Goldlöckchen und die drei Bären

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Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Beitrag in meiner Tribe Kategorie!

Heute soll sich alles um unsere pelzigen Freunde drehen: Bären

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Es gibt sie schon ewig, jeder kennt sie und sie sind DAS Synonym für Vanilla-Kreaturen. Wann immer man auf Karten trifft die 2/2er Token erzeugen, die meisten Spieler bezeichnen diese Token liebevoll als Grizzlybären.

Schade das es keine wirklich guten Bären gibt, insgesamt gibt es auch nur 17 Kreaturen die diesen Typ besitzen und 4 Stück von ihnen sind Klone von unserem guten alten Grizzlybär: Forest Bear, Balduvian Bears, Runeclaw Bear & das süße Bear Cub.
Guckt man sich nun die restlichen Bären an sieht man viele im 4Mana Bereich, alles in allem sind das Kreaturen die meiner Meinung nach zu schwach sind. Aber nachdem ich den guten Werebear gesehen habe und das es einen Grizzlybär mit Flash gibt, war mir sofort klar das ich ein Deck bauen werde das an Thresh angelehnt ist.

Kollege grozoth hat sich in seinem Blog auch schon einmal Gedanken um die Bären gemacht, in den Kommentaren habe ich damals schon geschrieben wie ich die Bären spielen würde:

// Mana
3 Terramorphic Expanse
3 Evolving Wilds
6 island
6 forest
2 Centaur Garden

// die drei Bären
4 Ashcoat Bear
4 Phantasmal Bear
4 Werebear

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Wieso spiele ich soviele Fetchländer?
Ganz einfach, wir wollen den Friedhof befüllen damit wir möglichst schnell die Vorraussetzungen für Threshold erfüllen und der Werebear groß und stark wird. Viele Fetchländer sind auch eine Vorraussetzung die man für Brainstorm erfüllen sollte. In der Regel legt man natürlich immer die Karten on top die man gerade nicht benötigt, d.h. in den folgenden Runden zieht man sie nach. (wertvolle Karten legt man on top wenn man sie vor Discard oder dem Vorzeigen beschützen will) Das Nachziehen dieser Karten ist schlecht, man hat damit also nicht wirklich für Kartenqualität gesorgt. Hat man aber ein Fetchland liegen kann man es benutzen um mit dem Effekt des Mischens diese Karten loszuwerden.

Effektiv hat man also 3 neue Karten zum Preis von hoffentlich 2 schlechteren Karten eingetauscht und zieht in den Runden danach auch Neues nach. Das ist aber kein Kartenvorteil! Wir haben eine Karte gespielt, 3 gezogen und 2 weggelegt. Also haben wir +1 Karte, Brainstorm hat sich selbst ersetzt. Kartenvorteil erzeugt z.B. Divination, aber aufgrund der Tatsache das sie 2 Mana mehr kostet, sie weniger tief gräbt & keinen instant Speed hat ist sie dem Brainstorm gnadenlos unterlegen.

Es ist also Klar: Wir spielen in den Simic Farben. Das hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil wird sein das es schwer ist removal zu finden der brauchbar ist. Es gibt zwar durchaus Karten die ich gut finde (Pongify, Beast Within) allerdings haben sie den Nachteil das sie eine Kreatur zwar beseitigen aber trotzdem nicht den Weg freiräumen. Ich habe mich daher für diese Karten entschieden:

// 20 ins eigene Gesicht
4 Psionic Blast
3 Dismember

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Psionic Blast ist die blaue Variante von Char und damit eine blauer Burnspruch was wirklich sehr selten ist. Viele Anfänger schrecken Karten mit Nachteilen wie z.b. Psionic Blast ab. Dismember ist in diesem Deck sogar noch schlimmer, da wir 4 Leben bezahlen müssen. Allerdings kann man die eigenen Leben auch als Ressource betrachten die man nutzen kann. Gegen Aggrodecks ist das meistens eine schlechte Idee, allerdings spielen wir mit meinem Bärendeck ein Aggro-Control-Deck und sind daher auch recht schnell. Weitere Beispiele für eine Karten mit einem Negativeffekt sind der Wretched Anurid & Oona’s Prowler.

Wir haben hier Kreaturen die eine Stärke von 3 haben, für nur 2 Mana und das zu einer Zeit in der vergleichbare early game Kreaturen z.B. so aussahen wie Kird Ape.

Der Nachteil ist gar nicht so groß denn wir sind mit solch einer Kreatur in der Position Druck zu erzeugen. Vor allem Oona’s Prowler ist eine gute Karte denn der vermeintliche Negativeffekt erzeugt für uns Kartenvorteil und Power 3, mit Evasion (Flying) für nur 2 Mana ist wirklich gut. Auch die Illusionskreaturen wie der Phantasmal Bear werden gemieden obwohl ich dafür keinen Grund sehe. Wenn eine Kreatur angezielt wird ist es in der Regel ein Removalspruch und das bedeutet das der Phantasmal Bear so oder so draufgegangen wäre.

// Rest
4 Brainstorm
4 Simic Charm
4 Thought Scour

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In dieser Abteilung haben wir noch einen weiteren Cantrip: Thought Scour.
Ja es stimmt, wir millen uns selbst. Das tun wir natürlich aus dem einen Grund aus dem wir so vieles in diesem Deck tun: Threshold. Desweiteren synergiert Thought Scour mit Brainstorm. Wir können die Karten die wir gerade nicht brauchen und on top gelegt haben entfernen indem wir sie in den Friedhof befördern. Wir ziehen Neues nach und das ist immer sehr viel besser als zu wissen das man jetzt etwas zieht das einem derzeit nicht hilft.

Aber man kann doch…
Ja es kann passieren das man etwas in den Friedhof befördert was man lieber nachgezogen hätte, aber das ist ein Preis den man zugerne bezahlt wenn man in Turn 3 den Werebear zu einer 4/4er machen kann.

Sind 8 Cantrips nicht zuviel des Guten?
Aber wieso denn? Diese Karten cyclen dich durch das Deck, man ist nie gezwungen sie in der eigenen Runde zu spielen da sie instant Speed haben, dadurch kann man in der gegnerischen Runde das Mana offen halten.
Mit Werebear + Thought Scour sind klasse Combat-Tricks möglich wenn man plötzlich ganz spontan 3 Karten in den Friedhof befördert und wir dadurch Threshold erreichen.
Der Simic Charm ist die flexibelste Karte im ganzen Deck, er kann einen gegnerischen Blocker beseitigen, einen ungeblockten Bären pumpen (vorsicht bei Phantasmal Bear!) oder alle unsere Bären vor Spot removal beschützen. (Das zielt übrigens nicht unseren Phantasmal Bear an)

// Goldlöckchen
3 Caller of the Claw

Und damit ist das Geheimnis um Goldlöckchen gelüftet!
Ich spiele einen „Nicht-Bären“ und das ist der Tatzenrufer der flavourmäßig einfach super in das Deck passt. Er ist unsere Absicherung gegen Mass removal da er einen soeben gestorbenen 2/2er Bären einfach gegen einen 2/2er Bären austauscht. Dadurch kann auch nach einem Wrath of God das Damage Race weitergehen.

So sieht das Deck komplett aus:

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// Mana
3 Terramorphic Expanse (0,05 € * 3)
3 Evolving Wilds (0,10 € * 3)
6 Island
6 Forest
2 Centaur Garden (0,05 € * 2)

// die drei Bären
4 Ashcoat Bear (0,02 € * 4)
4 Phantasmal Bear (0,02 € * 4)
4 Werebear (0,05 € * 4)

// Goldlöckchen
3 Caller of the Claw (0,60 € * 3)

// 20 ins eigene Gesicht
4 Psionic Blast (0,35 € * 4)
3 Dismember (0,40 € * 3)

// Counter
3 Negate (0,02 € * 3)
3 Mana Leak (0,15 € * 3)

// Rest
4 Brainstorm (1,00 € * 4)
4 Simic Charm (0,15 € * 4)
4 Thought Scour (0,10 € * 4)

Die Preise sind von magickartenmarkt.de
Das komplette Deck kostet ca. 10,00 – 15,00 €.
Die Preise dienen nur als grober Orientierungspunkt, gewerbliche Händler verlangen meistens mehr.

Wie auch bei der Manabase habe ich bei den Countern eine Budgetvariante gewählt. Dadurch habe ich den Preis gedrückt (was ich eher selten mache), man kann den Preis natürlich durch „richtige“ Fetchländer und Countern wie Force of Will in die Höhe treiben.

Wie spielt man das Deck?
Durch frühes legen der Bären macht man so schnell wie möglich Druck, daher habe ich versucht die Manakurve der Kreaturen so gering wie möglich zu halten. Insgesamt haben wir auch nur 8 Kreaturen die wir in der eigenen Runde legen müssen, die anderen 7 haben Flash was einfach super gut ist. Entweder reagieren wir irgendwie auf den Gegner und wenn er nichts tut können wir den Ashcoat Bear reinflashen. Insgesamt sind in diesem Deck 11 Removalsprüche (Simic Charm eingeschlossen) die es ermöglichen sollen frühe Kreaturen des Gegners aus dem Weg zu räumen damit der Weg zu den Leben frei ist. In der Regel sollte man immer 3 Mana offen halten denn dadurch hat man die Freiheit alles tun zu können. Entweder man spielt den Caller of the Claw, einen Removalspruch, Ashcoat Bear + Cantrip oder Counter + Cantrip.

Wie sind die Schwächen des Decks?
Es gibt natürlich zahlreiche Karten die dieses Deck locker in die Tasche stecken können. Zum einen ist das Powerlevel der Bären nicht sehr hoch, was natürlich unter anderem daran liegt das sie alle Commons sind. Die Bären haben kein Evasion und gegen gegnerische Kreaturen mit Shroud / Hexproof kann man auch nicht viel ausrichten. Gegen Verzauberungen (Moat) und Artefakte hat dieses Deck auch nichts, aber dagegen könnte man genug ins Sideboard packen. Ob Anfänger dieses Deck mögen werden weiß ich nicht, weil man zu Anfang der eigenen Magickarriere meistens nicht so auf Speed und die niedrige Manakurve achtet.

Warum Bären?
Es gibt keinen Grund. Bären besitzen keine Synergien zu ihren Tribe und es wird noch oft vorkommen das ich Decks zu anderen Tribes baue und ich solche Karten nicht einbauen werde obwohl sie existieren. Ich wollte einfach ein Bärendeck bauen und das habe ich getan.

4 thoughts on “Goldlöckchen und die drei Bären

  1. Jashin

    Hey, das ist mal ein Deck nach meinem Geschmack.
    Gefällt mir unendlich viel besser als deine bisherigen Umsetzungen: Tribal-Thema stringent umgesetzt – diesmal sind die Bären wirklich der Fokus – Budget niedrig gehalten und eine klarere Struktur des ganze Artikels – so finde ich mich hier schon wesentlich besser wieder…

    Drei Anmerkungen noch zu möglichen Karten:
    Warum spielst du Mana Leak, wenn du auch Rune Snag haben könntest? Zu Beginn ist es fast egal, ob der Gegner zwei oder drei Mana mehr zahlen muss, um seine Spruch durchzubringen und ab dem zweiten ist Rune Snag einfach besser, vor allem weil du ja gezielt deinen Friedhof füllst…
    Wäre es möglich, dass Bant Panorama ein wenig besser ist als das fünfte und sechste Fetchland? Immerhin kannst du damit auch in Runde zwei einen Bären ausspielen oder countern und dir den Mischeffekt für den Brainstorm für später aufheben. Im Moment musst du früh fetchen und sitzt dann später auf dem Brainstorm ohne mischen zu können.
    Reichen 15 Kreaturen? Ich könnte mir vorstellen, dass sich ein einsames Gargoyle Castle als Bedrohung in lang andauernden Spielen ganz gut machen würde. Ist aber natürlich kein Bär. Oder aber ein Exemplar von Grizzly Fate. Ist zwar auch teuer, aber erzeugt aber dafür auch ne Miniarmee, wenn du mal nicht mit einem Caller direkt auf einen Sweeper reagieren kannst…

    1. konko Beitragsautor

      Rune Snag könnte man durchaus in Erwägung ziehen, insgesamt ist die Counterabteilung ein sehr variabler Bereich, je nachdem wie dein Meta aussieht kann man andere nehmen. Man kann sogar versuchen den removal Count virtuell zu erhöhen indem man Remove Soul spielt.

      Bant Panorama finde ich nicht ganz so gut. Anfangs habe ich mir überlegt einen Sumpf zu spielen damit man für Dismember weniger Leben zahlen muss allerdings kann dieser Sumpf total die Starthände versauen. (auch wenn das selten vorkommt) In der Regel will man eigentlich als erstes eine Insel legen da wir 12 Sprüche spielen die nur ein blaues Mana kosten.
      Deswegen sind farblose Länder in schnellen Decks immer so eine Sache für sich. Das Problem hast du allerdings gut erkannt, eine Starthand auf der nur Fetchländer sind ist in einem Deck ohne Duals nicht ganz so gut wenn man eh nur 2 farbig ist.

      Ich gehe davon aus das die Anzahl der Kreaturen ausreichend ist, im Deck sind schließlich 6 Counter und der Simic Charm kann die Bären auch beschützen. Canadian Threshold Decks die gaaaaaanz entfernt ähnlich sind spielen auch ca. 10 Kreaturen.
      Gargoyle Castle finde ich schlecht, stattdessen würde ich ein Manland wie Mishra’s Factory oder Treetop Village spielen.

    2. Mario Haßler

      Kann mich da Jashin nur in jedem Punkt anschließen, gefällt deutlich besser als die anderen Beiträge aus dieser Reihe.

      Statt „Dismember“ würde ich übrigens „Schlangengestalt“ spielen. „Worte des Verwilderns“ passen vom Flair her und können auch lustig sein mit den ganzen Cantrips, oder wenn der „Gedankenwirbel“ mal bei leerer Hand gewirkt werden sollte (vier Mana für drei 2/2-Kreaturen).

  2. konko Beitragsautor

    Snakeform ist einer von vielen Sprüchen den ich nicht wirklich als removalspruch ansehe. Ein anderes Beispiel ist z.B. Winged Coatl der zwar auch eine Kreatur beseitigen kann, was jedoch auch total schiefgehen kann (Firststrike, Schutz, Unblockbar, Furcht, Spotremoval, Bounce, Humility …) Ein Problem ist ganz einfach das sich die Bären als Tempodeck spielen, wir beseitigen mit dem Spruch zwar die gegnerische Kreatur, jedoch hat der Gegner dadurch eine Runde Zeit gewonnen da wir ihm keinen Schaden zugefügt haben. Die Bären sind vielen gegnerischen Kreaturen schnell unterlegen, dadurch müssen wir den meisten Schaden so früh wie möglich durchdrücken.

    Die Idee mit Words of Wilding gefällt mir wirklich gut, jedoch ist das Words in Verbindung mit Brainstorm total nutzlos wenn man zuviele Handkarten hat denn dann muss man 2 Karten on top legen. Die Situation das man keine Handkarten mehr hat versucht man so gut es geht zu vermeiden.

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