Archiv der Kategorie: Tournament Report

Assault-Formation-Dragons-of-Tarkir-MtG-Art

I like big butts! – Gastbeitrag by Vormi

Willkommen zu meinem ersten Gastbeitrag auf Nicos Blog :)

Wer mich nicht kennt: Ich bin der Vormi, Student in Ulm und Magicspieler seit M13.

Was mich von den meisten Spieler unterscheidet: Während alle im Internet nach den Top-Decks der verschiedenen Turniere suchen und diese dann zum nächsten FNM bringen, gehöre ich zu den sogenannten Brewern, also Spielern, welche sich die Decks selbst überlegen. Dabei versuche ich Kreativität und Kompetitivität unter einen Hut zu bringen.

Als dann im Dragons of Tarkis Spoiler plötzlich die Karte Assault Formation zu sehen war, wusste ich direkt: Du wirst meine neue Deck-Idee!

Assault Formation verlangt nach Kreaturen mit viel Toughness. Also ist unser Gameplan für den Anfang erstmal zu stallen, bis wir selbst genügend Board-Präsenz aufgebaut haben. Die besten Kreaturen dafür bieten in meinen Augen Blau und Weiß, allerdings wollte ich auch Instant-Removal reinpacken, um vor allem im Early-Game die Bomben des Gegners auszuschalten, weshalb ich mich gegen Weiß und für Schwarz entschieden habe. Von den Manaanforderungen der Formation wurde ich natürlich direkt Richtung Grün gedrückt, weshalb schnell Sultai als Clanfarben festgelegt waren.

Die besten Kreaturen für unser Deck in Grün sind natürlich Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix. Diese beiden Karten helfen uns einerseits früh das Board zu stallen und auf der anderen Seite sind sie unerlässlich, um zuverlässig das passende Mana zu erhalten. Denn das Deck will in Turn 3 sowohl Doppel-Grün, Doppel-Schwarz als auch Doppel-Blau produzieren können.

In der Farbe Blau habe ich mich für Dragon’s Eye Savants und die Wall of Frost entschieden. Mit einer aktiven Assault Formation auf dem Board kann Dragon’s Eye Savants in Turn 3 direkt für 6 Schaden angreifen, während wir ohne Assault Formation einen 2/2 Morph auf dem Board haben (vor allem gegen Control ein guter Early-Beater) und zusätzlich durch das aufmorphen die Hand des Gegners auf Countern oder Removal untersuchen können. Die Wall of Frost dient uns als Stabilisation gegen die ganzen aggressiven Decks mit Beatern wie Siege Rhino oder Goblin Rabblemaster. Der Profaner of the Dead dient uns zusätzlich als Blauer One-Off, welcher uns zuverlässlich das ganze Board des Gegners räumen kann. Das ist vor allem gegen Token-Strategien, welche den bereits erwähnten Goblin Rabblemaster spielen, sehr effektiv.

Auch Schwarz bietet uns starke Kreaturen für unsere Deckidee. Disowned Ancestor ist in unserem Deck der beste One-Drop und kann mit einer Assault Formation in Turn 2 direkt als pseudo 4/4er angreifen. Da unser Deck sehr abhängig von unseren Win-Conditions ist, spiele ich zudem Sidisi, Undead Vizier als Tutor. Dadurch haben wir jede unserer Win-Conditions zwei mal mehr im Deck.

Die letzte Kreatur im Mainboard ist Phenax, God of Deception. Dank seiner Möglichkeit, allen unserer Kreaturen die Fähigkeit „Tappe diese Kreatur. Ein Spieler deiner Wahl legt die obersten X Karten seine Bibliothek auf seinen Friedhof, wobei X die Widerstandskraft dieser Kreatur ist.“ zu geben, hat er sich prima als weitere Win-Condition angeboten.

Assault Formation ist aber der eigentliche Star des Decks. Durch sie werden unsere 0/6, 0/4 oder 0/7 Kreaturen zu 6/6, 4/4 bzw 7/7 Monstern, für die wir absurd wenig Mana bezahlen müssen. Zusätzlich können wir durch das Bezahlen von einem grünen Mana einfach das Keyword „Defender“ auf Karten wie der Wall of Frost ignorieren. Für drei Mana können wir außerdem die Widerstandskraft unserer Kreaturen erhöhen, was sich ja dank Assault Formation auch direkt auf deren Angriffskraft auswirkt.

Um die Assault Formation zuverlässlich zu finden, spiele ich Commune with the Gods. Damit haben wir auch die Möglichkeit besser auf unsere speziellen Manaanforderungen einzugehen. Da das Commune with the Gods ziemlich zuverlässig unseren Friedhof füllt, bietet sich Dig Through Time als Drawspell an. Das können wir in unserem Deck direkt schon im vierten Zug spielen und sind dabei dem Gegner einiges an Kartenvorteil vorraus.

Als Removal spiele ich eine Suite aus Hero’s Downfall und Sultai Charm. Hero’s Downfall ist das beste Removal im aktuellen Standard-Format, da es sowohl Kreaturen als auch Planeswalker trifft. Das Sultai Charm hingegen bietet uns durch die Wahl eines der drei Modi die Möglichkeit, immer direkt auf das aktuelle Board zu reagieren. Damit schalten wir sowohl einen Goblin Rabblemaster oder Courser of Kruphix aus, können aber auch am Ende des gegnerischen Zuges looten, falls uns die Handkarten ausgehen.

Thoughtseize ist einer der stärksten Disruption Spells. Können wir dank einer aufgemorphten Dragon’s Eye Savants eine gefährliche Karte auf der Hand des Gegners sehen, lassen wir ihn diese dank des Thoughtseize einfach abwerfen. Auch ein Thoughtseize im ersten Zug kann uns den entscheidenden Vorteil des Spiels bringen.

Der letzte Spell im Deck ist ein One-Off Triton Tactics. Dieses hilft uns vor allem mit einem liegenden Phenax, God of Deception den Gegner bis zu 20 Karten mehr millen zu lassen. Aber auch als Combat-Trick ist das Triton Tactics nicht zu unterschätzen, da es mit einer Assault Formation für ein Mana einfach „Zwei deiner Kreaturen erhalten +3/+3 und Vigilance“ ermöglicht…..viel zu broken.

Kommen wir zum Sideboard:
Negate kommt direkt gegen jedes Deck, welches übermäßig viele Spells spielt. Das sind im aktuellen Meta vor allem die Control-Decks.

Disdainful Stroke wird sowohl gegen Control, als auch gegen Midrange geboarded um zum Beispiel einen Gegnerischen Dragonlord Ojutai oder ein Siege Rhino zu Countern.

Vor allem gegen Control ist das Matchup eher ein Kampf um Ressourcen. Um das zu gewinnen, boarde ich gerne Tasigur, the Golden Fang, da dieser uns einen ennormen Spellvorteil bietet, indem wir uns für vier Mana einfach wieder Karten aus dem Friedhof zurück holen.

Gegen jede Liste mit vielen Kreaturen boarden wir Murderous Cut und Hero’s Downfall. Das Hero’s Downfall ist zusätzlich gegen Control und Planeswalker unschlagbar.

Drown in Sorrow wird gegen Aggro geboarded. In Game 1 rennen die ganzen Aggrokreaturen sowieso gegen unsere Mauern an und ab Game 2 können wir sie zusätzlich entfernen.

Die letzte Sideboardkarte Monastery Flock boarde ich gegen jede Liste, welche übermäßig viele Flieger spielt, also auch Esper Dragons.

Letzten Endes sieht das fertige Deck dann so aus:

Nachdem ich Euch nun das Deck erklärt habe, komme ich zu zwei Beispiel Match-Ups (ich habe das Deck in dieser Version leider nur Online gespielt):

vs. Red Deck Wins
Game 1:
Während ich Turn 1-3 damit verbringe Disowned Ancestor, Sylvan Caryatid und Courser of Kruphix aufs Feld zu bekommen, spielt mein Gegner Monastery Swiftspear, Dragon Fodder und einen Goblin Rabblemaster. Die Token kann ich lange genug aufhalten und der Courser bringt mir ein paar Leben, bis ich Turn 4 ein Removal für seinen Rabblemaster finde und Turn 7 einen Phenax, God of Deception. Im Gegenzug wird mein Courser dank Stoke the Flames abgestellt, ich kann aber mit einer Wall of Frost stabiliseren. Mittlerweile greift mein Gegner nicht mehr an, sondern wartet nur noch darauf, mir seine Burnspells direkt ins Gesicht zu werfen. Am Ende seines achten Zuges kann ich ihn direkt für 14 millen und ziehe in meinem Zug eine Sidisi, Undead Vizier. Für Sidisi exploite ich meine Caryatid und suche mir das Triton Tactics. Das reicht letzten Endes aus um die nötige Devotion für Phenax durch Sidisi zu bekommen und direkt für 24 zu millen. Mein Gegner hat nun keine Chance mehr und Spiel 1 geht an mich.

Game 2:
Ich halte eine ziemlich gute Hand mit Assault Formation, Disowned Ancestor und Drown in Sorrow und gehe in Turn 2 direkt in die Offensive. Turn 3 ziehe ich einen Courser of Kruphix nach und kann in Turn 4 mit dem Drown in Sorrow das gegnerische Board abräumen. Zwei Züge später ist mein Gegner tot.

vs. Esper Dragons:
Game 1:
Im ersten Spiel erwische ich wieder einen aggressiven Start und bin zu schnell für meinen Gegner, der sein Massremoval nicht ziehen kann.

Game 2:
Im zweiten Spiel bekomme ich keine anständige Hand zusammen und verbinge die ersten 4 Züge damit nach einer Assault Formation zu suchen, welche aber im 5. Zug gecountert wird. Ab dem Zeitpunkt ist das Match verloren, da ich nichtmehr rein komme und mein Gegner anfängt seine Drachen zu legen und seitlich zu drehen.

Game 3:
Ich habe mich entschieden mehr Removal zu boarden und selbst etwas Control-lastiger zu spielen, erwische aber wieder einen relativ guten Start und mach in Turn 3 und 4 jeweils 6 Schaden. Allerdings zieht mein Gegner nun ein Crux of Fate und stellt meine Assault Formation ab, während ich mein ganzes Removal ziehe. Da sich der Gegner sicher wiegt, tappt er sich für seinen Ojutai aus, welchen ich aber in seinem nächsten Angriff mit einem Hero‘s Downfall abstelle. Das passiert noch vier mal, da der Gegner seine Haven of the Spirit Dragon für den Drachen opfert. Ich bringe währenddessen selbst Kreaturen aufs Board und kann als Reaktion auf ein Dig Through Time vom Gegner mein eigenes wirken. Als Köder spiele ich in meinem Zug eine Assault Formation welche gecountert wird, kann aber direkt darauf einen Phenax, God of Deception wirken, welcher drei Runden lang meine Kreaturen millen lässt, da ich das Mass-Removal des Gegners countern kann.

Nun bin ich auch schon am Ende dieses kleinen Gastbeitrags angekommen. Ich hoffe, ich konnte Euch auch mal die kreative Seite von Magic etwas näher bringen (Editor’s note: Seitenhieb angekommen 😉 ) und euch dazu anregen, selbst mal ein Deck um eine Karte zu bauen. Ich hoffe, dass euch der Beitrag gefallen hat und würde mich freuen, wenn ihr ein paar Kommentare da lasst. Bei genügend positiver Resonanz werde ich euch mal von meinem Modern-Deck erzählen (Mono-White-Troll) :)

Viele liebe Grüße
Vormi

Assault Formation MtG Art by Kieran Yanner

Warleaders-Helix-Art-by-Wesley-Burt1

Lilly and friends – Nahe dran in Nürnberg

Drei Karten, die ich in einem Modern PPTQ am vorletzten Samstag eher nicht erwartet hätte?

Stubborn Denial.

Thunderbreak Regent.

Noxious Revival.

Zugegeben, ich bin ein großer Fan von Denial (pun intended) und Noxious Revival schreit nur so nach verrückter Combo… aber Thunderbreak Regent fand ich dann doch etwas zweifelhaft, sorry 😉 An alle besorgten Leser: es handelte sich natürlich um drei verschiedene Decks!

Heute lest ihr die Geschichte, wie ich mich fast für einen Regional PTQ qualifizierte. Wer meinem Twitter folgt, weiß schon wie es ausgeht, für alle anderen ist hier der Spoiler zum selbst entscheiden:

 

Tell me! SelectShow

 

Nach einer kurzen Nacht war mir Samstagmorgen schnell klar: das kann nichts werden. Welche masochistische Veranlagung muss man haben, um an einem Wochenende früh aufzustehen, um ca. 1,5h in einem Auto in eine andere Stadt zu fahren, um dort wiederum stundenlang schlechte Luft zu atmen? Winning is fun. Gegen die Augenringe hilft nicht einmal der sündhaft teure (aber fabelhafte) Cappucino vom McCafé und ich befürchte, dass ich spätestens, wenn ich gegen Bloom Titan spielen muss, schnarchend auf dem Tisch zusammensacke. Für alle, die jetzt sagen: „Junk spielt sich doch eh von selbst, du N00b!“… Darauf habe ich keine Antwort :(

Hier mein Deck in der (vor einer Woche) aktuellen Ausführung:

Runde 1: 2-1 vs Affinity
Das erste Spiel gegen Affinity war… sonderbar. Anfangs habe ich die Oberhand, da er nach seinem Hand-Romme erstmal keinen Stoff nachzieht. Ich stabilisiere mit einer Liliana of the Veil und einem Tarmogoyf. Dann finde ich aber kein Removal oder sonst irgendetwas relevantes mehr und verliere das erste Spiel gleichmal auf eine frustrierende Art und Weise. Im zweiten Spiel kann ich mich mit etwas mehr Abrupt Decay, einem Tarmogoyf und zwei Siege Rhinos fangen und gehe in den Beatdown. Das sichert mir zumindest mal die Chance auf den Match Win in einem dritten Spiel. Sein Hand-Romme on the play ist nach wie vor furchteinflößend. Als ich im dritten Zug allerdings das Creeping Corrosion von oben ziehe, ist das Spiel mehr oder weniger vorbei. Blöderweise hat er sich vor meinem vierten Zug für ein Cranial Plating ausgetappt, anstatt das Stubborn Denial (das ich übrigens bis dahin nicht gesehen hatte und kein Ferocious genoß, ich wäre also voll reingelaufen), für mein potentielles Corrosion offen zu halten.

Runde 2: 2-0 vs UWR Geist
Nächste mini-Geschichte in der Geschichte! Ist das hier How I met your mother, oder was? Das UWR Geist Deck, das mein Gegner spielte, kam mir ziemlich nach Retorte aus… bis er sich in seinem vierten Zug für einen Thunderbreak Regent austappt und mich verstohlen grinsend ansieht. Ich kann seine Gedanken lesen: „Hättest nicht gedacht, was?“. Ein UWR Deck, dass sich austappt? Jap, das ist mir neu. Gut, dass ich zwei Lilianas ziehe, die nicht nur ohne Probleme seine Drachen beseitigen, sondern auch etwas seinee Handkartenzahl stutzen. Siege Rhino und Tarmogoyf räumen auf. Im zweiten Spiel tauschen wir hin und her, diesmal muss ich auch ziemlich viel Schaden einstecken, da ich zwei seiner Regents mit Path to Exile entsorge. Schließlich seufzt er jedes Mal, wenn ich mit Thrun, the last Troll in die Kampfphase gehe. Darauf schien er wohl so überhaupt keine Antwort zu haben.

Runde 3: 2-1 vs Melira Company
Melira. Company. Gibt es dafür schon einen besseren Namen? Hier eine Beispiel-Liste. Im Wesentlichen ist das Deck ein Birthing Pod – Deck ohne Birthing Pod, dafür mit Collected Company und der berühmt-berüchtigten Melira, Sylvok Outcast. Die Liste des dailydeck-Links spielt keine Murderous Redcap, das ist schlicht und einfach falsch. Mein Gegner hatte natürlich eine drin. Zusammen mit Kitchen Finks bereitet er mir ganz schöne Kopfschmerzen. Ein paar Lingering Souls tokens können dem ganzen aber ein Ende setzen. Im zweiten Spiel tötet er mich leider mit der Combo. Naja, nicht ganz. Er baut sich die Unendlich-Leben Kombo aus Anafenza, Kin-Tree Spirit, Viscera Seer und Kitchen Finks zusammen. Dagegen kann ich in einem vernünftigen Zeitrahmen nichts mehr unternehmen, also gebe ich auf. Vorsicht! Gegen viele Decks, wie z.B. Tron, Splinter Twin, oder im Mirror reicht diese Kombo immer noch nicht. Offensichtlich kann er sich aber Murderous Redcap nach oben scryen, um mich im nächsten Zug zu töten, falls ich seine Kombo nicht durchbrechen kann. Fast alles beim alten also, bis auf die Tatsache, dass das Deck durch den Verlust von Pod weniger konsistent ist, dafür aber mit Collected Company gerne mal am Ende des gegnerischen Zugs zwei Kreaturen mit „kommt ins Spiel“-Effekten findet. Das dritte Spiel ist wieder ein bisschen grindy, bis ich eine Elspeth, Knight-Errant wirken kann und zweimal in der Luft für 6 oder 7 Schaden zuhaue. Ich habe mich noch nicht so ganz entschieden, wie ich das Deck finde, aber es sieht nicht schlecht aus.

Runde 4: 2-0 vs Jund
Junk em out! Über dieses Match gibt es leider nicht allzu viel zu sagen, da mein Gegner vom Flood in den Screw stolperte und ich für seinen Thundermaw Hellkite im späteren Spielverlauf noch einen Path to Exile übrig hatte. Wie immer fliegen in diesen quasi-Mirror-Matches auf beiden Seiten die Thoughtseize und Inquisition of Kozilek raus. Wenn ihr zwei Spieler in einem Affenzahn 7-8 Karten boarden seht, handelt es sich vermutlich um BGx Decks.

Runde 5: 2-1 vs Noxious Storm
Und wieder einmal zahlt es sich aus, dass ich meine Decklisten und Decks immer zwei bis dreimal kontrolliere. Gegen Deck-checks habe ich bisher noch kein einziges Match verloren! 😉 Mein Gegner war ähnlich gut vorbereitet, also spielen wir nach knapp zehn Minuten entspanntem Gequatsche unser Match mit Verlängerung, als wäre nichts passiert. Da ich in der vorigen Runde neben meinem jetzigen Gegner gesessen habe, wusste ich, dass er in eine Art Storm Mirror verwickelt war. „In eine Art Mirror..?“ fragt ihr euch jetzt. Nur Geduld. Wer das Deck kennt, kann sich vielleicht schon vorstellen was passiert ist. Aufgrund seiner Pyromancer Ascension nehme ich an, dass er UR Storm spielt. Als er zwei Runden später in die Kombo geht, da ich ihn leider noch nicht töten konnte, frage ich, naiv, wie ich bin: „Wie wärs mit einem Würfel für den Storm Count? Wir sind schon bei drei…“. Sein Gegner vom vorigen Match neben uns lächelt süffisant, während mein Gegner bedeutungsschwanger verkündet „Oh, den brauche ich nicht, danke“. Ein paar Zaubersprüche später präsentiert er mir den Loop. Eine aktive Pyromancer Ascension erzeugt zusammen mit Manamorphose und Noxious Revival unendlich Mana. Nachdem er mir pro Forma eine Zahl nennt, die ungleich Unendlich ist, ersetzt er Manamorphose in der Kombo durch Thought Scour und millt mich aus. Ja ok. An das zweite Spiel kann ich mich leider nicht erinnern, bis auf die Tatsache, dass ich es zu einem dritten Spiel schaffe. Inzwischen sind nahezu alle anderen Pairings fertig und wir bekommen mehr und mehr Zuschauer. Mein Gegner wird immer unachtsamer. Entweder lag es an der Zuschauermenge oder daran, dass er riesen Kohldampf hatte. Jedenfalls vergisst er mehrere Trigger von Young Pyromancer und ich kann mit zwei Siege Rhinos das Spiel beenden.

Runde 6: Intentional Draw vs 4c Gifts
Ich habe keine Ahnung, wie mein Matchup gegen 4c Gifts Ungiven ist. Da wir beide 5-0 stehen, wollen wir es auch nicht ausprobieren und drawen lieber. Sein Deck kenne ich übrigens nur, weil ich mich zwischen den Runden immer etwas umsehe. Systematic scouting? Nicht ganz.

Erstaunlicherweise (oder auch nicht) sind wir mit 16 Punkten auch nach der letzten Runde erster und zweiter Platz. Die Preise in Form von Modern-relevanten Karten gibt es wie gewohnt nach Swiss Standings. Vom Wert her sind die ersten paar Picks deutlich: ein bling-bling Karn Liberated, ein Playset Polluted Delta und ein Noble Hierarch. Zwei der Drei Preise muss man allerdings vor Modern Masters 2 noch loswerden, daher bin ich mit meinen Deltas doppelt zufrieden. Eine Preisverleihung und etwas Frischluft schnappen später finde ich mich in der Top8 wieder. Dank guter Standings darf ich in jedem Match entscheiden wer beginnt. „Ich fange an?“ fragt mein Gegner verschmitzt. „Äh, neiiiiinnnnn….. !?“

Polluted-Delta-MtG-Art

Viertelfinale: 2-0 vs UWR Kiki Twin
Ein weniger spannendes Match. Zunächst habe ich dank Thoughtseize perfekte Information und nebenbei noch alles Removal für seine Deceiver Exarchs und Restoration Angels. Sein Plan B in Form von Celestial Colonnade wird von meinem Tectonic Edge vereitelt. Im zweiten Spiel sieht er viel zu spät das dritte Land und ich bin im Halbinfale!

Halbfinale: 2-1 vs RW Burn
Eine Zitterpartie, wie sie im Buche steht! Dank meiner zahlreichen Abwurf-Optionen landet er vor mir im Topdeck-Modus… allerdings mit nur fünf Lebenspunkten. Irgendwie schaffe ich es aber, ihn tot zu hauen, bevor er noch zwei Brennzauber findet. Im zweiten Spiel hat er den Nutdraw. Innerhalb kürzester Zeit sehe ich mich drei Goblin Guides gegenüber. Ein paar seiner Sprüche machen kurzen Prozess mit meinen restlichen Lebenspunkten. Das dritte Spiel ist wieder etwas ausgeglichener. Fairerweise kann ich ihm mit einem Thoughtseize im ersten Zug einen Torpor Orb abwerfen. Nicht unbedingt die Karte, die ich einem Burn-Spieler von der Hand nehmen will. Da ich aber fünf Karten spiele, die mich mit ihren ETB-Effekten potentiell retten, habe ich keine andere Wahl. Als ich auf sieben Leben bin, muss ich eine Timely Reinforcements in eine unbekannte Hand spielen. Zu meinem Glück hat er weder dafür, noch für das später folgende Siege Rhino einen Skullcrack-Effekt. Finale!

Finale: 0-2 vs Pyromancer Storm
Mein Matchup gegen dieses Deck halte ich eigentlich für solide. Pre-board habe ich Abrupt Decay für seine Pyromancer Ascension und einen Haufen anderer Removal gegen seine Goblin Electromancer. Post-board habe ich etwas mehr Discard gegen seine zweite Wincon in Form von Empty the Warrens. Im ersten Spiel bringe ich ihn nur auf neun Leben, woraufhin er in die Combo geht und mich tötet. Im zweiten Spiel muss ich meinen Golgari Charm dafür verwenden, eine Pyromancer Ascension auszuschalten. Er spielt ein Empty the Warrens für acht. Ich dafür ein Tarmogoyf und ein Siege Rhino. Nach einem Angriff bleibt mir nur noch der Goyf und er legt einen Blood Moon und noch ein Empty the Warrens für trölf. Vermutlich war ich danach zu inkonsequent. Ich wollte nicht mit Tarmogoyf angreifen, da er in Verbindung mit dem Worship, das auf meiner Hand versauerte, die einzige Chance auf einen Sieg darstellte. Die gesuchte Ebene habe ich leider nie gefunden :( Falls er wirklich angefangen hätte, meinen Goyf einzeln zu chumpen, hätte ich eventuell noch eine Chance gehabt. Da er aber mit seinen Tokens die bessere Boardpräsenz hatte und ich nur mit viel Glück ein zweites Basic hätte finden müssen, bevor ich überhaupt irgendetwas spielen kann, war es vermutlich schon egal und einfach nur blöd gelaufen.

Alles in allem war es dennoch ein erfolgreicher Tag. Ein besonderer Dank gebührt auch meinem Fahrer Alex, der nicht nur drei Runden lang auf mich gewartet, sonder mich auch motiviert hat!

Da ich diesen Blog-Eintrag mit einer Woche Verspätung verfasst habe, kann ich auch gleich noch kurz vom gestrigen Turnier berichten:

Am Sonntag fand in Bertil’s Spielwiese ein bananiger Grand Prix Trial zum GP Kopenhagen im Format Sealed statt. Mit meinem regenbogenfarbigen Pool konnte ich ein halbwegs solides Grixis Deck zusammenbauen (Link), das im Gegensatz zu meinen anderen Optionen sogar ein oder zwei starke Karten und das nötige Fixing aufweisen konnte. Nach einem schlechten Start reichte es leider nur für ein 3-2, das heißt, ich muss mir in Kopenhagen die ersten beiden Siege also doch erst noch verdienen 😉
Da ich aber zu den Decks, die auch in den beiden ersten Runden gegen etwaige Tier2/Tier3/random-Haufen ein gutes Matchup haben, nunmal Twin, Junk und Affinity zähle, nehme ich es einfach mal als Herausforderung. Während Twin und Affinity das erste Spiel gegen alles mögliche gewinnen sollten und damit schonmal einiges an Boden gut machen, ist Junk durch seine Kombination aus Threats, Removal und Disruption an Konsistenz und Anpassungsfähigkeit kaum zu übertreffen. Interessanterweise habe beim Turnierplaner für Nürnberg keinen GPT für Kopenhagen mehr erspähen können, aber wer mich eines besseren belehren kann, möge das bitte tun!

Das wars auch schon wieder für heute! Mögen eure draws saftig und eure plays feinsinnig sein!

Warleader’s Helix Artwork by Wesley Burt, Copyright by WotC
Polluted Delta Artwork by Vincenct Procee, Copyright by WotC

Dromokas-Command

Stein, Papier, Schere, Echse, Spock

Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse,… na, ihr wisst schon.

Während Kyoto dieses Wochenende mit dem Legacy Grand Prix offenbar nicht eine andere Timeline, sondern die Vergangenheit besucht, gibt es für mich immer noch zwei ganz andere Formate, die mich in Atem halten. Schere-Stein-Papier-Standard und Free-for-all Modern. Nach meinem lächerlichen Sealed Pool am Prerelease Dragons of Tarkir war es glücklicherweise Zeit für ein bisschen Grind in den Constructed Formaten. Wer meinen Twitter verfolgt, hat vermutlich schon das eine oder andere davon mitbekommen. Im heutigen Post werde ich die letzten paar Turniere etwas komprimierter als sonst zusammenfassen und meine Gedanken ansonsten einfach schweifen lassen. Viel Spaß!

Modern

Unsere Reise zu Grand Prix Kopenhagen rückt immer näher und es liegt nahe, bis dahin jedes Modern Turnier mitzunehmen, das auch nur irgendwie im Umkreis stattfindet. Gut, dass ich dabei nicht alleine bin und die Magic-Hochburg Nürnberg nicht allzu weit von uns entfernt ist. Am Samstag, den 4. April nahm ich also in Nürnberg an einem Grand Prix Trial für Utrecht im Format Modern teil. Dabei gibt es im Funtainment auch noch Format-relevante Karten zu gewinnen, was zusätzlich für Motivation sorgt. Mein Deck war wieder Junk Rock, an dem ich im Vergleich zum letzten GPT bis auf zwei Karten nichts geändert habe. Hier trotzdem nochmal die Liste:

Der zweite Scavenging Ooze musste weichen für Elspeth, Knight-Errant. Während Scooze zwar eine mächtige Karte sein kann, hat er inzwischen einiges an Relevanz verloren. Aktuell gibt es wenig populäre Decks, die den Friedhof nutzen und die, die es tun, machen dies so exzessiv (Snapcaster Mage Decks) oder so schnell (Delve Decks), dass Scooze oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellt. Schade. In der Theorie erfüllt Elspeth für mich zwei wichtige Rollen: bin ich das aggressive Deck, beendet sie das Spiel. Bin ich im Hintertreffen, baut sie Kreaturen und kauft mir Zeit. In der Praxis konnte ich sie leider noch nicht ausgiebig testen…

Im Sideboard ist das zweite Creeping Corrosion für ein Worship ausgetauscht worden. Ob es fachlich richtig ist, nur eine Corrosion zu haben, ist zweifelhaft, aber Worship ist gegen eine breitere Masse an Decks gut: Burn, alle Arten von Kreatur-basierten Aggro Decks (mit Einschränkungen gegen Affinity aufgrund von Inkmoth Nexus) oder auch Midrange Decks ohne alternative Wincon.

Junk Rock ist und bleibt ein Deck, das ich nur zu gerne spiele. Ein paar der mächtigsten und coolsten Sprüche im Format wirken zu können, hat einfach was für sich. Dadurch, dass sich kein Deck auf einen Haufen synergieloser, aber guter Karten richtig vorbereiten kann, hat man außerdem eine Menge 50/50 Matchups. Die Farbe Weiß bietet darüber hinaus ein paar interessante und starke Sideboard-Optionen.

GPT Utrecht – die Matches

Runde 1: 2-0 vs Little Kid Junk. Eigentlich mein Nemesis, der Hass seines Decks wollte sich allerdings nicht so recht entfalten. Lob an Zealous Persecution, die für mich einen 3-for-1 erzeugte.

Runde 2: 1-2 vs Affinity. Das Thoughtseize nahm mir im dritten Spiel das Creeping Corrosion… damn.

Runde 3: 0-2 vs Living End. Offenbar ein weniger gutes Match-Up für mich. Zuviel Cycling um die Kontrolle über seine Hand zu erlangen.

Runde 4: 2-0 vs Griselcannon. Gut dass ich schon vorher wusste, was er spielt. Abrupt Decay mit target Pentad Prism bricht ihm das Genick. Oder eigentlich waren es seine schlechten Draws im zweiten Spiel. Komisches Through the Breach Deck halt 😀

Runde 5: 2-1 vs Grixis Delver. Cooles Deck. Blood Moon macht aber leider nicht soviel, wenn man sich darauf einstellen kann.

Runde 6: 2-0 vs UR Twin. I love me some Discard!

4-2 mit mittelmäßigem Opponent Score reicht für den 10. Platz und ein Windswept Heath. Why not!

Die Woche nach dem GPT fand in meinem LGS Bertils Spielwiese ein PPTQ für Milwaukee statt. Jetzt lest den Satz nochmal und stellt euch vor, ihr würdet die ganzen Abkürzungen nicht kennen. Zurück zum GPT… Coolerweise auch im Format Modern, was nicht nur die regionalen Spieler, sondern auch viele von außerhalb angezogen hat, hier der Kurzbericht.

PPTQ Modern – die Matches

Runde 1: 2-1 vs UWRb Control. Lingering Souls im Maindeck, um Rock Decks wie meines zu bekämpfen – okay. Myth Realized aus dem Sideboard, wenn ich meine Abrupt Decays rausboarde – not okay.

Runde 2: 2-0 vs UWR Geist. Der spätere Finalist hat wohl in unserem Match fast seine gesamten Bad Draws aufgebraucht. Ein paar Mulligans und bad draws waren tödlich.

Runde 3: 0-2 vs Grixis Twin. Eine Vendilion Clique abstellen zu müssen, nur um dann an Splinter Twin zu sterben, kann echt ein bisschen frustrierend sein :/

Runde 4: 2-0 vs Boros Burn. Möglicherweise das lustigste Match in letzter Zeit. Zugegeben – nur für mich. Nach einem Mulligan auf fünf ziehe ich meine einzigen Kitchen Finks und er nichts als Länder. In weiser Voraussicht ziele ich mit Liliana of the Veil’s -2 mich selbst an und opfere die Finks. Damit bin ich zwar nur auf 3 Leben, habe aber wieder einen Blocker für seinen Goblin Guide, den er tatsächlich topdeckt. Im zweiten Spiel nehme ich ihm den Skullcrack mit Inquisition of Kozilek und klatsche ihm ein Siege Rhino vor die Nase. Armer Gegner :(

Runde 5: Intentional Draw vs Naya Burn, was mir meine zweite Top8 einbringt. Diesmal spiele ich sie auch wirklich!

Top8 Viertelfinale: 1-2 vs Naya Burn. In zwei Games hatte er leider alle Skullcracks und Atarka’s Commands der Welt. Es hat nicht sollen sein :(

3-1-1 reicht also am Ende für den 7. Platz und drei Trost-Booster. Breaking news: leider immer noch kein foil Fetch aufgemacht 😀

Standard

Nachdem mit Dragons of Tarkir ein ganzer Haufen neuer, interessanter, starker, mächtiger und DRACHENIGER Karten das Standard Format betreten haben, ich aber die ganze Zeit mit Modern beschäftigt war, befand ich mich in einer Existenzkrise. Das Temur Aggro, das ich über die letzten Monate zu soliden Ergebnissen gespielt habe, kam mir auf einmal obsolet vor. Das RW Aggro, das ich ausprobierte, fühlte sich allerdings in Relation zu schwach an. Da suche ich noch nach der richtigen Konstellation. Ein paar Spiele habe ich mit Ben Starks Liste ausprobiert:

Ich finde das Deck ultracool und es hat in Soulfire Grand Master und Outpost Siege echt starke Karten am Start. Leider fühlt es sich oft so an, als dass die Defizite, die es hat, äußerst schwer wiegen. Chained to the Rocks braucht nicht nur ein bisschen Set-Up, sondern ist auch noch leicht mal pre-blocks vom Gegner zerstört. Nicht nur von engstirnigen Sideboard Karten, sondern inzwischen leider auch von Mainboard Dromoka’s Command. Außerdem kommt es vor, dass man den ersten Spruch im dritten Zug spielt, was gegen viele Decks einfach nur erbärmlich ist. Eventuell kann ich es noch nicht richtig spielen, oder ich muss noch an den Zahlen feilen… Ich gebe das Deck jedenfalls noch nicht auf.

Zurück zur ausstehenden Deckwahl. Game Days sind erfahrungsgemäß von roten, aggressiven Decks bevölkert, die sich durch unbarmherzige Starts gegen langsamere Gegner, die eventuell auch noch dabei stolpern, ihren eigenen Plan auszuführen, gute Chancen auf den Sieg ausrechnen. Aggro schlägt Control. Control schlägt Midrange. Midrange schlägt Aggro. So die reduzierte Theorie mit nur drei verschiedenen Archetypen, wie sie vielleicht einmal vor 20 Jahren gestimmt hat. Blöderweise ist das „Metagame“ in meinem Store, bis auf ein paar Control-Spieler sehr variabel. Was tun?

Was kurz vor diesem Wochenende, mit seinem Standard FNM und Game Day dann meine Aufmerksamkeit gewann war Devotion. Plötzlich verspüre ich den Drang, mindestens drei Dromoka’s Command maindeck zu spielen. Der passt natürlich ganz gut in ein grün-weißes Midrange Deck. Und weil das zu langweilig wäre, splashe ich rot. Offenbar ist Grün meine Lieblingsfarbe, kommt sie doch, bis auf einen Ausrutscher in Form von Mono Black Devotion, in nahezu allen meiner Constructed Decks in den letzten paar Jahren vor.

Das Deck macht nicht nur richtig Spaß zu spielen, es fühlt sich auch noch super an, wenn man einen Wald, eine Ebene und ein Gebirge liegen hat. Ich habe schon so lange kein Shard-Deck mehr gespielt, dass das richtig erfrischend ist! Die Tatsache, dass man 8 Fetchlands spielen kann, ist zwar einerseits in Hinblick auf Aggro-Decks etwas zweifelhaft, andererseits aber auch top Manafixing. Das „wrong half of the deck syndrom“ musste ich hingegen garnicht so oft spüren, wie erwartet. Ein paar Mana Dorks will man sowieso früh haben, denn ein Whisperwood Elemental in Zug 3 oder eine Hornet Queen in Zug 5 on the play ist einfach nur eklig.

Crater’s Claws hat genau das gemacht, was ich erwartet habe. Es hat ein oder zwei kleinere Kreaturen in den ersten paar Zügen abgestellt und es hat gegen Control in einem Spiel die letzten paar Schaden durchgedrückt. Whisperwood Elemental dagegen ist einfach zu stark gegen viele Decks. Control und Aggro stehen nicht so auf diesen Schnellfeuer-Manifestierer. Zu schade, dass das Elementar an z.B. einem einzelnen Stoke the Flames stirbt.

Standard FNM

Runde 1: 2-1 vs Mono Red Impact Tremors. Die Verzauberung in Kombination mit Token Makers, wie Dragon Fodder und Hordeling Outburst kann ganz schön wehtun.

Runde 2: 2-0 vs Temur Midrange. Die gewohnte Kombination aus dicken Kreaturen und Neutralisierungszaubern fühlt sich auf der anderen Seite des Tisches nicht so toll an.

Runde 3: 1-1 vs Esper Control. Ein Crater’s Claws gewinnt mir das erste Spiel. Im zweiten finde ich keine Antwort auf Silumgar, the Drifting Death. Das dritte Spiel wäre seins gewesen, wären wir nicht ins Timeout gegangen.

Runde 4: 0-2 vs Abzan Control. Dank Removal und einem Misplay kann ich nie Fuß fassen, fieses Matchup.

Mit 2-1-1 lande ich auf dem dritten Platz. Nicht schlecht für ein Deck, das ich am Tag zuvor gebaut genetdeckt habe.

Game Day

Runde 1: 2-1 vs Mono Red Sligh. Und schon geht es los mit den Aggro-Decks. Courser of Kruphix rettet mir das Leben.

Runde 2: 2-0 vs Sultai Delve. Ein interessanter homebrew, der allerdings einmal an Mana Screw eingeht.

Runde 3: 2-0 vs Temur Aggro. Temur scheint immernoch gut zu sein. Eventuell sollte ich meine Liste einfach nochmal überarbeiten.

Runde 4: 1-2 vs Atarka Aggro, Pro Tour Winning Liste. Zu schnell. Zu viel Schaden. Zu schade.

Runde 5: 1-2 vs GW Aggro. Eigentlich kein übles Matchup, Heir of the Wilds ist aber quasi unblockbar für mich.

Nach einem perfekten Start verlässt mich leider das Glück und ich lande mit 3-2 auf dem 5. Platz. Das hat mir zwar ein paar Booster für weitere Blog-Einträge eingebracht. Die Picks scheinen jedoch, ähnlich wie in Fate Reforged, oft etwas uninteressant zu sein. Aber lassen wir uns überraschen!

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Zeitraffer der letzten Wochen gefallen! Kommenden Samstag steht nochmal ein Modern PPTQ an, danach ein Sealed GPT. Es bleibt also spannend!

Dromoka’s Command Art by James Ryman, Copyright by WotC

Deschamps Hedron Sketch

Drafting Double-Splash on Double-Feature Friday

Hedron Sketch by Mark Tedin

Hi Leute und herzlich willkommen zu einem weiteren Blog-Eintrag über meine neuesten Netdeck Limited-Erfahrungen!

Da am Freitag Feiertag war, hat Bertil, der Besitzer der Magic-Höhle meines Vertrauens (Blog und Facebook), im Vorfeld angeboten, ein Double-Feature mit Draft- und Standard-Turnier zu veranstalten – wenn sich denn genug Interessenten anmelden. Die Anmeldungen prasselten nur so herein, sodass Freitagmittag gegen 14:00 Uhr ganze 16 20 Spieler in zwei Draft Pods ihren ersten Pick auswählten. Über diesen Draft will ich heute berichten. Ich habe währenddessen jedoch keine Notizen gemacht und bitte kleinere Ungereimtheiten zu entschuldigen.

Nun werden manche von euch vielleicht sagen „Aber NetdeckNico, du wirst deinem Namen doch nicht gerecht!“. Das ist wahr, jedoch eignet sich mein eher mittelmäßiges 2-2 Ergebnis im Standard Format nicht ganz so gut für einen Blog-Eintrag, wie der 4-0 Draft. Mit meinem Standard Deck war ich insgesamt zufrieden, was hier noch in der nahen Zukunft ein Thema sein wird. Es scheint jedoch, als hätte das „Draft-Bootcamp“ mit ein paar Freunden über die letzten Monate seine Wirkung entfaltet.

Der Draft

Ich mache den ersten Booster auf, scrolle gierig zur Rare und finde… ein Polluted Delta. Da wir nach Vollendung des Drafts einen Rare-Pick veranstalten, anstatt die Karten zu behalten, die man draftet, ist mir bereits klar, über was sich die ersten Plätze freuen werden. Mein zweiter Khans Draft und mein zweites Fetchland im ersten Booster. Wenn ich abergläubisch wäre, müsste mir beim nächsten Spaziergang rein rechnerisch ein Billardtisch auf den Kopf fallen.

Im Draft ist ein Delta jedoch nur Fixing (noch dazu eher schlechtes Fixing neben Tri-Lands und Refuges), daher schnappe ich mir ein Suspension Field. Die Draft-Hilfestellung „B.R.E.A.D.“ (1) hat zwar längst ausgedient, jedoch kann eine Karte, die außer verdeckten Morphs so ziemlich jede nervige Kreatur entfernt, nicht schaden. So sind wir außerdem noch sehr offen für die nächsten Picks. Die (von mir) gefürchtete Entscheidung zwischen einer dreifarbige Bombe und einer soliden einfarbigen Karte im ersten Booster bleibt mir also erspart. Die nächsten paar Karten sind weiterhin überwiegend weiß. Ich bekomme zwei Abzan Falconer und einen Kill Shot geschoben und fange an, meinen Nebenmann Phil zu fürchten. Was könnte er wohl jeweils gewählt haben? Die Schwemme der einfarbigen Karten nimmt ab dem zweiten Booster ein Ende und ich bin eine Zeit lang unentschlossen, was meine Farben angeht. Nachdem ich einen Jeskai Charm aufgable, folgen ein paar gute, grüne Karten.

Die Entscheidung fällt endgültig, nachdem ich einen Sagu Mauler im Booster erblicke. Eine überaus lächerliche Bombe, die im gesamten Set nur von zwei Removal getroffen wird (die auch noch Rare sind: Crackling Doom und End Hostilities). Es scheint, als sollte ich die Farbkombination Bant wieder aufleben lassen. Als ich kurz darauf einen Rattleclaw Mystic finde, fange ich an zu sabbern. Genug Ramp, Fixing UND ausreichend Morphs, um den Sagu Mauler zu unterstützen? Yes, please! Die letzten paar Picks bestehen hauptsächlich aus schwarzen Fillern und soliden Sultai-Karten. Mit fünf Refuges konstruiere ich schließlich ein GW-lastiges Deck mit einem UB-Splash:

Das Deck

Die Matches

Runde 1: Thomas mit WUG Loch Ness 2-1
Das standhafte Duo Abzan Falconer und Ainok Bond-Kin machen im ersten Spiel relativ kurzen Prozess mit meinem Gegner. Im zweiten Spiel geht es jedoch hin und her. Wir haben beide unter 10 Leben und ich starte einen Angriff, der mir die Runde darauf den Sieg verschaffen soll. Die offenen acht oder neun Mana hätten mich stutzig machen sollen. Ein spontaner Pearl-Lake Ancient vermiest mir den Tag. Ich habe kein Out mehr und schiebe zusammen. An das dritte Spiel kann ich mich ehrlich gesagt nicht genau erinnern. Es war relativ grindy, jedoch konnte ich die Oberhand behalten und ihn irgendwie auf 0 bringen.

Runde 2: Tobias mit Mardu Aggro 2-0
Tobias hat sich ein passables Aggro-Deck zusammengedraftet, das aber leider in zwei Spielen einen Tick zu langsam ist. Es gibt ein paar spannende Kampfphasen, meine Abzan Airforce in Verbindung mit dem ein oder anderen Combat Trick ist aber schlussendlich zu stark.

Runde 3: Anton mit Abzan Warriors 2-0
Dieses Deck mit starken Synergien habe ich in den Runden zuvor bereits in voller Aktion gesehen und mische daher mit Ehrfurcht meine Karten. Mehrere Warrior Lords, zwei Warrior-Pumpspells und der Token-generierende Instant könnten mich jeden Moment überrennen. Im zweiten Zug des ersten Spiels muss ich mir außerdem den Kopf über einen gegnerischen Rakshasa Deathdealer zerbrechen. Ich spiele ein bisschen um seine Fähigkeiten herum, führe Gegenangriffe mit einem erstschlagenden Ainok Bond Kin und kann genügend Chump-Blocker in Form von drei Krieger-Tokens aufbringen, um das erste Spiel doch noch zu gewinnen. Im zweiten Spiel führt ein Spielfehler seinerseits dazu, dass ich die bessere Boardpräsenz habe. Seine Draws lieferten aber auch keine Krieger-Armee wie in den Spielen, die ich zuvor beobachten konnte. Ein paar Combat Tricks und Beatdown später stehe ich 3-0.

Runde 4: Phil mit 4-Colour Bombs 2-1
Nachdem wir beide 3-0 standen, war dieses Match unvermeidlich. Ich konnte im Voraus bereits seinen Pool bestaunen (teilweise, weil ich ihm einiges davon geschoben habe): Zurgo Helmsmasher, Butcher of the Horde, Duneblast, Armament Corps, Siege Rhino und ein Necropolis Fiend. Heilige. Scheiße. Das ganze in eine Fixing-shell, u.a. mit Seek the Horizon gepackt und fertig ist der Spoiler-Haufen. Wer braucht schon Blau?? Im ersten Spiel nehme ich Mulligan auf 5. Ich verfüge zwar über genug frühe Drops, um noch ein Magic-Spiel daraus zu machen, jedoch geht mir irgendwann die Luft aus und schiebe gegen einen Butcher zusammen. Das zweite Spiel beginnt mit wenig Aktionen, bis Phil den Necropolis Fiend mit Hilfe von Delve spielen kann. Gut, dass ich einen dazu passenden Sultai Charm in der Hand halte. Ein wenig colourscrew seitens Phil und Abzan Falconer-Beatdown später und ich habe das Match ausgeglichen. Die Standhaftigkeit meiner Kreaturen macht sich auch im dritten Spiel bezahlt. Ich lege Ainok Bond-Kin und Abzan Falconer und mache mich an die Arbeit. Ein Siege Rhino wird durch Suppression Field beantwortet. Phil legt einen Zurgo, den ich eine Weile chump-blocken kann. Ich beschwöre einen Sagu Mauler, mit dessen Hilfe ich in der nächsten Kampfphase zwei gegnerische Kreaturen gegen einen Combat-Trick tauschen kann. Meine Boardpräsenz ist zu stark und ich gehe als Sieger hervor!

Fazit:

  • Outlast ist absurd. Drei starke Mini-Lords in der Farbe Weiß sorgen für aggressive Decks. Erstschlag wird generell unterschätzt, gewinnt aber Spiele. Zusammen mit Evasion in Form von Falconer und dem Lifelink des Abzan Battle Priest hat man eine mehr als schlagkräftige Armee. Ganz abgesehen von dem schwarzen Deathtouch- und dem grünen Trampel-Lord.
  • KTK Draft ist bunt. Ach ne? Gebt mir eine Sekunde: Es ist so bunt, dass man spätestens ab dem zweiten Booster bombige Karten weitergeben muss, um bei 3 oder 4 Farben zu bleiben. Klar, 5colour ist möglich, aber Fixing soll man schließlich auch noch picken.
  • KTK Draft ist schnelllangsam … die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Während es genug grindy Midrange Decks gibt, die in Runde 3 einen Morph legen und zu dem Zeitpunkt 22 Leben haben, gibt es auch aggressive Decks, die davon profitieren können.
  • KTK hat Banner. Oh, really? Ich habe in nun 17 KTK Limited Matches bisher ein Banner auf der gegenüberliegenden Seite liegen sehen. Ich denke, sie sind im Sealed ein wenig besser und selbst dort müssen sie das Deck auf die richtige Art unerstützen, um spielbar zu sein. Das Format ist zwar langsam, aber es existieren soviele mehrfarbige Länder, dass ein Morph in Runde 3 meist besser ist. Vor allem on the draw vier Runden nichts zu machen, scheint mehr als suboptimal zu sein.
  • KTK macht fun! Genug Doppelländer für regenbogenfarbige Decks, Aggrohaufen können trotz Lifegain-Lands bestehen und das altbekannte Morph-Ratespiel. Insgesamt eine sehr spaßige Limited-Umgebung!

 

Fußnote(n):

(1) B.R.E.A.D. (Bombs, Removal, Evasion/Efficient Spells, Aggro, Dreg) gibt dem Anwender eine gewisse Draft-Reihenfolge vor: Bomben, Removal, Zeug mit Evasion oder Value-Spells, aggressive Kreaturen, Filler. Aus mehreren Gründen, hauptsächlich aber wegen der New World Order von WotC (die uns unter anderem „schwächeres“ Removal im Common-Slot beschert), ist BREAD inzwischen nicht mehr empfehlenswert. Removal ist generell teurer als früher, Kreaturen sind effizienter. Zerstörungszauber höher zu picken, ist also inzwischen oft nicht mehr richtig. Außerdem spielen sich Draft-Umgebungen in jedem Block anders.