurem Feld sollte übrigens kaum auftreten. Wenn doch, ist Resto auch gerne mal ein Überraschungs-Blocker und danach eine respektable Clock. Tick Tack.
  • Kor Firewalker im Sideboard: Hab mit Burn Decks gerechnet. Bin von Burn Deck verprügelt worden, ohne die Karte zu ziehen. 10/10 would sideboard in again.

Blick in die Zukunft

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Art by Dan Scott

Die passenden Fetchlands haben wir bereits im Maindeck bestaunen können, aber was bringt uns Khans of Tarkir an frischen, nicht-Land Karten? Und müssen wir irgendetwas fürchten, was seinen Weg von KTK ins Modern Format schafft? Da ein Großteil der Magic-Community im Moment das neue, bunte Standard Format feiert und ich bei meinen Recherchen auch nicht allzu viele Anregungen gefunden habe, sind meine Gedanken zu den neuen Karten im Folgenden natürlich mit Vorsicht zu genießen.
KTK kann die goldenen Karten aufgrund der Manakosten ziemlich pushen. Passenderweise gibt es einen Klan mit denselben Farben wie Melira Pod, jedoch ist meiner Meinung nach nur eine Karte dabei, die sofort in den 75 Slots des Melira Decks eine Heimat finden könnte:

Anafenza, the Foremost
Ah, Frischfleisch! Eine 3-Mana 4/4 Kreatur, die unsere Persist-Viecher zurücksetzt und gegnerische Pod-Decks hatet? Bittedanke! Fürs Main Deck find ich die Fähigkeiten insgesamt zu engstirnig, jedoch will ich sie im Sideboard auf jeden Fall ausprobieren.

Es gibt noch zwei weitere Abzan-Karten, die es dank ihres Powerlevels verdienen, im Kontext von Melira Pod zumindest einmal erwähnt und diskutiert zu werden:

Abzan Ascendancy
Kümmert sich um +1/+1 Marken? Check. Kümmert sich um sterbende Kreaturen? Check. Sofortiger Einfluss aufs Board? Check. Würde ich diese Karte im Maindeck spielen? Nein. Warum nicht!? Das schlagkräftigste Argument sind wohl die Manakosten: drei Mana muss man für die Verzauberung blechen. Ascendancy ist keineswegs überteuert, will aber so früh wie möglich gespielt werden. An diesem Punkt der Kurve wollen wir aber den Namensgeber des Decks, Birthing Pod, legen. Doof. Wie wäre es also mit der Verzauberung im Midgame, wenn wir eventuell schon ein bis zwei Persist-Kreaturen liegen haben? Wäre möglich, der Einfluss der Marken hält sich jedoch in Grenzen. Gavony Township macht den Job dann doch besser.
Insgesamt ist Abzan Ascendancy vielleicht einen Versuch Wert, wenn es gegen langsamere Decks mit viel Removal geht. Jund lässt grüßen. Bedenkt aber, dass ihr gerade einen ganzen Zug verschwendet habt, eine Verzauberung zu legen, deren Wert in jedem Spiel aufs neue ein unbekannter Faktor ist.

Abzan Charm
Hier tue ich mir mit der Einschätzung der Karte etwas leichter. Während alle drei Modi dieses Charms solide sind, sind sie im Deck nicht nötig:

  • Das Removal: alle wichtigen Kreaturen trifft auch Abrupt Decay für ein Mana weniger. Die „Exile“-Clause macht das leider auch nicht wett. Im Zweifelsfall hätten wir auch Anafenza aus dem Sideboard.
  • Der Card Draw: Echten Card-Draw haben wir zwar nicht im Deck. Die Fähigkeit, mit einer Kreatur und einem Pod mehrere, verschiedenartige Kreaturen aus der Bibliothek zu suchen, reicht uns aber völlig.
  • Der Combat Trick: Richtig angewendet, sicherlich Spiel-verändernd. Um Persist-Kreaturen zurückzusetzen, haben wir bereits Restoration Angel, Phyrexian Metamorph und Gavony Township.

Was bietet KTK sonst noch für Modern?

Jeskai Ascendancy
Einige von euch kennen die Karte und das dazugehörige Combo-Deck bereits. Allen anderen sei an diesem Punkt ein Artikel von Sam Pardee ans Herz gelegt, da ich den Aufbau und die Funktionsweise des Decks hier nicht diskutieren will. Fakt ist, dass dieses Deck (im Idealfall) in Standard im dritten und in Modern bereits im zweiten Zug gewinnen kann. Sam Pardee stand letzte Woche laut seinem Twitter-Account mit Jeskai Ascendency in Modern Daily Events 16-0. In Worten: Sechtzehn zu Null. Ob alle Gegner aus Verwirrung oder Frust angesichts der eher langwierigen Combo aufgegeben haben, ist nicht bekannt. Was wir wissen, ist, dass Wizards of the Coast (im Weiteren „WotC“) in der Vergangenheit das Modern-Format auf eine bestimmte Weise definiert hat. Dazu gehört auch die Eingrenzung oder zumindest scharfe Beobachtung von Combos, die vor dem vierten Zug gewinnen können. Zugegebenermaßen existiert bereits ein Deck, das dank Combo vor dem vierten Zug gewinnen kann (liebevoll „Griselcannon“ genannt); dieses ist aber nicht gerade stabil und die Chancen auf die perfekte Starthand sind auch eher gering. Sollte sich Ascendancy Combo als stabil genug erweisen, wird WotC auf jeden Fall ein Auge darauf werfen. Es beruht jedoch auf größtenteils fragilen Manakreaturen und einer Verzauberung, die von Abrupt Decay getroffen wird. Es könnte sein, dass wir im Moment nur dem Überraschungsfaktor verfallen und das Deck ganz schnell auf dem absteigenden Ast ist, wenn sich die Leute darauf vorbereiten. Andererseits gleichen 5-10 Minunten andauernde Combo-Züge mehr dem Spiel Solitaire als Magic: The Gathering. Demselben Umstand ist vor einiger Zeit auch das Eggs-Deck zum Opfer gefallen. Der nächste Grand Prix im Modern Format findet vom 14.-16. November in Madrid statt. Ich bin gespannt, ob wir davor oder danach einen Notfall-Ban seitens WotC sehen werden.

Treasure Cruise
In Legacy vor einer Woche der Durchbruch in UR Delver. Wird dem Format vermutlich auch nicht wieder den Rücken kehren. Neben Fetchlands und den gewohnt billigen Spells kann ganz Legacy den Friedhof schnell genug füllen, um aus dem Cruise ein Ancestral Recall zu machen. Übrige Cruises können auch bequem mit Brainstorm und Fetch weggemischt werden. UR Delver ist in Modern nicht ganz so stark. Gut möglich, dass sich das jetzt ändert. Als 2-3of könnte sich der Value Spell nicht nur in UR Delver wieder finden: Control (UWR, mit den Khanslaught-Fetchlands womöglich auch Esper) zieht gerne Karten und Combo (Scapeshift, Splinter Twin, Storm) sucht eifrig nach seinen Puzzleteilen.

Dig Through Time

Eine Alternative für die Control- und Combo Decks von Modern ist Dig Through Time. Den beiden Decks ist die Kartenselektion meist lieber als drei zufällige Karten von oben zu ziehen. In Standard haben einige Control Decks die außergewöhnliche Karte schon eingebaut. Das zweite blaue Mana sollte aufzubringen sein.

Monastery Swiftspear
Ebenfalls eine hoch gehandelte Karte und ebenfalls im vorhin genannten Legacy Delver gespielt worden. In diesem Deck oder auch in einfarbigem Burn kommt der Swiftspear am nähesten an Goblin Guide heran. Es ist ein bisschen harte Arbeit nötig, um die effiziente Karte zum Laufen zu bringen. Burn spielt außerdem eher im gegnerischen Endstep, daher halte ich den Hype für überzogen.

Sarkhan, the Dragonspeaker
Removal, wiederholter Schaden mit Evasion und… eine schwierig zu bewertende Ulti. Zwei von drei garantiert verwertbaren Fähigkeiten könnten schon reichen, um in UWR Control einen Cameo-Auftritt hinzulegen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Sarkhan im Schatten von Keranos, God of Storms bleiben wird (Flavor Judge Ruling: Macht Sinn, Keranos ist viel größer). Der im Preis leicht (hust) gestiegene Gott bietet die nötige Unvermeidlichkeit im Lategame. Removal und Counter hat das Deck auch schon genug.

Utter End
Pseudo-Vindicate zeigt uns, was WotC inzwischen von bedingunslosem Removal hält. Für ein Mana mehr bekommen wir den Instant-Speed und dürfen keine Länder mehr killen. Ist es das wert? Keine Ahnung. Im Moment fallen mir an Decks mit den Farben Schwarz und Weiß nur Melira Pod, Esper Control und Junk ein. Für Junk und Melira Pod ist Utter End vermutlich zu teuer und wie Esper im Meta platziert ist, weiß keiner so genau. UWR ist mit seinen Lightning Bolts, Electrolyzes und Anger of the Gods schlussendlich im Vakuum die bessere Wahl.

Fazit:
Es sieht so aus, als ob Modern ein ganzes Stück blauer geworden ist! UWR war lange Zeit das einzige Tier1 Deck, das eine kontrollige Strategie anwendet. Mit den Khanslaught Fetchlands und zwei gewissen Draw-Spells wird sich das nun ändern. Als Fan von Kreaturen-Decks hoffe ich, dass die neuen Karten „nur“ frischen Wind bringen und nicht etwa das ganze Format von Innen und Außen in Blau anstreichen.

Das war’s für heute auch schon wieder. Ich hoffe ihr konntet einiges mitnehmen und wir sehen lesen uns bald wieder!