Decks für junge Kinder – Revisited

Ich hatte es ja angedeutet, inzwischen ist es in die Realität umgesetzt. Ich habe zwei Lerndecks gebastelt, damit ich zum Spaß auch mal mit meiner kurz vor der Einschulung stehenden Tochter spielen kann (weil sie es möchte!). Ich schreibe hier über einige Punkte, die mir vor und beim Deckbau ein- und aufgefallen sind.

Hauptidee ist das gute, alte KISS Prinzip – Keep it simple, stupid. Das umfasst in diesem Anwendungsfall gleich mehrere Punkte:

1) Die Optik muss systematisch und plakativ sein.
Ergo werden nur Karten mit gleichem (aktuellen) Frame und gleichfarbigen Rand (bei mir schwarz für mehr Kartenauswahl) verwendet. So wird zum Beispiel ggf. die Sunlance aus Elspeth vs. Tezzeret verwendet statt der Planar Chaos Version. Die Karte ist auch ein gutes Beispiel für ein aussagekräftiges Artwork, auch ohne Kartentext ist einfach erfassbar, was diese Karte macht (die Ziffer im Text reicht als Info). Ein anderes plakatives Artwork ist zum Beispiel Lightning Bolt. Bei Giant Growth ist es übrigens meist weniger offensichtlich als man denkt, trotz der großen Auswahl an Artworks.

2) Vanilla is best.
Nicht das Eis. Kreaturen ohne besondere Fähigkeiten sind für den Einstieg vollkommen ausreichend. Ausserdem muss man nicht über das Ziel hinaus schiessen, keine Power oder Toughness sollte über vier liegen. Erstens macht das die Mathematik für Vorschulkinder und Schulanfänger schwierig, ausserdem gibt es wenig schlichtes Removal für diese Kreaturen. Tut mir leid, Siege Mastodon. Gleichzeitig scheiden damit Fähigkeiten wie Trampeln, Erstschlag und aktivierte Fähigkeiten aus. Die einzigen Fähigkeiten, die man zu Beginn wohl verwenden kann sind Fliegend und Reichweite. Beide sind offensichtlich erkennbar und praktisch verständlich, gleichzeitig erzeugt man damit etwas mehr Abwechslung.

3) Die Grundregeln reichen.
Das ein Konzept wie der Stapel noch zu komplex für ein junges Kind ist sollte klar sein. Ergo vergisst man das erstmal. Auch Themen wie Priorität sollte man ohne Erklärung im Spielfluss verwenden und nicht in Regeln packen.

4) Regeln anpassen ist ok.
Es braucht keine 60 Karten, es braucht nichtmal überhaupt eine vordefinierte Anzahl an Karten. Die Menge sollte groß genug für Abwechslung und klein genug für Wiederholungen sein. Eine Starthand kann aber trotzdem 7 Karten enthalten, das sollte ein Vorschulkind motorisch hinkriegen. Natürlich werden solche Einstiegsdecks sehr kreaturlastig sein, aber ein paar Sprüche, insbesondere Removal sollten auch enthalten sein. Hier kann man erneut eine Vereinfachung treffen: Instant = Sorcery.

Zusätzlich zu den obigen Ansätzen muss man natürlich das Alter der Kinder beachten, in meinem Fall bedeutet das, dass schwarz als Farbe definitv wegfällt (auch wenn selbst da nicht alle Bilder unpassend sind). Auch rot hat einiges an unpassenden Artworks zu bieten. Die individuellen Gegebenheiten muss man natürlich ebenso beachten, es gibt sicher einige Kinder, die Spinnen nicht mögen, darauf sollte man dann in Artworks verzichten. Meine Tochter hat kein Problem mit Spinnen (im Gegenteil), also ist das optisch kein Problem.

Dann gibt es da noch ein paar Kniffe, wie man Kinder zusätzlich motiviert. Nein, dazu gehört (aus meiner Sicht) nicht, sie absichtlich gewinnen zu lassen. Die Lebenspunkte kann man prima mit großen, farbigen Glasperlen zählen, das rechnet sich auch viel einfach durch simples weglegen von Perlen und nachzählen der übrigen Perlen. Nebenbei ist das ein sehr schöner Übungseffekt für Mathematik. Überhaupt spielt die Optik eine große Rolle, denn Kinder denken nunmal sehr bildlich. Also verwendet man Hüllen in markanten Farben und spielt auf einem struturierten Spielfeld. Da kommt unsere Spielmatte natürlich wie gerufen, aber man könnte auch einfach eine Alternative aus einem großen Papierbogen basteln – idealerweise mit dem Kind zusammen.

Zur Motivation tragen die gleichen Punkte wie im normalen Alltag bei, Lob und Belohnungen wirken Wunder. Wie wäre es mit Siegkarten, wenn das Kind eine Partie gewinnt? Es könnte dann zum Beispiel eine der normalen Karten im Deck gegen eine Foil Variante dieser Karte eintauschen. Ich denke man sollte einem jungen Kind noch keine eigenen Karten geben, denn mit einer Ordnung in diesen Karten wäre es sehr herausgefordert. Jedoch kann man durchaus verlangen, dass ein Kind auf das Deck in einer Box achtet.

All diese Ansätze beziehen sich auf sehr junge Spieler, die noch nicht gezielt lesen und rechnen können! Natürlich würde man einem 13-jährigen das Spiel nicht so stark vereinfacht nahebringen! Auch steht und fällt eine solche Aktion mit dem Spaß der Kinder, wenn das Kind aufhören möchte dann ist das kein Thema. Die Erfahrung zeigt, wenn Kinder an etwas interessiert sind, dann kommen sie von ganz alleine wieder damit an…

Soweit die graue Theorie. An ein paar Stellen habe ich bei diesen Ideen mir mir selbst gekämpft. Einerseits soll alles ja einfach sein, entsprechend würden zweifarbige Decks eine eigentlich unnötige Komplexitätsstufe sein. Aber ich finde, dass zweifarbigkeit das Prinzip der Casting Costs sehr anschaulich darstellt. Auch schlägt das alte Problem des Deckbaus zu, man kann nur die Karten einbauen, die man auch hat! Also gut, dann sind hier einmal die beiden Decks, die entstanden sind:

4 Norwood Ranger
4 Runeclaw Bear
4 Centaur Courser
4 Giant Spider
2 Leaf Arrow
2 Hornet Sting
1 Plummet
12 Forest


4 Assault Griffin
2 Pillarfield Ox
4 Wild Griffin
4 Silvercoat Lion
2 Suntail Hawk
2 Holy Strength
3 Sunlance
12 Plains

Und ich bin nicht zufrieden. Es ist gar nicht so leicht, zwei Decks zu bauen die gleichstark sind und obigen Restriktionen in guter Näherung entsprechen. Ich habe die Decks zwar ehrlicherweise auch noch nicht ausprobiert, aber mich interessiert, was ihr dazu meint! Ich bin mir sicher, man kann es besser machen…

Dieser Beitrag wurde in Kinder veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

11 Kommentare


  1. Fatal error: Uncaught Error: Call to undefined function ereg() in /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-content/themes/thematic/library/extensions/comments-extensions.php:262 Stack trace: #0 /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-content/themes/thematic/library/extensions/discussion.php(30): thematic_commenter_link() #1 /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-includes/class-walker-comment.php(174): thematic_comments(Object(WP_Comment), Array, 1) #2 /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-includes/class-wp-walker.php(145): Walker_Comment->start_el('', Object(WP_Comment), 1, Array) #3 /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-includes/class-walker-comment.php(135): Walker->display_element(Object(WP_Comment), Array, '5', 0, Array, '') #4 /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-includes/class-wp-walker.php(370): Walker_Comment->display_element(Object(WP_Comment), Array, '5', 0, Array, '') #5 /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-includes/comment-template.php(2097): Walker->paged_walk(Array, '5', in /homepages/7/d75584514/htdocs/magicblogs/wp-content/themes/thematic/library/extensions/comments-extensions.php on line 262