Archiv der Kategorie: Kaladesh

Turnierbericht: Limited-PPTQ

Am vergangenen Sonntag habe ich mich mal wieder auf ein etwas höherklassiges Turnier verirrt. In einem meiner Stamm-Spieleläden fand ein PPTQ im Format Kaladesh-Sealed statt. Grundsätzlich finde ich, dass PPTQs zu den interessanteren Turnieren gehören, da die Teilnahme an einem PTQ auf dem Spiel steht (und es bei diesen Turnieren ja auch immer eine tolle Promo abzugreifen gibt). Außerdem nehme ich gerne alle Limited-Turniere mit, die ich sinnvoll erreichen kann, ich habe ja bereits erwähnt, dass ich dieses Format mag. Und schliesslich steht mit dem Grand Prix in Prag ein Limited-Grand-Prix an, da kann etwas Übung auf höherem Niveau nicht schaden (vielleicht sieht man sich?!).

In Bertils Spielwiese hatten sich am Sonntag 24 Teilnehmer eingefunden, zusammengesetzt aus einem bunten Mix aus lokalen Spielern und den üblichen Grindern aus dem süddeutschen Raum – auch ein paar Pro-Punkte und Pro-Tour-Teilnahmen / GP-Top8s waren anwesend.

Hier mein gesamter Limited-Pool:

Zur besseren Übersicht könnt Ihr den Pool hier auch nochmal komfortabler anschauen.

Mein Pool erwies sich als ziemlich ordentlich. Meine spielbarste Farbe war definitiv grün, in der ich mit Oviya Pashiri, Sage LifecrafterArchitect of the Untamed und Cultivator of Blades drei spielbare Rares im Angebot hatte. Ansonsten bot die Farbe recht viel Potential im Engerie-Archetyp. Die passende Kombination dafür war aus meiner Sicht rot: Hier waren einige gute bis sehr gute Energiekarten vorhanden, außerdem mit Combustible Gearhulk eine wirklich gute Mythic Rare. Scrapheap Scrounger war ein einfache einzubauender Mini-Splash und quasi die Sahne on Top.

Mein finales Deck sah also folgendermaßen aus:

Grundsätzlich war ich mit dem Deck recht zufrieden. Alleine Riparian Tiger und Arborback Stomper geben dem Deck sehr viel Power im Midrange-Bereich, meine Rares sind auch absolut ordentlich. Wenn man etwas bemängeln kann und vielleicht sogar muss, ist es das größtenteils fehlende Removal. Aber gut, man kann schliesslich nicht alles haben, oder? :) Ich ging also mit einem ganz guten Gefühl in die anstehenden fünf Runden.

Leider habe ich teilweise keine wirklich gute Erinnerung an die einzelnen Runden mehr. Im ersten Match treffe ich auf Fabian, der mindestens zwei GP-Day2s mehr als ich auf dem Konto hat (-> gut, ich habe ganze null :P). Sein Deck ist mir schon entfallen, ich weiss aber noch mehr als gut, dass ich unfassbar schlecht gespielt habe. Glücklicherweise habe ich gut gezogen und konnte so einige Spielfehler ausbügeln – Ergebnis: 2:1, Standings 1:0.

In der zweiten Runde spiele ich gegen Adrian, einen unserer Locals. Er ist nicht nur ein sehr erfahrener und guter Spieler, er pilotiert auch ein Deck, das sich wie ein Standard RW-Vehicles anfühlt. Ich habe absolut keine Chance, bin in einem Spiel im 4 Zug auf 6 Leben unten – nichts zu machen. Match 0:2, Standings 1-1.

In der dritten Runde treffe ich auf Andre. Über ihn weiss ich nicht viel. Allerdings ist sein Deck meinem in feinster Weise gewachsen. Auch er hat wenig Removal abbekommen. Das lässt mich sehr komfortabel meine Kurve auslegen, am Ende erledigt ihn mein Tiger quasi im Alleingang. Match 2:0, Standings 2-1.

In der vierten Runde lande ich an den vorderen Tischen und treffe  mit Jörg auf einen Magic-Veteranen mit nachgewiesener Limited-Erfahrung. Aber auch hier kann ich mich absolut auf mein Deck verlassen. Ich ziehe in zwei Spielen eine optimale Kurve, jedes Mal liegt Oviya Pashiri, Sage Lifecrafter im ersten Zug und muss früh beantwortet werden, was den Weg für Scrapheap Scrounger und Renegade Freighter frei macht. Jörg hat ein tolles Deck und wehrt sich nach Kräften, aber bei mir läuft es wie im Autopilotenmodus. Match 2:0, Standings 3-1.

Die fünfte Runde ist schnell erklärt, mit Christian vereinbare ich einen intentional Draw, der uns beide in die Top 8 befördert. Match: 1:1, Standings 3-1-1.

Das bedeutet, dass ich mich im zweiten PPTQ in Folge in die Top 8 gluckt habe – oder eben immer den entsprechenden Pool zur Verfügung hatte. 😉

Kommen wir zum Draft: Auch hier habe ich relativ schnell zwei vergleichsweise offene Farben gefunden, es wurden wieder grün und rot. Mein Firstpick war allerdings Renegade Freighter, gefolgt von Veteran Motorist. Dummerweise war danach in weiss nichts mehr vorhanden und in rot wurden mir allerlei Energie-orientierte Karten geschoben. Am Ende habe ich folgendes Deck zusammenbekommen:

Auch in diesem Deck fehlt ganz klar das Removal, ansonsten ist es ein ziemlich synergetischer Haufen, der viele meiner aktuellen Lieblingskarten enthält: Fabrication Module ist aus meiner Sicht eine unfassbar brokene Karte (im richtigen Deck), sie stabilisiert, macht die eigenen Kreaturen größer, füllt den Energy-Vorrat wieder auf, ist ein guter Mana-Sink, verkompliziert die Kampfphasen für den Gegner – Ihr seht schon, ich mag das Teil. Ansonsten hatte ich zwei mal den Allstar Riparian Tiger, einen Renegade FreighterSnare Thopter… was kann da schon schiefgehen?

Leider eine ganze Menge! Ich treffe wieder auf Adrian. Glücklicherweise ist sein Deck nicht ganz so gut wie im Sealed-Teil des Turniers, dennoch sehe ich zwei Mal im dritten Zug Renegade Freighter und einmal noch Bastion Mastodon im fünften Zug, jeweils mit ordentlich Backup durch Removal. Kurzum: Ich habe keine Chance, verliere 0:2 und damit ist der Traum vom PTQ mal wieder geplatzt.

Immerhin ist mein Abschneiden noch für vier Preisbooster gut, in denen aber leider nichts wirklich brauchbares zu finden ist. Besser läuft es für Adrian, der es bis ins Finale schafft, dort aber leider verliert. Immerhin findet er noch zwei Planeswalker in seinen Preisboostern. Am Ende des Tages bleibt ein Turnier, das mir sehr viel Spaß gemacht hat und – zumindest vom Gefühl her –  noch mehr Potential hatte.

Wie laufen Eure Turniere denn zur Zeit? Habt ihr Verbesserungsvorschläge zu meinen Decks? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare!

Turnierbericht: Ziemlich viel Energie beim FNM-Draft

Hier bei Magicblogs.de geht es artikelmässig in letzter Zeit ja Schlag auf Schlag – ich hoffe, ihr seid nicht schon übersättigt. 😉

Auch ich habe heute einen kleinen Bericht zum Thema Kaladesh-Limited in petto, genauer gesagt war ich am vergangenen Freitag beim FNM. Der Draftverlauf selbst war aus meiner Sicht etwas strange. Mein Firstpick war die gute Bristling Hydra, der zweite Pick der Fairgrounds Warden. Danach versandete der Draft zunehmend, mal waren in Grün-Weiss extrem gute Sachen drin, dann wieder gar nix. Ich hatte große Hoffnungen auf den zweiten Booster. In diesem habe ich Cloudblazer sehr hoch gepickt, d.h. Pick 1 im ersten Pack, über einem Fleetwheel Cruiser. Ich weiss nicht, ob das der richtige Pick ist, glücklicherweise habe ich gegen meinen rechten Nebensitzer, der ihn dann gepickt hat, später gewonnen… :-P. Ansonsten ist noch der zweite Pick im zweiten Booster relevant: Fabrication Module ist im richtigen Deck eine der besten Karten im ganzen Set und hat mir 2 Matches quasi im Alleingang gewonnen. Insbesondere in Kombination mit Karten, die es erlauben, spontan Energie dazu zu erhalten (hallo Glimmer of Genius), ist das Artefakt wirklich phänomenal. Natürlich ist die Synergie mit der Hydra auch nicht zu verachten. Danach war allerdings auch im zweiten Booster nicht mehr viel los. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass mein linker Nachbar in mindestens einer meiner Farben sein musste – im Nachhinein eine Fehleinschätzung, er spielte RU (und blau ist ja nur mein Splash). Im dritten Booster habe ich dann noch ein wenig Glück und kann das Rhino und den Tiger einsammeln.

draftdeck

Nichtsdestotrotz: Nach dem Draft war ich auf jeden Fall absolut unzufrieden und ziemlich sicher, dass das in einen 0-3-Drop endet. Mir war mir zwar klar, dass ich ein ziemlich synergetisches Deck zusammengebastelt bekommen habe, aber meine Erfahrungen waren bislang sehr ernüchternd: Limited in Kaladesh kann extrem schnell und aggressiv sein – so ziemlich genau das Gegenteil meines Decks. Hier mal meine Liste:

Das restliche Kartenmaterial seht ihr hier:

Im ersten Match schienen alle meine Befürchtungen wahr zu werden: Mein Gegner (hallo, Ormus!) spielt ein aggressives RW-Deck. Mit viel Glück und meinem Sideboard (Tasseled DromedaryConsulate Skygate) kann ich dennoch gewinnen. Im zweiten Spiel treffe ich meinen rechten Draftnachbar wieder. Er hat quasi ein Mono-Artefakte-Deck und splasht (wenn ich mich recht erinnere) Blau und Weiss. Die Spiele waren extrem eng, das erste verliere ich klar, im zweiten übersieht er die Synergie zwischen Hydra und Fabrication Module und greift unglücklich an. Das dritte Spiel kann ich dann mit Fabrication Module für mich entscheiden. Im Finale treffe ich ein ziemlich ähnliches Deck, spiele einmal schlecht, gewinne einmal und ziehe dann ziemlich bescheiden. Da wir aber vorher gedrawt haben, werde ich zweiter. Das sichert mir immerhin noch zwei Preisbooster und eine FNM-Promo :). Alles in allem war das Deck viel besser, als ich es erwartet habe. Die Menge an Energie, die das Deck erzeugen kann, ist echt absurd. Und absolut nützlich um die Hydra zu schützen und wachsen zu lassen oder den Tiger zu pumpen.

Falls Euch interessiert, was in meinen Preisboostern drin war, Bitteschön:

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Immerhin zwei Foil-Basics, das ist ja auch ganz nett. Wie waren Eure FNM-Turniere? Hättet ihr bei meinem Deck etwas anders gemacht? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

 

Kaladesh Booster-Diskussion 1

So. Jetzt hab ich mich auch mal an dieses neumodische Bewegtbildformat gewagt. Youtube! Was ist das nur für 1 Plattform? 😛

Kurzum: Ab sofort gibt es gelegentlich Videos von mir. Los gehts mit einer Boosterdiskussion, ein Videoformat, welches Ihr bereits von Ormus kennen solltet… Wie es funktioniert? Wir machen einen Booster auf und simulieren einen Draft, also den ersten Pick im ersten Pack. Ganz einfach.

Jep: Der Ton ist bei dem Video nicht perfekt. Ja, ich war draußen, es gab Flugzeuge und Wind. Und natürlich bin ich kein super super guter Magic-Spieler. Warum mach ich dann solche Videos? Zuallererst macht es Spaß. Außerdem ist mir zufällig ein Display mit Kaladesh-Boostern über den Weg gelaufen. Und: Ich lerne noch. 😛 Sowohl bei der Videoproduktion als auch immer beim Magic. Und das geht am besten dadurch, dass Ihr mir Euer Feedback hinterlasst!

Dennoch wünsche ich Euch viel Spaß!

Turnierreport: Prerelease Kaladesh

Das Prerelease von Kaladesh liegt zwar schon etwas zurück und viele von Euch haben vermutlich schon die ersten Events im neuen Format gespielt. Nichtsdestotrotz will ich Euch noch einen kurzen Bericht zu meinem Prerelease in Bertil’s Spielwiese geben. Grundsätzlich kann ich mich nicht beklagen, für mich lief es ganz gut und es hat für den dritten Platz und einigen Preisboostern gereicht. Mein Pool war ganz ordentlich. Ich habe mich für ein aggressives RW-Deck entschieden, die Stars in meinem Deck waren sicher Chandra, Fackel des Widerstands und Ausräuchern. Obwohl das eigentlich nicht wirklich stimmt, die allerbeste Karte war tatsächlich Luftbarke. 😉 Chandra selbst habe ich nur in einem Match in fünf Runden tatsächlich gespielt – und das habe ich verloren. Allerdings habe ich gegen ein gut gespieltes RWU-Deck mit Chandra und Himmelsfürst, Flaggschiff des Konsuls verloren, das kann passieren… Meine Promo war übrigens Torrential Gearhulk.

Hier mein Deck:

prerelease

Leider ist das Bild nicht besonders gut geworden, aber ich gelobe Besserung! 😉 Wie gesagt, das Deck lief richtig gut, sehr aggressiv aber mit genug Luft im Mid- und Lategame. Die Luftbarke war aber für viele Gegner kaum zu besiegen – es hat sich einmal mehr gezeigt, dass Flieger im Sealed Deck oft einfach richtig stark sind. Darüber hinaus ist das rote Removal auf einem sehr hohen Powerlevel, neben dem offensichtlich guten Welding Sparks gilt das insbesondere für Furious Reprisal und Incendiary Sabotage, die mich mehr als einmal aus ganz schlimmen Situationen gerettet haben.

Den ganzen Pool findet ihr komfortabel unter http://sealedmagic.se/sealedsim.html?poolid=2374 zum nachbauen und experimentieren. Ich freue mich natürlich jederzeit über Tipps und Anmerkungen. :)

P.S.: Es tut mir leid, dass ich im Artikel deutsche und englische Kartennamen gemischt habe – irgendwie hab ich die deutschen Namen noch nicht so im Kopf. 😉

 

Der Kaladesh-Limited-Spickzettel

image-ashxBald schon ist es soweit: Am Wochenende findet das Kaladesh Prerelease statt. Hoffentlich habt Ihr schon im Spieleladen Eures Vertrauens Plätze reserviert, die werden ja manchmal durchaus knapp. Falls Ihr aus der Region Ulm kommt: Prerelease-Events gibt es z.B. im Spielspatz, Imp’s Shop und in Bertils Spielwiese. Falls Ihr woanders Karten dreht, hilft Euch der Wizards Store Locator.

Für die Neulinge, die vielleicht zum allerersten Mal ein Prerelease spielen, empfehle ich die Lektüre des deutschsprachigen Artikels zum Thema, drüben auf dem Mutterschiff.

Wie ihr nun ja schon wisst, spiele ich überaus gerne Limited (d.h. Draft und Sealed Deck). Bei der Vorbereitung auf ein derartiges Turnier gibt es eine allerwichtigste goldene Regel: Kenne die Karten! Es ist ungemein hilfreich, wenn man beim Öffnen der Booster nicht jede Karte zum allerersten Mal lesen und verstehen muss. Bevor jetzt der Einwand kommt, dass es doch genau um das Kennenlernen der Karten beim Prerelease geht – ja, das ist mir bewusst. :) Aber ich versuche, zumindest die wichtigeren Karten schon im Voraus kennenzulernen. So kann ich Synergien erkennen, die Stärken und Schwächen der einzelnen Farben einschätzen (oder das zumindest versuchen). Im Idealfall erkenne ich auch, dass es bestimmte Archetypen gibt, also Farben und Mechaniken, die gut miteinander harmonieren. Dabei könnt ihr Euch auch jederzeit auf professionelle Hilfe verlassen, indem ihr z.B. die Set Reviews von Luis Scott-Vargas lest oder die Limited-Resources-Videos ankuckt. Ansonsten würde ich vorschlagen, dass Ihr einfach mal einen Blick auf die neuen Karten werft.

Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Die wichtigsten Karten sind im Limited-Bereich die Commons und Uncommons, denn die sind das Material, aus dem Euer Deck zum Großteil besteht. Nachdem ihr Euch mit diesen Karten vertraut gemacht habt, solltet ihr einer Subkategorie noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Ich spreche von Removal (also Karten, die Kreaturen und andere Karten  vom Spielfeld entfernen), Countern (also Karten, die verhindern, dass ihr Zaubersprüche wirkt) und Combat-Tricks (Karten, die positiven oder negativen Einfluss auf Kreaturen im Kampf haben). Das ist einerseits wichtig, um die Karten in Eure Decks zu packen (Ihr solltet versuchen, immer etwas Removal in Eurem Deck haben!) und andererseits um während Ihr spielt darauf gefasst zu sein, was Euer Gegner gegen Euch in petto haben könnte.

bildschirmfoto-2016-09-22-um-16-47-23Für all jene, denen das Durchsuchen der Kartengalerie zu mühsam ist oder diejenigen, die gerne alle Removalzauber auswendig lernen wollen, habe ich ein kleines Goodie vorbereitet: Der Kaladesh-Limited-Spickzettel!

Alle Removal-Spells, Counter und Combat-Tricks auf einen Blick, geordnet nach Farben und Kartentyp, verpackt in einem handlichen PDF, zum ausdrucken oder für das Smartphone. 😉

Zum Download!

Ich hoffe, dass der Spickzettel für den einen oder anderen hilfreich ist – nicht nur beim Prerelease, sondern auch bei weiteren Limited-Events im neuen Format. Selbstverständlich ist der Spickzettel noch Beta und V0.1, wenn ihr also Tippfehler findet oder ich gar eine Karte vergessen habe, gebt Bescheid. Viel Spaß & Erfolg beim Prerelease!


Mittlerweile hab ich noch ein paar kleine Fehler eliminiert, der Spickzettel hat ist jetzt in Version 0.2 verfügbar. 😉


 

Danke @ Bernie, ein weiterer Fehler wurde korrigiert. 😉

Ein neues Blog und eine Meinung zu den Masterpieces

Herzlich Willkommen zum ersten Artikel auf „A Study in WUBRG“, meinem persönlichen Blog auf Magicblogs.de. Vielleicht noch ganz kurz zu mir: Ich bin Florian, komme aus der nähe von Ulm und bevorzuge Limited-Formate. Seit ein paar Monaten unterstütze ich Ormus gelegentlich bei den News-Meldungen. Ab und zu habe ich aber auch ein darüber hinausgehendes Mitteilungs- und Diskussionsbedürfnis – und genau aus diesem Grund gibt es jetzt dieses Blog.

Was könnt Ihr hier erwarten? Das Motto meines Blogs ist „Ansichten und Einsichten“, und genau das ist mein Plan. Wie gesagt, ich bevorzuge Limited-Formate, also werde ich von Zeit zu Zeit hierzu äußern. Darüber hinaus plane ich den ein oder anderen Eintrag zu allgemeinen Themen rund um unser geliebtes Kartenspiel und freue mich, im Gegensatz zu den neutralen Nachrichten auf der Startseite, hier auch wertender und vielleicht sogar polarisierender zu werden. Einen kleine Geschmacksprobe habe ich heute schon für Euch: Ich habe mir mal ein paar Gedanken zu den Masterpieces gemacht, also jenen super-seltenen Karten, die ab Kaladesh in jedem Block vertreten sein werden.

Übrigens: Ich bin weit davon entfernt, ein großartiger Magic-Spieler zu sein. Ich spiele mit Spaß und gerne, ich gewinne auch ab und zu. Aber ich bin kein Profi. Zwar ehrgeizig und ab und an ambitioniert, aber kein Profi. Wer sich also Profi-Einsichten und fancy Tipps erwartet, ist hier vermutlich falsch. Vielleicht muss ich kurz was zu meinem beruflichen Hintergrund sagen: Ich bin Marketingmensch und habe die letzten Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule verbracht, auch diese Prägung wird bestimmt manchmal in dem einen oder anderen Artikel durchscheinen.

Bevor ich aber in medias res gehe, noch eine letzte Anmerkung. Ich freue mich natürlich sehr über jede Form von Kommentaren und jede Diskussion, möchte aber darum bitten, wie normale Menschen miteinander umzugehen. Wer diese Regel missachtet muss damit rechnen, dass sein Kommentar ins Exil geschickt wird. Wenn Ihr nur still mitlest, soll mir das auch recht sein, es gibt ja schon genug andere Autoren, die die Kommentar-Moralkeule schwingen. 😉

Warum die Masterpieces die Preise in Standard und Modern nicht retten werden.

Kommen wir aber nun zu den Masterpieces. Kurz zur Auffrischung: Ab Kaladesh könnt ihr in Magic-Boostern mit etwas viel Glück auch eine super-seltene Karte finden, ganz wie bei den Zendikar Expeditions, die in Kampf um Zendikar und Eid der Wächter enthalten waren. Dabei handelt es sich nicht nur um Karten, die tatsächlich in der Edition enthalten sind, sondern vor allem um Reprints begehrter Karten aus älteren Editionen, die besonders für Modern & Co relevant sind. Die Masterpieces stehen thematisch in irgendeiner Form mit dem zugehörigen Block in Verbindung, in Kaladesh sind – wenig überraschend – Artefakte enthalten. Einen Überblick über alle Masterpieces in Kaladesh findet ihr hier in meinem News-Beitrag.

Warum macht Wizards das? Es liegt ja offensichtlich auf der Hand: Hoffentlich kaufen deswegen mehr Leute Booster. 😛 Die genaue Begründung hat MaRo in einem Artikel zusammengefasst. Dabei hat er drei Challenges angeführt, die durch die Einführung der Masterpieces gelöst werden:

  1. Standard muss zugänglich bleiben.
  2. Spieler müssen Zugang zu älteren Karten erhalten.
  3. Diejenigen, die ein Deck pimpen wollen, sollen eine neue Möglichkeit zu bekommen.

Selbstverständlich kommt MaRo zu dem Schluss, dass die Masterpieces alle diese Herausforderungen glänzend lösen. Aber ist das wirklich so? Lasst uns also jede Challenge genauer ansehen.

1. Standard muss bezahlbar bleiben

Diese Forderung liest man ja in diesen Zeiten gerne. Dabei wird eine einfache Rechnung aufgestellt: Masterpieces sind geil -> mehr Booster werden verkauft -> übrige Karten im Standard werden günstiger, da sie in großer Zahl auf dem Sekundärmarkt verfügbar sind.

Doch können die Masterpieces das wirklich leisten? Mit Sicherheit werden, insbesondere zu Beginn, ein paar Leute mehr Booster kaufen, ganz in der Hoffnung, eines der Meisterstücke zu ergattern. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass wir hier bald einen Gewöhnungseffekt sehen. Bei einer Masteriece-Chance von 1:144 Boostern erscheint ein Mehrkauf nicht wirklich sinnvoll.  Ich vermute: Irgendwann werden Privatpersonen vermutlich wieder Booster in ähnlichen Mengen erwerben wie zuvor. Ist eine Edition sehr interessant oder sind auch so lukrative Reprints enthalten (Fetchländer / Thoughtseize) wird das mal besser ausfallen, bei einer anderen (Gatecrash :P) eher schlechter.

Bleiben noch die kommerziellen Händler, für die es dann interessant ist, Displays aufzureissen anstatt die Booster zu verkaufen, wenn der zu erwartende Gewinn beim Verkauf der Einzelkarten größer ist. Hier entsteht aber eine Art Kreislauf. Sicher ist der Verkaufspreis der Masterpieces interessant. Andererseits sinkt mit steigender Verfügbarkeit der normalen Rares und Mythic Rares auch der zu erwartende Gewinn mit diesen Karten. Da lt. MaRo etwa alle 4 Displays mit einem Masterpiece zu rechnen ist, bin ich stark am Zweifeln, ob das für die Händler ein lukratives Geschäft ist.

Wer sich noch weiter in dieses Thema einlesen möchte, kann sich gerne folgende Artikel durchlesen:

Ihr merkt schon, ich bin an dieser Stelle ziemlich skeptisch. Auch das Standard-Format während Kampf um Zendikar und Eid der Wächter war für mein Gefühl ziemlich teuer, was aber auch an Karten wie Hangarback Walker und Jace, Vryn’s Prodigy lag, die beide aus Origins stammen. Aber der Preis von Gideon, Ally of Zendikar ist nur ein Beispiel, dass es auch in Zeiten von Expeditions teure Karten im Standard-Format gibt:

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Quelle: MTGGoldfish.com
2. Die Sache mit dem Zugang zu älteren Karten

Es ist mit Sicherheit ein nobles Anliegen, Spielern Zugang zu älteren Karten zu ermöglichen. Ich selbst habe von Ice Age bis zur 6. Edition Magic gespielt und bin dann mit Innistrad wieder eingestiegen. Das hatte zur Folge, dass ich für ein Modern-Deck eine ordentliche Investition tätigen musste, schließlich ist ein gutes Modern-Deck gut und gerne mal 500€+ wert.

Ich kann es also nur begrüßen, wenn ältere Karten zugänglicher sind. Aber schaffen das die Masterpieces? Ich habe da so meine Zweifel. Als Beispiel lassen sich wieder die Zendikar Expeditions heranziehen. Um ehrlich zu sein, ist das auch das einzige Beispiel und der einzige Vergleich, den wir überhaupt ziehen können. Die Datenlage ist also dünn, aber ich glaube doch, dass wir zumindest ein paar Parallelen ziehen können.

Bei den Zendikar Expeditions waren mit Sicherheit die Fetch- und die Shockländer die relevantesten Karten, schliesslich lässt sich Modern ohne diese Kartenbasis kaum ernsthaft betreiben.

Schauen wir uns mal die Preisentwicklung von Hallowed Fountain an. Als Datenquelle habe ich immer Mtggoldfish herangezogen, da es hier eine schöne Darstellung des Zeitverlaufes gibt.

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Quelle: MTGGoldfish.com
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Quelle: MTGGoldfish.com

Tja, ich hoffe, dass ich nun keine Träume zerstöre. Hat sich der Preis von Hallowed Fountain durch das Erscheinen der Expeditions wesentlich verändert? Nope. Und leider ist das kein Einzelfall:

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Quelle: MTGGoldfish.com
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Quelle: MTGGoldfish.com

Der Misty Rainforest hat zwar tatsächlich ein klein wenig an Preis verloren, aber steht immer noch auf hohem Niveau.

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Quelle: MTGGoldfish.com

 

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Quelle: MTGGoldfish.com

Scalding Tarn? Ist eher teurer geworden.

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Quelle: MTGGoldfish.com
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Quelle: MTGGoldfish.com

Twilight Mire – nicht übermässig modernrelevant – zeigt auch einen kleinen Preisanstieg.

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Quelle: MTGGoldfish.com
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Quelle: MTGGoldfish.com

Verdant Catacombs haben massiv zugelegt.

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Quelle: MTGGoldfish.com

 

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Quelle: MTGGoldfish.com

Auch bei einer ziemlich speziellen, nicht gerade modernrelevanten Karte, Kor Haven, hat sich der Preis der Originalkarte nicht zum positiven verändert, im Gegenteil.

Ich könnte diese Liste noch einige Zeit so weiterführen. Bis auf wenige Ausnahmen hat sich der Druck einer Expedition auf den Preis kaum positiv ausgewirkt, es sei denn, man möchte einen ansonsten noch stärkeren Preisanstieg voraussetzen, was ich mir allerdings kaum vorstellen kann. Selbstverständlich hält meine kleine Untersuchung keinen wissenschaftlichen Maßstäben stand, schliesslich wird der Kartenpreis noch von vielen anderen Faktoren wie z.B. dem Metagame bestimmt. Aber aufgrund der Masterpieces / Expeditions von einer grundsätzlich besseren Verfügbarkeit wichtiger älterer Karten auszugehen, scheint mir ein absoluter Trugschluss zu sein.

3. Pimpedipimp

Endlich mal eine Challenge, bei der ich MaRo mal recht geben kann, mit Sicherheit sind die Masterpieces dazu geeignet, ein Deck noch mehr zu pimpen. Bitte, das kann jeder gerne machen. Auch ich freue mich, falls ich ein Masterpiece ergattern kann (d.h. es im Draft aufmache!).

Fazit

Ich freue mich auf die Masterpieces. Es macht immer Spaß, eine kleine Chance auf eine tolle, außergewöhnliche Karte zu haben. Um ehrlich zu sein: Ich habe mich schon gefragt, wie Wizards überhaupt noch normale Booster verkaufen will, nachdem wir uns schon an Expeditions und danach an zusätzliche Flip-Rares in Boostern gewöhnt haben. Normale Booster ohne Extra währen auf jeden Fall eine für den einen oder anderen frustrierende Erfahrung geworden. Insofern überrascht mich die Ankündigung der Masterpieces überhaupt nicht. Ob sie es tatsächlich schaffen, ältere Formate und insbesondere Standard zugänglicher zu machen, bezweifle ich aber. Ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren… Das war es von meiner Seite für das erste Mal. Schreibt mir doch in den Kommentaren, ob Euch mein Artikel gefallen hat und was Eure Meinung ist. Bis zum nächsten Mal!