Casual & Turniermagic: Ein Widerspruch?

Da bin ich wieder. Zunächst vielen Dank für das Feedback und die Diskussion zum letzten Blogeintrag. Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei dem Gateway-Format nicht um Casual-Magic handelt, sondern ein alternatives Turnierformat (analog zu BYOS „Build Your Own Standard“ auf Magic Online). Im Gegensatz zum aktuellen Standard-Format hat man jedoch beim Gatewayformat die Möglichkeit mit weniger Geld „kompetitive“ Decks ins Feld führen zu können.
Das Thema Casual und seine Abgrenzung, bzw. welche Karten sind noch Casual genug und ab wann wird eine Kombo unfair, beschäftigen mich weiterhin. Wie kann man eine „Turnierumgebung“ gestalten, dass diese möglichst „fair“ ist. Oder impliziert Turniermagic automatisch dazu broken zu sein, da jeder versucht das „unschlagbare“ Deck bzw. ein Antimetadeck zu bauen. So war mein „Restore-Balance“ Deck vom letzten Blogeintrag ganz klar eine Reaktion auf die vielen Tribaldecks in den Gateway-Turnieren und durchaus ein wenig „unfair“ für den Gegner.
Mir kam die Idee das bestehende Gateway-Format (60 Karten Deck mit Sideboard, max. 10 Rars, jede Rar nur einmal, Legacy-Bannings) eventuell dadurch „fairer“ zu gestalten, indem man die Mindestdeckgröße auf 100 Karten erhöht und kein Sideboard zulässt. So lassen sich Combos nicht so zuverlässig spielen. Klar kann man auf Tutoren zurückgreifen, welche aber „Zeit“ kosten und so Aggrodecks eine realistischere Chance bieten.

Die Initialzündung zum heutigen Deck – nach oben genannten Deckbauregeln – kam durch einen Artikel über ein Standard Pauper Token Deck in den Farben rot, grün und blau. Das Deck splasht blau für Carddraw. Beim Nachbauen und Spielen wurde schnell klar, dass der Splash das Deck inkonsistenter machte. Weiterhin bot Ulamog’s Crusher eine perfekte Zielscheibe für gegnerisches Removal. So dass man nach dem opfern von Eldrazi-Token um Mana zu generieren mit heruntergelassenen Hosen dastand. Die Karte Raid Bombardment hingegen habe ich während des Spielens in mein Herz eingeschlossen.

Nach mehreren Zwischenetappen als rot-grünes Deck ist die aktuelle Version (101 Karten) in den Jundfarben entstanden:

Kreaturen (43):
4 Perilous Myr
4 Nest Invader
4 Mogg War Marshal
4 Viridian Emissary
4 Goblin Bushwhacker
1 Eternal Witness
2 Nantuko Vigilante
4 Sprouting Thrinax
3 Nantuko Husk
4 Kozilek’s Predator
4 Emrakul’s Hatcher
1 Siege-Gang Commander (R)
1 Furystoke Giant (R)
1 Gleancrawler (R)
1 Grave-Shell Scarab (R)
1 Horobi, Death’s Wail (R)

Unterstützung (21):
2 Sylvok Lifestaff
3 Goblin Bombardment
2 Raid Bombardment
2 Furnace Celebration
1 Mimic Vat (R)
1 Putrefy
2 Fecundity
1 Awakening Zone (R)
1 Goblin Assault (R)
2 Mark of Mutiny
1 Khalni Gem
1 Garruk Wildspeaker (R)
1 Talon of Pain
1 Torrent of Souls

Länder (37):
4 Swamp
8 Forest
8 Mountain
4 Savage Lands
4 Evolving Wilds
4 Terramorphic Expanse
4 Khalni Garden
1 Swarmyard (R)

Zur Funktionsweise des Decks:
Vorneweg… in dem Deck stecken sehr viele Synergieeffekte. Offensichtlich legen wir Kreaturen, welche Tokens mit ins Spiel bringen. Mit diesen Tokens, vor allem den Eldrazitokens, können allerhand andere Interaktionen in Gang gebracht werden.
Zum einen kann man über einen Swarmangriff mit Unterstützung von Raid Bombardment und Goblin Bushwhacker
gewinnen. Die Tokens mittels Goblin Bombardment zum Schaden verschießen oder zum pumpen von Nantuko Husk benutzen oder ganz einfach mit einem Furystoke Giant finishen. Nebenbei erkaufen die Tokens gegen kreaturenbasierte Decks jede Menge Zeit als Jumpblocker, insbesondere mit dem Sylvok Lifestaff. Zusammen mit einer Fecundity kann man eine schöne Kette aus opfern, Leben generieren und Karten ziehen herstellen. Gleichzeitig hat man gegen kleinere Kreaturen genug Removalmöglichkeiten. Da unsere Tokens in Zusammenhang mit unseren Sacrifice-Outlets gerne sterben, fungiert Fecundity als wahre Kartenziehmaschine. Meist unterschätzt der Gegner diese Karte, da er teilweise auch von ihr profitiert und zerstört sie nicht, auch wenn er es könnte. Talon of Pain ist auf dem ersten Blick eine klobige Karte, welche sich durch die einzelnen Aktivierungen von Raid Bombardment, Goblin Bombardment, Furnace Celebration oder schlicht durch gepumpte Swarmangriffen jedoch sehr gut aufladen lässt. Hierdurch haben wir wiederverwendbares Removal bzw. Reach. Auch Horobi, Death’s Wail kann wahre Removalorgien veranstalten. Gegnerisches Massremoval ist mit dem Deck nicht das große Problem, da wir über die Tokenproduzenten schnell das Board wieder vollbekommen.


Einzelne kontroverse Kartenentscheidungen:

Nantuko Vigilante:
In dem Deck wollte ich eine Möglichkeit gegnerische Artefakte oder Enchantments zerstören zu können. Hierfür gibt es mehrere Optionen, die häufiger genutzen Alternativen wären Acidic Slime, Indrik Stomphowler oder Wickerbough Elder. Der Nantuka passt mir aber als Morphkreatur am besten in die Kurve, hat Synergie mit dem Raid Bombardment und lässt sich mittels Swarmyard regenerieren.

Perilous Myr:
Sieht zunächst recht schwach aus. Da er farblos ist, kann man ihn im frühen Spiel gut als Stoppschild einsetzen, da er gerne mal mit einer x/3 Kreatur abtauscht oder zwei Angreifer eliminieren kann. Später ist er zusammen mit den zahlreichen Sacrifice-Outlets entweder ein Shock, Lightning Bolt oder Flame Javelin

Viridian Emissary:
Eine tolle neue Karten, welche ich in diesem Deck dem Sakura Tribe-Elder vorziehe. Er dient als Rampant Growth auf zwei Beinen. Möchte uns der Gegner das Land fürs Manarampen/fixen nicht geben, versuchen wir mit unseren weiteren günstigen Two-Drops einfach den Beatdownmodus.

Auch in dieses Deck lässt sich eine „I Win“ Combo einbauen:
Kiki-Jiki, Mirror Breaker + Pestermite, welche über Tooth and Nail gesucht und ins Spiel gebracht werden und das Spiel damit quasi beendet. Ich habe diesmal bewusst auf eine Ein-Karten-Kombo verzichtet.

Aus Budgetgründen macht der Avenger of Zendikar leider nicht mit.

Fazit:
Das Spielen des Decks macht jede Menge Spaß und bietet viel Raum für Interaktion und Entscheidungen. Vielleicht ist dieser Artikel ein Anstoß das Gateway-Turnier-Format zu ändern bzw. dieses alternative Spielformat der ein oder anderen Spielegruppe schmackhaft zu machen. Auf jeden Fall hat man mit diesem Deck ein spaßiges Casual-Deck. Damit wäre der Bogen vom Casual zum Turnierdeck geschlagen. Gerne lese ich wieder Kommentare zum Artikel.

Dieser Beitrag wurde unter Gateway abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.