Hurra, ich bin lernresistent

Immerhin eine meiner Eigenschaften ist damit klar definiert. Bevor ich euch aber den – wie jede Woche – blauen Draft vorlege, komme ich zu etwas ganz anderem. Spielfehler nämlich. Ich habe in einem anderen Eintrag bereits erwähnt, dass ich ständig welche mache. Gott-sei-Dank aber meistens eher winzig kleine. Auf dem Level, auf dem ich mich bewege, ist es zudem relativ egal, ob man gut oder schlecht spielt. Wäre ich auf einer Pro Tour, würde das Ganze natürlich anders aussehen. Damit Ihr nun auch etwas zum Schmunzeln habt, hier meine Lieblingsfehler der letzten Woche, die meisten davon über DotP2013.

Zunächst der Klassiker: Im Exalted.dec zuerst angreifen und dann schnell noch die Guardians of Akrasa nachgelegt. Schließlich will man ja Blocken können.

Im Gegenzug dafür mit Blau gegen das Exalted.dec: Er spielt precombat eine Angelic Benediction und tappt sich aus; ich habe Mana Leak und Repulse auf der Hand und drei ungetappte Inseln. Und natürlich bin ich für 1 My abgelenkt und wirke Repulse auf eine seiner drei Kreaturen. Unnötig zu sagen, dass der arme Gegner am Ende doch noch von seinem eigenen Nefarox, Overlord of Grixis verhauen wird, weil der Schutz vor Doom Blade hat.

Mein Gegner kontrolliert einen 12/13 Leatherback Baloth mit Blanchwood Armor, eine 12/12 Primordial Hydra und einen Garruk’s Companion. Bei mir tummeln sich dank Bribery und Rite of Replication zwei Avenger of Zendikar sowie 4 3/4 Token und 5 2/3 Token. Mein Gegner spielt nun kurzerhand seinen Indrik Stomphowler. Genau wegen solcher Aktionen finde ich Blanchwood Armor und die meisten anderen Enchantments nicht gut und würde immer einen Treter drüber spielen. Genügend gute davon besitzt das Deck ja.

Ich kontrolliere eine getappte Vengevine, einen Yeva’s Forcemage und einen Elvish Visionary. Mein Gegner hat einen Goblin Chieftain, einen Goblin Fireslinger und eine Goblin Artillery. Er ist auf 8 Lebenspunkten, ich bin auf 5. Ende meiner Runde tappt er seine Artillerie und seinen Feuerjongleur um mich auf 2 zu schießen, fällt dabei aber selbst auf 5. In der ersten Hauptphase schießt er mit der Artillerie auf mich. In Reaktion spiele ich Momentous Fall auf die Racheranke und gehe wieder auf 5 und dann auf 3. Zugegeben, das hat er nicht kommen sehen. Jetzt tappt er den Fireslinger und schießt mich auf 2. Dann spielt er Relentless Assault und wartet darauf, dass seine Kreaturen enttappen. Sie enttappen natürlich nicht und der Chieftain greift an. Ich blocke mit dem Magier, lege in meinem Zug Pelakka Wurm und er verlässt den Raum.

Ich habe es gestern zum ersten Mal hinbekommen, dass DotP2013 mich aus einem Raum wirft, weil das Spiel zu lange dauerte. Gut, mein Gegner hatte zwischendurch 960 Lebenspunkte, aber als ich ihn bereits wieder auf 200 hatte und ich nur noch einen Zug zum Gewinnen brauchte, schloss der Raum. Ärgerlich. So kann’s gehen, wenn zehn Ajani’s Pridemage gefühlte hundert Trigger abarbeiten müssen, weil 20 Baneslayer Angel und 15 Serra Ascendant angegriffen haben.

Habt Ihr in letzter Zeit besondere Spielfehler gemacht oder beobachtet? Würde mich interessieren, schließlich kann man durch unglaublch viele mögliche Interaktionen so Vieles schlecht spielen. Und aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

Draft am 18.8.

Ich möchte nun nicht wieder alle Picks besprechen, da sich Etliches den letzten Wochen ähnelt. Bei 12 Mitspielern wurden dieses Mal zwei 6-Mann-Tische erstellt und ich beginne mit Serra Angel über Attended Knight. Dann der Pack, der für mich der bislang Stärkste in allen M13 Drafts bislang war: Pacifism, Talrand’s Invocation, Murder, Turn to Slag und Flames of the Firebrand. Was hättet Ihr genommen? Ich habe die Invocation genommen, weil ich sie für eine der besten Uncommons, wenn nicht sogar die beste Uncommon im Set halte. Pazifismus wäre wohl meine zweite Wahl gewesen, weil ich bereits den Engel habe.
Natürlich wird der nächste Booster sehr schwarz: Bloodhunter Bat, Disciple of Bolas und Murder sind noch drin. Ich nehme den Mord und werde U/B. Wiedereinmal Blau also. Und natürlich ist auch dieser Leviathan wieder mit an Bord. Obendrein ist es unnötig zu sagen, dass mein rechter Nachbar ebenso U/B draftet, mir aber im dritten Booster fleißig Rares schiebt. So sieht dann mein Deck aus:

2 Welkin Tern
Bloodthrone Vampire
Arctic Aven
2 Watercourser
Wind Drake
Giant Scorpion
Talrand’s Invocation
Liliana’s Shade
Faerie Invaders
Stuffy Doll
Harbor Serpent
Sphinx of Uthuun
Stormtide Leviathan

Unsummon
Essence Scatter
Sign in Blood
Ring of Evos Isle
Ring of Xathrid
2 Murder
Rise from the Grave

Evolving Wilds
1 Plains
8 Island
7 Swamp

Im Board sitzen derweil Merfolk of the Pearl Trident, Redirect, Sleep, Tricks of the Trade, Watercourser, Bloodthrone Vampire und Duress und warten auf ihren Einsatz. Redirect hätte man von Beginn an über den Aven spielen können und dafür die glatte Manabasis. Der Vogel ist meistens nicht besser als die beiden Schwalben und deshalb recht austauschbar. Der Rest hat sich gut geschlagen.

Die Spiele

Spiel 1 gegen U/B

Da bekomme ich direkt meinen rechten Nachbarn ab und er fährt mich zweimal einfach um. Gut, ich ziehe auch zweimal genau gar kein Land, sodass ich einmal auf zwei und einmal auf drei Ländern stehen bleibe, aber er war auch ordentlich schnell. Dennoch fühlt sich eine Niederlage nach Doppel-Screw immer ganz besonders schlecht an.

Spiel 2 gegen W/R

Mein linker Nachbar, der aus meinem ersten Booster nicht den Attended Knight, sondern das Fervor genommen hat. Im ersten Spiel macht er einfach nichts und veliert gegen Welkin Tern, Watercourser und ein Murder einfach so. Im zweiten hat er Ajani’s Sunstriker mit Ring of Thune, der gegen meine Stuffy Doll rennt. Da lebenspunktetechnisch nicht viel passiert, geht meine Schwalbe nun wieder in den Angriff über. Mit Ring of Valkas macht er sein Hellion Crucible-Hellion 5/5 und läuft damit in meine Sphinx. Wenn er hier eine Runde nicht angreift, sondern das Hellion auf 6/6 wachsen lässt, verläuft das Spiel vielleicht anders. So gehen meine beiden Flieger nun angreifen und hauen ihn recht schnell kaputt.

Spiel 3 gegen W/B

Er spielt kleine Männer und ein paar Pump-Spells. Im ersten nehme ich Mulligan auf vier, er auf fünf. Er tritt mich mit Warclamp Mastiff bis meine Sphinx aufkreuzt. Danach trete ich zurück. Im zweiten bekomme ich ein Mind Rot ab. Die Sphinx geht in den Friedhof, wird aber in Runde fünf aus dem Grab geholt. Da er wieder keine Lösung gegen große Flieger hat, gewinne ich wieder ziemlich problemlos.

Fazit:

Der Draft hat großen Spaß gemacht. Nicht, dass ich mich sonst wie drei Tage Regenwetter fühlen würde, aber es stimmte Vieles. Das Deck fand ich – für meine Verhältnisse – auch ganz gut; der Doppel-Screw war doof, aber da macht man nun mal nix. Ansonsten hatte ich tolle Gegner und allgemein lief auch alles glatt. So muss es sein.

Ende Gelände

Wer jetzt einen ausführlichen Karn-Spielbericht erwartet hat, der möge bitte nicht enttäuscht sein: Ich kam diese Woche einfach nicht zum Spielen. Die Commander-Runde am Dienstag ist aber diese Woche fest eingeplant; davon werde ich nächste Woche schreiben. Und hoffentlich werde ich diesen Leviathan einmal los. Ich rieche schon überall wo ich hingehe Fisch. Mit Inseltarnung.

Bis nächte Woche

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6 Responses to Hurra, ich bin lernresistent

  1. atog28 sagt:

    Ich habe schon seit längerem keine Spielfehler mehr gemacht. Was DotP betrifft, das wollte ich neulich runterladen um mich vor Langeweile zu schützen, das klappte aber nicht. Wenn ich jetzt lese, dass man nur begrenzte Spielzeit hat, dann ist das vielleicht auch nichts, was ich verpasst hätte.

    • grozoth sagt:

      Nein, ganz so dramatisch ist es nicht. Online wurde es dem Server einfach zu bunt, nachdem ich ca 45 Minuten für ein Spiel gebraucht habe – da wurde ich eben gekickt. Keine Ahnung, ob das immer so ist, also ob bei 45 Minuten der Saft abgedreht wird. Ich werd’s sicher nochmal ausprobieren. Außerdem gehen nur die wenigsten Spiele länger als 10-15 Minuten; gerade im 1on1 ist man eigentlich immer recht fix.

      Respekt für keine Spielfehler machen!

  2. Tormod sagt:

    Sleep in einem blauen Deck ins SB zu packen ist ein katastrophaler Fehler.
    Ansonsten hätte ich vermutlich auch den dritten Watercourser gespielt.
    Erste Kandidaten fürs SB wären für mich Bloodthrone Vampire, Ring of Xathrid, Liliana’s Shade (aufgrund der Manabasis) und Harbor Serpent

    • grozoth sagt:

      Sleep gefiel mir in diesem Deck einfach nicht – um es wirklich gewinnbringend ansetzen zu können, möchte ich eine, besser zwei Stufen aggressiver sein. Defensiv hilft mir die Karte bestenfalls dabei, eine Runde lang nicht angegriffen zu werden. Daher hab ich die Karte ins Board gesteckt.

      Der Vampir ist in diesem Deck tatsächlich nicht so toll, aber er ist ein 2-Drop. Davon hatte ich nicht allzuviele. Bevor ich den Shade cutte, säge ich wohl den Aven und die Plains ab.

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