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Retreat-to-Hagra-Battle-for-Zendikar-MtG-Art

Sommerpause !?

Moment! Bevor jetzt eine/r sagt „Ja spinnst? Das war ne Frühlings-, Sommer- und Herbstpause!“… ihr habt ja Recht :( Wer meinen Twitter verfolgt, der hat zumindest ein bisschen was von mir mitbekommen. Hier ein Draft, da ein PPTQ, aber allgemein war es sehr ruhig. Seit Vormis Gastbeitrag im Mai ist auf meinem Blog nichts mehr passiert. Aber warum? Wie man an den letzten Blog-Einträgen vor dem Nirvana feststellen konnte, habe ich mich im Frühjahr auf den Grand Prix Kopenhagen im Format Modern vorbereitet. Erst groß angekündigt, dann nie wieder etwas davon gehört… da bin ich euch wohl eine Erklärung schuldig!

MTG GP Copenhagen

Das Event mit zwei meiner Freunde war an sich ein echt cooles Erlebnis, allerdings lief es in den Turnieren bei mir eher mittelmäßig – hier die Kurzfassung:

Main Event: ein überschaubar gutes 5-4 Ergebnis (davon eine gegnerische Aufgabe) bereitet mir den ersten Frust.
Side Event Modern: 0-4 Drop bedeutet kein Modern mehr für dieses Wochenende!
Super Sunday Series Sealed: 0-3 Drop gibt mir den Rest.

Nach dieser Performance hatte ich leider wenig Lust, das Ganze zu analysieren, auch wenn das eigentlich die logische Konsequenz gewesen wäre. Offenbar war es mal eine Zeit lang nötig, es mit Magic etwas langsamer angehen zu lassen. ABER! Man soll sich ja auf die positiven Dinge konzentrieren. Einerseits schaffte es einer meiner Freunde in Kopenhagen nach fünf Runden ungeschlagen in der Feature Match Area mit Infect Marken um sich zu werfen und andererseits hatten wir das ganze Wochenende über viel Spaß, was mitunter auch an der dänischen Sprache lag 😀

5 Jahre Magicblogs.de

Was ist sonst so passiert während meiner medialen Abwesenheit? Magicblogs.de feiert den fünften Geburtstag! Habt ihr beim Gewinnspiel mitgemacht? Battle for Zendikar Produkt wird aufgerissen wie blöd und senkt die Rare-Preise. Apropos Preise… aufgrund gewisser Einzelkarten-Preise *hust*jace*hust*hangarback*hust* werde ich in Standard vorübergehend nicht mehr netdecken. Stattdessen habe ich in letzter Zeit öfter mal etwas andere Decks in Modern ausprobiert, die bisher nicht so meinem Stil entsprachen, aber dazu später etwas mehr.
Vor ein paar Wochen war jedenfalls Game Day Battle for Zendikar und auch, wenn ich mit meinem 2-3 Ergebnis nicht zufrieden war, möchte ich euch mein Deck vorstellen, dass ich so oder so ähnlich in der letzten Zeit gespielt habe, wenn ich denn mal für ein Standard Event Zeit gefunden hab:

Vor der Rotation hat das Deck natürlich mehr Goblin Rabblemaster und Stoke the Flames gespielt. Da ich Seeker of the Way, Soulfire Grandmaster und Crackling Doom alle richtig stark finde, spiele ich das Deck ziemlich gern. Auf einem Grand Prix Trial für Oakland vor zwei Wochen bin ich damit auch angetreten, was allerdings in 0-2 Drop endete. Aktuell würde ich am liebsten Jeskai Black spielen, allerdings ist mir Jace dann doch etwas zu teuer und die Decks aufgrund der bunten Mana Bases zu… willkürlich. Soviel zu Standard.

Was Modern anbelangt, habe ich ein Deck für mich neu entdeckt. Frei nach dem Motto „come to the blue side, we have counters“ spiele ich im Moment Grixis Twin. Auch wenn ich in meiner Modern-Laufbahn schon einige Twin-Decks in Aktion gesehen oder dagegen gespielt habe, handelt es sich um eine Strategie, bei denen die meisten Magic Spieler noch etwas lernen können, wenn sie es selbst pilotieren. Die Tempo-plays, das Umschalten von verschiedenen Strategien zum richtigen Zeitpunkt, das Sideboarden und zu wissen, wie man mit der Angst des Gegners vor der Combo spielen kann sind nur einige Beispiele. Kurzum: würde ein Deck namens „Brainless Junk“ (Junk ohne Lilianas) existieren, so wäre es auf einer Komplexitäts-Skala auf der einen Seite und Twin auf der anderen. Twin ist außerdem DIE Definition eines Modern Decks. Es beherrscht den berühmt-berüchtigten Turn-4-Kill, es ist komplex und es wird vermutlich nie verschwinden, solange Modern existiert. Die ganze Schwärmerei soll jetzt allerdings nicht heißen, dass ich nie wieder was anderes spiele, sondern dass ich die Abwechslung genieße :)

Apropos Abwechslung!

Da das Feedback zu meinen Boosterdiskussionen oft positiv, aber dennoch sehr divers ausgefallen ist, bin ich nicht sicher, ob diese jemals zurückkommen werden. Zu sehr fühlt es sich so an, als ob der Pick jedes Mal klar wäre, nur weil diese eine Rare oder Uncommon im Booster ist. Es kommt noch hinzu, dass wir mit dem Pack 1 Pick 1 nur 1/42 des Drafts betrachten und nie in irgendeiner Form evaluieren und reflektieren können, ob wir am Ende des Drafts das Richtige getan haben. Ich bin für Ideen offen!

Über was könnte ich noch schreiben? Zuletzt war ich auf einem Commander 2015 Release Event und habe mich für das – wer hätte es gedacht – Grün-Schwarze Deck entschieden. Beliebt waren bei der Auswahl eigentlich alle Decks außer dem rot-weißen Aggro-Haufen. Da hat vermutlich schon jeder mitbekommen, dass man in Mehrspieler Partien der Arsch ist, wenn man die Initiative ergreift (natürlich im Gegensatz zum echten Leben, Kinder!). Die Golgari Liste fühlt sich jedenfalls aufgrund der zermürbenden Unumgänglichkeit und der Rekursion, bei der jede Kuh mit ihren Mägen einpacken kann, im Gegensatz zu den restlichen Decks etwas unfair an. Über dieses neue oder zwei andere meiner Lieblings-Decks könnte ich zum Beispiel einen Blog-Eintrag schreiben, wahlweise mit definierter Deckliste oder auch nur Tipps, Gedankengänge, Anregungen, sofern sich hier auch Fans der 100-Karten Formate finden?

Beim Durchschauen des neuen Decks kam mir heute noch eine andere Idee. Skullclamp ist schon eine abgefuckte Karte. Ich bin zwar generell nicht in der Lage, das Zeitgeschehen zurückzudrehen und alles besser zu machen, aber was wäre, wenn wir in einer kleinen Blog-Serie die Fehler von Magic’s Vergangenheit diskutieren würden? Die Einordnung einer Karte in die damalige Magic-Historie, die Auswirkungen auf uns Spieler und wie müsste die jeweilige Karte aussehen, um nicht als „Fehler“ der Macher zu gelten? Karten wie Tolarian Academy sind dabei natürlich außer Frage. Es würden eher Karten sein, die ich z.b. selbst miterlebt habe und die eventuell nur grenzwertig als „zu gut“ gesehen werden können. Nun habt ihr vermutlich den „broken 2-drop cycle“ (der kein cycle ist) vor Augen. Na, wär das was?

Retreat to Hagra MtG Art by Kieran Yanner

Assault-Formation-Dragons-of-Tarkir-MtG-Art

I like big butts! – Gastbeitrag by Vormi

Willkommen zu meinem ersten Gastbeitrag auf Nicos Blog :)

Wer mich nicht kennt: Ich bin der Vormi, Student in Ulm und Magicspieler seit M13.

Was mich von den meisten Spieler unterscheidet: Während alle im Internet nach den Top-Decks der verschiedenen Turniere suchen und diese dann zum nächsten FNM bringen, gehöre ich zu den sogenannten Brewern, also Spielern, welche sich die Decks selbst überlegen. Dabei versuche ich Kreativität und Kompetitivität unter einen Hut zu bringen.

Als dann im Dragons of Tarkis Spoiler plötzlich die Karte Assault Formation zu sehen war, wusste ich direkt: Du wirst meine neue Deck-Idee!

Assault Formation verlangt nach Kreaturen mit viel Toughness. Also ist unser Gameplan für den Anfang erstmal zu stallen, bis wir selbst genügend Board-Präsenz aufgebaut haben. Die besten Kreaturen dafür bieten in meinen Augen Blau und Weiß, allerdings wollte ich auch Instant-Removal reinpacken, um vor allem im Early-Game die Bomben des Gegners auszuschalten, weshalb ich mich gegen Weiß und für Schwarz entschieden habe. Von den Manaanforderungen der Formation wurde ich natürlich direkt Richtung Grün gedrückt, weshalb schnell Sultai als Clanfarben festgelegt waren.

Die besten Kreaturen für unser Deck in Grün sind natürlich Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix. Diese beiden Karten helfen uns einerseits früh das Board zu stallen und auf der anderen Seite sind sie unerlässlich, um zuverlässig das passende Mana zu erhalten. Denn das Deck will in Turn 3 sowohl Doppel-Grün, Doppel-Schwarz als auch Doppel-Blau produzieren können.

In der Farbe Blau habe ich mich für Dragon’s Eye Savants und die Wall of Frost entschieden. Mit einer aktiven Assault Formation auf dem Board kann Dragon’s Eye Savants in Turn 3 direkt für 6 Schaden angreifen, während wir ohne Assault Formation einen 2/2 Morph auf dem Board haben (vor allem gegen Control ein guter Early-Beater) und zusätzlich durch das aufmorphen die Hand des Gegners auf Countern oder Removal untersuchen können. Die Wall of Frost dient uns als Stabilisation gegen die ganzen aggressiven Decks mit Beatern wie Siege Rhino oder Goblin Rabblemaster. Der Profaner of the Dead dient uns zusätzlich als Blauer One-Off, welcher uns zuverlässlich das ganze Board des Gegners räumen kann. Das ist vor allem gegen Token-Strategien, welche den bereits erwähnten Goblin Rabblemaster spielen, sehr effektiv.

Auch Schwarz bietet uns starke Kreaturen für unsere Deckidee. Disowned Ancestor ist in unserem Deck der beste One-Drop und kann mit einer Assault Formation in Turn 2 direkt als pseudo 4/4er angreifen. Da unser Deck sehr abhängig von unseren Win-Conditions ist, spiele ich zudem Sidisi, Undead Vizier als Tutor. Dadurch haben wir jede unserer Win-Conditions zwei mal mehr im Deck.

Die letzte Kreatur im Mainboard ist Phenax, God of Deception. Dank seiner Möglichkeit, allen unserer Kreaturen die Fähigkeit „Tappe diese Kreatur. Ein Spieler deiner Wahl legt die obersten X Karten seine Bibliothek auf seinen Friedhof, wobei X die Widerstandskraft dieser Kreatur ist.“ zu geben, hat er sich prima als weitere Win-Condition angeboten.

Assault Formation ist aber der eigentliche Star des Decks. Durch sie werden unsere 0/6, 0/4 oder 0/7 Kreaturen zu 6/6, 4/4 bzw 7/7 Monstern, für die wir absurd wenig Mana bezahlen müssen. Zusätzlich können wir durch das Bezahlen von einem grünen Mana einfach das Keyword „Defender“ auf Karten wie der Wall of Frost ignorieren. Für drei Mana können wir außerdem die Widerstandskraft unserer Kreaturen erhöhen, was sich ja dank Assault Formation auch direkt auf deren Angriffskraft auswirkt.

Um die Assault Formation zuverlässlich zu finden, spiele ich Commune with the Gods. Damit haben wir auch die Möglichkeit besser auf unsere speziellen Manaanforderungen einzugehen. Da das Commune with the Gods ziemlich zuverlässig unseren Friedhof füllt, bietet sich Dig Through Time als Drawspell an. Das können wir in unserem Deck direkt schon im vierten Zug spielen und sind dabei dem Gegner einiges an Kartenvorteil vorraus.

Als Removal spiele ich eine Suite aus Hero’s Downfall und Sultai Charm. Hero’s Downfall ist das beste Removal im aktuellen Standard-Format, da es sowohl Kreaturen als auch Planeswalker trifft. Das Sultai Charm hingegen bietet uns durch die Wahl eines der drei Modi die Möglichkeit, immer direkt auf das aktuelle Board zu reagieren. Damit schalten wir sowohl einen Goblin Rabblemaster oder Courser of Kruphix aus, können aber auch am Ende des gegnerischen Zuges looten, falls uns die Handkarten ausgehen.

Thoughtseize ist einer der stärksten Disruption Spells. Können wir dank einer aufgemorphten Dragon’s Eye Savants eine gefährliche Karte auf der Hand des Gegners sehen, lassen wir ihn diese dank des Thoughtseize einfach abwerfen. Auch ein Thoughtseize im ersten Zug kann uns den entscheidenden Vorteil des Spiels bringen.

Der letzte Spell im Deck ist ein One-Off Triton Tactics. Dieses hilft uns vor allem mit einem liegenden Phenax, God of Deception den Gegner bis zu 20 Karten mehr millen zu lassen. Aber auch als Combat-Trick ist das Triton Tactics nicht zu unterschätzen, da es mit einer Assault Formation für ein Mana einfach „Zwei deiner Kreaturen erhalten +3/+3 und Vigilance“ ermöglicht…..viel zu broken.

Kommen wir zum Sideboard:
Negate kommt direkt gegen jedes Deck, welches übermäßig viele Spells spielt. Das sind im aktuellen Meta vor allem die Control-Decks.

Disdainful Stroke wird sowohl gegen Control, als auch gegen Midrange geboarded um zum Beispiel einen Gegnerischen Dragonlord Ojutai oder ein Siege Rhino zu Countern.

Vor allem gegen Control ist das Matchup eher ein Kampf um Ressourcen. Um das zu gewinnen, boarde ich gerne Tasigur, the Golden Fang, da dieser uns einen ennormen Spellvorteil bietet, indem wir uns für vier Mana einfach wieder Karten aus dem Friedhof zurück holen.

Gegen jede Liste mit vielen Kreaturen boarden wir Murderous Cut und Hero’s Downfall. Das Hero’s Downfall ist zusätzlich gegen Control und Planeswalker unschlagbar.

Drown in Sorrow wird gegen Aggro geboarded. In Game 1 rennen die ganzen Aggrokreaturen sowieso gegen unsere Mauern an und ab Game 2 können wir sie zusätzlich entfernen.

Die letzte Sideboardkarte Monastery Flock boarde ich gegen jede Liste, welche übermäßig viele Flieger spielt, also auch Esper Dragons.

Letzten Endes sieht das fertige Deck dann so aus:

Nachdem ich Euch nun das Deck erklärt habe, komme ich zu zwei Beispiel Match-Ups (ich habe das Deck in dieser Version leider nur Online gespielt):

vs. Red Deck Wins
Game 1:
Während ich Turn 1-3 damit verbringe Disowned Ancestor, Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix aufs Feld zu bekommen, spielt mein Gegner Monastery Swiftspear, Dragon Fodder und einen Goblin Rabblemaster. Die Token kann ich lange genug aufhalten und der Courser bringt mir ein paar Leben, bis ich Turn 4 ein Removal für seinen Rabblemaster finde und Turn 7 einen Phenax, God of Deception. Im Gegenzug wird mein Courser dank Stoke the Flames abgestellt, ich kann aber mit einer Wall of Frost stabiliseren. Mittlerweile greift mein Gegner nicht mehr an, sondern wartet nur noch darauf, mir seine Burnspells direkt ins Gesicht zu werfen. Am Ende seines achten Zuges kann ich ihn direkt für 14 millen und ziehe in meinem Zug eine Sidisi, Undead Vizier. Für Sidisi exploite ich meine Caryatid und suche mir das Triton Tactics. Das reicht letzten Endes aus um die nötige Devotion für Phenax durch Sidisi zu bekommen und direkt für 24 zu millen. Mein Gegner hat nun keine Chance mehr und Spiel 1 geht an mich.

Game 2:
Ich halte eine ziemlich gute Hand mit Assault Formation, Disowned Ancestor und Drown in Sorrow und gehe in Turn 2 direkt in die Offensive. Turn 3 ziehe ich einen Courser of Kruphix nach und kann in Turn 4 mit dem Drown in Sorrow das gegnerische Board abräumen. Zwei Züge später ist mein Gegner tot.

vs. Esper Dragons:
Game 1:
Im ersten Spiel erwische ich wieder einen aggressiven Start und bin zu schnell für meinen Gegner, der sein Massremoval nicht ziehen kann.

Game 2:
Im zweiten Spiel bekomme ich keine anständige Hand zusammen und verbinge die ersten 4 Züge damit nach einer Assault Formation zu suchen, welche aber im 5. Zug gecountert wird. Ab dem Zeitpunkt ist das Match verloren, da ich nichtmehr rein komme und mein Gegner anfängt seine Drachen zu legen und seitlich zu drehen.

Game 3:
Ich habe mich entschieden mehr Removal zu boarden und selbst etwas Control-lastiger zu spielen, erwische aber wieder einen relativ guten Start und mach in Turn 3 und 4 jeweils 6 Schaden. Allerdings zieht mein Gegner nun ein Crux of Fate und stellt meine Assault Formation ab, während ich mein ganzes Removal ziehe. Da sich der Gegner sicher wiegt, tappt er sich für seinen Ojutai aus, welchen ich aber in seinem nächsten Angriff mit einem Hero‘s Downfall abstelle. Das passiert noch vier mal, da der Gegner seine Haven of the Spirit Dragon für den Drachen opfert. Ich bringe währenddessen selbst Kreaturen aufs Board und kann als Reaktion auf ein Dig Through Time vom Gegner mein eigenes wirken. Als Köder spiele ich in meinem Zug eine Assault Formation welche gecountert wird, kann aber direkt darauf einen Phenax, God of Deception wirken, welcher drei Runden lang meine Kreaturen millen lässt, da ich das Mass-Removal des Gegners countern kann.

Nun bin ich auch schon am Ende dieses kleinen Gastbeitrags angekommen. Ich hoffe, ich konnte Euch auch mal die kreative Seite von Magic etwas näher bringen (Editor’s note: Seitenhieb angekommen 😉 ) und euch dazu anregen, selbst mal ein Deck um eine Karte zu bauen. Ich hoffe, dass euch der Beitrag gefallen hat und würde mich freuen, wenn ihr ein paar Kommentare da lasst. Bei genügend positiver Resonanz werde ich euch mal von meinem Modern-Deck erzählen (Mono-White-Troll) :)

Viele liebe Grüße
Vormi

Assault Formation MtG Art by Kieran Yanner

Dromokas-Command

Stein, Papier, Schere, Echse, Spock

Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse,… na, ihr wisst schon.

Während Kyoto dieses Wochenende mit dem Legacy Grand Prix offenbar nicht eine andere Timeline, sondern die Vergangenheit besucht, gibt es für mich immer noch zwei ganz andere Formate, die mich in Atem halten. Schere-Stein-Papier-Standard und Free-for-all Modern. Nach meinem lächerlichen Sealed Pool am Prerelease Dragons of Tarkir war es glücklicherweise Zeit für ein bisschen Grind in den Constructed Formaten. Wer meinen Twitter verfolgt, hat vermutlich schon das eine oder andere davon mitbekommen. Im heutigen Post werde ich die letzten paar Turniere etwas komprimierter als sonst zusammenfassen und meine Gedanken ansonsten einfach schweifen lassen. Viel Spaß!

Modern

Unsere Reise zu Grand Prix Kopenhagen rückt immer näher und es liegt nahe, bis dahin jedes Modern Turnier mitzunehmen, das auch nur irgendwie im Umkreis stattfindet. Gut, dass ich dabei nicht alleine bin und die Magic-Hochburg Nürnberg nicht allzu weit von uns entfernt ist. Am Samstag, den 4. April nahm ich also in Nürnberg an einem Grand Prix Trial für Utrecht im Format Modern teil. Dabei gibt es im Funtainment auch noch Format-relevante Karten zu gewinnen, was zusätzlich für Motivation sorgt. Mein Deck war wieder Junk Rock, an dem ich im Vergleich zum letzten GPT bis auf zwei Karten nichts geändert habe. Hier trotzdem nochmal die Liste:

Der zweite Scavenging Ooze musste weichen für Elspeth, Knight-Errant. Während Scooze zwar eine mächtige Karte sein kann, hat er inzwischen einiges an Relevanz verloren. Aktuell gibt es wenig populäre Decks, die den Friedhof nutzen und die, die es tun, machen dies so exzessiv (Snapcaster Mage Decks) oder so schnell (Delve Decks), dass Scooze oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt. Schade. In der Theorie erfüllt Elspeth für mich zwei wichtige Rollen: bin ich das aggressive Deck, beendet sie das Spiel. Bin ich im Hintertreffen, baut sie Kreaturen und kauft mir Zeit. In der Praxis konnte ich sie leider noch nicht ausgiebig testen…

Im Sideboard ist das zweite Creeping Corrosion für ein Worship ausgetauscht worden. Ob es fachlich richtig ist, nur eine Corrosion zu haben, ist zweifelhaft, aber Worship ist gegen eine breitere Masse an Decks gut: Burn, alle Arten von Kreatur-basierten Aggro Decks (mit Einschränkungen gegen Affinity aufgrund von Inkmoth Nexus) oder auch Midrange Decks ohne alternative Wincon.

Junk Rock ist und bleibt ein Deck, das ich nur zu gerne spiele. Ein paar der mächtigsten und coolsten Sprüche im Format wirken zu können, hat einfach was für sich. Dadurch, dass sich kein Deck auf einen Haufen synergieloser, aber guter Karten richtig vorbereiten kann, hat man außerdem eine Menge 50/50 Matchups. Die Farbe Weiß bietet darüber hinaus ein paar interessante und starke Sideboard-Optionen.

GPT Utrecht – die Matches

Runde 1: 2-0 vs Little Kid Junk. Eigentlich mein Nemesis, der Hass seines Decks wollte sich allerdings nicht so recht entfalten. Lob an Zealous Persecution, die für mich einen 3-for-1 erzeugte.

Runde 2: 1-2 vs Affinity. Das Thoughtseize nahm mir im dritten Spiel das Creeping Corrosion… damn.

Runde 3: 0-2 vs Living End. Offenbar ein weniger gutes Match-Up für mich. Zuviel Cycling um die Kontrolle über seine Hand zu erlangen.

Runde 4: 2-0 vs Griselcannon. Gut dass ich schon vorher wusste, was er spielt. Abrupt Decay mit target Pentad Prism bricht ihm das Genick. Oder eigentlich waren es seine schlechten Draws im zweiten Spiel. Komisches Through the Breach Deck halt 😀

Runde 5: 2-1 vs Grixis Delver. Cooles Deck. Blood Moon macht aber leider nicht soviel, wenn man sich darauf einstellen kann.

Runde 6: 2-0 vs UR Twin. I love me some Discard!

4-2 mit mittelmäßigem Opponent Score reicht für den 10. Platz und ein Windswept Heath. Why not!

Die Woche nach dem GPT fand in meinem LGS Bertils Spielwiese ein PPTQ für Milwaukee statt. Jetzt lest den Satz nochmal und stellt euch vor, ihr würdet die ganzen Abkürzungen nicht kennen. Zurück zum GPT… Coolerweise auch im Format Modern, was nicht nur die regionalen Spieler, sondern auch viele von außerhalb angezogen hat, hier der Kurzbericht.

PPTQ Modern – die Matches

Runde 1: 2-1 vs UWRb Control. Lingering Souls im Maindeck, um Rock Decks wie meines zu bekämpfen – okay. Myth Realized aus dem Sideboard, wenn ich meine Abrupt Decays rausboarde – not okay.

Runde 2: 2-0 vs UWR Geist. Der spätere Finalist hat wohl in unserem Match fast seine gesamten Bad Draws aufgebraucht. Ein paar Mulligans und bad draws waren tödlich.

Runde 3: 0-2 vs Grixis Twin. Eine Vendilion Clique abstellen zu müssen, nur um dann an Splinter Twin zu sterben, kann echt ein bisschen frustrierend sein :/

Runde 4: 2-0 vs Boros Burn. Möglicherweise das lustigste Match in letzter Zeit. Zugegeben – nur für mich. Nach einem Mulligan auf fünf ziehe ich meine einzigen Kitchen Finks und er nichts als Länder. In weiser Voraussicht ziele ich mit Liliana of the Veil’s -2 mich selbst an und opfere die Finks. Damit bin ich zwar nur auf 3 Leben, habe aber wieder einen Blocker für seinen Goblin Guide, den er tatsächlich topdeckt. Im zweiten Spiel nehme ich ihm den Skullcrack mit Inquisition of Kozilek und klatsche ihm ein Siege Rhino vor die Nase. Armer Gegner :(

Runde 5: Intentional Draw vs Naya Burn, was mir meine zweite Top8 einbringt. Diesmal spiele ich sie auch wirklich!

Top8 Viertelfinale: 1-2 vs Naya Burn. In zwei Games hatte er leider alle Skullcracks und Atarka’s Commands der Welt. Es hat nicht sollen sein :(

3-1-1 reicht also am Ende für den 7. Platz und drei Trost-Booster. Breaking news: leider immer noch kein foil Fetch aufgemacht 😀

Standard

Nachdem mit Dragons of Tarkir ein ganzer Haufen neuer, interessanter, starker, mächtiger und DRACHENIGER Karten das Standard Format betreten haben, ich aber die ganze Zeit mit Modern beschäftigt war, befand ich mich in einer Existenzkrise. Das Temur Aggro, das ich über die letzten Monate zu soliden Ergebnissen gespielt habe, kam mir auf einmal obsolet vor. Das RW Aggro, das ich ausprobierte, fühlte sich allerdings in Relation zu schwach an. Da suche ich noch nach der richtigen Konstellation. Ein paar Spiele habe ich mit Ben Starks Liste ausprobiert:

Ich finde das Deck ultracool und es hat in Soulfire Grand Master und Outpost Siege echt starke Karten am Start. Leider fühlt es sich oft so an, als dass die Defizite, die es hat, äußerst schwer wiegen. Chained to the Rocks braucht nicht nur ein bisschen Set-Up, sondern ist auch noch leicht mal pre-blocks vom Gegner zerstört. Nicht nur von engstirnigen Sideboard Karten, sondern inzwischen leider auch von Mainboard Dromoka’s Command. Außerdem kommt es vor, dass man den ersten Spruch im dritten Zug spielt, was gegen viele Decks einfach nur erbärmlich ist. Eventuell kann ich es noch nicht richtig spielen, oder ich muss noch an den Zahlen feilen… Ich gebe das Deck jedenfalls noch nicht auf.

Zurück zur ausstehenden Deckwahl. Game Days sind erfahrungsgemäß von roten, aggressiven Decks bevölkert, die sich durch unbarmherzige Starts gegen langsamere Gegner, die eventuell auch noch dabei stolpern, ihren eigenen Plan auszuführen, gute Chancen auf den Sieg ausrechnen. Aggro schlägt Control. Control schlägt Midrange. Midrange schlägt Aggro. So die reduzierte Theorie mit nur drei verschiedenen Archetypen, wie sie vielleicht einmal vor 20 Jahren gestimmt hat. Blöderweise ist das „Metagame“ in meinem Store, bis auf ein paar Control-Spieler sehr variabel. Was tun?

Was kurz vor diesem Wochenende, mit seinem Standard FNM und Game Day dann meine Aufmerksamkeit gewann war Devotion. Plötzlich verspüre ich den Drang, mindestens drei Dromoka’s Command maindeck zu spielen. Der passt natürlich ganz gut in ein grün-weißes Midrange Deck. Und weil das zu langweilig wäre, splashe ich rot. Offenbar ist Grün meine Lieblingsfarbe, kommt sie doch, bis auf einen Ausrutscher in Form von Mono Black Devotion, in nahezu allen meiner Constructed Decks in den letzten paar Jahren vor.

Das Deck macht nicht nur richtig Spaß zu spielen, es fühlt sich auch noch super an, wenn man einen Wald, eine Ebene und ein Gebirge liegen hat. Ich habe schon so lange kein Shard-Deck mehr gespielt, dass das richtig erfrischend ist! Die Tatsache, dass man 8 Fetchlands spielen kann, ist zwar einerseits in Hinblick auf Aggro-Decks etwas zweifelhaft, andererseits aber auch top Manafixing. Das „wrong half of the deck syndrom“ musste ich hingegen garnicht so oft spüren, wie erwartet. Ein paar Mana Dorks will man sowieso früh haben, denn ein Whisperwood Elemental in Zug 3 oder eine Hornet Queen in Zug 5 on the play ist einfach nur eklig.

Crater’s Claws hat genau das gemacht, was ich erwartet habe. Es hat ein oder zwei kleinere Kreaturen in den ersten paar Zügen abgestellt und es hat gegen Control in einem Spiel die letzten paar Schaden durchgedrückt. Whisperwood Elemental dagegen ist einfach zu stark gegen viele Decks. Control und Aggro stehen nicht so auf diesen Schnellfeuer-Manifestierer. Zu schade, dass das Elementar an z.B. einem einzelnen Stoke the Flames stirbt.

Standard FNM

Runde 1: 2-1 vs Mono Red Impact Tremors. Die Verzauberung in Kombination mit Token Makers, wie Dragon Fodder und Hordeling Outburst kann ganz schön wehtun.

Runde 2: 2-0 vs Temur Midrange. Die gewohnte Kombination aus dicken Kreaturen und Neutralisierungszaubern fühlt sich auf der anderen Seite des Tisches nicht so toll an.

Runde 3: 1-1 vs Esper Control. Ein Crater’s Claws gewinnt mir das erste Spiel. Im zweiten finde ich keine Antwort auf Silumgar, the Drifting Death. Das dritte Spiel wäre seins gewesen, wären wir nicht ins Timeout gegangen.

Runde 4: 0-2 vs Abzan Control. Dank Removal und einem Misplay kann ich nie Fuß fassen, fieses Matchup.

Mit 2-1-1 lande ich auf dem dritten Platz. Nicht schlecht für ein Deck, das ich am Tag zuvor gebaut genetdeckt habe.

Game Day

Runde 1: 2-1 vs Mono Red Sligh. Und schon geht es los mit den Aggro-Decks. Courser of Kruphix rettet mir das Leben.

Runde 2: 2-0 vs Sultai Delve. Ein interessanter homebrew, der allerdings einmal an Mana Screw eingeht.

Runde 3: 2-0 vs Temur Aggro. Temur scheint immernoch gut zu sein. Eventuell sollte ich meine Liste einfach nochmal überarbeiten.

Runde 4: 1-2 vs Atarka Aggro, Pro Tour Winning Liste. Zu schnell. Zu viel Schaden. Zu schade.

Runde 5: 1-2 vs GW Aggro. Eigentlich kein übles Matchup, Heir of the Wilds ist aber quasi unblockbar für mich.

Nach einem perfekten Start verlässt mich leider das Glück und ich lande mit 3-2 auf dem 5. Platz. Das hat mir zwar ein paar Booster für weitere Blog-Einträge eingebracht. Die Picks scheinen jedoch, ähnlich wie in Fate Reforged, oft etwas uninteressant zu sein. Aber lassen wir uns überraschen!

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Zeitraffer der letzten Wochen gefallen! Kommenden Samstag steht nochmal ein Modern PPTQ an, danach ein Sealed GPT. Es bleibt also spannend!

Dromoka’s Command Art by James Ryman, Copyright by WotC

Savage-Knuckleblade-MtG-Artwork

It’s Evolution

Hello again, liebe Constructed-Freunde!

Vor rund zwei Wochen fand das FNM Double Feature statt, von dem ich bereits teilweise berichtet habe. Heute folgt ein Resümee zu meinem Standard Deck und ich erkläre, wie ich es im Angesicht des aktuellen Metagames entwickelt habe. Standard ist und bleibt mein Lieblingsformat, weshalb ich auch froh bin, dass ich an den letzten beiden FNMs und dem Game Day Khans of Tarkir teilnehmen konnte. Etwas detaillierter kann ich nur über die Matches am Game Day berichten, da ich mir keine Notizen gemacht habe und die Erinnerung an den Game Day noch am frischesten ist. Daher werde ich zu den zwei FNMs davor eher auf die gespielten Match-Ups eingehen. Falls ich bei den Match-Berichten irgendwelche Tatsachen verdrehe, bitte melden!

Das Standard-Turnier des Double Features am 3.10.2014

Ich habe ja im Vorfeld schon einige Brews vorgestellt und mich dann ziemlich eindeutig für GR Monsters entschieden. Das hatte mehrere Gründe:

  • DRACHEN!! okok, ich meinte natürlich ernsthafte Gründe:
  • Stabile Manabasis: Da GR Monsters im Gegensatz zu vielen aktuellen Kreationen nur zwei Farben beinhaltet, und wir in Wooded Foothills sogar ein on-colour Fetchland nutzen können, wäre eine noch bessere Manabasis nur in einfarbigen Decks möglich.
  • Solides early game: Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix helfen uns, gegen Aggro zu stabilisieren. Außerdem dienen Elvish Mystic und Caryatid zum Beschleunigen von 1 auf 3 bzw. von 2 auf 4 Mana.
  • Hohe Dichte an Bedrohungen: Lässt man die Mana-Beschleuniger außer Acht, hält man mit GR Monsters ein Deck in den Händen, bei dem jeder nicht-Land Top-Deck unser Gegenüber weiter in Bedrängung bringt. Zwischen verschiedensten Planeswalkern und hastigen Drachen greifen wir den Gegner darüber hinaus aus unterschiedlichen Richtungen an.

Das Deck:

Ich war fast zufrieden mit der Liste, die ich vor ein paar Wochen vorgestellt habe. Boon Satyr hat mich jedoch nicht beeindruckt. Was gefehlt hat, war eine Kreatur, die weniger als 3 Mana kostet und den Gegner unter Druck setzt, falls ich mal keine Mana-Beschleuniger parat habe, oder diese vom Gegner beseitigt werden. Heir of the Wilds war Rettung in letzter Sekunde! Er kann sorglos durch Caryatide und Courser preschen und macht sogar einen Schaden mehr, wenn wir einen Fattie liegen haben. Inzwischen gibt es Heir sogar als Promo! Perfekt! Das Sideboard ist bis auf eine Karte recht selbst erklärend. Barrage of Boulders ist meine Antwort auf Hornet Queen und ein Mittel, um gegen andere Midrange Decks einen Board-Stall zu lösen.

Die Match-Ups:

Runde 1: Adrian mit Esper Control 1-2
Monsters gegen Control. Ein Match-Up, das ich schon sehr oft genießen durfte. (ich weiß nicht einmal mehr, ob ich „genießen“ hier ironisch meine) Gegen Control gibt es eine Grundregel zu befolgen: nicht zuviel auf’s Board schmeißen. Spiele wie gegen Esper sind für mich ein Drahtseilakt zwischen genügend Druck ausüben und nicht in den Wrath reinspielen. Control ist zwar durch den Verlust von Sphinx’s Revelation und Supreme Verdict ziemlich abgeklatscht worden. Die Kombination aus Thoughtseize, Spot Removal, Countern und Wraths in Form von End Hostilities funktioniert aber noch immer. Gegen Midrange wirkt außerdem Ashiok, Nightmare Weaver wahre Wunder. Da ich weder Hero’s Downfall, noch Thoughtseize zur Hand habe, muss ich auf Ashiok einprügeln, um zu verhindern, dass dieser mir meine eigenen Courser of Kruphix oder Polukranos, World Eater in den Weg stellt. Das gibt dem Control-Spieler Zeit, mit meinen Bedrohungen fertig zu werden und über Dig Through Time die Kontrolle zu erlangen. Der Schlüssel zum Erfolg ist also, über möglichst eine einzelne Bedrohung früh Druck aufzubauen, diese(n) Kreatur/Planeswalker zu beschützen oder – bei plötzlichem Ableben meiner Bedrohung – sofort etwas nachzulegen.

Runde 2: Phil mit Gb Devotion 2-1
Für Midrange-Liebhaber wie mich ist Gx Devotion inzwischen ein bescheidenes Match-Up. Wenn der Devotion-Spieler den richtigen Mix aus Ramp und Fatties zieht, kann er schneller, größere Kreaturen als ich legen. Der kürzlich angezogene Hornet Queen – Hype tötet dann auch die letzte Hoffnung in mir, meinem Gegner jemals direkten Schaden zuzufügen. Polukranossi und Stormbreath Dagons sterben alle jämmerlich an einem Bienenstich. Sämtliche Devotion-Decks haben jedoch mit dem „wrong half of the deck“-Syndrom zu kämpfen. Ziehen Sie nichts außer ihrer 12 Beschleunigungs-Kreaturen, lache ich mir ins Fäustchen!

Runde 3: Franziska mit GB Midrange 2-0
Keine Devotion-Liste und auch sonst kein typisches Deck, jedoch muss ich mich auch hier beeilen, die gegnerischen Lebenspunkte zu reduzieren, bevor Garruk, Apex Predator oder Nissa, Worldwaker die Party sprengen.

Runde 4: Raimund mit Sultai Delve/Sidisi Whip 0-2
Ähnlich wie Gx Devotion ein kleines Angst-Match-Up für mich. Noch dazu beherrscht Raimund das Deck mit tödlicher Präzision. Die Mechanik Bestow lässt mich via Herald of Torment und Nighthowler alt aussehen. Die schlimmste Karte ist in diesem Deck für mich aber Whip of Erebos. Den Lifegain kann ich meist nicht racen während mich die wiederholbare Reanimation gepflegt aus-grindet. Kombiniert mit Brain Maggot für frühe Hand-Disruption und oft auch Hornet Queen für späteres Kopfzerbrechen, ist dieses Deck eine starke Wahl für ein Metagame voller Midrange Decks.

Zwischenstopp

Dieses FNM besaß leider zu wenig Aussagekraft, um bahnbrechende Veränderungen an meinem Deck vorzunehmen. Andererseits stand zwei Wochen darauf ein Standard-FNM UND ein Game Day an. Erfahrungsgemäß ist jeder scharf auf die Spielmatte des Game Days (Spoiler: ich bin wieder knapp vorbei geschrammt), weswegen ich mit einer höheren Dichte an Top-Decks und fein-säuberlich gebastelten Eigenkreationen rechne. Was sind also die „Decks to Beat“ nach der Pro Tour? Obwohl die Top 8 der Pro Tour Hawaii mit einem Control Deck, zwei Midrange Decks, drei Aggro Decks und einem Combo Deck (!) so divers wie noch nie war, gibt es Decks, auf die man auf jeden Fall vorbereitet sein muss:

  • Jeskai Fireworks: Ein Deck, das mit Seeker of the Way into Goblin Rabblemaster zuweilen sehr aggressiv ist, aber auch mal drei Runden lang mit Scry-Lands rum-durdeln kann. Um zu überleben, brauchen wir Antworten auf die frühen Kreaturen und einen Plan gegen den Burn im späteren Spielverlauf.
  • Abzan Midrange aka „Removal und Rhinos“: Thoughtseize kann man im aktuellen Format schlecht beantworten (außer durch Redundanz im eigenen Deck), für die ganzen Siege Rhinos und Planeswalker sollte man allerdings einen Plan haben.
  • UWx-Control, nein… UBx..? UB? Control hat sich nun – wie bei jeder Rotation – mental wieder gesammelt und taucht auf als… Blau-Schwarze Version! Klar, via Perilous Vault, Pearl Lake Ancient und Jace’s Ingenuity bzw. Dig Through Time im Endstep des Gegners zu spielen macht Spaß, aber ich halte dieses Deck aufgrund der fragwürdigen Balance von Spot Removal und Sweepern und aufgrund der Qualität seiner Sweeper (Vault und Aetherspouts) für eine Metagame-Choice für die Pro Tour. Kann aber auch sein, dass ich mich täusche und dieses Deck in Honolulu nicht nur over-performed hat.
  • Jeskai Ascendancy Combo: Was soll man dazu sagen? Nach langer, langer Zeit existiert ein Combo-Deck in Standard und platziert auch noch einen Spieler in die Pro Tour Top 8. Aufgrund der vielen Karten, die man während der Combo zieht, sollte es niemanden überraschen, dass auch Luis Scott-Vargas Ascendency gezockt hat. Hat der Gegner eine Möglichkeit, die Mana-Kreaturen abzustellen, scheint dieses Deck aber zu fizzeln. Dem Combo-Spieler Flood oder Screw für ihn und drei nachfolgende Generationen zu wünschen, funktioniert zwischendurch aber auch. (Just kidding)
    By the way: Top 8-Mitstreiter Lee Shi Tian versuchte mit einem originellen Decknamen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf gewisse, ernste Ereignisse zu ziehen, hier in aller Ausführlichkeit nachzulesen.
  • Goblin Rabblemaster im Allgemeinen: kein Deck, aber dennoch… Ob in Mono-Rot Sligh, Mardu Midrange, Temur Aggro oder Jeskai Fireworks, der hibbelige Goblin lauert im Moment überall, weshalb man generell darauf eingestellt sein sollte – billiges Removal oder effiziente Kreaturen, gepaart mit etwas Lifegain sind nur zwei der Möglichkeiten.

Pro Tour vorbei, T2 und Game Day stehen an, was tun!?

Eine gewisse Zeit lang dachte ich, ich müsste vernünftig sein und ein zweifarbiges Deck spielen… aber wisst ihr was? Drauf geschissen!

Savage Knuckleblade - MtG Artwork

Statt langweilige Änderungen an meiner GR-Liste durchzuführen, fing ich an, Savage Knuckleblade zu testen. Bei den Star City Games Turnieren am Anfang der Saison und den TCG Player Turnieren danach waren bereits einige Temur-Listen am Start. Allgemein anerkannte starke Karten, die aber bisher nicht ausreichend Feature-Match-Licht genießen konnten, sind besagter Yeti/Oger (?), Temur Charm und Stubborn Denial. Die Shell habe ich bereits zur Hand, wie könnte also ein Temur Deck aussehen? Grundsätzlich sehe ich zwei Möglichkeiten: ein Midrange-Ansatz à la GR Monsters oder ein Tempo-Ansatz à la Jeff Hoogland. Aufgrund von Hooglands soliden Brews und den regelmäßigen Satire-Artikeln war ich von The Meadery in letzter Zeit übrigens sehr begeistert. Temur-Tempo war mir dann aber für einen Deckwechsel kurz vor knapp doch etwas zu risky. Dabei stößt mir vor allem die Mana-Base sauer auf. 10 Pain lands und 4 Fetch Lands stellen ein Risiko dar, das man auf sich nehmen wollen muss. Für das FNM am 17.10.2014 packe ich daher folgende 75 Karten ein:

Das Standard FNM am 17.10.2014

Runde 1: Bertil mit Rabble Red 0-2
Zwei recht lineare Spiele, bei denen ich immer hinten dran bin und Rabble nicht abstellen kann. Um gegen Aggro gut da zu stehen, brauche ich für gewöhnlich Turn 1 Elvish Mystic und Turn 2 einen Blocker, wie z.B. Sylvan Caryatid oder Courser of Kruphix. Ist aber der Sligh-Spieler on the play und legt im zweiten Zug auch noch zwei One-Drops, bringt er mich schwer in Bedrängnis.
Tournament Record 0-1

Runde 2: Dominik mit WB Aggro 2-0
Hierbei handelte es sich um eine WB Aggro Heroic Liste mit Ordeal of Erebos,  um dem Gegner die Luft zu nehmen. Dank Schnappatmung kann ich jedoch zweimal überleben und mit meinen Hydren und Drachen zurückschlagen. Generell gilt auch hier, früh die Defensive aufzubauen. Zusätzlich sollte ich tunlichst mein Mana nutzen, möglichst viele Karten auszuspielen, um sie vor dem Discard zu retten.
Tournament Record 1-1

Runde 3: Henry mit Jeskai Fireworks 2-1
Im ersten Spiel werde ich klassich ausgebrannt, in den anderen beiden Games kann ich aber zuviele Threats legen und hole mir das 2-1. Mantis Rider ist ein riesiger Mittelfinger für alle Midrange Decks ohne Arbor Colossus. Daher muss Stormbreath Dragon ab und an auch mal Zuhause bleiben, wenn ich ihn gegen Jeskai ausspiele. Auch wenn Jeskai ein aggressives Deck ist, muss man hier jedes Zeitfenster nutzen, die gegnerischen Lebenspunkte zu reduzieren. Alternativ zieht der Gegner keine Draw-spells wie Dig Through Time und man muss „nur“ noch eine Materialschlacht gewinnen, bei dem nur einer der beiden Spieler über Brennzauber verfügt. Mit Stubborn Denial im Maindeck kann man als Monster-Beschwörer aber beruhigt ein oder zwei Threats legen und darauf warten, dass der Gegner zuerst zuckt und z.B. für Sarkhan, the Dragonspeaker austappt. Als jemand, dessen liebste Phase des Zugs die Kampfphase ist, weiß auch ich nun endlich Counterspells zu schätzen!

Runde 4: Andreas mit Jeskai Ensoul 0-2
Es endet, wie es begonnen hat. In zwei schnellen Games habe ich Mantis Rider und einige Goblin Rabblemaster vor der Nase, die ich erneut nicht abstellen kann. Es gilt dasselbe, wie vorhin schon über Rabblemaster verkündet: beantworten oder es tötet euch.
Tournament Record 2-2.

Der Game Day

Nach dem erneut mittelmäßigen 2-2 Ergebnis fällt mir auf, was ich beim Deckbau falsch gemacht habe. Die Manakurve der Kreaturen ist passend, jedoch fehlt mir bei den Spells die frühe Interaktion, um gegnerische Rabblemaster oder Mantis Rider zu töten. In Anbetracht der Tatsache, dass ich gerade gegen vier Aggro-Decks antreten musste, eine angebrachte Erkenntnis. Ein paar Anpassungen später bin ich mit folgendem Deck so zufrieden, wie lange nicht mehr:

Nochmal zwei Worte zum Deck… ok, drei…

Meine Temur Monsters-Kreation spielt sich zum Teil wie GR Monsters mit Splash für Savage Knuckleblade und Stubborn Denial (plus einige Karten aus dem Sideboard). Man kann entweder Threat nach Threat legen und den Gegner einfach überrennen (falls man kein End Hostilities fürchten muss), ODER einen einzelnen Threat legen, diesen beschützen und zum Sieg reiten. Der Klan-Charm musste leider für die billigeren Lightning Strikes weichen, die auch dann etwas ausrichten können, wenn ich zeitweise keine Kreaturen rumliegen habe.

Die Game-Day Matches

Runde 1: Raimund mit Sultai Delve / Sidisi Whip 2-1
Ein bekanntes Gesicht! Glücklicherweise ist mein Match-Up mit Temur gegen das Friedhofs-Deck besser als mit GR Monsters. Knuckleblade sorgt für noch mehr Druck und Stubborn Denial kann lästige Karten wie die Whip of Erebos, Removal (Murderous Cut und Sultai Charm) oder auch die Enabler Commune with the Gods oder Kruphix’s Insight countern.
Das erste Spiel geht hin und her, bis ich schließlich das bessere Board habe und die letzten paar Schadenspunkte durchdrücken kann. Im zweiten Spiel habe ich zunächst die Oberhand, jedoch kann eine mit Herald of Torment verzauberte Sidisi, Brood Tyrant und ein Vanilla 6/6 Nighthowler das Spiel für meinen Gegner entscheiden. Im dritten Spiel kann ich mich voll ausleben, da die gefährlichste gegnerische Karte nur eine Brain Maggot ist. Diese hat einen Stormbreath Dragon geklaut, den ich aber später aufgrund erschlagender Boardpräsenz wieder bekomme. Mit der Hand voller Fatties ist das Spiel kurz danach vorbei.
Tournament Record 1-0.

Runde 2: Manuel mit Rabble Red (inkl. Howl of the Horde!) 2-0
Und wieder ein Aggro-Deck! Darauf bin ich vorbereitet, yay! In Spiel 1 bin ich unter 10 Leben, als ich mich fangen kann, gegnerische Kreaturen erledige und zurückschlage. Im zweiten Spiel verfüge ich über zwei Courser of Kruphix, was zugegebenermaßen gegen ein rotes Deck, wie in diesem Fall, etwas eklig ist. Schlechte Draws seinerseits helfen da nicht weiter. Ich töte seinen einsamen Monastery Swiftspear und er zeigt mir einen Trumpet Blast und ein Howl of the Horde auf seiner Hand, die mir zum Glück nicht das Gesicht einschlagen konnten.
Tournament Record 2-0

Runde 3: Adrian mit Esper Control 0-2
Am Anfang des Turniers habe ich noch überlegt, in welcher Runde ich denn oft das erste Mal verliere. Offensichtlich ist es die dritte. Game 1 muss ich Mulligan auf 4 nehmen. Ein bis zwei meiner Kreaturen stehen schließlich Ashiok und Elspeth gegenüber und ich schiebe zusammen, wohl wissend, dass ich noch zwei Runden innerhalb des Zeitlimits gewinnen muss. Im zweiten Spiel bringe ich Adrian auf 4 Lebenspunkte… bin dabei aber zu gierig. Ich pumpe Savage Knuckleblade anstatt das Mana für den lebensrettenden Bounce offen zu halten. In Anbetracht der Tatsache, dass meine Hand zu diesem Zeitpunkt aus Ländern und Mana-Kreaturen bestand, eine bescheuerte Entscheidung. Das Hero’s Downfall folgt im Zug darauf. Ein klassischer Spielfehler, der mich das gesamte Match kostet. Danach ziehe ich einige Runden lang nur Länder nach.
Tournament Record 2-1

Runde 4: Andi mit UB Control 2-0
Das erste Spiel gleicht einem Ressourcen-Austausch, wie er im Buche steht (nur in welchen Büchern?). Ich lege Kreatur nach Kreatur, die er zunächst einzeln töten kann. Durch meinen Ramp, meine soliden Top-Decks und gezielte Stubborn Denials behalte ich aber die Oberhand. Als ich in einer Runde einen Polukranos lege (den er neutralisiert) und einen Stormbreath Dragon hinterher schmeiße, hat er keine Antworten mehr und ich bringe es zu Ende. Im zweiten Spiel erlangt er nach einiger Zeit die Kontrolle und ich muss von gewöhnlichen Top Decks leben. Währenddessen kann ich dafür ein Jace’s Ingenuity und ein Dig Through Time countern. Als ich endlich ein Knuckleblade auf dem Feld habe und noch einen Drachen hinterherspielen kann, wird es spannend. Der Angriff wäre tödlich, er will daher eine Kreatur mit Hero’s Downfall erledigen. Ich kontere mit Denial. Mit seinen letzten zwei offenen Ländern spielt er ein Negate. Das zweite Denial auf meiner Hand gewinnt das Spiel und das Match!
Tournament Record 3-1

Runde 5: Thomas mit WB Aggro 2-1
Ein geübter Spieler, es handelt sich jedoch um sein erstes Standard Deck… und was für eins! Eine weiß-schwarze aggro-Hülle mit Soldier of the Pantheon, Thoughtseize, Athreos, God of Passage , Herald of Torment, einigen Kriegern und Brimaz, King of Oreskos. An das erste Spiel kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern, außer, dass es danach 1-0 für mich stand. Im zweiten Spiel baut Thomas ein riesiges Board auf, das aus knapp 10 Kreaturen, darunter auch ein aktiver Athreos und ein Brimaz, der mit einem Herald of Torment verzaubert ist. Den Brimaz kann ich zwar ein paar Runden lang mit einem Stormbreath Dragon aufhalten, jedoch bin ich schon auf nur 6 Leben und es reichen ein paar Angriffe mit dem gesamten Team für den Ausgleich. Das dritte Spiel war eher eindeutig. Im dritten Zug setze ich seinen drei One-Drops einen Polukranos vor’s Gesicht. Er kann ihn nicht abstellen, woraufhin ich Polukranos monströs werden lasse, zwei seiner Kreaturen töte und für 7 angreife. Eine Runde darauf folgt ein Sarkhan, the Dragonspeaker. Beide verlassen das Board nicht mehr und das Tag-Team fährt mir schließlich das 4-1 und nach den Tie Breakern den dritten Platz ein. Glückwunsch an Phil für seinen 5-0 Sieg und die verdiente Spielmatte!

An dieser Stelle auch ein Dankeschön an Bertil’s Spielwiese für einen wiederholt reibungslosen Ablauf des Game Days (und für den Cappuccino)!

Fin

Wie der Grand Prix Las Vegas am Wochenende gezeigt hat, bin ich nicht das einzige Temur Klan-Mitglied. Brian Kibler machte Top 16 mit dieser Liste. Diese gleicht aber eher einem Tempo-Ansatz á la Hoogland. Viele Länder, die ungetappt ins Spiel kommen und die Synergie aus Boon Satyr und Temur Charm (Mana offen lassen, gegnerische Sprüche neutralisieren oder Satyr legen -> Value) bestätigen, dass Kibler dem Midrange-Ansatz nicht so verfallen ist, wie ich. Bei nur vier Kreaturen mit der Fähigkeit Aufblitzen halte ich diese Spielweise aber für fragwürdig. Eine schnelle Suche ergibt, dass Satyr wohl leider auch die beste Karte für diesen Slot ist. Ich bleibe erst mal bei meinem „Homebrew“.

Puh, geschafft. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle noch ein oder zwei Decklisten diskutieren, die Standard eventuell noch aufmischen könnten. Nach dieser Wall of Text spare ich mir aber in diesem Fall die Worte und den kompetitiven Vorsprung noch auf 😉 Danke für’s Lesen und bis zum nächsten Mal!

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Two-Colour Madness in Week One

WotC Wallpaper – Bear Punching

Hi Leute und herzlich willkommen zu meinem Blog „Seventy-five Slots“!

Wie ihr an der gähnenden Leere hier feststellen könnt, handelt es sich um den ersten Eintrag. Erlaubt mir daher, mich kurz vorzustellen.
Hinter meinem Nick „Netdeck Nico“ verbirgt sich der Name Nicolas. Ersten Kontakt mit Magic: The Gathering hatte ich bereits im Jahr 2003, als ich noch die Schulbank drückte. Um es etwas genauer auszudrücken, meine ersten Karten stammten aus der Hand eines Freundes, danach aus einem Starterset des Hauptsets 8. Edition. Kurz darauf folgte die Erweiterung Mirrodin, die sich übermäßig stark mit den bis dahin mono-braunen Artefakten beschäftigte. Dem Begriff „Mono-braun“ trauerte ich übrigens nie nach, da ich den Wandel nicht bewusst miterlebt habe 😉
Man kann sich vorstellen, dass ich vor rund 11 Jahren ausschließlich Küchentisch-Magic gezockt habe. Friday Night Magic stellte zwar eine aufregende Option dar. So richtig erfolgreich war ich mit meinem rotweißen „Deck“ jedoch auch nicht. Die Vielzahl an Elfen aus dem Aufmarsch Block waren sowieso ein viel spaßigerer Decktyp für Spiele unter Freunden. Spulen wir also vor ins Jahr 2011. Innistrad steht mit seiner schaurig-schönen Fratze vor der Tür und aus irgendeinem Grund beende ich meine beinahe militante Magic-Pause, die seit dem Set Zeitspirale (Ende 2006) anhält. Es folgen drei aufregende, Constructed-lastige Jahre voller Red Deck Wins, Naya Pod, Junk Aristocrats, RG Monsters und Mono Black Devotion (okok, und weniger kompetitive Werwolf Decks zu Anfang, ich geb’s zu). FNM-Events im Standard Format und Prerelease-Veranstaltungen sind (bis heute) meine Favoriten. In den letzten Wochen und Monaten nahm ich aber auch regelmäßig an einer privaten Draft-Runde teil, was mich einige Lektionen über das Draften, die Beurteilung von Karten in einem gewissen Kontext und Limited-Gameplay gelehrt hat und sicher auch noch lehren wird.
Nichtsdestotrotz lege ich meinen Fokus nach wie vor auf Constructed Formate. Über das letzte Jahr lieb gewonnen habe ich die allseits beliebten Stars Modern und Commander. Letzteres sei hier vernachlässigt, der Blog heißt schließlich „Seventyfive Slots“ und nicht „Shuffle99“.

Obwohl ich aufgrund zwei Pro Tour Qualifiers (für Pro Tour Khans of Tarkir) und eines Grand Prix Trials einiges über das Format Modern sagen möchte, soll es heute um Standard gehen. Das erste Friday Night Magic-Turnier im brandneuen Format steht im Magic-Laden meines Vertrauens an und ich habe im Vorfeld einige Decklisten getestet. Am Wochenende fanden außerdem zwei Turniere des Veranstalters Starcity Games in den USA statt, bei denen viele neue Kreationen bestaunt werden konnten. Das soll unsere eigenen Schöpfungen aber nicht stören! Während alle die neuen, dreifarbigen Karten besabbern, will ich mich auf stabile Manabasen konzentrieren, die aus höchstens zwei Farben bestehen.
Es handelt sich übrigens nur um mögliche Ansätze, also nehmt, was ihr brauchen könnt, und ändert es nach Belieben ab. Falls vorhanden, sind die Sideboards natürlich ebenso experimentell. Was euch im jeweiligen Meta erwartet, ist vor allem jetzt schwer zu sagen.

Bw Aggro

Schwarz bietet mit Thoughtseize und Hero’s Downfall auch nach der Rotation zwei der stärksten Karten im Format. Dank des neuen Bloodsoaked Champion aus Khane von Tarkir müssen wir uns auch keine Gedanken mehr machen, ob acht One-drops in einem Aggro-Deck reichen. Wie das Wochenende gezeigt hat, wird Sorin 3.0 ebenfalls hoch gehandelt. Was liegt also näher, als einer profanen Mono Black Aggro-Liste einen Weiß-Splash zu verpassen?

Zusammen mit Thoughtseize verfügen wir über 14 Turn one plays. Gefolgt vom Neuzugang Mardu Skullhunter üben wir den nötigen Druck auf den Gegner aus. Spiteful Returned und der Herald of Torment sind flexible Karten, die auf zwei unterschiedlichen Punkten der Kurve gespielt werden können. Pain Seer soll uns Karten ziehen, wenn uns die Luft ausgeht. Aufgrund der relativ hohen Kurve wird er in diesem Deck jedoch etwas weniger glänzen. Der neue Sorin dient als Mädchen für alles. Wollt ihr ein Race gewinnen, pumpt er euer Team und euren Lebenspunktestand (bis zu eurem nächsten Zug, wohlgemerkt!). Braucht ihr noch eine Kreatur, um die letzten paar Schaden durchzudrücken, schenkt er euch einen Vampir.
Der Weiß-Splash kann sicherlich noch mehr ausgenutzt werden. Die Manabasis ausschließlich für zwei Kopien von Sorin derart zu verändern, macht natürlich wenig Sinn. Sideboard-Optionen hat die Farbe Weiß erfahrungsgemäß aber mehr als genug!

BR Control: „Dragons!“

Vor vielen Monden gab es auf der Pro Tour Theros mit dem „Demons and Dragons“ Deck einen interessanten Ansatz zwischen all dem Devotion-Gedöns. Dank dem neuen Stormbreath Dragon Sarkhan können wir den Verlust von Desecration Demon ausgleichen.

Was diesem Deck fehlt, ist leider das Premium-Removal für zwei Mana.Doom Blade und Dreadbore sind Geschichte, an die Bile Blight nicht rankommt. Wir müssen uns also anders behelfen. Voll auskosten können wir Anger of the Gods, da wir selber nur über vier Kreaturen verfügen, die den Anger auch noch überleben würden. Insgesamt handelt es sich bei diesem Deck um eine Zusammenstellung aus Removal, Card Draw, Disruption und Finishern. Die neuen Delve-Karten setze ich bewusst mit Vorsicht ein, da sie für ihre normalen Kosten eindeutig zu ineffizient sind. Fetchlands eilen hier allerdings etwas zur Hilfe. Die richtige Balance zwischen Thoughtseize und Despise muss je nach Meta gefunden werden. Ich bin allerdings der Ansicht, dass es sich um ein Kreaturen- und Planeswalkerlastiges Format handelt, in dem man für die Verwendung von Despise belohnt wird (mit zwei Leben pro Discard). Noch dazu müssen keine lästigen Sphinx’s Revelation aus der Hand des Gegners entfernt werden, sofern Control in den ersten Wochen überhaupt präsent ist.

BG Midrange: „The Rock“

Vermisst noch jemand Scavenging Ooze? Auch dieses Deck könnte ein bis zwei Doom Blades vertragen, jedoch wollte ich versuchen, drei der besten Standard-legalen Karten zu verkuppeln: Thoughtseize, Hero’s Downfall und Courser of Kruphix.

Reaper of the Wilds war schon immer eine mehr als solide Karte, hatte im 4-er Slot jedoch stets zuviel Konkurrenz. Ähnlich wie das RB Midrange Deck versucht The Rock den Gegner mit Disruption und Removal zum Stolpern zu bringen. Courser of Kruphix hilft beim Blocken, Überleben und der Card Selection. Wenn der Weg frei ist, machen Nissa, Worldwaker und Reaper of the Wilds kurzen Prozess. Rakshasa Deathdealer ist eine effiziente Karte aus der neuen Edition, jedoch bin ich nicht sicher, ob wir das Mana kontinuierlich für ihn übrig haben. Was in diesem Deck leider fehlt, ist die Synergie zwischen Courser und Fetchländern. Aufgrund der vielen Aggro Decks in den ersten Wochen eines neuen Standard Formats will ich allerdings keine Off-Colour Fetchies hinzufügen. Murderous Cut sollte zum richtigen Zeitpunkt auch ohne spielbar sein.

GR Monsters: Eine Renaissance

Im Sinne der stabilen Manabasen geht es weiter mit einem alten Bekannten. Nach der Evolution von GR über Jund bis zu (wenig gespielten) RGu-Varianten, kann dank des opulenten Mana-Fixings in Standard immer noch jede beliebige Variante gespielt werden. Ich habe mich mit der am wenigstens bunten Version auseinandergesetzt:

Bezüglich Fetchland-Courser-Synergie können wir hier aus dem Vollen schöpfen. Sechs Fetchländer bedeuten aber auch, dass wir zwischen Courser und Scry-Effekten ohne großen (Zeit)Aufwand die richtige Sequenzierung finden müssen. Neben der starken Manabasis bietet dieses Deck auch den gewohnten Ramp von einem auf drei oder von zwei auf vier Mana. In beiden Fällen solltet ihr im vierten Zug einen 5-Drop legen können.
Da Elvish Mystic als Beschleuniger recht anfällig ist, habe ich mich im zweier-Slot für Sylvan Caryatid über Rattleclaw Mystic entschieden. Zusammen mit Courser sind wir damit weniger anfällig gegen Rabblemaster-Decks. Boon Satyr war in dieser Liste einmal Fanatic of Xenagos. Auch wenn dessen Tribut-Modi relativ nah beieinander liegen (was eine Opponent’s Choice-Karte spielbarer macht), konnte er dennoch nicht ganz überzeugen. Ashcloud Phoenix ist mit seiner Evasion, dem built-in Überlebensmodus und dem Schadenseffekt beim Aufdecken sehr geeignet, gegnerische Elspeth, Sun’s Champions zu verkloppen. Jedoch sollte man gegen die weiße Planeswalkerin nicht alle fetten Monster aufs Feld legen. Stormbreath Dragon, Nissas Elementare und Polukranos (Polukrani? Polukranossi?) sterben gegen eine Elspeth immer noch denselben Tod.
Ich habe auch überlegt, Goblin Rabblemaster mit ins Deck aufzunehmen. Dieser braucht jedoch Unterstützung in Form eines Schwarms an kleinen Kreaturen oder stinknormales Removal, um Schaden durchzudrücken. Beides bringen wir in diesem Deck nicht auf. Die ersten ein bis drei Züge werden quasi immer dafür verwendet, ins Midgame zu kommen, anstatt anzugreifen. Sobald ein Polukranos o.ä. liegt, verfügt auch die Premium-Heiße Glut Crater’s Claws über mehr Power. Es dient als Antwort gegen Siege Rhino, gegnerische Drachen, oder auch als Finisher bei einem niedrigen Lebenspunktestand des Gegners.
Das Sideboard liefert Antworten gegen Götter (Unravel the Aether) , Control (Chandra, Pyromaster, Hammer of Purphoros), gegnerische Midrange-Decks (Nessian Wild Ravager, Bow of Nylea) und Aggro-decks (Magma Spray, Anger of the Gods).

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug in die Welt der gilden-farbigen Decks gefallen und freue mich über Kommentare und Anregungen! Viel Spaß im neuen Format und scheut euch nicht, zu Anfang ein paar verschiedene Decks auszuprobieren! :)